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Der Untertan: Analyse der Kindheit Diederichs

Der Untertan: Analyse der Kindheit Diederichs

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Der Untertan: Analyse der Kindheit Diederichs

 Analyse: Der Untertan: Diederichs Kindheit
Der Roman ,,Der Untertan“ wurde von Heinrich Mann geschrieben und im Jahre 1919
veröffentlicht.

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Analyse zu den Seiten 7 bis 10

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Analyse: Der Untertan: Diederichs Kindheit Der Roman ,,Der Untertan“ wurde von Heinrich Mann geschrieben und im Jahre 1919 veröffentlicht. Er handelt von der Entwicklung Diederich Heßlings während des deutschen Kaiserreiches zum idealen Untertan des Kaisers. Ein auktorialer Erzähler berichtet zu Romanbeginn über die Kindheit des Protagonisten. Diederich Heßling ist eine ambivalente Person, dessen Charakter womöglich schon stark in seiner Kindheit beeinflusst wurde. Diederichs Kindheit findet vor allem in seinem Elternhaus statt. Er bewegt sich zwischen der 22 ‚warmen Stube“ (S. 9, Z. 3), „den engen Gärten“ (S. 9, Z. 4)und der Papierfabrik des Vaters (S. 9, Z. 4-5). Der Raum in dem er sich bewegt ist also sehr begrenzt („Er bewegte sich zwischen ihnen...“, S. 10, Z. 1) und durch die Eltern sehr stark geprägt. Dementsprechend prägen ihn die Verhaltensweisen und Wertvorstellungen der Eltern am Meisten. Diederich ist ein sehr sensibles und furchtsames Kind. Dies wird schon im ersten Satz des Romans deutlich (S. 9, Z. 1-3) und zeigt sich besonders in seinen Vorstellungen der Gestalten seines Märchenbuches (S. 9, Z. 7-8) und den Gespenstergeschichten seiner Mutter, vor denen er Angst hat (S. 11, Z. 30-34). Er ist sehr phantasievoll. So denkt er sich zum Beispiel Gnome und Kröten aus seinem Märchenbuch in die Realität (S. 9, Z. 8-11). Dieses Märchenbuch liebt über alles. Das wird...

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in der Wiederholung dieses Wortes noch einmal besonders deutlich (S. 9, Z. 7). Zudem wird er als ein weiches Kind beschrieben, was auch darauf schließen lässt, dass er leicht formbar und leicht zu beeinflussen ist. (S. 9, Z. 1). Er orientiert sich vor allem an autoritären Personen wie seinem Vater. Vor diesem hat er einen übermäßigen Respekt. Diederichs Vater erzieht ihn durch Bestrafung (S. 9, Z. 16-17). Diese ist die einzige Aufmerksamkeit die er seinem Sohn schenkt. So werden diese Bestrafungen für Diederich auch zu einer Anerkennung seiner Persönlichkeit. Jedoch freut er sich über die persönliche Schwäche seines Vaters, als dieser die Treppe herunterstürzt, da er somit ein Stück seiner Autorität einbüßt (S. 9, Z.19-21). Sein Vater, der ursprünglich als Büttenschöpfer tätig war, hat sich in der Firma nach oben gearbeitet und versucht um jeden Preis den damit errungenen Ruf zu schützen (S. 10, Z. 6-7). Als Diederich Knöpfe aus der Fabrick seines Vaters gegen Bonbons eintauscht sieht der Vater darin eine Verletzung seiner Ehre (S. 10, Z. 26-30). Diese Tugenden und Autoritären Charakterzüge hat er sich in seiner Zeit beim Militär angeeignet, wo er als Unteroffizier gedient hat (S. 10, Z. 22-26) und stellen mit dem „silbrigen Kaiserbart“ eine parallele zu Diederichs späteren Vorbild dem Kaiser Wilhelm II auf. Mit der Zeit wird immer mehr deutlich, dass der Vater den Sohn für dessen Weichheit verachtet. Besonders hervorstechen tut dieser Aspekt in seiner Metapher ,,brauchst nur noch einen Menschen totzuschlagen“, die vor Verachtung nur so trieft (S. 10, Z. 29-30). Diederich beschreibt seinen Vater mit „fürchterlicher als Gnom" (S. 9, Z. 12), was seine Angst vor dem Vater unterstreicht. Dennoch unterwirft Diederich sich ihm und provoziert die Bestrafungen des Vaters, indem er sich „wedelnd“ vor seinem Vater herumdrückt (S. 9, Z. 14-15). Diederich liebt den Vater (S. 9, Z. 13). „Fürchterlich“ und „, lieben“ stehen sich syntaktisch und inhaltlich gegenüber. Indem er lieben soll, was er fürchtet, wird die Grundlage für Diederichs seelische Entwicklung zum Masochisten geschaffen. Für Diederich ist die Liebe die Autorität. Er hat nie etwas anderes von seinen Eltern gelernt. Auch zu seiner Mutter hat er ein schlechtes Verhältnis. Diese ist eine sehr emotionale Person, teilweise auch impulsiv, was der „methodisch[en]“ und kühlen Art des Vaters direkt gegenüber steht. Des Weiteren überträgt sie ihre Ängste auf ihr Kind, wie die Angst vor einem Burggespenst (S. 11, Z. 30 f.), um so eine größere Nähe zu Diederich herzustellen. Diederich ist seiner Mutter in vielerlei Hinsicht ähnlich (S. 11, Z. 20). Dennoch verachtet er seine Mutter, da sie keine Macht hat. Er erfreut sich an ihrer Angst vor dem Vater (S. 11, Z. 15-18). Damit wird deutlich das Diederich keinerlei Moralvorstellungen oder Mitgefühl kennt. Es zeigt auch die Unberechenbarkeit seines Charakters. Sein Nachname Heßling löst die Assoziation zu dem Wort ,,hässlich“ aus. Dies könnte schon ein Indiz auf seine weitere Charakterentwicklung im Verlauf des Romans sein. Zusammenfassend ist also zu sagen, dass in diesem Romananfang die psychische Grundkonstellation der Figur des Diederichs angelegt wird. Er ist gefangen im Konflikt zwischen Mutter und Vater. Durch seine Kindheit traumatisiert, wächst das Kind zu einem selbstsüchtigen und hinterhältigen Menschen heran. Er ist nicht in der Lage eigene Moralvorstellungen zu entwickeln oder gar Mitgefühl aufzubringen. Durch die ablehnende Haltung des auktorialen Erzählers werden die Figuren denunziert. An manchen Stellen ist auch ein personaler Erzähler zu erkennen, der durch eine ironische Erzählhaltung die Distanz des Lesers zum Geschriebenen reduziert und ihn an der psychischen Deformation der Figuren teilhaben lässt. So erklärt er auf eine ironische jedoch analytische Art und Weise, wie es zur Ausprägung eines autoritären Charakters kommen kann.

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Der Roman ,,Der Untertan“ wurde von Heinrich Mann geschrieben und im Jahre 1919
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Vielen Dank, wirklich hilfreich für mich, da wir gerade genau das Thema in der Schule haben 😁

Analyse zu den Seiten 7 bis 10

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in der Wiederholung dieses Wortes noch einmal besonders deutlich (S. 9, Z. 7). Zudem wird er als ein weiches Kind beschrieben, was auch darauf schließen lässt, dass er leicht formbar und leicht zu beeinflussen ist. (S. 9, Z. 1). Er orientiert sich vor allem an autoritären Personen wie seinem Vater. Vor diesem hat er einen übermäßigen Respekt. Diederichs Vater erzieht ihn durch Bestrafung (S. 9, Z. 16-17). Diese ist die einzige Aufmerksamkeit die er seinem Sohn schenkt. So werden diese Bestrafungen für Diederich auch zu einer Anerkennung seiner Persönlichkeit. Jedoch freut er sich über die persönliche Schwäche seines Vaters, als dieser die Treppe herunterstürzt, da er somit ein Stück seiner Autorität einbüßt (S. 9, Z.19-21). Sein Vater, der ursprünglich als Büttenschöpfer tätig war, hat sich in der Firma nach oben gearbeitet und versucht um jeden Preis den damit errungenen Ruf zu schützen (S. 10, Z. 6-7). Als Diederich Knöpfe aus der Fabrick seines Vaters gegen Bonbons eintauscht sieht der Vater darin eine Verletzung seiner Ehre (S. 10, Z. 26-30). Diese Tugenden und Autoritären Charakterzüge hat er sich in seiner Zeit beim Militär angeeignet, wo er als Unteroffizier gedient hat (S. 10, Z. 22-26) und stellen mit dem „silbrigen Kaiserbart“ eine parallele zu Diederichs späteren Vorbild dem Kaiser Wilhelm II auf. Mit der Zeit wird immer mehr deutlich, dass der Vater den Sohn für dessen Weichheit verachtet. Besonders hervorstechen tut dieser Aspekt in seiner Metapher ,,brauchst nur noch einen Menschen totzuschlagen“, die vor Verachtung nur so trieft (S. 10, Z. 29-30). Diederich beschreibt seinen Vater mit „fürchterlicher als Gnom" (S. 9, Z. 12), was seine Angst vor dem Vater unterstreicht. Dennoch unterwirft Diederich sich ihm und provoziert die Bestrafungen des Vaters, indem er sich „wedelnd“ vor seinem Vater herumdrückt (S. 9, Z. 14-15). Diederich liebt den Vater (S. 9, Z. 13). „Fürchterlich“ und „, lieben“ stehen sich syntaktisch und inhaltlich gegenüber. Indem er lieben soll, was er fürchtet, wird die Grundlage für Diederichs seelische Entwicklung zum Masochisten geschaffen. Für Diederich ist die Liebe die Autorität. Er hat nie etwas anderes von seinen Eltern gelernt. Auch zu seiner Mutter hat er ein schlechtes Verhältnis. Diese ist eine sehr emotionale Person, teilweise auch impulsiv, was der „methodisch[en]“ und kühlen Art des Vaters direkt gegenüber steht. Des Weiteren überträgt sie ihre Ängste auf ihr Kind, wie die Angst vor einem Burggespenst (S. 11, Z. 30 f.), um so eine größere Nähe zu Diederich herzustellen. Diederich ist seiner Mutter in vielerlei Hinsicht ähnlich (S. 11, Z. 20). Dennoch verachtet er seine Mutter, da sie keine Macht hat. Er erfreut sich an ihrer Angst vor dem Vater (S. 11, Z. 15-18). Damit wird deutlich das Diederich keinerlei Moralvorstellungen oder Mitgefühl kennt. Es zeigt auch die Unberechenbarkeit seines Charakters. Sein Nachname Heßling löst die Assoziation zu dem Wort ,,hässlich“ aus. Dies könnte schon ein Indiz auf seine weitere Charakterentwicklung im Verlauf des Romans sein. Zusammenfassend ist also zu sagen, dass in diesem Romananfang die psychische Grundkonstellation der Figur des Diederichs angelegt wird. Er ist gefangen im Konflikt zwischen Mutter und Vater. Durch seine Kindheit traumatisiert, wächst das Kind zu einem selbstsüchtigen und hinterhältigen Menschen heran. Er ist nicht in der Lage eigene Moralvorstellungen zu entwickeln oder gar Mitgefühl aufzubringen. Durch die ablehnende Haltung des auktorialen Erzählers werden die Figuren denunziert. An manchen Stellen ist auch ein personaler Erzähler zu erkennen, der durch eine ironische Erzählhaltung die Distanz des Lesers zum Geschriebenen reduziert und ihn an der psychischen Deformation der Figuren teilhaben lässt. So erklärt er auf eine ironische jedoch analytische Art und Weise, wie es zur Ausprägung eines autoritären Charakters kommen kann.