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Q3 - Modelle der Ethik

Q3 - Modelle der Ethik

 Q3.1 Modelle der Ethik
Definitionen - Ethik & Moral
Ethik ist die Wissenschaft vom moralischen Handeln, die versucht allgemeingültige Aussa

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Lena

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11/12/13

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Deontologische und Teleologische Ethik, Wertevermittlung, Stufen moralischer Entwicklung nach Kohlberg, Aristoteles Glücks- und Tugendethik, Utilitarismus, Kants Ethik der Autonomie

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Q3.1 Modelle der Ethik Definitionen - Ethik & Moral Ethik ist die Wissenschaft vom moralischen Handeln, die versucht allgemeingültige Aussagen über gutes und schlechtes Handeln zu treffen. -> Ethik muss eigenständig von Einzelnen und der Gesellschaft erarbeitet und reflektiert werden -> ethische Konzepte sind dabei kulturell und weltanschaulich geprägt -> Ethik und Religion stehen immer im direkten Zusammenhang -> "tragender religiöser Wurzelboden des Ethischen" (Nipkow) -> bei komplexen Problemen muss jeder Einzelne abwägen, welche Ansprüche nun Vorrang haben (Entscheidung zwischen Handlungsalternativen) -> Es gibt keinen klaren und "richtigen" Weg in der Ethik Teilbereiche der Ethik: Teleologische, deontologische, philosophische, religiöse-philosophische und theologische Ethik Werte sind Grundhaltungen und Leit-/Zielvorstellungen, die jedes Individuum oder die Gesellschaft als erstrebenswert anerkennen. Normen sind konkrete Handlungsvorschriften und Erwartungen, die in einer Gruppe verbindlich gelten (Orientierung für das eigene Verhalten, abgeleitet aus den Werten) Funktion von Normen: Ausgleich der Instinktschwäche der Menschen, ermöglicht Stabilisierung des menschlichen Zusammenlebens, Sicherheit in gegenseitigen Erwartungen, stabile Einstellungen/ Haltungen Moral sagt, wie wir handeln sollen und ist die Gesamtheit von ethisch-sittlichen Normen, Grundsätzen, Werten, die das zwischenmenschliche Verhalten einer Gesellschaft regulieren und von ihr als verbindlich akzeptiert werden. (System von Werten und Normen für das menschliche Verhalten bezüglich Gut und Böse/ Richtig und Falsch) Ethik denkt über die Moral grundsätzlich und gründlich nach (Reflexion der Moral). Sie befasst sich mit dem...

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"rechten" menschlichen Handeln, fragt, wie die Moral-Sollens-Sätze entstanden sind und vor allem, wie sie sich überzeugend begründen lassen. Ethik - Die Lehre vom guten Handeln -Ethik als Kompass durch die Wildnis (Richtung ist klar, jeder muss sich aber seinen eigenen "richtigen" Weg suchen) -Reflexion und Bewusstwerden/ Hinterfragen von Überzeugungen und Grundwerten -> Überprüfung von menschlichem Handeln auf seine Sittlichkeit und Bestimmung der Begriffe von Gut und Böse -Gutes, gerechtes und verantwortliches Handeln vor dem Hintergrund globaler Probleme durchaus schwieriger geworden Deontologische Ethik - Handlungsabsicht -Pflicht-/ Gesinnungsethik -> Pflichten sollen uneingeschränkt für jeden gelten -Handlungsentscheidungen erfolgen nach einer Rege/ Pflicht (z.B. Du sollst nicht töten), die bedingungslos eingehalten werden soll -Motivation = wichtiger als Konsequenz (es geht NICHT um die Konsequenzen einer Handlung) Teleologische Ethik - Konsequenzen -Verantwortungs-/Tugendethik -Entscheidungen werden nach Zweck & Ziel (Konsequenzen) abgewogen (Prüfen der Handlungsfolgen und ihr Nutzen) -Zielorientiert: Größtmögliches Nutzen für die größtmögliche zahl an Menschen gute/ Böse Taten/ Folgen werden in Kauf genommen für bestmögliches Ergebnis -glückliches Leben = höchstes Gut des menschlichen Lebens (glücklich = tugendhaft) -Grenzen: z.B. keine Verletzung der Menschenwürde -Wille/ Motivation ist gut, wenn sie in einer Pflicht begründet ist, die auf dem moralischen Gesetz des Kl beruht -Beispiel: Kants Ethik des Pflichtgedanken und des kategorischen Imperativs (Pflicht als moralisches Prinzip) -Stärke: Rechte des Einzelnen werden gesichert (z.B. Menschenwürde) -Schwäche: Umsetzbarkeit (Moralstufe 6?) "Deontologisch" ist der unbedingte Anspruch, die "Teleologisch" ist die Anwendung der Grundsätze auf konkrete Verpflichtung auf das sittlich Gute, die Grundentscheidung für Situationen. das Sittliche. -> Grundentscheidung -Stärke: beachtet Handlungsgrundlage (flexibler) -Schwäche: Schwierigkeit, sein eigenes persönliches Ziel zu erreichen -> Einzelentscheidung -> Utilitarismus --> Jesus verbindet Gesinnungs- und Verantwortungsethik (Mittel und Zweck sind beide wichtig) --> Grundsätzlich vertritt er aber die Gesinnungsethik (Gewaltverzicht, keine Rache, Nächsten- und Feindesliebe) --> In der Praxis ist Jesu Ethik keine Gesinnungsethik, da Verantwortung immer mit in Betracht gezogen wird Wertevermittlung durch verbindliche Minimalmoral? (Norbert Hoerster) -Minimalmoral: wenige, inhaltlich feststehende Normen, die allgemein akzeptiert werden -Zweck-Mittel-Rationalität -> Gewisse Rahmenbedingungen sollten trotz der Individuen allgemein akzeptiert werden -Normative Rahmenbedingungen a. Schutz des Lebens (+ ökonomische Voraussetzungen) b. Schutz der körperlichen Integrität und der Bewegungsfreiheit c. Einhaltung von Verträgen und Abmachungen d. Wahrheit der Mitteilungen e. Privateigentum an bzw. zugriff auf Konsumgüter/n -Vorteile für alle wiegen auf langer Sicht schwerer als Nachteile -Entwicklung von eigenen moralischen Sanktionsmechanismen (Lob & Bewunderung, Tadel & Verachtung durch Mitmenschen; Öffentliche Meinung; Innere Sanktionen des "schlechten Gewissens") Handlungssituation Moralische Bedeutung Welche moralischen Regeln sind anzuwenden? Welche Werte werden angesprochen? Beurteilung und Entso eidung Handlung Regel und Wertekonflikt Stufen moralischer Entwicklung nach Lawrence Kohlberg Klärungsversuch der Entwicklung des moralischen Bewusstseins (Annahme, dass die moralische Entwicklung in 6 Stufen verläuft) -Entfaltung des Moralbewusstseins besteht aus a. Erweiterung des Blickes auf soziale Zusammenhänge b. Fortschreitende Selbstständigkeit des moralischen Standpunktes c. Zunehmende Fähigkeit, moralische Begründungen auf Vernunftargumenten aufzubauen -Grundannahme: Reihenfolge des Durchlaufens bei jedem Individuum gleich (Überspringen nicht möglich); Entwicklung unabhängig von Kultur und Religion (universal gültig) -Kritik an Kohlberg: Nur eigene westliche Werte Kohlbergs als Maßstab (Mann: männliche, gerechtigkeitsorientierte Moral Frau: weibliche, fürsorgliche Moral) Ebene Vor- bzw. Präkonventionell (Handlungsfolgen) Strafe/Gehorsam Kosten/Nutzen Konventionell (Rollen) Beziehung/Erwartung/ Druck der anderen --> Moralische Aufmerksamkeit auf Kleingruppe/ Familie und Gesellschaft Soziales System Nach- bzw. Postkonventionell (Gemeinsame/ individuelle Rechte, Prinzipien) Soziale Verträge/ Recht --> Unabhängig von Gruppen und der Identifikation des Individuums mit diesen Gruppen Universelle ethische Prinzipien Orientierung 1.) Orientierung an Bestrafung (schlecht) und Belohnung/ Gehorsam (gut) > Stufe der Fremdbestimmung ➤ Ichbezogen Wie kann ich Bestrafung vermeiden? 2.) Naiv egoistisches Nützlichkeitskalkül/ Orientierung (Gut ist, Bedürfnisbefriedigung des Selbst, der anderen was auch anderen nützt) -> Eigeninteresse > Stufe des Austauschs ➤ Ich und der Andere Was Springt für mich dabei raus? 3.) Ideal des braven Jungen, des netten Mädchens > Stufe interpersoneller Beziehung ➤ Ich, Du, Gruppe (eigene Bezugsgruppe, wie Familie,...) Was halten andere von mir? 4.) Orientierung an Gesetz und Ordnung, Aufrechterhaltung von Autorität > Stufe des sozialen Systems Ich, Du, Gruppe im sozialen Verbund Wie kann Recht und Ordnung gewahrt werden? 5.) Rechtlich zugestandene Gleichwertigkeit (Wert der Handlung auf alle bezogen) > Stufe des Sozialvertrags ➤ Ich, Du und die Rechte der Gesellschaft > Handeln nach verfassungsmäßigen und demokratischen Werte und Verfahren im Sinne des allgemeinen Wohlergehens Dient eine Regel wirklich allen Mitgliedern der Gemeinschaft? Wesentliche Elemente ➤ Respekt vor Macht; Vermeidung von Sanktionen ➤ Ab 5 Jahren 6.) Ethische Prinzipien (von weniger als 5% erreicht) > Stufe universeller und übergeordneter ethischer Prinzipien (universelle und solidarische Sichtweise) Kategorischer Imperativ Verhalten nie Mittel zum Zweck, sondern Selbstzweck ➤5-12 Jahre ➤ Richtig ist, womit man einander gerecht wird ▸ Vermeidung von Konflikt und Ärger ➤ Billigung durch das persönliche Umfeld ➤ Ab 12 Jahre ➤ Richtig, wenn Handlungen für Beliebtheit sorgen ► Falsch, wenn Handlungen Ablehnung hervorrufen ➤ Pflichtbewusstes Handeln aus Respekt vor Autorität und Ordnung Bis 16 Jahre ➤ Richtig, wenn das Verhalten sich der Ordnung/ Gesellschaft anpasst ➤ Falsch, wenn die Handlung zu Regelbruch führt ➤ Anerkennung von Rechtmaßstäben der Gesellschaft ➤ Ab 16 Jahre ► Richtig, wenn Konflikte durch Werte und Prinzipien friedlich gelöst werden können und diese akzeptiert werden Falsch, wenn Konsequenzen für andere nicht beachtet werden (Ignoranz des allgemeinen Wohlergehens) rundsate ➤ Universalisierbarkeit der ethischen Prinzipien ➤ Orientierung nach ethischen Prinzipien mit dem begründeten Anschluss universeller Gültigkeit Richtig, wenn Handlungen die Würde jedes Betroffenen berücksichtigt ➤Falsch, wenn Vereinbarungen langfristigen Schaden anrichten Eudaimonismus: Glücks- und Tugendethik nach Aristoteles (teleologisch) -Höchstes Ziel im Leben: langfristiges Glück/ Glückseligkeit und allgemeines Aufblühen -> Um Glückseligkeit zu erreichen, muss man sein Leben nach der Tugend ausrichten (tugendhaft-glückselig) -Sokrates und Platon setzen dabei die Tugend und das Wissen um das Gute gleich -> "Wer Gutes weiß, handelt auch danach" -Für Aristoteles ist jedoch der Maßstab des guten Handelns die Freiwilligkeit selbst -Tugendhaftigkeit (Selbstvertrauen, Freundlichkeit, Ehrlichkeit, Gerechtigkeit, Großzügigkeit...) erhöhen Erfolgschancen auf ein gutes Leben -Menschen = soziale Spezies -> langfristiges Glück hängt von Familie und Freunden ab -> keine eudaimonia ohne das Zutun anderer (durch das Glück anderer erlangt man Glück für sich selbst) "Das Entscheidende ist, dass Glück sich als etwas Vollendetes erweist, für sich allein Genügendes: Es ist das Endziel des uns möglichen Handelns. Das Glück wählt kein Mensch um keines weitern Zweckes willen." Die 3 Wege des glückseligen Lebens 1.) Lebensform des Genusses - Weg der Lust -Ziel: Lust, Treibbefriedigung, Genuss als höchstes Gut -Niederste Lebensform, die nur "rohe" (noch nicht ausgereifte) Menschen wählen -> Mehrzahl der Menschen 2.) Lebensform nach und für die Politik -Ziel: Tüchtigkeit und Ehre, um sich selbst davon zu überzeugen, dass man gut ist -Selbstwille und politische Betrachtung -Wird von gebildeten und energischen Menschen gewählt -> Wünschen sich Anerkennung, Bewunderung und Bestätigung 3.) Lebensform der Betrachtung und der Weisheit -Ziel: Erkenntnis -Geist und Weisheit als genussreichster Weg -Höchste Lebensform -> Am reinsten, vollkommensten und am unabhängigsten -Philosophisch (Verstand und Denken) -> Endziel jeder dieser Lebensformen ist die vollendete Glückseligkeit, die ein Leben lang andauert (erreichbar durch ein tugendhaftes Leben) -> 2 Formen von Glück (luck and happiness) -> Glückszufall (unerzwungene Gabe) und das Glücklichsein (Erfahrung/ Erlebnis) Tugend als Mitte -Tugend als "Tätigkeit der Seele" (nicht durch Wissen vermittelbar, sondern durch Tätigkeit) -Tugendhaftes Leben besteht darin, die Mitte zu finden und sie aktiv zu wählen -> In Maßen handeln, nicht übermäßig -Mitte befindet sich zwischen den zwei Schlechtigkeiten "Mangel & Übermaß" -> Die Mitte zu finden ist schwierig, aber erstrebenswert (Beispiel: Man soll weder geizig, noch verschwenderisch sein (Mitte=Großzügigkeit)) -Dinge, wie Mord, Diebstahl, Ehebruch usw. sind aber bspw. immer schlecht Utilitarismus - Die zweckorientierte Ethik (konsequentialistisch) Begründer: Jeremy Bentham & John Stuart Mill -> Entstehung als politische Ethik vor dem Hintergrund der zunehmenden Industrialisierung im 19. Jahrhundert Moralisch gut: Handlungen die Glück maximieren (und Leid minimieren); wenn die positiven Folgen die negativen überwiegen und wenn die Folgen zum größtmöglichen Nutzen führen moralische Richtigkeit durch Folgen bestimmt Folgen positiv Handlung positiv Karesequenzen- / Folgenprinzip Motivation ist untergeordnet/ Bu vernachlässigh Wohl von vielen >> Wahl des Einzelnen entscheidend ist das wohlergehen aller Betroffenen Grundprinzip Gleichberechtigung alle Einzelinteressen werden gleich gewichtet Hedonisteches Pinsip (blackprimis) Handle so, dass die Folgen deiner Handlung für das Wohlergehen aller Betroffenen optimal sind. Moralische Beurteilung anhand des ersten Gedaks maximales Glücks-/Lustempfinden Universalistisches Thinkp (Verallgemeinerungsprinsip) Handlung notelich, wenn diese Gues (Freude) fördert und Schlechtes (Leid) minimiert Streben nach allgemeinem Wohlergehen Vorteile -Nutzen für ALLE wird berücksichtigt (kein Egoismus) Folgen werden in Bezug aur Allgemeinheit betrofchiet utilitat sprins Alitzerprintip) maxxinnales Wutzen wird durch Argumente abgewagen →Maßstab für gut schlecht -Glück als Ziel der Handlung -> Streben nach Glückseligkeit -Konsequenz/ Folgen im Vordergrund (wichtiger als Intention) Nützlichkeitsprinzip (Orientierung des Guten am Nutzen, bestimmt über die Konsequenz) -Größtes Nutzen für die größtmögliche Anzahl an Menschen (Prinzip des größten Glücks für die größte Zahl) -Höhere Anzahl an Menschenleben muss gerettet werden -Allgemeines Wohlergehen der Menschen steht über individuellen Bedürfnissen -Bei einer Handlung geht es NUR um die Konsequenzen: Bestimmung des Nutzen über die Konsequenz der Handlung -Mill: Qualität der Gefühle muss beachtet werden (menschlich > tierisch; von zwei Empfindungen ist diejenige wertvoller, welche von einem Menschen vorgezogen würde, die beide bereits erfahren haben) Handlungsutilitarismus -In jeder einzelnen Situation wird der allgemeine Nutzen berechnet, ohne Rücksicht auf die Art der Handlung -Prüfen, ob eine Handlung das Allgemeinwohl fördert -Handlungsregeln = Empfehlung/ Faustregel --> Anwendung auf konkrete Handlungen (z.B. einen töten, viele retten) Regelutilitarismus -Wert einer Handlung bemisst sich an der Übereinstimmung mit Regeln (allgemeine Befolgung wirkt nutzenmaximierend) -Regeln, mit denen die Situationen (+Nützlichkeit) beurteilt werden -Größtes Nutzen wenn Regeln allgemein befolgt werden: Handlung richtig, wenn sie mit moralischer Regel übereinstimmt -Regel muss begründet sein, Beurteilung einer Handlung auf Basis der Regel --> Anwendung auf Regeln kann in bestimmten Fällen nicht zur Wahl der Handlung mit dem größten Nutzen führen Kritik -individuelles Empfinden nicht messbar/ vergleichbar -Nutzenberechnung ist undurchführbar (Nützlichkeit einer Handlung lässt sich im Voraus nicht bestimmen) -Es können menschliche Grundrechte, wie das Recht auf Eigentum, verletzt werden Maßstab Nutzen far das, was als gut erachtet wird Ethik der Autonomie (Kant 1724-1804) (deontologisch) "Die Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit." "Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen." Begründer: Immanuel Kant (1724-1804) -Aufklärung -> sich über eigene Voraussetzungen und Grundlagen seines Denkens und Handelns klar zu werden -Religion kommt gegen die Vernunft nicht an "Kritik der reinen (theoretischen) Vernunft" (1781) Die reine Vernunft umfasst nach Kant die Fähigkeit des menschlichen Denkens, Erkenntnisse ohne Rückgriff auf vorhergegangene sinnliche Erfahrung zu erlangen. Rein ist das Erkenntnisvermögen, wenn es keine bestimmte Erfahrung voraussetzt, sondern nur mit Vorstellungen arbeitet, die das Subjekt in sich selbst vorfindet oder erzeugt. -Kritisiert/weist Absolutheitsansprüche des Empirismus (sinnliche Erfahrung als Fundament aller Erkenntnis) und Rationalismus zurück -Kopernikanische Wende der Metaphysik -Erkenntnis nur aufgrund des Erscheinungsbildes der Welt, nicht, wie sie wirklich ist (unabhängig von uns selbst) -Metaphysik wird zum Bereich des Glaubens hinzugefügt und wird ersetzt durch Erkenntnistheorie -> "Die Erkenntnis richtet sich nicht nach den Gegenständen, sondern die Gegenstände nach der Erkenntnis." (Erkenntnis an subjektive Voraussetzungen gebunden (begrenzt)) -> Man kann seinen Sinnesorganen nicht trauen-> alles ist durch Vernunft erklärbar ->Der handelnde Mensch setzt sich selbst vernünftige/ moralische Gesetze -> Grund für die Würde des Menschen "Kritik der praktischen Vernunft" (1788) -Ethik basierend auf Autonomie und Willensfreiheit des Individuums (nicht auf Gott/ religiöse Autoritäten) -"Ethisches Prinzip, das unabhängig von Erfahrungen (a priori) allein auf der Grundlage von Vernunft gewonnen werden kann und immer und überall gültig ist" -Vernunft soll bestimmen, was unsere moralische Pflicht ist -Der zugrunde liegende (gute) Wille entscheidet über den moralischen Wert einer Handlung -Sittengesetz und dessen freiwillige Unterwerfung Bedeutung der Vernunft für Kant Jeder Mensch, der denkt, steht heute vor derselben Frage, die Kant zu beantworten hatte: Werden die Grenzen meiner Erkenntnis von der Erfahrung, die meine 5 Sinnesorgane machen, abgesteckt, oder sind die Grenzen der Erkenntnis in der Weite des Verstandes? (Ralf Ludwig) Vernunft: Ein durch Denken bestimmtes geistiges menschliches Vermögen zur Erkenntnis (moralische Reife durch Vernunft) Ethik: Vernünftige Selbstbestimmung (soll über eigenes moralisches Urteilen aufklären) Theoretische Vernunft Fähigkeit, Schlüsse zu ziehen, sich selbst zu prüfen/ reflektieren und unabhängig von der Erfahrung zu den Bereichen "Seele, Gott, Welt" zu gelangen. --> Erkenntnis (der Naturgesetze) Praktische Vernunft Setzen von ethischen Prinzipien, denen der Wille unterworfen wird und die so das Handeln individuell und sozial begründen und leiten --> Handeln (praktische Gesetze, wie man handeln soll -> Pflicht und Sittlichkeit statt Neigung) --> Kategorischer Imperativ als Grundgesetz Guter Wille und kategorischer Imperativ Guter Wille -Ohne Grundsätze eines guten Willens können Charaktereigenschaften sich ins Schlechte verwandeln -Manche Eigenschaften fördern den guten Willen, manche nicht -Der gute Wille hat seinen vollen Wert in sich selbst und ist durch das Wollen an sich gut (Intention/ Absicht zählt (wenn der Wille gut/ positiv ist, sind die Folgen (auch schlechte) egal - die Handlung bleibt gut) -Unterschied zwischen "aus Pflicht wahrhaft zu sein" und "aus Besorgnis der nachteiligen Folgen wahrhaft zu sein" -Abweichungen von der Pflicht = böse -Freiwillige Unterwerfung unter das Sittengesetz --> Kant hat einen ganz starken Regelkatalog --> Die Definition des Guten ist subjektiv -> Kant: Dass Menschen sich nicht ausnutzen lassen/ Mensch soll nicht Mittel zum Zweck sein, darf also nicht instrumentalisiert werden) --> Der moralische Wert einer Handlung liegt in der Handlung selbst Kategorischer Imperativ ,,Handle nur nach derjenigen Maxime (Motto/Lehre), durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde." "Handle so, dass du die Menschheit, sowohl in deiner Person als in der Person eines jeden anderen, jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst." "Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung sein könnte" -Kants Formel für das oberste gültige Sittengesetz -Befehl, an den sich alle halten sollen -> allgemeine Gesetzgebung und Widerspruchsfreiheit -Goldene Regel (Behandle andere so, wie du selbst von ihnen behandelt werden möchtest) -Kategorische Imperative gelten ohne jede Bedingung und ohne Rücksicht auf einen bestimmten Zweck -Kategorisch unbedingt, ausnahmslos, allgemein verpflichtend -Imperativ: innere Handlungsaufforderung (Nötig, da Mensch bestimmt durch Neigungen und Gefühle; Wille kann also gut und böse sein) -Überprüft Handlungsmaximen auf ihre Verallgemeinerbarkeit (Handlung passiert um ihrer selbst willen) -Prinzip: "Wer den Zweck will, der will auch das dazugehörige Mittel, diesen Zweck zu erreichen" Kritik Kants: Ausschluss von Gefühl/ Neigung oft einfach nicht möglich; Gebote Gottes vs. Autonomie Kants Moralphilosophie in 5 Schritten 1.) Alles geschieht gemäß der Naturgesetze. Menschen haben eine Vernunft und werden durch Gründe geleitet - sie haben die Freiheit, autonom zu entscheiden, was geschehen soll. 2.) Nutze den Verstand und die Handlungsfreiheit. Wähle das Gute, meide das Schlechte. 3.) Allein der gute Wille ist gut (basierend auf moralischer Pflicht). Es ist die freiwillige Selbstverpflichtung, nur das zu tun, was dem Sittengesetz entspricht. Folgen und Konsequenzen sind dabei egal und werden nicht beachtet. 4.) Mit der eigenen Vernunft wird ein Sittengesetz erstellt. Man prüft außerdem, ob eine Maxime (Handlungsvorschrift) widerspruchsfrei oder selbstaufhebend ist. 5.) Kategorischer Imperativ: Man hat die Absicht, Regeln so zu gestalten, wie sie auch als allgemeines Gesetz gelten könnten. Er dient als Prüfungsverfahren, ob eine Maxime verallgemeinerbar ist und demnach für alle gelten kann.

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Q3.1 Modelle der Ethik Definitionen - Ethik & Moral Ethik ist die Wissenschaft vom moralischen Handeln, die versucht allgemeingültige Aussagen über gutes und schlechtes Handeln zu treffen. -> Ethik muss eigenständig von Einzelnen und der Gesellschaft erarbeitet und reflektiert werden -> ethische Konzepte sind dabei kulturell und weltanschaulich geprägt -> Ethik und Religion stehen immer im direkten Zusammenhang -> "tragender religiöser Wurzelboden des Ethischen" (Nipkow) -> bei komplexen Problemen muss jeder Einzelne abwägen, welche Ansprüche nun Vorrang haben (Entscheidung zwischen Handlungsalternativen) -> Es gibt keinen klaren und "richtigen" Weg in der Ethik Teilbereiche der Ethik: Teleologische, deontologische, philosophische, religiöse-philosophische und theologische Ethik Werte sind Grundhaltungen und Leit-/Zielvorstellungen, die jedes Individuum oder die Gesellschaft als erstrebenswert anerkennen. Normen sind konkrete Handlungsvorschriften und Erwartungen, die in einer Gruppe verbindlich gelten (Orientierung für das eigene Verhalten, abgeleitet aus den Werten) Funktion von Normen: Ausgleich der Instinktschwäche der Menschen, ermöglicht Stabilisierung des menschlichen Zusammenlebens, Sicherheit in gegenseitigen Erwartungen, stabile Einstellungen/ Haltungen Moral sagt, wie wir handeln sollen und ist die Gesamtheit von ethisch-sittlichen Normen, Grundsätzen, Werten, die das zwischenmenschliche Verhalten einer Gesellschaft regulieren und von ihr als verbindlich akzeptiert werden. (System von Werten und Normen für das menschliche Verhalten bezüglich Gut und Böse/ Richtig und Falsch) Ethik denkt über die Moral grundsätzlich und gründlich nach (Reflexion der Moral). Sie befasst sich mit dem...

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"rechten" menschlichen Handeln, fragt, wie die Moral-Sollens-Sätze entstanden sind und vor allem, wie sie sich überzeugend begründen lassen. Ethik - Die Lehre vom guten Handeln -Ethik als Kompass durch die Wildnis (Richtung ist klar, jeder muss sich aber seinen eigenen "richtigen" Weg suchen) -Reflexion und Bewusstwerden/ Hinterfragen von Überzeugungen und Grundwerten -> Überprüfung von menschlichem Handeln auf seine Sittlichkeit und Bestimmung der Begriffe von Gut und Böse -Gutes, gerechtes und verantwortliches Handeln vor dem Hintergrund globaler Probleme durchaus schwieriger geworden Deontologische Ethik - Handlungsabsicht -Pflicht-/ Gesinnungsethik -> Pflichten sollen uneingeschränkt für jeden gelten -Handlungsentscheidungen erfolgen nach einer Rege/ Pflicht (z.B. Du sollst nicht töten), die bedingungslos eingehalten werden soll -Motivation = wichtiger als Konsequenz (es geht NICHT um die Konsequenzen einer Handlung) Teleologische Ethik - Konsequenzen -Verantwortungs-/Tugendethik -Entscheidungen werden nach Zweck & Ziel (Konsequenzen) abgewogen (Prüfen der Handlungsfolgen und ihr Nutzen) -Zielorientiert: Größtmögliches Nutzen für die größtmögliche zahl an Menschen gute/ Böse Taten/ Folgen werden in Kauf genommen für bestmögliches Ergebnis -glückliches Leben = höchstes Gut des menschlichen Lebens (glücklich = tugendhaft) -Grenzen: z.B. keine Verletzung der Menschenwürde -Wille/ Motivation ist gut, wenn sie in einer Pflicht begründet ist, die auf dem moralischen Gesetz des Kl beruht -Beispiel: Kants Ethik des Pflichtgedanken und des kategorischen Imperativs (Pflicht als moralisches Prinzip) -Stärke: Rechte des Einzelnen werden gesichert (z.B. Menschenwürde) -Schwäche: Umsetzbarkeit (Moralstufe 6?) "Deontologisch" ist der unbedingte Anspruch, die "Teleologisch" ist die Anwendung der Grundsätze auf konkrete Verpflichtung auf das sittlich Gute, die Grundentscheidung für Situationen. das Sittliche. -> Grundentscheidung -Stärke: beachtet Handlungsgrundlage (flexibler) -Schwäche: Schwierigkeit, sein eigenes persönliches Ziel zu erreichen -> Einzelentscheidung -> Utilitarismus --> Jesus verbindet Gesinnungs- und Verantwortungsethik (Mittel und Zweck sind beide wichtig) --> Grundsätzlich vertritt er aber die Gesinnungsethik (Gewaltverzicht, keine Rache, Nächsten- und Feindesliebe) --> In der Praxis ist Jesu Ethik keine Gesinnungsethik, da Verantwortung immer mit in Betracht gezogen wird Wertevermittlung durch verbindliche Minimalmoral? (Norbert Hoerster) -Minimalmoral: wenige, inhaltlich feststehende Normen, die allgemein akzeptiert werden -Zweck-Mittel-Rationalität -> Gewisse Rahmenbedingungen sollten trotz der Individuen allgemein akzeptiert werden -Normative Rahmenbedingungen a. Schutz des Lebens (+ ökonomische Voraussetzungen) b. Schutz der körperlichen Integrität und der Bewegungsfreiheit c. Einhaltung von Verträgen und Abmachungen d. Wahrheit der Mitteilungen e. Privateigentum an bzw. zugriff auf Konsumgüter/n -Vorteile für alle wiegen auf langer Sicht schwerer als Nachteile -Entwicklung von eigenen moralischen Sanktionsmechanismen (Lob & Bewunderung, Tadel & Verachtung durch Mitmenschen; Öffentliche Meinung; Innere Sanktionen des "schlechten Gewissens") Handlungssituation Moralische Bedeutung Welche moralischen Regeln sind anzuwenden? Welche Werte werden angesprochen? Beurteilung und Entso eidung Handlung Regel und Wertekonflikt Stufen moralischer Entwicklung nach Lawrence Kohlberg Klärungsversuch der Entwicklung des moralischen Bewusstseins (Annahme, dass die moralische Entwicklung in 6 Stufen verläuft) -Entfaltung des Moralbewusstseins besteht aus a. Erweiterung des Blickes auf soziale Zusammenhänge b. Fortschreitende Selbstständigkeit des moralischen Standpunktes c. Zunehmende Fähigkeit, moralische Begründungen auf Vernunftargumenten aufzubauen -Grundannahme: Reihenfolge des Durchlaufens bei jedem Individuum gleich (Überspringen nicht möglich); Entwicklung unabhängig von Kultur und Religion (universal gültig) -Kritik an Kohlberg: Nur eigene westliche Werte Kohlbergs als Maßstab (Mann: männliche, gerechtigkeitsorientierte Moral Frau: weibliche, fürsorgliche Moral) Ebene Vor- bzw. Präkonventionell (Handlungsfolgen) Strafe/Gehorsam Kosten/Nutzen Konventionell (Rollen) Beziehung/Erwartung/ Druck der anderen --> Moralische Aufmerksamkeit auf Kleingruppe/ Familie und Gesellschaft Soziales System Nach- bzw. Postkonventionell (Gemeinsame/ individuelle Rechte, Prinzipien) Soziale Verträge/ Recht --> Unabhängig von Gruppen und der Identifikation des Individuums mit diesen Gruppen Universelle ethische Prinzipien Orientierung 1.) Orientierung an Bestrafung (schlecht) und Belohnung/ Gehorsam (gut) > Stufe der Fremdbestimmung ➤ Ichbezogen Wie kann ich Bestrafung vermeiden? 2.) Naiv egoistisches Nützlichkeitskalkül/ Orientierung (Gut ist, Bedürfnisbefriedigung des Selbst, der anderen was auch anderen nützt) -> Eigeninteresse > Stufe des Austauschs ➤ Ich und der Andere Was Springt für mich dabei raus? 3.) Ideal des braven Jungen, des netten Mädchens > Stufe interpersoneller Beziehung ➤ Ich, Du, Gruppe (eigene Bezugsgruppe, wie Familie,...) Was halten andere von mir? 4.) Orientierung an Gesetz und Ordnung, Aufrechterhaltung von Autorität > Stufe des sozialen Systems Ich, Du, Gruppe im sozialen Verbund Wie kann Recht und Ordnung gewahrt werden? 5.) Rechtlich zugestandene Gleichwertigkeit (Wert der Handlung auf alle bezogen) > Stufe des Sozialvertrags ➤ Ich, Du und die Rechte der Gesellschaft > Handeln nach verfassungsmäßigen und demokratischen Werte und Verfahren im Sinne des allgemeinen Wohlergehens Dient eine Regel wirklich allen Mitgliedern der Gemeinschaft? Wesentliche Elemente ➤ Respekt vor Macht; Vermeidung von Sanktionen ➤ Ab 5 Jahren 6.) Ethische Prinzipien (von weniger als 5% erreicht) > Stufe universeller und übergeordneter ethischer Prinzipien (universelle und solidarische Sichtweise) Kategorischer Imperativ Verhalten nie Mittel zum Zweck, sondern Selbstzweck ➤5-12 Jahre ➤ Richtig ist, womit man einander gerecht wird ▸ Vermeidung von Konflikt und Ärger ➤ Billigung durch das persönliche Umfeld ➤ Ab 12 Jahre ➤ Richtig, wenn Handlungen für Beliebtheit sorgen ► Falsch, wenn Handlungen Ablehnung hervorrufen ➤ Pflichtbewusstes Handeln aus Respekt vor Autorität und Ordnung Bis 16 Jahre ➤ Richtig, wenn das Verhalten sich der Ordnung/ Gesellschaft anpasst ➤ Falsch, wenn die Handlung zu Regelbruch führt ➤ Anerkennung von Rechtmaßstäben der Gesellschaft ➤ Ab 16 Jahre ► Richtig, wenn Konflikte durch Werte und Prinzipien friedlich gelöst werden können und diese akzeptiert werden Falsch, wenn Konsequenzen für andere nicht beachtet werden (Ignoranz des allgemeinen Wohlergehens) rundsate ➤ Universalisierbarkeit der ethischen Prinzipien ➤ Orientierung nach ethischen Prinzipien mit dem begründeten Anschluss universeller Gültigkeit Richtig, wenn Handlungen die Würde jedes Betroffenen berücksichtigt ➤Falsch, wenn Vereinbarungen langfristigen Schaden anrichten Eudaimonismus: Glücks- und Tugendethik nach Aristoteles (teleologisch) -Höchstes Ziel im Leben: langfristiges Glück/ Glückseligkeit und allgemeines Aufblühen -> Um Glückseligkeit zu erreichen, muss man sein Leben nach der Tugend ausrichten (tugendhaft-glückselig) -Sokrates und Platon setzen dabei die Tugend und das Wissen um das Gute gleich -> "Wer Gutes weiß, handelt auch danach" -Für Aristoteles ist jedoch der Maßstab des guten Handelns die Freiwilligkeit selbst -Tugendhaftigkeit (Selbstvertrauen, Freundlichkeit, Ehrlichkeit, Gerechtigkeit, Großzügigkeit...) erhöhen Erfolgschancen auf ein gutes Leben -Menschen = soziale Spezies -> langfristiges Glück hängt von Familie und Freunden ab -> keine eudaimonia ohne das Zutun anderer (durch das Glück anderer erlangt man Glück für sich selbst) "Das Entscheidende ist, dass Glück sich als etwas Vollendetes erweist, für sich allein Genügendes: Es ist das Endziel des uns möglichen Handelns. Das Glück wählt kein Mensch um keines weitern Zweckes willen." Die 3 Wege des glückseligen Lebens 1.) Lebensform des Genusses - Weg der Lust -Ziel: Lust, Treibbefriedigung, Genuss als höchstes Gut -Niederste Lebensform, die nur "rohe" (noch nicht ausgereifte) Menschen wählen -> Mehrzahl der Menschen 2.) Lebensform nach und für die Politik -Ziel: Tüchtigkeit und Ehre, um sich selbst davon zu überzeugen, dass man gut ist -Selbstwille und politische Betrachtung -Wird von gebildeten und energischen Menschen gewählt -> Wünschen sich Anerkennung, Bewunderung und Bestätigung 3.) Lebensform der Betrachtung und der Weisheit -Ziel: Erkenntnis -Geist und Weisheit als genussreichster Weg -Höchste Lebensform -> Am reinsten, vollkommensten und am unabhängigsten -Philosophisch (Verstand und Denken) -> Endziel jeder dieser Lebensformen ist die vollendete Glückseligkeit, die ein Leben lang andauert (erreichbar durch ein tugendhaftes Leben) -> 2 Formen von Glück (luck and happiness) -> Glückszufall (unerzwungene Gabe) und das Glücklichsein (Erfahrung/ Erlebnis) Tugend als Mitte -Tugend als "Tätigkeit der Seele" (nicht durch Wissen vermittelbar, sondern durch Tätigkeit) -Tugendhaftes Leben besteht darin, die Mitte zu finden und sie aktiv zu wählen -> In Maßen handeln, nicht übermäßig -Mitte befindet sich zwischen den zwei Schlechtigkeiten "Mangel & Übermaß" -> Die Mitte zu finden ist schwierig, aber erstrebenswert (Beispiel: Man soll weder geizig, noch verschwenderisch sein (Mitte=Großzügigkeit)) -Dinge, wie Mord, Diebstahl, Ehebruch usw. sind aber bspw. immer schlecht Utilitarismus - Die zweckorientierte Ethik (konsequentialistisch) Begründer: Jeremy Bentham & John Stuart Mill -> Entstehung als politische Ethik vor dem Hintergrund der zunehmenden Industrialisierung im 19. Jahrhundert Moralisch gut: Handlungen die Glück maximieren (und Leid minimieren); wenn die positiven Folgen die negativen überwiegen und wenn die Folgen zum größtmöglichen Nutzen führen moralische Richtigkeit durch Folgen bestimmt Folgen positiv Handlung positiv Karesequenzen- / Folgenprinzip Motivation ist untergeordnet/ Bu vernachlässigh Wohl von vielen >> Wahl des Einzelnen entscheidend ist das wohlergehen aller Betroffenen Grundprinzip Gleichberechtigung alle Einzelinteressen werden gleich gewichtet Hedonisteches Pinsip (blackprimis) Handle so, dass die Folgen deiner Handlung für das Wohlergehen aller Betroffenen optimal sind. Moralische Beurteilung anhand des ersten Gedaks maximales Glücks-/Lustempfinden Universalistisches Thinkp (Verallgemeinerungsprinsip) Handlung notelich, wenn diese Gues (Freude) fördert und Schlechtes (Leid) minimiert Streben nach allgemeinem Wohlergehen Vorteile -Nutzen für ALLE wird berücksichtigt (kein Egoismus) Folgen werden in Bezug aur Allgemeinheit betrofchiet utilitat sprins Alitzerprintip) maxxinnales Wutzen wird durch Argumente abgewagen →Maßstab für gut schlecht -Glück als Ziel der Handlung -> Streben nach Glückseligkeit -Konsequenz/ Folgen im Vordergrund (wichtiger als Intention) Nützlichkeitsprinzip (Orientierung des Guten am Nutzen, bestimmt über die Konsequenz) -Größtes Nutzen für die größtmögliche Anzahl an Menschen (Prinzip des größten Glücks für die größte Zahl) -Höhere Anzahl an Menschenleben muss gerettet werden -Allgemeines Wohlergehen der Menschen steht über individuellen Bedürfnissen -Bei einer Handlung geht es NUR um die Konsequenzen: Bestimmung des Nutzen über die Konsequenz der Handlung -Mill: Qualität der Gefühle muss beachtet werden (menschlich > tierisch; von zwei Empfindungen ist diejenige wertvoller, welche von einem Menschen vorgezogen würde, die beide bereits erfahren haben) Handlungsutilitarismus -In jeder einzelnen Situation wird der allgemeine Nutzen berechnet, ohne Rücksicht auf die Art der Handlung -Prüfen, ob eine Handlung das Allgemeinwohl fördert -Handlungsregeln = Empfehlung/ Faustregel --> Anwendung auf konkrete Handlungen (z.B. einen töten, viele retten) Regelutilitarismus -Wert einer Handlung bemisst sich an der Übereinstimmung mit Regeln (allgemeine Befolgung wirkt nutzenmaximierend) -Regeln, mit denen die Situationen (+Nützlichkeit) beurteilt werden -Größtes Nutzen wenn Regeln allgemein befolgt werden: Handlung richtig, wenn sie mit moralischer Regel übereinstimmt -Regel muss begründet sein, Beurteilung einer Handlung auf Basis der Regel --> Anwendung auf Regeln kann in bestimmten Fällen nicht zur Wahl der Handlung mit dem größten Nutzen führen Kritik -individuelles Empfinden nicht messbar/ vergleichbar -Nutzenberechnung ist undurchführbar (Nützlichkeit einer Handlung lässt sich im Voraus nicht bestimmen) -Es können menschliche Grundrechte, wie das Recht auf Eigentum, verletzt werden Maßstab Nutzen far das, was als gut erachtet wird Ethik der Autonomie (Kant 1724-1804) (deontologisch) "Die Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit." "Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen." Begründer: Immanuel Kant (1724-1804) -Aufklärung -> sich über eigene Voraussetzungen und Grundlagen seines Denkens und Handelns klar zu werden -Religion kommt gegen die Vernunft nicht an "Kritik der reinen (theoretischen) Vernunft" (1781) Die reine Vernunft umfasst nach Kant die Fähigkeit des menschlichen Denkens, Erkenntnisse ohne Rückgriff auf vorhergegangene sinnliche Erfahrung zu erlangen. Rein ist das Erkenntnisvermögen, wenn es keine bestimmte Erfahrung voraussetzt, sondern nur mit Vorstellungen arbeitet, die das Subjekt in sich selbst vorfindet oder erzeugt. -Kritisiert/weist Absolutheitsansprüche des Empirismus (sinnliche Erfahrung als Fundament aller Erkenntnis) und Rationalismus zurück -Kopernikanische Wende der Metaphysik -Erkenntnis nur aufgrund des Erscheinungsbildes der Welt, nicht, wie sie wirklich ist (unabhängig von uns selbst) -Metaphysik wird zum Bereich des Glaubens hinzugefügt und wird ersetzt durch Erkenntnistheorie -> "Die Erkenntnis richtet sich nicht nach den Gegenständen, sondern die Gegenstände nach der Erkenntnis." (Erkenntnis an subjektive Voraussetzungen gebunden (begrenzt)) -> Man kann seinen Sinnesorganen nicht trauen-> alles ist durch Vernunft erklärbar ->Der handelnde Mensch setzt sich selbst vernünftige/ moralische Gesetze -> Grund für die Würde des Menschen "Kritik der praktischen Vernunft" (1788) -Ethik basierend auf Autonomie und Willensfreiheit des Individuums (nicht auf Gott/ religiöse Autoritäten) -"Ethisches Prinzip, das unabhängig von Erfahrungen (a priori) allein auf der Grundlage von Vernunft gewonnen werden kann und immer und überall gültig ist" -Vernunft soll bestimmen, was unsere moralische Pflicht ist -Der zugrunde liegende (gute) Wille entscheidet über den moralischen Wert einer Handlung -Sittengesetz und dessen freiwillige Unterwerfung Bedeutung der Vernunft für Kant Jeder Mensch, der denkt, steht heute vor derselben Frage, die Kant zu beantworten hatte: Werden die Grenzen meiner Erkenntnis von der Erfahrung, die meine 5 Sinnesorgane machen, abgesteckt, oder sind die Grenzen der Erkenntnis in der Weite des Verstandes? (Ralf Ludwig) Vernunft: Ein durch Denken bestimmtes geistiges menschliches Vermögen zur Erkenntnis (moralische Reife durch Vernunft) Ethik: Vernünftige Selbstbestimmung (soll über eigenes moralisches Urteilen aufklären) Theoretische Vernunft Fähigkeit, Schlüsse zu ziehen, sich selbst zu prüfen/ reflektieren und unabhängig von der Erfahrung zu den Bereichen "Seele, Gott, Welt" zu gelangen. --> Erkenntnis (der Naturgesetze) Praktische Vernunft Setzen von ethischen Prinzipien, denen der Wille unterworfen wird und die so das Handeln individuell und sozial begründen und leiten --> Handeln (praktische Gesetze, wie man handeln soll -> Pflicht und Sittlichkeit statt Neigung) --> Kategorischer Imperativ als Grundgesetz Guter Wille und kategorischer Imperativ Guter Wille -Ohne Grundsätze eines guten Willens können Charaktereigenschaften sich ins Schlechte verwandeln -Manche Eigenschaften fördern den guten Willen, manche nicht -Der gute Wille hat seinen vollen Wert in sich selbst und ist durch das Wollen an sich gut (Intention/ Absicht zählt (wenn der Wille gut/ positiv ist, sind die Folgen (auch schlechte) egal - die Handlung bleibt gut) -Unterschied zwischen "aus Pflicht wahrhaft zu sein" und "aus Besorgnis der nachteiligen Folgen wahrhaft zu sein" -Abweichungen von der Pflicht = böse -Freiwillige Unterwerfung unter das Sittengesetz --> Kant hat einen ganz starken Regelkatalog --> Die Definition des Guten ist subjektiv -> Kant: Dass Menschen sich nicht ausnutzen lassen/ Mensch soll nicht Mittel zum Zweck sein, darf also nicht instrumentalisiert werden) --> Der moralische Wert einer Handlung liegt in der Handlung selbst Kategorischer Imperativ ,,Handle nur nach derjenigen Maxime (Motto/Lehre), durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde." "Handle so, dass du die Menschheit, sowohl in deiner Person als in der Person eines jeden anderen, jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst." "Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung sein könnte" -Kants Formel für das oberste gültige Sittengesetz -Befehl, an den sich alle halten sollen -> allgemeine Gesetzgebung und Widerspruchsfreiheit -Goldene Regel (Behandle andere so, wie du selbst von ihnen behandelt werden möchtest) -Kategorische Imperative gelten ohne jede Bedingung und ohne Rücksicht auf einen bestimmten Zweck -Kategorisch unbedingt, ausnahmslos, allgemein verpflichtend -Imperativ: innere Handlungsaufforderung (Nötig, da Mensch bestimmt durch Neigungen und Gefühle; Wille kann also gut und böse sein) -Überprüft Handlungsmaximen auf ihre Verallgemeinerbarkeit (Handlung passiert um ihrer selbst willen) -Prinzip: "Wer den Zweck will, der will auch das dazugehörige Mittel, diesen Zweck zu erreichen" Kritik Kants: Ausschluss von Gefühl/ Neigung oft einfach nicht möglich; Gebote Gottes vs. Autonomie Kants Moralphilosophie in 5 Schritten 1.) Alles geschieht gemäß der Naturgesetze. Menschen haben eine Vernunft und werden durch Gründe geleitet - sie haben die Freiheit, autonom zu entscheiden, was geschehen soll. 2.) Nutze den Verstand und die Handlungsfreiheit. Wähle das Gute, meide das Schlechte. 3.) Allein der gute Wille ist gut (basierend auf moralischer Pflicht). Es ist die freiwillige Selbstverpflichtung, nur das zu tun, was dem Sittengesetz entspricht. Folgen und Konsequenzen sind dabei egal und werden nicht beachtet. 4.) Mit der eigenen Vernunft wird ein Sittengesetz erstellt. Man prüft außerdem, ob eine Maxime (Handlungsvorschrift) widerspruchsfrei oder selbstaufhebend ist. 5.) Kategorischer Imperativ: Man hat die Absicht, Regeln so zu gestalten, wie sie auch als allgemeines Gesetz gelten könnten. Er dient als Prüfungsverfahren, ob eine Maxime verallgemeinerbar ist und demnach für alle gelten kann.