Salpetersäure und das Ostwald-Verfahren
Salpetersäure (HNO₃) ist die bekannteste und stabilste Sauerstoffsäure des Stickstoffs. Ihr Name leitet sich vom Chilesalpeter (NaNO₃) ab, aus dem sie bis zum 1. Weltkrieg mit konzentrierter Schwefelsäure hergestellt wurde.
Seit 1908 wird Salpetersäure industriell nach dem Ostwald-Verfahren hergestellt, das aus drei wichtigen Schritten besteht:
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Erster Schritt: Ammoniak (NH₃) reagiert mit Sauerstoff (O₂) bei 600-700°C an einem Platin-Rhodium-Katalysator zu Wasser und Stickstoffmonoxid.
- Reaktionsgleichung: 4 NH₃ + 5 O₂ → 4 NO + 6 H₂O
- Das Gasgemisch darf den Katalysator nur kurz berühren, sonst zerfällt das NO wieder
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Zweiter Schritt: Bei unter 50°C oxidiert das Stickstoffmonoxid weiter zu Stickstoffdioxid.
- Reaktionsgleichung: 2 NO + O₂ → 2 NO₂
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Dritter Schritt: In Rieseltürmen reagiert NO₂ mit Wasser zu Salpetersäure.
- Reaktionsgleichung: 4 NO₂ + 2 H₂O + O₂ → 4 HNO₃
- Als Zwischenprodukt entsteht dabei auch Salpetrige Säure (HNO₂)
Wichtige Reaktion: Bei der Herstellung von Salpetersäure nach dem Ostwald-Verfahren ist eine unerwünschte Nebenreaktion die Oxidation von Ammoniak zu elementarem Stickstoff: 4 NH₃ + 3 O₂ → 2 N₂ + 6 H₂O. Diese läuft auch ohne Katalysator ab und verringert die Ausbeute.
Eigenschaften der Salpetersäure:
- In reinem Zustand ist sie farblos
- Löst die meisten Metalle auf
- Bei Lichteinfall zersetzt sie sich unter Bildung von braunem Stickstoffdioxid, was zu gelber bis roter Färbung führt
Merke: Die Salpetersäure-Herstellung im Labor kann über verschiedene Methoden erfolgen, jedoch ist das Ostwald-Verfahren mit seinem Platin-Katalysator die wichtigste industrielle Methode.



