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Normenbegründungsmodelle

Normenbegründungsmodelle

 RELIGION
07.09.2020
NORMENBEGRÜNDUNGSMODELLE
Die Ethik versucht, allgemeine Kriterien oder Prinzipien für das gesollte Handeln zu
finden. S

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Jule Werner

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RELIGION 07.09.2020 NORMENBEGRÜNDUNGSMODELLE Die Ethik versucht, allgemeine Kriterien oder Prinzipien für das gesollte Handeln zu finden. Sie setzt dabei voraus, dass Menschen frei handelnde und entscheidende Subjekte sind. Für eine präzise, ethische Beurteilung ist die Vergegenwärtigung dieser Aspekte nötig: Handlungssubjekt, Handlungsalternative, Handlungsziel, Mittel, Handlungsgründe und Handlungsfolgen. EUDÄNOMISMUS (griech. eudaimonía = von einem guten Dämon beseelt; abgeleitet: „geglücktes, gelungenes Leben") Bestimmt das Denken in der Antike in hohem Maß. Ziel eins gelungenen Lebens Eudaimonia als höchstes Gut und Ziel des menschlichen Handelns -> nicht nur Mittel zum Zweck Eudaimonia des Einzelnen bzw. der Gemeinschaft: Sinnerfüllung menschlichen Daseins NACH ARISTOTELES (384-322 V. CHR.) „Ein kluger Mann scheint sich also darin zu zeigen, dass er wohl zu überlegen weiß, was ihm gut und nützlich ist [...] in Bezug auf das, was das menschliche Leben gut und glücklich macht." Glückseligkeit als Ziel nur durch tugendhaften Lebenswandel erreichbar Handlungen nach Absicht, mit welcher sie vollzogen werden, bewertet Begriff unklar: subjektives „Wohlbefinden“ / objektiver Erfolg S. 1 HEDONISMUS (griech. hedoné = Lustgefühl, Freude, Genuss) Der letzte Grund des sittlichen Handelns besteht im Empfinden von Lust. Ziel: Maximum an Freude und Genuss Grundmotiv aller Lebewesen: - Streben nach Lusterfüllung, Freude und Genussbefriedigung - Vermeidung von Unlust und Schmerz NACH BEGRÜNDER ARISTIPP (435-366 V. CHR.) Rasche Erfüllung möglichst vieler Wünsche -> egoistische, vulgär-hedonistische Vorstellungen von heute NACH EPIKUR (341.271 V. CHR.) Lust als höchstes Gut Lust als Bedingung für Glückseligkeit und gelingendes Leben Lust:...

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Freisein von Unlust -> Ziel sittlichen Handelns: Befreiung vom Leid (Unruhe oder Schmerz) Konzentration auf notwendige Bedürfnisse Grundsatz: Man kann nicht lustvoll leben, ohne einsichtsvoll, vollkommen und gerecht zu leben. Man kann nicht einsichtsvoll, vollkommen und gerecht leben, ohne lustvoll zu leben. NATURRECHT (lat. ius naturale) ideales Rechtssystem, welches mit der Natur begründet wird und die Grundlage für das vom Menschen geschaffene Recht ist. -> immerwährend, universell, „von Natur aus vorgegeben" „Die Idee eines Rechts das dem Staat vorgelagert und für den Gesetzgeber nicht verfügbar ist. Seine Quelle kann liegen in der Ordnung des Kosmos oder der Natur." Ziel: Gemeinwohl (bonum commune) S. 2 Unterschiedliche Quellen (nicht beeinflussbar): Bei der Schöpfung von Gott geschaffen Göttliches Gesetz: Logos, der die Welt ordnet und ihre Abläufe regelt Fähigkeit zur Selbsterkenntnis und Orientierung des Gewissens -> im Menschen eingeschriebenes Naturgesetz Naturwissenschaftliche Notwendigkeit Fehlschluss kann nicht ausgeschlossen werden - Sein-Soll-Fehlschluss SCHÖPFUNGSORDNUNG Lex aeterna: Grundlage für das natürliche Sittengesetz: Es gibt Gesetze, Maßstäbe und Normen, die unverrückbar und ewig sind Auf Grundlage des Lex aeterna kann der vernunftbegabte Mensch konkrete Handlungsanweisungen formulieren: Lex humana UTILITARISMUS (lat. utilitas = Nutzen) Bewertung einer Handlung aufgrund ihrer „Nützlichkeit“. -> Handlungen sollen einen größtmöglichen Nutzen bringen: das maximale Übergewicht der positiven über die negativen Folgen (Maximum wird rein summarisch bestimmt) -> Anerkennung von idealen Werten nur, wenn sie dem Einzelnen oder der Gesellschaft dienen NACH PHILOSOPH JEREMY BENTHAM (1748-1832) Alles ist gut was „was größte Glück der größten Zahl“ hervorbringt. Was ist nützlich? Sozialutilitarismus: 1. Streben nach größtmöglicher Lust & Vermeidung von Leid von Natur aus = SOLLEN 2. Prinzip der Nützlichkeit: Jede Handlung wird gebilligt oder missbilligt, je nachdem, ob sie das Glück der Gruppe vermindert oder vermehrt = Nutzen-Schaden-Relation Ziel: Nutzen: Lust und Glück. Gegenteil: Unlust und Unglück S. 3 ABWANDLUNG VON JOHN STUART MILL (1806-1873) Lustgewinn/Freude wird nicht quantitativ, sondern qualitativ gesehen Problem: Vernachlässigung von Minderheiten, Verstoß gegen grundsätzliche Rechte -> Widerspruch zum christlichen Ethos Präferenzutilitarismus: NACH ALFRED SINGER Eine Handlung ist falsch, wenn sie der Präferenz (Vorrang bzw. Vorzug) eines Wesens entgegensteht. Wert des Lebens ist ans Selbstbewusstsein geknüpft -> nach Singer ist das Töten von behinderten Säuglingen rechtens, da sie nicht über ein Selbstbewusstsein verfügen, aber den Präferenzen der Eltern entgegenstehen (Widerspruch zu den Menschenrechten!) S. 4

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Freisein von Unlust -> Ziel sittlichen Handelns: Befreiung vom Leid (Unruhe oder Schmerz) Konzentration auf notwendige Bedürfnisse Grundsatz: Man kann nicht lustvoll leben, ohne einsichtsvoll, vollkommen und gerecht zu leben. Man kann nicht einsichtsvoll, vollkommen und gerecht leben, ohne lustvoll zu leben. NATURRECHT (lat. ius naturale) ideales Rechtssystem, welches mit der Natur begründet wird und die Grundlage für das vom Menschen geschaffene Recht ist. -> immerwährend, universell, „von Natur aus vorgegeben" „Die Idee eines Rechts das dem Staat vorgelagert und für den Gesetzgeber nicht verfügbar ist. Seine Quelle kann liegen in der Ordnung des Kosmos oder der Natur." Ziel: Gemeinwohl (bonum commune) S. 2 Unterschiedliche Quellen (nicht beeinflussbar): Bei der Schöpfung von Gott geschaffen Göttliches Gesetz: Logos, der die Welt ordnet und ihre Abläufe regelt Fähigkeit zur Selbsterkenntnis und Orientierung des Gewissens -> im Menschen eingeschriebenes Naturgesetz Naturwissenschaftliche Notwendigkeit Fehlschluss kann nicht ausgeschlossen werden - Sein-Soll-Fehlschluss SCHÖPFUNGSORDNUNG Lex aeterna: Grundlage für das natürliche Sittengesetz: Es gibt Gesetze, Maßstäbe und Normen, die unverrückbar und ewig sind Auf Grundlage des Lex aeterna kann der vernunftbegabte Mensch konkrete Handlungsanweisungen formulieren: Lex humana UTILITARISMUS (lat. utilitas = Nutzen) Bewertung einer Handlung aufgrund ihrer „Nützlichkeit“. -> Handlungen sollen einen größtmöglichen Nutzen bringen: das maximale Übergewicht der positiven über die negativen Folgen (Maximum wird rein summarisch bestimmt) -> Anerkennung von idealen Werten nur, wenn sie dem Einzelnen oder der Gesellschaft dienen NACH PHILOSOPH JEREMY BENTHAM (1748-1832) Alles ist gut was „was größte Glück der größten Zahl“ hervorbringt. Was ist nützlich? Sozialutilitarismus: 1. Streben nach größtmöglicher Lust & Vermeidung von Leid von Natur aus = SOLLEN 2. Prinzip der Nützlichkeit: Jede Handlung wird gebilligt oder missbilligt, je nachdem, ob sie das Glück der Gruppe vermindert oder vermehrt = Nutzen-Schaden-Relation Ziel: Nutzen: Lust und Glück. Gegenteil: Unlust und Unglück S. 3 ABWANDLUNG VON JOHN STUART MILL (1806-1873) Lustgewinn/Freude wird nicht quantitativ, sondern qualitativ gesehen Problem: Vernachlässigung von Minderheiten, Verstoß gegen grundsätzliche Rechte -> Widerspruch zum christlichen Ethos Präferenzutilitarismus: NACH ALFRED SINGER Eine Handlung ist falsch, wenn sie der Präferenz (Vorrang bzw. Vorzug) eines Wesens entgegensteht. Wert des Lebens ist ans Selbstbewusstsein geknüpft -> nach Singer ist das Töten von behinderten Säuglingen rechtens, da sie nicht über ein Selbstbewusstsein verfügen, aber den Präferenzen der Eltern entgegenstehen (Widerspruch zu den Menschenrechten!) S. 4