Hauptfiguren in "Der Verlorene"
Die zentralen Charaktere in Hans-Ulrich Treichels Roman "Der Verlorene" sind komplex und vielschichtig gezeichnet. Der namenlose Ich-Erzähler, etwa 16 Jahre alt, steht im Mittelpunkt der Geschichte. Er kennt seinen verschollenen Bruder Arnold nur von einem Foto und aus Erzählungen der Mutter, steht aber dennoch in ständiger Konkurrenz zu ihm. Der Protagonist ringt um die Aufmerksamkeit seiner Mutter und hat ein distanziertes Verhältnis zu seinem Vater.
Charakterisierung: Der Ich-Erzähler schämt sich aus verschiedensten Gründen und kämpft mit Schuldgefühlen, die typisch für die Nachkriegsgeneration sind.
Arnold, der verlorene Bruder, spielt trotz seiner Abwesenheit eine zentrale Rolle in der Familie. Die Mutter ist durch den Verlust ihres Erstgeborenen schwer traumatisiert und sieht den Protagonisten als eine Art Ersatz für Arnold. Der Vater, ebenfalls Arnold genannt, macht in der Nachkriegszeit Karriere als Leihbibliothekar und Lebensmittelhändler.
Highlight: Die Figur des Herrn Rudolph, ein Revierpolizist und Freund der Familie, übernimmt nach dem Tod des Vaters dessen Rolle und hat eine innige Beziehung zur Mutter.





