Bernhards politisches Engagement und Rechtsauffassung
In "Landnahme" wird Bernhard Habers komplexe Beziehung zur Politik und Gesellschaft der DDR deutlich. Er engagiert sich in verschiedenen Bereichen, was seine Anpassungsfähigkeit, aber auch seine ambivalente Haltung zum System zeigt.
Bernhard wird Mitglied der Agitatoren, einer Gruppe, die Bauern zum Eintritt in die Genossenschaft drängt. Er scheint von der Richtigkeit dieser Aktion überzeugt zu sein, was seine Bereitschaft zur Anpassung an das System verdeutlicht. Gleichzeitig wird er als "ein ganz Überzeugter[...], ein Parteifunktionär" beschrieben, was seine scheinbare Loyalität zum Regime unterstreicht.
Example: Bernhards Mitgliedschaft im "Kegelklub der Aufrechten", einem "heimlichen Unternehmerverband von Guldenberg", zeigt seine Verbindung zur lokalen Wirtschaftselite.
Seine Rechtsauffassung ist von dem Prinzip "Gleiches mit Gleichem zu vergelten" geprägt. Dies wird besonders deutlich, als er den Tod seines Hundes Tinz rächt. Bernhard neigt dazu, Probleme selbst in die Hand zu nehmen, anstatt auf offizielle Instanzen zu vertrauen.
Quote: "Der es getan, soll es bezahlen" (S. 337)
Diese Einstellung spiegelt sich auch in seinen geschäftlichen Aktivitäten wider. Er umgeht die staatliche Aufsicht und folgt dem Motto "jeder was er kriegen kann", was seine pragmatische und teils opportunistische Haltung zeigt.
Highlight: Bernhards komplexe Rechtsauffassung und sein politisches Engagement verdeutlichen die Grauzonen des Lebens in der DDR.






