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Freud/Erikson

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Pädagogik LK Q1
1. Klausur
Freud /Erikson
Gesamtschule
30.09.2020
Aufgabenstellung:
1. Formulieren Sie den Hauptgedanken d

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Klausur

Psychosoziales Entwicklungsmodell nach Erikson psychosexuelles Entwicklungsmodell nach Freud Note: 2- mit Erwartungshorizont

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15 10 20 25 30 5 Pädagogik LK Q1 1. Klausur Freud /Erikson Gesamtschule 30.09.2020 Aufgabenstellung: 1. Formulieren Sie den Hauptgedanken des Textes und geben Sie den Inhalt des Textes strukturiert wieder. (18 Punkte) 2. Analysiere Sie die Hauptaussagen des Textes mithilfe des psychosozialen Entwick- (32 Punkte) lungsmodells nach Erikson. 3. Der Pädagoge Theodor Litt stellte bereits 1927 die grundsätzliche Frage an die Er- ziehung: ,,Führung oder Wachsenlassen?" Erörtern Sie auf der Basis Ihrer Kenntnisse zur psychosexuellen und psychosozialen Entwicklung von Kindern diese Frage und nehmen Sie dabei auch kritisch Stellung zu dem im Text skizzierten Elternverhalten. (30 Punkte) - Rebecca Krieger: ,,Verwöhnen, wie viel ist gut für Kinder?" Jonathan (4) ist ein Wunschkind. Viele Jahre hatte seine Mutter vergeblich auf ihn gewartet. Als Jonathan sich dann ankündigte, stand für Marlies Sommer (38) sofort fest: Von nun an würde sie nur noch für ihr Kind da sein. Wenn andere Frauen gemütlich am Rand des Spiel- platzes auf der Bank sitzen, hockt Jonathans Mutter auf der Sandkastenkante, backt mit ihm Kuchen, greift ein, wenn er in Konflikte gerät. Ihre Karriere als Pharma-Referentin ist längst kein Thema mehr. Jonathan wird sie schließlich noch lange brauchen. Am Klettergerüst steht sie hinter ihm: ,,Halt dich fest! Pass auf!". Dass er versucht, auf Bäume zu klettern, sieht sie nicht so gerne: ,,Lieber nicht Jonathan! Das kann schief gehen." Ansonsten aber liest Marlies Sommer ihrem kleinen Prinzen jeden...

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Wunsch von den Augen ab: Sein Kinderzimmer ist ein Spielzeug-Paradies. Und wenn er Freunde zu Besuch hat, wird seine Mutter zu Animateurin: backt Kekse, baut die Brio-Eisenbahn auf, holt das Kinder Memory. Jonathan soll es an nichts fehlen. Vor allem nicht an Mutterliebe. Liebe ist zweifelsohne das Wertvollste, was Eltern ihren Kindern schenken können. Je inten- siver Vater und Mutter sich mit ihrem Nachwuchs beschäftigen, desto reichhaltiger und diffe- renzierter kann sich seine Gefühlswelt entwickeln. Bindung und Wärme schaffen Urvertrauen im Kind. ,,Doch gerade die Intensität dieser Verbindung", warnt die Celler Familientherapeu- tin Kristin von Kleist, ,,macht es nicht immer leicht, das rechte Augenmaß zu behalten." Erziehungsexperten sind sich einig, dass man Kinder grundsätzlich nicht genug Zuwendung und Zärtlichkeit schenken kann. Streicheln, schmusen, kuscheln, sich angenommen und ge- borgen fühlen - darauf sollte kein Kind verzichten müssen. Liebe ist das Fundament, auf dem das kindliche Emotionsgerüst erbaut wird aber nur, solange Eltern ihre Zuneigung nicht übertreiben. Liebe sollte nicht zur Fußfessel werden, die Tochter oder Sohn am Weiterkom- men hindert. ,,Zu große Zuwendung kann auch ersticken." sagt Kristin von Kleist. ,,Überbe- hütung beginnt immer dort, wo ein Kind davon abgehalten wird, altersgemäße Erfahrungen machen zu dürfen. Manchmal schießen Eltern im Bemühen, nur das Beste für ihr Kind zu tun, einfach über das Ziel hinaus." Die Versuchung, seinen Kindern alle Enttäuschungen, Probleme und Gefahren dieser Welt ersparen zu wollen, ist zweifelsohne groß. Auch das Bestreben, sie zu verwöhnen und gele- gentlich auf einen imaginären Thron zu setzen, scheint in den elterlichen Genen verankert zu sein. Insbesondere Mütter sind versucht, ihre Kinder in einem Schonraum aufwachsen zu lassen. Die Hamburger Diplom Psychologin Dr. Angelika Faas hat erfahren: ,,Kinder eigene 1 35 40 65 70 45 50 55 60 Wege gehen zu lassen macht, Müttern nicht selten ein schlechtes Gewissen. Dass es vielen Müttern schwer fällt, ihre Töchter und Söhne von der Leine zu lassen, hat aber noch einen anderen Grund. Dr Faas: ,,Was wir lieben, wollen wir festhalten." Jeder Schritt eines Kindes in die Selbstständigkeit ist auch ein Schritt weg von der Mutter, die sich weniger gebraucht fühlt. Unterbewusst fürchtet sie den Kontaktverlust und spürt, dass mit zunehmender Eigenständigkeit die emotionale Nabelschnur durchtrennt wird. Vor allem Frauen, die sich ganz der Erziehung ihrer Kinder verschrieben haben, fällt das Loslas- sen schwer. Aber auch Mütter, die im Berufsleben stehen, sind nicht davor gefeit. Häufig kompensieren sie ihr schlechtes Gewissen, nicht permanent für Tochter oder Sohn zur Verfügung stehen zu können, mit übertriebener Fürsorge. ,,Überbemutterte und verplante Kinder sind genauso arm dran wie vernachlässigte Kinder", sagt der Hamburger Erziehungswissenschaftler Prof. Struck. ,,Alles, was man in der Erzie- hung unter- oder überdosiert, schafft Probleme." Jungen und Mädchen, die erleben, wie ihre Eltern bei jedem Unbehagen, jedem Problem, jeder Unbequemlichkeit ihre Fittiche ausbrei- ten, lernen nicht, sich selbst zu spüren, ihre Gefühle und Grenzen wahrzunehmen. Kinder müssen ihre eigenen Erfahrungen machen: vom Drei-Meter-Brett springen, obwohl der unten wartenden Mutter das Herz in die Hose rutscht. Auf Bäume klettern. Alleine ein- kaufen gehen. Woanders übernachten. Sie müssen selbst herausfinden dürfen, dass man sich an Scheren schneidet, an Streichhölzern die Finger verbrennen kann und manche Freunde sich als falsche entpuppen können. ,,Das behütete Leben auf Nummer sicher führt zu einer geradezu dramatischen Instinktlosig- keit", warnt Dr. Angelika Faas. Wer nicht gelernt hat, auf eigenen Beinen zu stehen, gerät später unweigerlich ins Stolpern. Damit Selbstvertrauen wachsen kann, muss ein Kind seine Kräfte erproben können. ,,Es ist wichtig, dass Kinder spüren: Meine Eltern glauben an meine Fähigkeiten", sagt die Psychologin. ,,Nur auf diese Weise werden sie so selbstbewusst, sich im späteren Leben zu- rechtzufinden." Wer sich in seiner Erziehung zu wenig mutig zeigt, Schonräume aufbaut, Tochter oder Sohn alles abnimmt, riskiert, dass sein Kind schwach wird, weil es nicht gelernt hat, die eigenen Grenzen auszuloten. Angst ist ansteckend wie ein Grippevirus und hinterlässt nicht selten Spätfolgen: mangelndes Selbstbewusstsein und Bindungsängste. Die Realität ist eben kein 24 Stunden-Bullerbü. Damit müssen Kinder umgehen lernen. Was schicksalhaft in den Schoß fällt, versetzt nur kurzfristig in Hochstimmung. Zu dieser Erkenntnis erlangten Glücksforscher wie der Oxford-Professor Michael Argyle. Je größer die Herausforderung, desto glücklicher ist man, so das Ergebnis seiner Untersu- chung. Und zahlreiche Studien belegen: Die Unzufriedenheit bei Kindern wächst, je weniger die Eltern von ihnen verlangen und je mehr sie sie in Watte packen. Zu große Nähe wirkt entwicklungshemmend. Kristin von Kleist: ,,Wenn Eltern ständig für ihr Kind zurückstecken, fordern sie dafür unbewusst eine Gegenleistung. Loslassen zu können ist auch deshalb so wichtig, weil es Tochter oder Sohn aus der Pflicht befreit, seine Eltern glück- lich machen zu müssen. Kein Mensch schuldet einem anderen ein sinnvolles Leben. Liebe darf nicht zum Eigentumsanspruch werden. Daran sollten Väter und Mütter immer denken." Rebecca Krieger, In: Für Sie 2/2000 2 1. Pädagogikklausur Aufgabe 1. 4 Der Text "Verwöhnen, wie viel ist gut für Kinder?", ver- fasst von Rebecca Krieger, wurde 2000 in Für Sie veröffentlicht und handelt Erziehung und von Cuswirkungen auf das Kind bei zu viel oder zu wenig Zuneigung. Der Hauptgedanke des Textes ist, dass Eltern von müssen und sollen eigene Erfahrungen machen. Im Text erläutert die Autorin I der Zeitschrift • Z.; R ihren Kindem nicht/helfen/ St für die Zukunft, wenn sie zu überfürsorglich sind, ge- nauso, wenn sie garnicht für das Kind da sind. Kinder 30.09.2020 ZR CAB das Problem einer Mutter, Sicht die Mutter das Problem ? die ihr Kind mit Zuneigung überschüttet. Die Mutter von Jonathan lässt ihn nirgends alleine und passt immer auf ibn auf. Genauso liest sie ihm jeden Wunsch von den Augen ab. Im allgemeinen R legt die Autorin dar, dass es viele Mütter und auch Väter gibt, die zu viel für ihre Kinder da sind. Durch das viele Einschreiten nehmen sie den Kindem die Möglichkeit, selbst her- aus zu finden, wo ihre Grenzen sind. Genauso führt dieses Verhalten bei den Kinder zu einer dramatischen Instinktionslosigkeit Deswegen sollten Eltern loslassen können, da es wichtig für die Entwicklung ist und große Herausforderungen glücklicher machen. Liebe sollte nicht zu einem Eigentumsanspruch werden, damit Kinder sich nicht schuldig machen müssen, Z beziehungsweise schuldig [sich fühlen müssen. Aufgabe 2. 4. Im folgendem Text werde. ich die Hauptaussage des Textes "Verwöhnen, wie viel ist gut für Kinder" mithilfe des psychosozialen Ent- wicklungsmodells nach Erik H. Erikson analysieren. Vor- her werde ich die genannte Theorie darstellen. Das psychosoziale Entwick- lungsmodell wurde von Erik H. Erikson und seiner Frau entworfen. Dieses Modell hat acht verschiedene Stufen. die man durchlaufen muss. In jeder Stufe mass eine bestimmte Krise bewältigt erden. Wenn diese be- waltigt ist, kann die nächste bewältigt werden. Dement. sprechend hängen alle Stufen zusammen und man kann keine überspringen. Dies be- sagt auch das sogenannte epignetische Prinzip. Jedoch sollte man dazu sagen, dass Krisen bei Erikson in keiner Hinsicht negativ 6. 6₂

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Liebe ist das Fundament, auf dem das kindliche Emotionsgerüst erbaut wird aber nur, solange Eltern ihre Zuneigung nicht übertreiben. Liebe sollte nicht zur Fußfessel werden, die Tochter oder Sohn am Weiterkom- men hindert. ,,Zu große Zuwendung kann auch ersticken." sagt Kristin von Kleist. ,,Überbe- hütung beginnt immer dort, wo ein Kind davon abgehalten wird, altersgemäße Erfahrungen machen zu dürfen. Manchmal schießen Eltern im Bemühen, nur das Beste für ihr Kind zu tun, einfach über das Ziel hinaus." Die Versuchung, seinen Kindern alle Enttäuschungen, Probleme und Gefahren dieser Welt ersparen zu wollen, ist zweifelsohne groß. Auch das Bestreben, sie zu verwöhnen und gele- gentlich auf einen imaginären Thron zu setzen, scheint in den elterlichen Genen verankert zu sein. Insbesondere Mütter sind versucht, ihre Kinder in einem Schonraum aufwachsen zu lassen. Die Hamburger Diplom Psychologin Dr. Angelika Faas hat erfahren: ,,Kinder eigene 1 35 40 65 70 45 50 55 60 Wege gehen zu lassen macht, Müttern nicht selten ein schlechtes Gewissen. Dass es vielen Müttern schwer fällt, ihre Töchter und Söhne von der Leine zu lassen, hat aber noch einen anderen Grund. Dr Faas: ,,Was wir lieben, wollen wir festhalten." Jeder Schritt eines Kindes in die Selbstständigkeit ist auch ein Schritt weg von der Mutter, die sich weniger gebraucht fühlt. Unterbewusst fürchtet sie den Kontaktverlust und spürt, dass mit zunehmender Eigenständigkeit die emotionale Nabelschnur durchtrennt wird. Vor allem Frauen, die sich ganz der Erziehung ihrer Kinder verschrieben haben, fällt das Loslas- sen schwer. Aber auch Mütter, die im Berufsleben stehen, sind nicht davor gefeit. Häufig kompensieren sie ihr schlechtes Gewissen, nicht permanent für Tochter oder Sohn zur Verfügung stehen zu können, mit übertriebener Fürsorge. ,,Überbemutterte und verplante Kinder sind genauso arm dran wie vernachlässigte Kinder", sagt der Hamburger Erziehungswissenschaftler Prof. Struck. ,,Alles, was man in der Erzie- hung unter- oder überdosiert, schafft Probleme." Jungen und Mädchen, die erleben, wie ihre Eltern bei jedem Unbehagen, jedem Problem, jeder Unbequemlichkeit ihre Fittiche ausbrei- ten, lernen nicht, sich selbst zu spüren, ihre Gefühle und Grenzen wahrzunehmen. Kinder müssen ihre eigenen Erfahrungen machen: vom Drei-Meter-Brett springen, obwohl der unten wartenden Mutter das Herz in die Hose rutscht. Auf Bäume klettern. Alleine ein- kaufen gehen. Woanders übernachten. Sie müssen selbst herausfinden dürfen, dass man sich an Scheren schneidet, an Streichhölzern die Finger verbrennen kann und manche Freunde sich als falsche entpuppen können. ,,Das behütete Leben auf Nummer sicher führt zu einer geradezu dramatischen Instinktlosig- keit", warnt Dr. Angelika Faas. Wer nicht gelernt hat, auf eigenen Beinen zu stehen, gerät später unweigerlich ins Stolpern. Damit Selbstvertrauen wachsen kann, muss ein Kind seine Kräfte erproben können. ,,Es ist wichtig, dass Kinder spüren: Meine Eltern glauben an meine Fähigkeiten", sagt die Psychologin. ,,Nur auf diese Weise werden sie so selbstbewusst, sich im späteren Leben zu- rechtzufinden." Wer sich in seiner Erziehung zu wenig mutig zeigt, Schonräume aufbaut, Tochter oder Sohn alles abnimmt, riskiert, dass sein Kind schwach wird, weil es nicht gelernt hat, die eigenen Grenzen auszuloten. Angst ist ansteckend wie ein Grippevirus und hinterlässt nicht selten Spätfolgen: mangelndes Selbstbewusstsein und Bindungsängste. Die Realität ist eben kein 24 Stunden-Bullerbü. Damit müssen Kinder umgehen lernen. Was schicksalhaft in den Schoß fällt, versetzt nur kurzfristig in Hochstimmung. Zu dieser Erkenntnis erlangten Glücksforscher wie der Oxford-Professor Michael Argyle. Je größer die Herausforderung, desto glücklicher ist man, so das Ergebnis seiner Untersu- chung. Und zahlreiche Studien belegen: Die Unzufriedenheit bei Kindern wächst, je weniger die Eltern von ihnen verlangen und je mehr sie sie in Watte packen. Zu große Nähe wirkt entwicklungshemmend. Kristin von Kleist: ,,Wenn Eltern ständig für ihr Kind zurückstecken, fordern sie dafür unbewusst eine Gegenleistung. Loslassen zu können ist auch deshalb so wichtig, weil es Tochter oder Sohn aus der Pflicht befreit, seine Eltern glück- lich machen zu müssen. Kein Mensch schuldet einem anderen ein sinnvolles Leben. Liebe darf nicht zum Eigentumsanspruch werden. Daran sollten Väter und Mütter immer denken." Rebecca Krieger, In: Für Sie 2/2000 2 1. Pädagogikklausur Aufgabe 1. 4 Der Text "Verwöhnen, wie viel ist gut für Kinder?", ver- fasst von Rebecca Krieger, wurde 2000 in Für Sie veröffentlicht und handelt Erziehung und von Cuswirkungen auf das Kind bei zu viel oder zu wenig Zuneigung. Der Hauptgedanke des Textes ist, dass Eltern von müssen und sollen eigene Erfahrungen machen. Im Text erläutert die Autorin I der Zeitschrift • Z.; R ihren Kindem nicht/helfen/ St für die Zukunft, wenn sie zu überfürsorglich sind, ge- nauso, wenn sie garnicht für das Kind da sind. Kinder 30.09.2020 ZR CAB das Problem einer Mutter, Sicht die Mutter das Problem ? die ihr Kind mit Zuneigung überschüttet. Die Mutter von Jonathan lässt ihn nirgends alleine und passt immer auf ibn auf. Genauso liest sie ihm jeden Wunsch von den Augen ab. Im allgemeinen R legt die Autorin dar, dass es viele Mütter und auch Väter gibt, die zu viel für ihre Kinder da sind. Durch das viele Einschreiten nehmen sie den Kindem die Möglichkeit, selbst her- aus zu finden, wo ihre Grenzen sind. Genauso führt dieses Verhalten bei den Kinder zu einer dramatischen Instinktionslosigkeit Deswegen sollten Eltern loslassen können, da es wichtig für die Entwicklung ist und große Herausforderungen glücklicher machen. Liebe sollte nicht zu einem Eigentumsanspruch werden, damit Kinder sich nicht schuldig machen müssen, Z beziehungsweise schuldig [sich fühlen müssen. Aufgabe 2. 4. Im folgendem Text werde. ich die Hauptaussage des Textes "Verwöhnen, wie viel ist gut für Kinder" mithilfe des psychosozialen Ent- wicklungsmodells nach Erik H. Erikson analysieren. Vor- her werde ich die genannte Theorie darstellen. Das psychosoziale Entwick- lungsmodell wurde von Erik H. Erikson und seiner Frau entworfen. Dieses Modell hat acht verschiedene Stufen. die man durchlaufen muss. In jeder Stufe mass eine bestimmte Krise bewältigt erden. Wenn diese be- waltigt ist, kann die nächste bewältigt werden. Dement. sprechend hängen alle Stufen zusammen und man kann keine überspringen. Dies be- sagt auch das sogenannte epignetische Prinzip. Jedoch sollte man dazu sagen, dass Krisen bei Erikson in keiner Hinsicht negativ 6. 6₂