Formen des Utilitarismus
Der Utilitarismus lässt sich in verschiedene Unterformen gliedern, die jeweils spezifische Aspekte der Theorie betonen:
Handlungsutilitarismus
Der Handlungsutilitarismus bewertet einzelne Handlungen direkt nach ihren Konsequenzen. Er ist:
- Zielorientiert
- Ergebnisbezogen
- Situationsspezifisch
Die zentrale Frage lautet hier: Wann ist das Glück oder Wohlsein aller von der Handlung betroffenen Personen am größten?
Regelutilitarismus
Im Gegensatz dazu beurteilt der Regelutilitarismus Handlungen danach, ob sie auf moralischen Regeln beruhen. Hier wird geprüft:
- Was wäre, wenn alle Individuen in dieser Situation immer so handeln würden?
- Welche Regeln würden bei allgemeiner Befolgung den größten Nutzen stiften?
Example: Ein Regelutilitarist würde argumentieren, dass Lügen generell falsch ist, weil eine Gesellschaft, in der jeder lügt, nicht funktionieren würde, auch wenn eine einzelne Lüge in einer spezifischen Situation nützlich sein könnte.
Präferenzutilitarismus
Der Präferenzutilitarismus erweitert den klassischen Ansatz:
- Der Begriff "Glück" wird durch das Konzept der Präferenz ersetzt.
- Er bezieht sich auf das eigentliche Interesse einer Person.
- Das Prinzip der Nutzenmaximierung wird auf alle Lebewesen ausgeweitet.
- Der Schmerzvermeidungs- und Überlebenswille von Tieren wird miteinbezogen.
Definition: Im Präferenzutilitarismus gilt eine Handlung als moralisch gut, wenn ihre Auswirkungen mit den Präferenzen der Betroffenen übereinstimmen.
Diese verschiedenen Formen des Utilitarismus zeigen die Vielfalt und Anpassungsfähigkeit dieser ethischen Theorie an unterschiedliche moralische Fragestellungen.











