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Analyse Faust - Straße II

Analyse Faust - Straße II

 ANALYSE - FAUST
STRABE II
Die weltberühmte Tragödie ,,Faust. Der Tragödie erster Teil",wurde von Johann Wolfgang
von Goethe - über einen la

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ANALYSE - FAUST STRABE II Die weltberühmte Tragödie ,,Faust. Der Tragödie erster Teil",wurde von Johann Wolfgang von Goethe - über einen langen Zeitraum hinweg (1770-1831) und mit einigen Unterbrechungen - verfasst. Aus diesem Grund lässt sich das Werk auch nicht speziell einer Epoche zuordnen. Es enthält Elemente verschiedenster Literaturepochen, wie der Klassik, dem Sturm und Drang und der Romantik. Die Szene ,,Straße II,, problematisiert erstmals die sich aufstauenden Lügen, die sich in den Folgenden Auszügen noch mal um ein vielfaches verschlimmern werden und außerdem wird in dieser Schlüsselszene der Auftakt für die ,,Gretchen-Tragödie" vorgestellt. Das Werk handelt von dem Gelehrten Heinrich Faust, welcher alle irdischen und überirdischen Vorgänge zu verstehen und zu begreifen bestrebt. Er ist verzweifelt von der Beschränktheit des Menschen und findet deshalb keine Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens. Er lässt sich daraufhin auf eine Wette mit Mephisto ein, dem er als Gewinn, falls Mephisto es schaffen sollte, Fausts Lebensglück zurückbringen, seine Seele verspricht. Diese beiden Sehnsüchte - göttliche Erkenntnis und ein sinnlich erfülltes Leben - stehen aber in einem solchen Gegensatz zueinander, dass es ihn zu zerreißen droht, Faust in eine Existenzkrise gerät und sich letzten Endes sogar selber umbringen möchte. Noch zu Beginn des Werkes werden die zwei gegensätzlichen Menschenbilder des Teufels, Mephistopheles und des Herrn in der Szene ,,Prolog...

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des Himmels,, vorgestellt. Der Herr ist hierbei der Auffassung, dass sich ein guter Mensch des rechten Weges wohl bewusst ist. Im Leben gerät der Mensch zwar auf Irrwege, findet aber im richtigen Moment immer auf den Weg zu Gott zurück. Mephisto hingegen hat ein sehr negativ geprägtes Menschenbild und ist der Ansicht, dass er in der Lage sei, jeden Menschen vom rechten weg abkommen zu lassen. Kurz darauf besucht Mephisto Faust und schlägt ihm einen Teufelspakt vor, bei welchen Mephisto Faust so lange dienen soll, bis Faust nur für einen einzigen Moment wirklich glücklich und erfüllt ist. Denn dann will Faust im selben Moment sterben und Mephistos Diener im Jenseits werden. Um Mephistos Wette zu verwirklichen, versucht Mephisto Faust anfangs mit Hilfe von Alkohol, etwas Vergnügen und Spaß dem wahren Glück näher zu bringen. Da Mephisto der Meinung ist, dass auch Faust, wie jeder andere Mensch, hauptsächlich von den eigenen Bedürfnissen geführt wird und deshalb sein Verhalt eher animalisch und von verschieden Treiben gesteuert wird, versucht er erstmal diese Möglichkeit. Nachdem er jedoch realisiert, dass einzig der Spaß und etwas Alkohol nicht der richtige Weg sind, versucht er es in der Szene der Hexenküche, in welcher Faust auf Mephistos Anregung hin einen Verjüngungstrank nimmt. Dieser lässt Faust einerseits deutlich jünger und attraktiver erscheinen, andererseits steigert der Trank Faust Lust und lässt ihn Helena, das damalige Schönheitsideal, in jeder Frau erkennen, die er sieht. Wenig später begegnet Faust dem jungen Gretchen und veranlasst damit den ersten Schritt in Richtung der letztendlichen Gretchen-Tragödie. Diese wird angeleitet durch das erste Geschenk, welches Faust seiner Geliebten unbedingt schenken möchte, eine Kette. Nach einigen Komplikationen und Misserfolgen, fand Mephisto einen perfekten Weg um die zwei Wetten zu gewinnen und Faust gleichzeitig Gretchen näher zu bringen. Dieser Weg war die Nachbarin Martha, welche auch noch nach Jahren auf den Todesschein ihres Mannes wartete und für Mephisto die Funktion der Kupplerin hat, die Gretchen und Faust zusammenbringen soll. Im Anschluss an diesen Vorfall folgt nun die zu analysierende Szene - „Straße II”. Diese Szene ist ein Dialog zwischen Mephistopheles und Faust, in welcher jener versucht Faust dazu zu überreden ein falsches Zeugnis über den Tod des Ehemanns von Martha, abzulegen. Faust hingegen ist gegen das Lügen, doch Mephisto erinnert ihn, dass er bereits gelogen hat und auch in Zukunft noch öfters lügen wird. Letztlich lässt sich Faust von Mephisto beeinflussen um für ihn zu lügen, was Mephisto nur noch näher an sein Ziel bringt - Faust vom richtigen Weg abzubringen. Im Folgenden möchte ich diese Szene unter besonderer Berücksichtigung der Beziehung zwischen Faust und Mephisto, des Gesprächsverhaltens sowie der sprachlichen Gestaltung des Dialogs analysieren. Anhand der vielen Ellipsen in Form von drei Fragen: ,,Wie ist's? Will's fördern? Will's bald gehen?" (Z. 3025), bemerkt man schon zu Beginn die Nervosität und Vorfreude Fausts. Er kann es nämlich nicht mehr erwarten bis er seine Geliebte wieder sieht, was wiederum auf die immer rasanter steigende Ungeduld hinauslaufen kann. Des weiteren wird auch deutlich, dass Faust auf Mephistos Hilfe bezüglich eines Treffens mit Gretchen angewiesen ist, da er selbst keine Erfahrung mit Frauen hat und auch nicht mal die Möglichkeit hätte Gretchen, ohne Mephistos Hilfe, kennen zu lernen. Da Mephisto genau weiß, dass Faust auf ihn angewiesen ist, ist er nicht nur sehr erfreut über seine Ungeduld und gleichzeitig seine Triebgesteuertheit: ,,Ah bravo! Finde ich euch in Feuer?" (Z. 3026), sondern nutzt den Moment der Schwäche auch noch für seine eigenen Bedürfnisse und Ziele aus. Er stellt Faust eine Forderung, welche ihm selbst den größten Vorteil bringt: ,,Doch wird auch was von uns begehrt. [...] Wir legen nur ein gültig Zeugnis nieder, dass ihres Eheherrn ausgereckte Glieder in Padua an heil'ger Stätte ruhe." (Z. 3032-3036). Hierbei kann man eindeutig sehen, dass Mephisto diese Lüge nutzt, um näher an sein eigenes Ziel zu kommen - da er ständig die beiden Wetten im Hinterkopf behält. Da die Worte ,,gültig Zeugnis” in diesem Zusammenhang als Paradox angesehen werden können, denn ,,gültig,, ist das Zeugnis ganz eindeutig nicht. Anfangs bekommt man noch das Gefühl, dass Faust versucht ein ehrlicher und aufrichtiger Mensch zu sein,,Sehr klug! Wir werden erst die Reise machen müssen!” (Z.3036) und ,,Wenn er nichts Besseres hat, so ist der Plan zerrissen" (3039) und möchte Marthe nicht anlügen, dennoch wurde er innerhalb von wenigen Argumenten vom Gegenteil überzeugt. Zum Beispiel in Zeile 3041 ,,Ist es das erste Mal in Eurem Leben, Dass Ihr falsch Zeugnis abgelegt?" Denn er selbst hat oftmals gelogen, was Mephisto nun gegen ihn verwendet. Zu Beginn nennt er eine Gegebenheit aus dem 1. Kapitel ,,Nacht,, in der Faust meinte, nicht zu wissen, ,, was die Welt im Innersten zusammenhält” dennoch seinen Studenten versucht genau diese Frage zu beantworten. Somit schlussfolgert Mephisto, dass Faust jedes Mal seine Studenten anlügt, indem er ihnen etwas vorspielt. Dieses und einige weitere Argumente nennt Mephisto, um Faust auf seine Seite zu holen und sein momentanes Ziel zu erfüllen. Durch das ständige Hin und Her der Gefühle und Argumente, ist Faust so stark verwirrt, dass er sich selbst nicht mehr konkret ausdrücken und seine Gefühle für Gretchen gar nicht mehr strukturiert in Worte fassen kann. (,,Wenn ich empfinde, für das Gefühl, für das Gefühl Nach Namen suche, keinen finde" Z.3061 ff.) Aus diesem Grund gesteht er sich kurz darauf selbst, dass er doch von seinen Trieben geleitet wird. Dies kann man in den Zeilen 3066 nachlesen (,,diese Glut, von der ich brenne"). Die rhetorische Frage Fausts ,,Ist das ein teuflisches Lügenspiel?" wird im Anschluss ausgesagt. Diese Äußerung stellte nicht nur die Lügen dar, welche Faust ausnutzt, nur um eine Nacht mit Gretchen verbringen zu können und dabei seine Triebe zu befriedigen, sondern es ist gleichzeitig eine ziemlich prägnante Zusammenfassung des gesamten Werkes und dessen Verlauf der Gretchentragödie. Bezüglich des Redeanteils in der Szene ,,Straße II,, kann man sagen, dass Mephisto eindeutig die Führung Fausts übernimmt. Jener ist sich nicht nur seiner Absicht aber auch seines Ziels bewusst. Der Dialog wandelt sich von einer Anfangs freudigen Mitteilung zu einer Art Streit - oder sogar Verhörgespräch, bei welchem Mephisto Faust durchgehend ausfragt. Wie zum Beispiel in Zeile 3053 ,,Und alle Seeelenlieb ihr schwören?" Oder in Zeile 3058 ,,Wird das auch so von Herzen gehn?" Wenn man sich intensiver mit den dargestellten Reimen befasst, lässt sicher interpretieren, dass die anfangs vorgestellten Paarreime, in Zusammenhang mit der Verabredung der zwei Paare (Faust und Gretchen/Mephisto und Marthe) bringen könnte und im Folgenden Abschnitt könnten dann die dreier Reime, also ,,abgelegt" ,,bewegt" und ,,regt" für die Dreiecks-Beziehung zwischen Faust, Gretchen und Mephisto stehen. (-> ist nur eine Idee von mir, ist wahrscheinlich falsch, könnte aber VIELLEICHT stimmen, macht ja irgendwie Sinn). Des weiteren würde ich gerne auf die Aussage Mephistos in Zeile 3037 eingehen (Sancta Simplicitas!) Dieser lateinische Ausruf, kann wortwörtlich mit den Worten ,,heilige Einfalt,, übersetzt werden. Was wiederum in eine Art eines Ausrufs des Unwillens angesichts einer von einem törichten Menschen begangenen Dummheit interpretiert werden könnte. Was abermals dafür spricht, dass es sich an dieser Stelle des Textes um einen Ausruf des Unwillens bzw. Erstaunens über Fausts Einfalt und Naivität handelt. Dies kann zurückgeführt werden auf das bevorstehende Treffen der beiden verliebten und die anschließende Liebesnacht, welche dann der letzte Auftakt für die Gretchen Tragödie ist aber im momentanen Kontext könnte es auch auf die Dummheit und vielleicht sogar Ehrlichkeit Fausts zurückgeführt werden. Denn Mephisto ist fest davon überzeugt, dass der einzige richtige Weg um seine Wetten zu gewinnen, das Anlügen der Nachbarin wäre, sogar diese behauptet von sich selbst, dass ihr das Leben ihres Mannes egal sei und nur der Totenschein eine Bedeutung für sie hätte. Die sogenannte Goethezeit gilt als eine der bedeutendsten Phasen der deutschen Geistesgeschichte und Literatur. Diese Zeit prägt nämlich das Denken und Handeln vieler Menschen, weswegen sie auch noch bis heute zu den wichtigsten Geschehnissen der Deutschen Geschichte zählt. Des weiteren könnte man Parallelen zwischen dem Werk Goethes und der damaligen Kindesmörderin Susanna Margarethe Brandt aufstellen, welche ihn bei seinem schaffen beeinflusst haben könnte. Auch die vielen Merkmale der verschiedenen Epochen in welchen das Werk entstanden ist, kann man im weltberühmten Werk wiederfinden. Zum Beispiel der ewige Drang Fausts, die grenzen seiner wissenschaftlichen Studien zu überschreiten und gleichzeitig nach göttlicher Erkenntnis zu suchen, deutet auf ein eindeutiges Merkmal der Epoche Sturm und Drang hin. Zurückführend auf die von mir anfangs aufgestellte Hypothese, bin ich nach reichlicher Analyse, der angegeben Szene, zum folgenden Ergebnis gekommen. Wie schon zuvor gesagt, ist die Szene - ,,Straße II,, - der letzte Auftakt für die bevorstehende Tragödie. Jede darauffolgende Szene verdeutlich nur noch ein weiteres Mal das teuflische Lügenspiel Mephistos, welcher aus den beiden Wetten als Sieger hervorgehen will und Fausts Seele für sich gewinnen möchte. Zusammengefasst möchte ich deshalb ein weiteres Mal unterstreichen dass ich meine Hypothese nur verifizieren kann unter der Grundlage aller vorhin genannten Argumente und Beispiele. Grundsätzlich ist daher zu interpretieren, dass Goethe in dieser Szenen noch ein weiteres Mal die fatalen Folgen der verschiedenen Eigenschaften, der beiden Hauptdarsteller, unterstreichen wollte und dem Leser zu verstehen geben wollte, dass ein ewiges Streben nach dem Lebenssinn letztendlich keinen Erfolg verspricht. Abschließend kann man deshalb darlegen, dass diese Szene eine tragende Rolle im gesamten Werk darstellt und gleichzeitig den Höhepunkt zwischen dem letzten Fünkchen Gutem und dem immer größer werdenden Bösen hat.

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Da Mephisto der Meinung ist, dass auch Faust, wie jeder andere Mensch, hauptsächlich von den eigenen Bedürfnissen geführt wird und deshalb sein Verhalt eher animalisch und von verschieden Treiben gesteuert wird, versucht er erstmal diese Möglichkeit. Nachdem er jedoch realisiert, dass einzig der Spaß und etwas Alkohol nicht der richtige Weg sind, versucht er es in der Szene der Hexenküche, in welcher Faust auf Mephistos Anregung hin einen Verjüngungstrank nimmt. Dieser lässt Faust einerseits deutlich jünger und attraktiver erscheinen, andererseits steigert der Trank Faust Lust und lässt ihn Helena, das damalige Schönheitsideal, in jeder Frau erkennen, die er sieht. Wenig später begegnet Faust dem jungen Gretchen und veranlasst damit den ersten Schritt in Richtung der letztendlichen Gretchen-Tragödie. Diese wird angeleitet durch das erste Geschenk, welches Faust seiner Geliebten unbedingt schenken möchte, eine Kette. Nach einigen Komplikationen und Misserfolgen, fand Mephisto einen perfekten Weg um die zwei Wetten zu gewinnen und Faust gleichzeitig Gretchen näher zu bringen. Dieser Weg war die Nachbarin Martha, welche auch noch nach Jahren auf den Todesschein ihres Mannes wartete und für Mephisto die Funktion der Kupplerin hat, die Gretchen und Faust zusammenbringen soll. Im Anschluss an diesen Vorfall folgt nun die zu analysierende Szene - „Straße II”. Diese Szene ist ein Dialog zwischen Mephistopheles und Faust, in welcher jener versucht Faust dazu zu überreden ein falsches Zeugnis über den Tod des Ehemanns von Martha, abzulegen. Faust hingegen ist gegen das Lügen, doch Mephisto erinnert ihn, dass er bereits gelogen hat und auch in Zukunft noch öfters lügen wird. Letztlich lässt sich Faust von Mephisto beeinflussen um für ihn zu lügen, was Mephisto nur noch näher an sein Ziel bringt - Faust vom richtigen Weg abzubringen. Im Folgenden möchte ich diese Szene unter besonderer Berücksichtigung der Beziehung zwischen Faust und Mephisto, des Gesprächsverhaltens sowie der sprachlichen Gestaltung des Dialogs analysieren. Anhand der vielen Ellipsen in Form von drei Fragen: ,,Wie ist's? Will's fördern? Will's bald gehen?" (Z. 3025), bemerkt man schon zu Beginn die Nervosität und Vorfreude Fausts. Er kann es nämlich nicht mehr erwarten bis er seine Geliebte wieder sieht, was wiederum auf die immer rasanter steigende Ungeduld hinauslaufen kann. Des weiteren wird auch deutlich, dass Faust auf Mephistos Hilfe bezüglich eines Treffens mit Gretchen angewiesen ist, da er selbst keine Erfahrung mit Frauen hat und auch nicht mal die Möglichkeit hätte Gretchen, ohne Mephistos Hilfe, kennen zu lernen. Da Mephisto genau weiß, dass Faust auf ihn angewiesen ist, ist er nicht nur sehr erfreut über seine Ungeduld und gleichzeitig seine Triebgesteuertheit: ,,Ah bravo! Finde ich euch in Feuer?" (Z. 3026), sondern nutzt den Moment der Schwäche auch noch für seine eigenen Bedürfnisse und Ziele aus. Er stellt Faust eine Forderung, welche ihm selbst den größten Vorteil bringt: ,,Doch wird auch was von uns begehrt. [...] Wir legen nur ein gültig Zeugnis nieder, dass ihres Eheherrn ausgereckte Glieder in Padua an heil'ger Stätte ruhe." (Z. 3032-3036). Hierbei kann man eindeutig sehen, dass Mephisto diese Lüge nutzt, um näher an sein eigenes Ziel zu kommen - da er ständig die beiden Wetten im Hinterkopf behält. Da die Worte ,,gültig Zeugnis” in diesem Zusammenhang als Paradox angesehen werden können, denn ,,gültig,, ist das Zeugnis ganz eindeutig nicht. Anfangs bekommt man noch das Gefühl, dass Faust versucht ein ehrlicher und aufrichtiger Mensch zu sein,,Sehr klug! Wir werden erst die Reise machen müssen!” (Z.3036) und ,,Wenn er nichts Besseres hat, so ist der Plan zerrissen" (3039) und möchte Marthe nicht anlügen, dennoch wurde er innerhalb von wenigen Argumenten vom Gegenteil überzeugt. Zum Beispiel in Zeile 3041 ,,Ist es das erste Mal in Eurem Leben, Dass Ihr falsch Zeugnis abgelegt?" Denn er selbst hat oftmals gelogen, was Mephisto nun gegen ihn verwendet. Zu Beginn nennt er eine Gegebenheit aus dem 1. Kapitel ,,Nacht,, in der Faust meinte, nicht zu wissen, ,, was die Welt im Innersten zusammenhält” dennoch seinen Studenten versucht genau diese Frage zu beantworten. Somit schlussfolgert Mephisto, dass Faust jedes Mal seine Studenten anlügt, indem er ihnen etwas vorspielt. Dieses und einige weitere Argumente nennt Mephisto, um Faust auf seine Seite zu holen und sein momentanes Ziel zu erfüllen. Durch das ständige Hin und Her der Gefühle und Argumente, ist Faust so stark verwirrt, dass er sich selbst nicht mehr konkret ausdrücken und seine Gefühle für Gretchen gar nicht mehr strukturiert in Worte fassen kann. (,,Wenn ich empfinde, für das Gefühl, für das Gefühl Nach Namen suche, keinen finde" Z.3061 ff.) Aus diesem Grund gesteht er sich kurz darauf selbst, dass er doch von seinen Trieben geleitet wird. Dies kann man in den Zeilen 3066 nachlesen (,,diese Glut, von der ich brenne"). Die rhetorische Frage Fausts ,,Ist das ein teuflisches Lügenspiel?" wird im Anschluss ausgesagt. Diese Äußerung stellte nicht nur die Lügen dar, welche Faust ausnutzt, nur um eine Nacht mit Gretchen verbringen zu können und dabei seine Triebe zu befriedigen, sondern es ist gleichzeitig eine ziemlich prägnante Zusammenfassung des gesamten Werkes und dessen Verlauf der Gretchentragödie. Bezüglich des Redeanteils in der Szene ,,Straße II,, kann man sagen, dass Mephisto eindeutig die Führung Fausts übernimmt. Jener ist sich nicht nur seiner Absicht aber auch seines Ziels bewusst. Der Dialog wandelt sich von einer Anfangs freudigen Mitteilung zu einer Art Streit - oder sogar Verhörgespräch, bei welchem Mephisto Faust durchgehend ausfragt. Wie zum Beispiel in Zeile 3053 ,,Und alle Seeelenlieb ihr schwören?" Oder in Zeile 3058 ,,Wird das auch so von Herzen gehn?" Wenn man sich intensiver mit den dargestellten Reimen befasst, lässt sicher interpretieren, dass die anfangs vorgestellten Paarreime, in Zusammenhang mit der Verabredung der zwei Paare (Faust und Gretchen/Mephisto und Marthe) bringen könnte und im Folgenden Abschnitt könnten dann die dreier Reime, also ,,abgelegt" ,,bewegt" und ,,regt" für die Dreiecks-Beziehung zwischen Faust, Gretchen und Mephisto stehen. (-> ist nur eine Idee von mir, ist wahrscheinlich falsch, könnte aber VIELLEICHT stimmen, macht ja irgendwie Sinn). Des weiteren würde ich gerne auf die Aussage Mephistos in Zeile 3037 eingehen (Sancta Simplicitas!) Dieser lateinische Ausruf, kann wortwörtlich mit den Worten ,,heilige Einfalt,, übersetzt werden. Was wiederum in eine Art eines Ausrufs des Unwillens angesichts einer von einem törichten Menschen begangenen Dummheit interpretiert werden könnte. Was abermals dafür spricht, dass es sich an dieser Stelle des Textes um einen Ausruf des Unwillens bzw. Erstaunens über Fausts Einfalt und Naivität handelt. Dies kann zurückgeführt werden auf das bevorstehende Treffen der beiden verliebten und die anschließende Liebesnacht, welche dann der letzte Auftakt für die Gretchen Tragödie ist aber im momentanen Kontext könnte es auch auf die Dummheit und vielleicht sogar Ehrlichkeit Fausts zurückgeführt werden. Denn Mephisto ist fest davon überzeugt, dass der einzige richtige Weg um seine Wetten zu gewinnen, das Anlügen der Nachbarin wäre, sogar diese behauptet von sich selbst, dass ihr das Leben ihres Mannes egal sei und nur der Totenschein eine Bedeutung für sie hätte. Die sogenannte Goethezeit gilt als eine der bedeutendsten Phasen der deutschen Geistesgeschichte und Literatur. Diese Zeit prägt nämlich das Denken und Handeln vieler Menschen, weswegen sie auch noch bis heute zu den wichtigsten Geschehnissen der Deutschen Geschichte zählt. Des weiteren könnte man Parallelen zwischen dem Werk Goethes und der damaligen Kindesmörderin Susanna Margarethe Brandt aufstellen, welche ihn bei seinem schaffen beeinflusst haben könnte. Auch die vielen Merkmale der verschiedenen Epochen in welchen das Werk entstanden ist, kann man im weltberühmten Werk wiederfinden. 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Grundsätzlich ist daher zu interpretieren, dass Goethe in dieser Szenen noch ein weiteres Mal die fatalen Folgen der verschiedenen Eigenschaften, der beiden Hauptdarsteller, unterstreichen wollte und dem Leser zu verstehen geben wollte, dass ein ewiges Streben nach dem Lebenssinn letztendlich keinen Erfolg verspricht. Abschließend kann man deshalb darlegen, dass diese Szene eine tragende Rolle im gesamten Werk darstellt und gleichzeitig den Höhepunkt zwischen dem letzten Fünkchen Gutem und dem immer größer werdenden Bösen hat.