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Der Verlorene

 Der Autor Hans – Ulrich Treichel:
-
Charlotte i
ir Moosit
Der Verlorene
- Geboren am 12. August 1952 in Versmold, Westfalen
Nach dem Abitur

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Der Verlorene von Hans - Ulrich Treichel

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Der Autor Hans – Ulrich Treichel: - Charlotte i ir Moosit Der Verlorene - Geboren am 12. August 1952 in Versmold, Westfalen Nach dem Abitur in Hanau studierte er an der Freien Universität Berlin Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft - Von 1995 bis März 2018: lehrte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig - 1998: Der Verlorene - Lebt in Berlin und Leipzig Inhalt und Interpretationsansätze: Das Familienalbum (S. 7, Z. 1 – S. 12, Z. 2): - Erzählung beginnt mit den Worten „mein Bruder“ (S. 7) → Fokus des ganzen Romans liegt auf ihm; Erzählperspektive wird festgelegt: etwa Zehn- bis Dreizehnjähriger erzählt Ereignisse aus der Sicht des Zweitgeborenen - Familie schaut sich das Fotoalbum an alltägliches Ritual - Fotoalbum stellt Art Rangordnung dar: Auf der ersten Seite ist ein großes Bild von dem lächelnden, auf einer weißen Wolldecke hockenden erstgeborenen Sohn Arnold Mutter erklärt, dass das Foto im letzten Kriegsjahr Zuhause aufgenommen worden ist; sie weint, wenn sie von ,,zuhaus" (S. 7) spricht → ihre Traurigkeit steht im Widerspruch zur Fröhlichkeit des neugeborenen Kindes; auf die Tränen folgt i.d.R. ein Schweigen Ich - Erzähler beneidet Arnold um seine weiße Wolldecke und den prominenten Platz im Fotoalbum ● - O Bilder von Ich - Erzähler und sogar Hochzeitsbilder der Eltern und Porträts der Großeltern sind weiter hinten im Fotoalbum Arnold ist auf einem großen Foto abgebildet, er nur auf kleinen, wo man ihn nur bruchstückhaft...

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erkennen kann Mutter muss beim Betrachten der Bilder Arnolds oft weinen, Ich - Erzähler sitzt misslaunig und mit ,,verkniffenem Gesicht" (S. 10) daneben - Mutter offenbart ihm, dass Arnold auf der Flucht vor den Russen in ihren Armen verhungert ist - Ich - Erzähler will mehr Details über die Flucht und das Verhungern wissen, Mutter geht nicht auf ihn ein - Ich - Erzähler ist stolz, einen toten Bruder zu haben; von seinen Freunden hat wohl niemand einen auf der Flucht vor den Russen verhungerten Bruder Die Wahrheit über den Verlorenen (S. 12, Z. 3 – S. 19, Z. 15): Das Verhältnis zu seinem totgeglaubten älteren Bruder, den er bislang stolz und liebevoll als seinen ,,Freund" (S. 12) betrachtet hat, wandelt sich drastisch, als er von seiner Mutter zu einer Aussprache gebeten wird - Die Aussprache stellt für den Ich - Erzähler eine Überraschung dar; dem Vater genügen nämlich normalerweise „kurze Befehle und Arbeitsanweisungen“ (S. 12), mit der Mutter redet er gelegentlich, doch die Gespräche laufen meist auf Arnold und damit auf „Tränen oder Schweigen" (S. 12) hinaus - Mutter beginnt das Gespräch mit den Worten, dass er nun alt genug sei, „die Wahrheit" (S. 12) zu erfahren - Sie gesteht ihm, dass Arnold nicht verhungert sei, auch gar nicht tot sei, sondern ,,verlorengegangen" (S. 13) Dem Ich - Erzähler fällt es schwer, die bisherige Geschichte mit der neuen Darstellung in Einklang zu bringen Es wird ihm jedoch klar, dass auf der Flucht ,,etwas Schreckliches passiert“ (S. 14) sein muss - Tausende von Menschen seien in einem Treck vor der heranrückenden roten Armee gen Westen geflohen - Mutter berichtet, dass auf einmal „der Russe" (S. 15) vor ihnen gestanden und den Treck geteilt habe ➜ „deutsches Urtrauma“ - Niemand habe Widerstand leisten können, da die Soldaten ihre Absichten mit Gewehren Nachdruck verschafft hätten Mutter betont, dass sie in ihrer Panik geglaubt habe, die russischen Soldaten wollten sie alle töten, so dass sie einer fremden Frau Arnold in die Arme gelegt habe; sie konnte ihr in diesem Durcheinander nicht einmal den Namen Arnolds mitteilen, bevor die Frau in der Menge verschwand - Vater und Mutter seien zwar mit dem Leben davongekommen, doch sei ,,das ,,Schreckliche" (S. 16) dann doch passiert → Vergewaltigung von (einem?) russischen Soldaten; kann nicht kommunikativ aufgearbeitet werden - Für den Ich - Erzähler bleibt die Chiffre ,,das Schreckliche" unverständlich - Der Mutter fällt es nicht leicht, über vergangene Ereignisse zu berichten, da diese in ihr Schuld- und Schamgefühle auslösen; immer wieder unterbricht sie ihre Schilderungen mit Tränen in den Augen oder Weinen - Mutter ist der Meinung, sie hätte Arnold „voreilig“ (S. 16) weggeben; dies könne sie sich niemals verzeihen - Arnold lebe, so die Mutter, aber unter einem anderen Namen - In seiner Unschuld und Naivität entgegnet der Ich – Erzähler, dass er vielleicht Glück gehabt und erneut den Namen Arnold erhalten habe - Mutter reagiert verständnislos → Ich – Erzähler schämt sich für seine Bemerkung - Ich - Erzähler realisiert, wie stark die Kriegserlebnisse das Leben der Familie bis in die Gegenwart prägen -Ich - Erzähler begreift, dass er nur die ,,Nebenrolle" (S. 17) und Arnold die ,,Hauptrolle" (S. 17) in der Familie spielt - Er begreift, dass Arnold der Grund ist, wieso er „in einer von Schuld- und Scham vergifteten Atmosphäre aufgewachsen“ (S. 17) ist - Ich - Erzähler empfindet bei allem was er tut, Schuld und Scham (Essen, Radio hören, Fahrrad fahren, Ausflüge, Spaziergänge) - Die neue Sachlage, dass Arnold noch lebt, verändert das Verhältnis des Ich – Erzählers zu seinem Bruder dramatisch: aus dem Freund wird eine Bedrohung, ein Konkurrent, auf den er wütend ist Gesellschaftlicher Aufstieg in den 1950er Jahren (S. 19, Z. 15 – S. 38, Z. 3): - - Vor allem Ausflüge und Spaziergänge sind „wahre Schuld- und Schamprozessionen" (S. 19) - Eltern machen den Eindruck, als schleppen sie sich jeden Sonntag regelrecht aus dem Haus - Eltern sind unfähig, Freizeit oder Erholung zu genießen: ● Schwäbisch - pietistische bzw. ostpreußische Herkunft, die mit der protestantischen Arbeitsethik verbunden ist ● Protestantische Arbeitsethik: Mensch ist nicht auf der Welt, „um Ausflüge zu machen, sondern um zu arbeiten" (S. 20) ● Verlust Arnolds ,,Das Schreckliche" - Obwohl der Ich – Erzähler eigentlich Ausflüge liebt, entwickelt er angesichts der merkwürdig trüben Stimmung eine Ablehnung dagegen - Er legt sich bewusst eine „Reisekrankheit“ (S. 21) zu → wenn er bewegt wird, muss er sich erbrechen; im Buckeltaunus musste er sich nie erbrechen, im Opel Olympia musste er sich nicht regelmäßig, aber häufig erbrechen, in der schwarzen Limousine muss er sich regelmäßig erbrechen → Angst vor Fortschritt, hängt an alten Dingen, empfindet Veränderung als belastend - Eltern wollen Ausflüge deshalb nur noch mit Eisenbahn unternehmen, doch sein Erbrechen stört auch die Mitreisenden, wenn er es nicht mehr rechtzeitig auf das Klo schafft Eltern kapitulieren und lassen ihn Zuhause - Die erste Viertelstunde gehört „zu den schönsten Kindheitserinnerungen“ (S. 23), da er sich unbelastet, glücklich und „frei“ (S. 23) fühlt; rasch erfasst ihn jedoch die bedrückende Atmosphäre des Elternhauses wieder →Gefühle von Beklemmung, Verlassenheit und Langeweile kommen in ihm hoch - Ablenkung: ● Setzt sich an das geöffnete Wohnzimmerfenster und versucht, vorbeifahrende Automodelle an Motorengeräuschen zu erkennen Radio hören, wobei er dies als langweilig empfindet Bildet sich ein, dass die Worte des Russens im Radio etwas mit ihm und seiner Familie zu tun haben ● → Die innere Leere seiner Kindheit kann auch durch Ablenkung nicht gefüllt werden; Er wird stets in die traumatische Vergangenheit zurückgeworfen - Vater baut sich eine große Existenz auf: Aus dem Inhaber einer Leihbücherei wird ein Großhandelskaufmann für Fleisch- und Wurstwaren - Vater kauft Fernseher; Ich - Erzähler ist froh, sich so dem Radio, vor allem dem russischen Sender, entziehen zu können - Vater scheint den Fernseher nur als nach außen sichtbarem Prestigeobjekt zu verstehen; gemäß seiner Devise „Wer fernsieht, arbeitet nicht“ (S. 28) hat er ihn zwar erworben, erträgt es aber nicht, dass der Fernseher eingeschaltet" (S. 26) wird - Er erlaubt es nur in einer widerwilligen und wütenden Weise, dass er so dem Ich - Erzähler die Freude am Fernsehen verdirbt; meistens hat der Vater auch Arbeitsanweisungen für seinen Sohn, sodass der Fernseher schnell wieder ausgemacht werden muss - Ich - Erzähler meint, dass Vater an ihm stundenlang an ihm „vorbeischauen“ (S. 26) kann, ihm aber viele Arbeitsanweisungen einfallen, wenn der Fernseher läuft - Wenn Hilde, die ältere Schwester des Vaters, zu Besuch ist, gefällt dem Vater das Fernsehen - Hilde als medienabstinente Peron sieht den Fernseher als Irritierung und Erfindung des Teufels an; die einzige Zeitschrift, für die sie sich interessiert, ist die Wochenschrift „Unsere Kirche" - Vater amüsiert sich, den Fernseher vor ihr laufen zu lassen und sie so am Lesen der Zeitschrift zu stören - Tante dreht dem Fernseher den Rücken zu und schaut dabei Ich - Erzähler, Mutter und Vater an; Ich - Erzähler fühlt sich durchschaut → er schämt sich - Mutter und Ich - Erzähler verbringen gerne Zeit vor dem Fernseher, vor allem wenn Vater nicht zuhause ist (seine Abwesenheit ist durch häufige Geschäftsreisen zu erklären); dies bereitet ihnen ein Vergnügen, aber nur wenn es nicht zu Intimitäten kommt, dies bereitet ihnen große Schamgefühle - Ich - Erzähler überlegt, ob die Schamgefühle nicht mit Intimität, sondern mit Bruder Arnold zu tun haben - Zu große Bedrückung vor Fernseher → Mutter schaltet ihn aus, Ich – Erzähler empfindet dies als Erleichterung Mutter geht daraufhin an die Arbeit, so können umso weniger Scham und Schuld sich ihrer bemächtigen - Vater hat gutes Verhältnis zu Kunden, er spricht mit ihnen über deren Sorgen → unterschiedliches Kommunikationsverhalten des Vaters - Lebensmitttelhändler haben viele Sorgen (Kundschaft; verderbliche Ware → Zeitdruck; Magen- / Herzen- / Magenprobleme; Konkurrenz; entscheidungsunfähige Menschen) Das Schweinekopfessen (S. 38, Z. 3 – S. 45, Z. 9): - frische Fleischwaren stimmen Vater heiter, für ihn sind diese nicht etwa Reste eines Schlachttieres, sondern etwas höchst Lebendiges - frisches Kotelett → frisch wie frische Luft / Wasser; noch frischer ist für ihn Schweinekopf - Im Frühjahr und im Herbst bringt Vater einen frisch geschlachteten, noch blutigen Schweinekopf mit nach Hause → ritueller Höhepunkt, erinnert an Heimat - Familienmitglieder müssen sich in der Küche versammeln und ihn betrachten - Vater spricht jedem Schweinekopf Individualität zu seinem Sohn nicht - Ebenso wichtig wie der Kopf ist das Schweineblut für den Vater; er bezeichnet es als „Lebenssaft“ (S. 39) - Ich - Erzähler musste das Schweineblut bereits von den Bauern in Kannen abholen, wenn Vater verhindert war Das Miterleben des grausamen Schlachtens verstört ihn so sehr, dass er am liebsten dem Schweinekopfessen fernbleiben würde - Zudem handele es sich beim Schweinekopfessen nicht nur um eine Mahlzeit, sondern um viele; der Schweinekopf ist ein wahres „Füllhorn“ (S. 41) - Beim Höhepunkt des Schlachtfests, dem Verspeisen des Schweinehirns, kennt der Vater jedoch kein Pardon - Vater meint ,,Hirn macht klug“ (S. 42) und in seinen Augen fehlt dem vorpubertären Sohn ,,nichts so sehr wie eine anständige Portion Hirn" (S. 42) - Gesellige Zusammensein mit anderen Vertriebenen ist ein Ritual, das den Vater „an die Schlachttage auf dem Bauernhof seiner Eltern" (S. 42) erinnert - Beim Schweinehirnessen liegt eine heitere und ausgelassene Stimmung vor → Unterschied zu der sonst bedrückenden Atmosphäre im Haus - Mutter bleibt während Schweinehirnessens „still und in sich gekehrt“ (S. 45), bedrückt → ,,als büße sie das gute Essen und Gelächter" (S. 45) Das Ende des Kindheitslabyrinth (S. 45, Z. 9 – S. 48, Z. 8): - Während die Mutter ,,unter der Last der Erinnerung“ (S. 45) erstarrt, stürzt sich der Vater in Aktionismus · Das aus natürlichen Materialen erbaute, verwinkelte Fachwerkhaus wird entkernt und modernisiert - Der moderne Bau macht das „Kindheitslabyrinth" des Erzählers mit seinen Winkeln, langen Korridoren und einem angstbesetzten Dachboden zunichte → hängt an alten Dingen, empfindet Veränderung als belastend - Unter psychologischen Gesichtspunkten lässt sich dies als Tilgung der Vergangenheit der Familie deuten - Nach dem Umbau erleidet Mutter Zusammenbruch; der Arzt diagnostiziert Überanstrengung ,,Wie aus dem Gesicht geschnitten“ (S. 48, Z. 8 – S. 58, Z.7): - - Vater berichtet, dass Mutter nicht über den Verlust Arnolds hinwegkomme - Vater und Mutter haben Eindruck, dass Ich – Erzähler gut über den Verlust hinwegkomme - Vater offenbart ihm, dass Arnold nicht verhungert, sondern verloren gegangen ist → fehlende Kommunikation zwischen Eltern

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Cool, mit dem Lernzettel konnte ich mich richtig gut auf meine Klassenarbeit vorbereiten. Danke 👍👍

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sie konnte ihr in diesem Durcheinander nicht einmal den Namen Arnolds mitteilen, bevor die Frau in der Menge verschwand - Vater und Mutter seien zwar mit dem Leben davongekommen, doch sei ,,das ,,Schreckliche" (S. 16) dann doch passiert → Vergewaltigung von (einem?) russischen Soldaten; kann nicht kommunikativ aufgearbeitet werden - Für den Ich - Erzähler bleibt die Chiffre ,,das Schreckliche" unverständlich - Der Mutter fällt es nicht leicht, über vergangene Ereignisse zu berichten, da diese in ihr Schuld- und Schamgefühle auslösen; immer wieder unterbricht sie ihre Schilderungen mit Tränen in den Augen oder Weinen - Mutter ist der Meinung, sie hätte Arnold „voreilig“ (S. 16) weggeben; dies könne sie sich niemals verzeihen - Arnold lebe, so die Mutter, aber unter einem anderen Namen - In seiner Unschuld und Naivität entgegnet der Ich – Erzähler, dass er vielleicht Glück gehabt und erneut den Namen Arnold erhalten habe - Mutter reagiert verständnislos → Ich – Erzähler schämt sich für seine Bemerkung - Ich - Erzähler realisiert, wie stark die Kriegserlebnisse das Leben der Familie bis in die Gegenwart prägen -Ich - Erzähler begreift, dass er nur die ,,Nebenrolle" (S. 17) und Arnold die ,,Hauptrolle" (S. 17) in der Familie spielt - Er begreift, dass Arnold der Grund ist, wieso er „in einer von Schuld- und Scham vergifteten Atmosphäre aufgewachsen“ (S. 17) ist - Ich - Erzähler empfindet bei allem was er tut, Schuld und Scham (Essen, Radio hören, Fahrrad fahren, Ausflüge, Spaziergänge) - Die neue Sachlage, dass Arnold noch lebt, verändert das Verhältnis des Ich – Erzählers zu seinem Bruder dramatisch: aus dem Freund wird eine Bedrohung, ein Konkurrent, auf den er wütend ist Gesellschaftlicher Aufstieg in den 1950er Jahren (S. 19, Z. 15 – S. 38, Z. 3): - - Vor allem Ausflüge und Spaziergänge sind „wahre Schuld- und Schamprozessionen" (S. 19) - Eltern machen den Eindruck, als schleppen sie sich jeden Sonntag regelrecht aus dem Haus - Eltern sind unfähig, Freizeit oder Erholung zu genießen: ● Schwäbisch - pietistische bzw. ostpreußische Herkunft, die mit der protestantischen Arbeitsethik verbunden ist ● Protestantische Arbeitsethik: Mensch ist nicht auf der Welt, „um Ausflüge zu machen, sondern um zu arbeiten" (S. 20) ● Verlust Arnolds ,,Das Schreckliche" - Obwohl der Ich – Erzähler eigentlich Ausflüge liebt, entwickelt er angesichts der merkwürdig trüben Stimmung eine Ablehnung dagegen - Er legt sich bewusst eine „Reisekrankheit“ (S. 21) zu → wenn er bewegt wird, muss er sich erbrechen; im Buckeltaunus musste er sich nie erbrechen, im Opel Olympia musste er sich nicht regelmäßig, aber häufig erbrechen, in der schwarzen Limousine muss er sich regelmäßig erbrechen → Angst vor Fortschritt, hängt an alten Dingen, empfindet Veränderung als belastend - Eltern wollen Ausflüge deshalb nur noch mit Eisenbahn unternehmen, doch sein Erbrechen stört auch die Mitreisenden, wenn er es nicht mehr rechtzeitig auf das Klo schafft Eltern kapitulieren und lassen ihn Zuhause - Die erste Viertelstunde gehört „zu den schönsten Kindheitserinnerungen“ (S. 23), da er sich unbelastet, glücklich und „frei“ (S. 23) fühlt; rasch erfasst ihn jedoch die bedrückende Atmosphäre des Elternhauses wieder →Gefühle von Beklemmung, Verlassenheit und Langeweile kommen in ihm hoch - Ablenkung: ● Setzt sich an das geöffnete Wohnzimmerfenster und versucht, vorbeifahrende Automodelle an Motorengeräuschen zu erkennen Radio hören, wobei er dies als langweilig empfindet Bildet sich ein, dass die Worte des Russens im Radio etwas mit ihm und seiner Familie zu tun haben ● → Die innere Leere seiner Kindheit kann auch durch Ablenkung nicht gefüllt werden; Er wird stets in die traumatische Vergangenheit zurückgeworfen - Vater baut sich eine große Existenz auf: Aus dem Inhaber einer Leihbücherei wird ein Großhandelskaufmann für Fleisch- und Wurstwaren - Vater kauft Fernseher; Ich - Erzähler ist froh, sich so dem Radio, vor allem dem russischen Sender, entziehen zu können - Vater scheint den Fernseher nur als nach außen sichtbarem Prestigeobjekt zu verstehen; gemäß seiner Devise „Wer fernsieht, arbeitet nicht“ (S. 28) hat er ihn zwar erworben, erträgt es aber nicht, dass der Fernseher eingeschaltet" (S. 26) wird - Er erlaubt es nur in einer widerwilligen und wütenden Weise, dass er so dem Ich - Erzähler die Freude am Fernsehen verdirbt; meistens hat der Vater auch Arbeitsanweisungen für seinen Sohn, sodass der Fernseher schnell wieder ausgemacht werden muss - Ich - Erzähler meint, dass Vater an ihm stundenlang an ihm „vorbeischauen“ (S. 26) kann, ihm aber viele Arbeitsanweisungen einfallen, wenn der Fernseher läuft - Wenn Hilde, die ältere Schwester des Vaters, zu Besuch ist, gefällt dem Vater das Fernsehen - Hilde als medienabstinente Peron sieht den Fernseher als Irritierung und Erfindung des Teufels an; 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der Arzt diagnostiziert Überanstrengung ,,Wie aus dem Gesicht geschnitten“ (S. 48, Z. 8 – S. 58, Z.7): - - Vater berichtet, dass Mutter nicht über den Verlust Arnolds hinwegkomme - Vater und Mutter haben Eindruck, dass Ich – Erzähler gut über den Verlust hinwegkomme - Vater offenbart ihm, dass Arnold nicht verhungert, sondern verloren gegangen ist → fehlende Kommunikation zwischen Eltern