Dirigierende Effekte bei der elektrophilen Substitution
Die elektrophile aromatische Substitution wird stark von bereits vorhandenen Substituenten beeinflusst. Diese Substituenten bestimmen durch ihre elektronischen Effekte, an welcher Position ein weiteres Elektrophil angreift.
Substituenten mit +M-Effekt (wie NH₂, OH, Cl, Br, I) erhöhen die Elektronendichte im Ring und fördern die Zweitsubstitution in ortho- und para-Position. Gruppen mit -M-Effekt (NO₂, COOH, CHO) verringern die Elektronendichte und lenken in meta-Position.
Die Stabilität des σ-Komplexes wird durch mesomere Grenzstrukturen bestimmt: Je mehr Grenzstrukturen möglich sind, desto stabiler ist der Komplex. Ein Beispiel ist Anilin, das durch den +M-Effekt der NH₂-Gruppe mehrere Grenzstrukturen bilden kann.
💡 Merke: Substituenten mit +I-Effekt (wie -CH₃) erhöhen die Elektronendichte im gesamten Molekül, während solche mit -I-Effekt (wie F) sie verringern.