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Beziehung der Figuren - Agnes

Beziehung der Figuren - Agnes

 Die Beziehung zwischen Agnes und dem Ich-Erzähler
Voraussetzungen von Agnes:
- gescheiterte Beziehung zu Herbert ,,Ich glaube ich war ein b

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11/12/13

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Analyse der Beziehung von Agnes und dem Erzähler (Roman "Agnes" von Peter Stamm) Mit abschließendem Urteil

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Die Beziehung zwischen Agnes und dem Ich-Erzähler Voraussetzungen von Agnes: - gescheiterte Beziehung zu Herbert ,,Ich glaube ich war ein bisschen verliebt [...]“ (S.41) - schlechtes Verhältnis zu ihren Eltern, vor allem zu ihrem Vater ,,Ich glaube, er hätte weniger geweint, wenn ich gestorben wäre." (S.33) - kaum soziale Kontakte „Sie hatte kaum Freundinnen, nur drei Streicherinnen ..." (S. 20); „Ich bin kein sehr sozialer Mensch." (S. 20); „Als Kind waren die Figuren der Bücher meine besten Freunde [...] meine einzigen Freunde eigentlich.“ (S. 119) Voraussetzungen vom Erzähler: - gescheiterte Beziehung zu mehreren Frauen - er sieht Gefühle und Beziehungen als Bedrohung an ,,Ein paarmal hatte ich mich verliebt in ein Gesicht, aber ich hatte gelernt, solchen Gefühlen auszuweichen, bevor sie zur Bedrohung wurden.“ (S. 15) - Er wird als egoistisch bezeichnet. ,,Vielleicht war es das, was meine Freundinnen Egoismus genannt hatten." (S. 110) - keine sozialen Kontakte ,,Ich kannte kaum jemanden in der Stadt. Niemanden um genau zu sein." (S. 14) Rolle in der Beziehung - Agnes: Wichtig zu wissen ist, dass alles was wir über Agnes wissen vom Erzähler verfasst wurde. Die Angaben sind also subjektiv und müssen nicht zu hundert Prozent der Wahrheit entsprechen. Agnes ist sehr jung und noch nicht wirklich erfahren was Beziehungen angeht. Sie ist mit einem deutlich älteren Mann zusammen. ,,Ich könnte...

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fast dein Vater sein." (S. 26) Das lustige an dieser Aussage ist, dass Agnes die Beziehung mit einem älteren Mann eingeht, weil sie Probleme mit ihrem Vater hat und offensichtlich Anerkennung sucht. Rolle in der Beziehung - Ich-Erzähler: Der Erzähler ist der ältere in der Beziehung. Er hat mehr Erfahrungen in Bezug auf Beziehungen als Agnes, allerdings ist er noch unfähiger als sie, was das Sozialleben angeht. Er ist der Ansicht Gefühle sind gefährlich, trotzdem ist er eher der, der die Beziehung „leitet“. Aussage: ,,Wir sind asymmetrisch.“ Der Erzähler und Agnes sind grundlegend verschieden. Agnes trifft mit ihrer Aussage sie seien asymmetrisch genau ins Schwarze. Sie ist allerdings der Ansicht das die Welt aufgrund von Asymmetrien funktioniert. Das ist im Fall der beiden nicht der Fall. Gerade weil sie so verschieden sind ist die Beziehung zum Scheitern veranlagt. Der Erzähler ist doppelt so alt wie Agnes (S. 26) und aus der Schweiz. Agnes ist 25 Jahre alt (S. 20) und kommt aus den USA. „Sie sei in Chicago aufgewachsen." (S. 25) Agnes liebt ihre Arbeit und steigert sich sehr hinein. „Ich hatte Agnes noch nie mit so viel Begeisterung reden hören.“ (S. 45) Der Erzähler hingegen ist eher unmotiviert und lässt sich leicht von der Arbeit ablenken, insgesamt ist er in Bezug auf die Arbeit nicht zielstrebig. „Ohne große Lust suchte ich noch immer Material für mein Eisenbahnbuch zusammen." (S. 67) Agnes ist sehr ernst für ihr Alter ,,Wenn wir diskutierten, lag in allem, was Agnes sagte, ein seltsamer Ernst, ihre Ansichten waren streng." (S. 21), wohingegen dem Erzähler teilweise der Ernst fehlt ,,[...] kam es mir plötzlich lächerlich vor, in meinem Alter noch solche Ideen zu haben." (S. 30) Ein wichtiger Punkt ist, das Agnes Spuren hinterlassen will. Sie will mehr als alles andere das man sich an sie erinnert. Zum Teil erreicht sie das durch ihre Arbeit. ,,Ich mag den Gedanken, dass alle, die sich irgendwann mit den Symmetrien der Symmetriegruppen befassen, auf meinen Namen stoßen werden." (S. 31) Der Erzähler sieht das komplett anders. Er „möchte keine Spuren hinterlassen." (S. 28) Agnes ist ein sehr ängstlicher Mensch. „Er machte ihr Angst, wie die Fenster, die man nicht öffnen kann, wie das nächtliche Summen der Klimaanlage, wie Fensterputzer, die eines Nachmittags in der Gondel vor unserem Fenster schwebten." (S. 12) Der Erzähler hingegen kann Angst irgendwie nicht nachvollziehen. Agnes sagte ihm sie möge Fahrstühle nicht und er sagt „Ich finde sei äußerst praktisch." (S. 49) Agnes ist ordnungsliebend, beziehungsweise hat sie eine Zwangsstörung in Bezug auf Ordnung. Der Erzähler ist nicht wirklich ordentlich und es scheint ihn auch nicht sonderlich zu stören. Trotzdem hat der Erzähler ein großes Kontrollbedürfnis. ,,Ich habe es nie geschafft, meine Stoffe zu beherrschen." (S. 30); ,,Jetzt war Agnes mein Geschöpf." (S. 62) Als letzten und auch wichtigsten Punkt sehe ich die grundsätzliche emotionale Verschiedenheit der beiden. Agnes ist der empfindsam und tiefgründig. Der Erzähler ist das genaue Gegenteil davon. Er ist oberflächlich und schert sich weder um seine eigenen Gefühle, noch um die, anderer Personen. ,,Ich dachte nicht an Agnes, während ich mit Louise zusammen war, und es ging mir gut." (S. 107) Das Scheitern der Beziehung Trotz der Gemeinsamkeiten die sie haben (introvertiert, wenige soziale Kontakte) sind die Unterschiede der beiden einfach zu groß. Vor allem der Kontrollwahn des Erzählers verhindert die Beziehung. ,,Ich ging alles noch einmal durch und ersetzte das Ende durch den Schluss 2, der sich, wie ich merkte, schon am Anfang abgezeichnet hatte. Er war der einzig mögliche, der einzig wahre Schluss." (S. 119) Außerdem fehlt in der Beziehung die Kommunikation teilweise gänzlich. „Immer sagst du wir müssen reden, aber du redest nie." (S. 90) Der Erzähler bricht Diskussionen ab, lässt Fragen offen und unbeantwortet. „Doch“, sagte Agnes. „Komm“, sagte ich „gehen wir zurück ins Bett." (S. 28) Außerdem versteht der Erzähler weder Gestik noch Mimik und ihr Blick, dessen Sprache ich nicht verstand." (S. 53) Agnes wird nach der Krise wortkarg und wendet sich ab. „Im Bett wandte sich Agnes oft von mir ab..." (S. 120) Beide sind kommunikationsunfähig und beziehungs- bzw. bindungsunfähig. Die Kälte kann als Zeichen für das Scheitern der Beziehung gedeutet werden. Zu Beginn der Beziehung war es kalt. „Es war kalt, als wir uns kennenlernten.“ (S.9) Am Ende der Geschichte im Buch erfriert Agnes. Beide leiden und es geht ihnen schlecht. ,,Obwohl sie dicht beim Feuer saß, fror Agnes." (S. 73) Die Kälte ist das Symbol für Agnes innere Leere und Einsamkeit und der Erfrierungstod ist die Folge der Gefühlskälte des Ich-Erzählers. Des Weiteren haben auch beide unterschiedliche Lebenskonzepte. Agnes arbeitet zielstrebig und übernimmt Verantwortung zum Beispiel für ihr Kind. „Ich brauche auch kein Kind. Aber ich bekomme eins." (S. 90) Der Erzähler hat nur eine vage Vorstellung von seinem weiteren Leben. „Ich könnte auch bleiben. Oder du könntest mit zu mir kommen.“ (S. 124) Außerdem hat er ein starkes Freiheitsbedürfnis. „... hatte ich nur das Gefühl, ohne sie frei zu sein." (S. 110) Das Freiheitsbedürfnis und das mangelnde Verantwortungsbedürfnis des Erzählers verhindern die Beziehung. Urteil So oder so ist die Beziehung der beiden zum Scheitern verurteilt. In der Liebe geht es darum zu Lernen mit dem anderen umzugehen und zu geben und zu nehmen. Man muss Achtung vor seinem Partner haben und ihm oder ihr Freiheit geben, darf sie also nicht beherrschen beziehungsweise beherrschen wollen. Ich bin der Ansicht, dass diese Beziehung nicht zu retten ist. Die Liebe ist unreif und egal wie sehr sich jemand temporär verändert, so sehr ist er trotzdem noch der alte. Menschen können sich niemals von Grund auf ändern und nur dadurch hätte diese Beziehung eine Chance. Dadurch, dass der Erzähler von Anfang an keine Gefühle zulassen will und Freiheit über Glück stellt (,,Und Freiheit war mir immer wichtiger als Glück." S. 110) kann die Beziehung einfach nicht gesund und reif geführt werden. Der Erzähler versucht Agnes mit der Geschichte im Roman zu manipulieren und ist oberflächlich. Selbst als er eine gewisse Abhängigkeit von ihr entwickelt ist diese rein körperlich und nicht emotional. Er flüchtet nach der Trennung zu Louise seiner Affäre. Betrug ist außerdem auch ein Kriterium für eine Trennung. Auch wenn Agnes nach der Krise mit der Schwangerschaft zurückkommt und bereit ist ihre Unabhängigkeit, die ihr so wichtig ist, für ihn aufzugeben ist die Beziehung nicht möglich. Ich sehe keine Hoffnung für diese Beziehung.

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fast dein Vater sein." (S. 26) Das lustige an dieser Aussage ist, dass Agnes die Beziehung mit einem älteren Mann eingeht, weil sie Probleme mit ihrem Vater hat und offensichtlich Anerkennung sucht. Rolle in der Beziehung - Ich-Erzähler: Der Erzähler ist der ältere in der Beziehung. Er hat mehr Erfahrungen in Bezug auf Beziehungen als Agnes, allerdings ist er noch unfähiger als sie, was das Sozialleben angeht. Er ist der Ansicht Gefühle sind gefährlich, trotzdem ist er eher der, der die Beziehung „leitet“. Aussage: ,,Wir sind asymmetrisch.“ Der Erzähler und Agnes sind grundlegend verschieden. Agnes trifft mit ihrer Aussage sie seien asymmetrisch genau ins Schwarze. Sie ist allerdings der Ansicht das die Welt aufgrund von Asymmetrien funktioniert. Das ist im Fall der beiden nicht der Fall. Gerade weil sie so verschieden sind ist die Beziehung zum Scheitern veranlagt. Der Erzähler ist doppelt so alt wie Agnes (S. 26) und aus der Schweiz. Agnes ist 25 Jahre alt (S. 20) und kommt aus den USA. „Sie sei in Chicago aufgewachsen." (S. 25) Agnes liebt ihre Arbeit und steigert sich sehr hinein. „Ich hatte Agnes noch nie mit so viel Begeisterung reden hören.“ (S. 45) Der Erzähler hingegen ist eher unmotiviert und lässt sich leicht von der Arbeit ablenken, insgesamt ist er in Bezug auf die Arbeit nicht zielstrebig. „Ohne große Lust suchte ich noch immer Material für mein Eisenbahnbuch zusammen." (S. 67) Agnes ist sehr ernst für ihr Alter ,,Wenn wir diskutierten, lag in allem, was Agnes sagte, ein seltsamer Ernst, ihre Ansichten waren streng." (S. 21), wohingegen dem Erzähler teilweise der Ernst fehlt ,,[...] kam es mir plötzlich lächerlich vor, in meinem Alter noch solche Ideen zu haben." (S. 30) Ein wichtiger Punkt ist, das Agnes Spuren hinterlassen will. Sie will mehr als alles andere das man sich an sie erinnert. Zum Teil erreicht sie das durch ihre Arbeit. ,,Ich mag den Gedanken, dass alle, die sich irgendwann mit den Symmetrien der Symmetriegruppen befassen, auf meinen Namen stoßen werden." (S. 31) Der Erzähler sieht das komplett anders. Er „möchte keine Spuren hinterlassen." (S. 28) Agnes ist ein sehr ängstlicher Mensch. „Er machte ihr Angst, wie die Fenster, die man nicht öffnen kann, wie das nächtliche Summen der Klimaanlage, wie Fensterputzer, die eines Nachmittags in der Gondel vor unserem Fenster schwebten." (S. 12) Der Erzähler hingegen kann Angst irgendwie nicht nachvollziehen. Agnes sagte ihm sie möge Fahrstühle nicht und er sagt „Ich finde sei äußerst praktisch." (S. 49) Agnes ist ordnungsliebend, beziehungsweise hat sie eine Zwangsstörung in Bezug auf Ordnung. Der Erzähler ist nicht wirklich ordentlich und es scheint ihn auch nicht sonderlich zu stören. Trotzdem hat der Erzähler ein großes Kontrollbedürfnis. ,,Ich habe es nie geschafft, meine Stoffe zu beherrschen." 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Agnes arbeitet zielstrebig und übernimmt Verantwortung zum Beispiel für ihr Kind. „Ich brauche auch kein Kind. Aber ich bekomme eins." (S. 90) Der Erzähler hat nur eine vage Vorstellung von seinem weiteren Leben. „Ich könnte auch bleiben. Oder du könntest mit zu mir kommen.“ (S. 124) Außerdem hat er ein starkes Freiheitsbedürfnis. „... hatte ich nur das Gefühl, ohne sie frei zu sein." (S. 110) Das Freiheitsbedürfnis und das mangelnde Verantwortungsbedürfnis des Erzählers verhindern die Beziehung. Urteil So oder so ist die Beziehung der beiden zum Scheitern verurteilt. In der Liebe geht es darum zu Lernen mit dem anderen umzugehen und zu geben und zu nehmen. Man muss Achtung vor seinem Partner haben und ihm oder ihr Freiheit geben, darf sie also nicht beherrschen beziehungsweise beherrschen wollen. Ich bin der Ansicht, dass diese Beziehung nicht zu retten ist. Die Liebe ist unreif und egal wie sehr sich jemand temporär verändert, so sehr ist er trotzdem noch der alte. Menschen können sich niemals von Grund auf ändern und nur dadurch hätte diese Beziehung eine Chance. Dadurch, dass der Erzähler von Anfang an keine Gefühle zulassen will und Freiheit über Glück stellt (,,Und Freiheit war mir immer wichtiger als Glück." S. 110) kann die Beziehung einfach nicht gesund und reif geführt werden. Der Erzähler versucht Agnes mit der Geschichte im Roman zu manipulieren und ist oberflächlich. Selbst als er eine gewisse Abhängigkeit von ihr entwickelt ist diese rein körperlich und nicht emotional. Er flüchtet nach der Trennung zu Louise seiner Affäre. Betrug ist außerdem auch ein Kriterium für eine Trennung. Auch wenn Agnes nach der Krise mit der Schwangerschaft zurückkommt und bereit ist ihre Unabhängigkeit, die ihr so wichtig ist, für ihn aufzugeben ist die Beziehung nicht möglich. Ich sehe keine Hoffnung für diese Beziehung.