Der Verlorene (Lektürehilfe & Inhalt)

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Der Verlorene (Lektürehilfe & Inhalt)

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KURZUSAMMENFASSUNG
„Der Verlorene“ von Hans-Ulrich Treichel (1998)
→ Der Roman behandelt das Schicksal einer Familie in der Na

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Umfassende Lektürehilfe zu "Der Verlorene" von Hans-Ulrich Treichel für das Abitur - Kurzzusammenfassung - Figuren - Inhalt - Interpretation - Untersuchungen - Themen & Motive - Form - Erzählweise - Schlüsseszenen - Einordnung - Sprache & Stil

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LEKTÜREHILFE KURZUSAMMENFASSUNG „Der Verlorene“ von Hans-Ulrich Treichel (1998) → Der Roman behandelt das Schicksal einer Familie in der Nachkriegszeit. Die Handlung wird aus der Sicht eines etwa zwölfjährigen Jungen erzählt. Auf der Flucht aus dem Osten nach Westen haben dessen Eltern seinen älteren Bruder Arnold verloren, als die Mutter ihn in panischer Angst vor russischen Soldaten einer fremden Frau in die Arme gelegt hatte. Schuldgefühle und die Suche nach dem verlorenen Sohn bestimmen fortan das gesamte Familienleben. Verlust des älteren Sohnes während Flucht; Suche nach ihm Arnold Neid, Angst, Ablehnung, Wut keine Hilfe, fragwürdige medizinische Methoden, Arroganz Professor Freiherr von Liebstedt FIGUREN Vater & Mutter keine Zuneigung DER VERLORENE Ich-Erzähler Hilfe für die Mutter und Werben um diese nach Tod des Vaters Vaterfigur, echte Zuneigung Herr Rudolph Verwandschaft unwahrscheinlich, aber optische Ähnlichkeit Findelkind 2307 Heinrich LEKTÜREHILFE INHALT DER VERLORENE 1. Abschnitt (S. 7-12) Bildbeschreibung: Foto von Arnold (älterer Bruder des ca. 5-jährigen Ich-Erzählers) als fröhliches Baby; Foto wurde während des Zweiten Weltkriegs in der alten Heimat der Familie im Osten Rakowiec) aufgenommen Weinen der Mutter, wenn von Arnold die Rede ist → Neid des Ich-Erzählers auf Arnold wegen Aufmerksamkeit der Eltern; vom Ich-Erzähler sind nur nur ausschnitthafte, kleine Fotos vorhanden Ich-Erzähler erfährt später in seiner Kindheit, dass Arnold auf der Flucht vor den Russen am Ende des Zweiten Weltkriegs in den Armen der Mutter verhungert sei 2. Abschnitt (S. 12-73) In seiner frühen Jugend soll der Ich-Erzähler in einer „Aussprache" die Wahrheit erfahren → Verwunderung über diese Ankündigung,...

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da Eltern nur wenig mit Ich-Erzähler sprechen Arnold sei nicht verhungert, sondern verloren: Russische Soldaten haben den Flüchtlingstreck aufgehalten → aus Angst, erschossen zu werden, legte die Mutter Arnold einer fremder Frau in die Arme; Eltern wurden nicht erschossen, der Mutter wurde „etwas Schreckliches" angetan (Vergewaltigung ?)→ seither habe sie Arnold nicht mehr gesehen Vorwürfe der Mutter an sich selbst, Arnold voreilig aus Angst weggeben zu haben → Schuld Wut des Ich-Erzählers auf Arnold, da er wegen diesem eine Nebenrolle in der Familie spielt Erkenntnis, dass in Familie schon immer eine „von Schuld und Scham vergiftete Atmosphäre" geherrscht habe; Ich-Erzähler verspürt Schuld und Scham, ohne die Ursache dafür zu kennen Reisekrankheit des Ich-Erzählers (Schwindel, Übelkeit, Erbrechen) → er darf sonntags alleine zu Hause bleiben, wenn die Familie Ausflüge im Teutoburger Wald macht und lenkt sich mit Radiohören (später mit Fernsehen) ab Um Schuldgefühle loszuwerden arbeitet die Mutter im Haushalt und der Vater stürzt sich in den Beruf (Leihbücherei, Lebensmittelladen, dann Großhandel für Fleisch- & Wurstwaren) Schweinekopfessen, zu dem Bekannte aus dem Osten eingeladen werden und man sich Anekdoten aus der Heimat erzählt → Bedrückung der Mutter; am Ende schweigen alle Nach Umbau des Hauses: Zusammenbruch der Mutter mit anschließendem Kuraufenthalt Gespräch des Vaters mit dem Sohn: bereits seit Jahren Suche der Eltern nach Arnold mithilfe des Roten Kreuzes → nun sei ein passendes Findelkind 2307 gefunden worden Ergebnisse der Untersuchungen, um Verwandtschaft nachzuweisen (Fingerabdrücke, Blutanalyse, Bildervergleich); Ergebnis: Dass das Findelkind 2307 der gesuchte Arnold ist, sei unwahrscheinlich LEKTÜREHILFE DER VERLORENE 3. Abschnitt (S. 73-138) Reaktion auf das Ergebnis: mehr Beruhigung als Enttäuschung beim Ich-Erzähler; Verzweiflung bei den Eltern → Vater errichtet ein neues Kühlhaus; Mutter leidet an Schädelbruch und tiefer Depression → wirft für ein neues Auto gedachtes Geld ins Feuer Erstreiten eines anthropologisch-erbbiologischen Abstammungsgutachtens vor Gericht Untersuchungen in Heidelberg: Abnahme der Fußabdrücke, Untersuchung der Körperbaus Mittagspause in der Kantine: Monolog des Leichenwagenfahrers u.a. über Krematorien Prof. Dr. Freiherr von Liebstedt: Erfassen der Kopfmerkmale; Berichte des Erzählers über die schmerzhafte Untersuchung werden von den Eltern ignoriert Spaziergang der Familie durch Heidelberg: Ich-Erzähler lenkt sich von eigener Traurigkeit ab und sehnt sich nach Aufmerksamkeit und Mitleid ■ Ergebnis der Fußuntersuchung: Verwandtschaft mit Findelkind 2307 nicht auszuschließen, aber auch nicht eindeutig abzuleiten Tobsuchtsanfall des Vaters auf Heimfahrt aufgrund der „Zeit- und Geldverschwendung"; erhält die Mitteilung, dass in Kühlhaus eingebrochen wurde und die Ware verdorben sei → Zusammenbruch des Vaters Geständnis des Vaters, dass das Kühlhaus aus Sparsamkeit noch nicht versichert worden sei → Einlieferung des Vaters ins Krankenhaus; der Polizist Herr Rudolph kümmert sich um den Ich-Erzähler Mitteilung, dass der Vater in Wahrheit zwei Herzinfarkte erlitten habe: Besuch des Ich- Erzählers beim Vater; dieser stirbt wenige Stunden später 4. Abschnitt (S. 138-175) Mutter hat als neue Chefin des Fleischwaren-Großhandels keine Aufmerksamkeit für den pubertierenden Ich-Erzähler; Unterstützung der Familie durch Herrn Rudolph Ergebnis Untersuchungen werden nachgereicht: Findelkind 2307 sei ,unwahrscheinlich das Kind der Antragsteller“ → ein biomathematisches Zusatzgutachten fehle allerdings noch Ergebnis des Zusatzgutachten: Antragsteller zu 99,73 % nicht Eltern des Findelkindes 2307 Vorhaben der Mutter, (das fast volljährige) Findelkind 2307 zu adoptieren, allerdings ist es bereits adoptiert → Mutter will Findelkind wenigstens einmal sehen und bekommt von Herrn Rudolph die Informationen, dass das Findelkind Heinrich heißt und in einer Metzgerei nahe Porta Westfalica arbeitet Autofahrt zur Metzgerei: Trigeminusneuralgie (= Gesichtsschmerzen) beim Ich-Erzähler; Bericht der Mutter, dass sie einen Heiratsantrag von Herrn Rudolph abgelehnt habe; Anhalten des Wagens vor der Fleischerei Ich-Erzähler erblickt Heinrich durch ein Schaufester und erkennt seine verblüffende Ähnlichkeit mit ihm → Übelkeit des Ich-Erzählers; keine Reaktion von der Mutter; Erblassen Heinrichs bei Anblick des Ich-Erzählers → Befehl der Mutter, nach Hause zu fahren LEKTÜREHILFE ■ ■ ■ ■ ■ Historisch 1945: Flucht, Vertreibung & Umsiedlungen Sprachlosigkeit & Orientierungslosigkeit in der Nachkriegszeit BRD-Wirtschaftswunder INTERPRETATION Fehlende Auseinandersetzung mit NS-Zeit Psychologisch Umgang mit Schuld und Scham Traumatisierung der Mutter instabile Identität des Ich-Erzählers, der keine Empathie und Liebe erfährt Unsicherheit der eigenen Gefühle ■ 1) Fingerabdrücke & Blutanalyse 2) Gesichts- und Schädelvergleich anhand von Fotos ELTERN Art der Untersuchung 3) Anthropologisch-erbbiologisches Gutachten: - Fußabdrücke - Körperbaumerkmale - Kopf-und Gesichtsmessungen - Biomathematisches Zusatzgutachten DER VERLORENE UNTERSUCHUNGEN ■ Biografisch verschwundener Bruder des Autors Günter autobiografisch inspiriert (Eltern aus Rakowiec, Suche mit Rotem Kreuz etc.) Fiktionalisieren dieser Geschichte Wissenschaftskritik unsichere Wahrscheinlichkeitswerte Rückgriff auf NS-Methoden (Vermessungen etc.) unverständliche Fachsprache evtl. Messungenauigkeiten, da Ähnlichkeit → Der Ich-Erzähler bzw. sein Körper wird dabei mehr und mehr zum Vergleichsgegenstand, seine Persönlichkeit mit all einen Bedürfnissen und Ängsten wird von seiner Umgebung aber immer weniger wahrgenommen. Ergebnis: Verwandschaft ist... „,wenig wahrscheinlich" (S. 60) ,,möglich, aber nicht positiv wahrscheinlich" (S. 62) ,in hohem Maße unwahrscheinlich" (S. 73) „keinesfalls auszuschließen“ (S. 125) „mäßig unwahrscheinlich" (S. 150) ,,leidlich zur Frau und leidlich schlecht zum Mann, aber erstaunlich gut zum ehelichen Sohn" passend (S. 151) zu ,,99,73% [...] nicht die Eltern des Findelkindes" (S. 156) SCHULD & SCHAM Schuld: Vater: Rakowiec verlassen´ | Mutter: voreilig Sohn Arnold weggeben → eigene Handlungen als Ursache für die Schuld (= Individualisierung der Schuld) Umgang mit der Schuld: > Weitergabe der Schuld- & Schamgefühle an den Ich-Erzähler keine Liebe, Aufmerksamkeit, keine Gespräche > Vorwürfe an den jüngeren Sohn, über den Verlust von Arnold hinweggekommen zu sein LEKTÜREHILFE ICH-ERZÄHLER ■ ■ Trauma ■ Komik Schuld wird von den Eltern auf ihn und seine Existenz übertragen Umgang mit der Schuld: DER VERLORENE ◇ Gefühl, den Eltern nicht zu genügen und Arnold nicht ersetzen zu können ◇ weiß nicht, warum er sich schuldig fühlt und schämt; schämt sich für banale Dinge ■ Aufmerksamkeit ich-Erzähler wird selten beachtet und sehnt sich nach Aufmerksamkeit & Interesse an ihm Verhaltensauffälligkeiten werden bestraft oder gänzlich ignoriert wird von Eltern nicht wahrgenommen und oftmals übersehen Mutter schafft es nicht den Sohn als Individuum anzusehen und wahrzunehmen THEMEN & MOTIVE Vergewaltigung der Mutter und damit einhergehender Verlust des Sohnes im Verlauf treten zahlreiche Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung auf durch die Traumata ist die Beziehung zum Sohn völlig gestört Lustigmachen über Dinge, die nicht unbedingt lustig sind Situationskomik, Übertreibung, Sprachwitz, Ironie, Satire Fotografie Mittel zum Vergleich des eigenen Ichs des Erzählers mit seinem Bruder Arnold Interpretation des eigenen Werts gegenüber dem Bruder Deindividualisierung durch Hinterkopfaufnahmen des Erzählers, statt Portraits wie Arnold Rahmenstellung für die Handlung, die mit einem Foto beginnt und einem Vergleich der beiden in der Realität endet FORM keine Einteilung in Kapitel, keine Überschriften, nur vier unterschiedlich lange Absätze → grobe Gliederung in 4 Textabschnitte möglich durch absatzloses Schreiben: kontinuierlicher Gedanken- und Erinnerungsstrom des Erzählers → Zeichen seiner emotionalen Involvierung in die Geschehnisse → Gefühl des Ausgeliefert-Seins an den Sog der Ereignisse ◇ 1. Absatz: von der Beschreibung des Babyfotos von Arnold bis zur Nachricht, dass Arnold auf Flucht verhungert sei → Exposition der Problematik ◇ 2. Absatz: von der Mitteilung, dass Arnold nicht tot, sondern verloren gegangen ist, bis zu negativen Ergebnissen der ersten Untersuchungen bzgl. einer Verwandtschaft mit Findelkind 2307 → Komplikation der Handlung ◇ 3. Absatz: von den Reaktionen auf das negative Ergebnis zu den Heidelberger Untersuchungen bis zum Tod des Vaters →vorläufig negativer Höhepunkt

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Cool, mit dem Lernzettel konnte ich mich richtig gut auf meine Klassenarbeit vorbereiten. Danke 👍👍

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Abschnitt (S. 73-138) Reaktion auf das Ergebnis: mehr Beruhigung als Enttäuschung beim Ich-Erzähler; Verzweiflung bei den Eltern → Vater errichtet ein neues Kühlhaus; Mutter leidet an Schädelbruch und tiefer Depression → wirft für ein neues Auto gedachtes Geld ins Feuer Erstreiten eines anthropologisch-erbbiologischen Abstammungsgutachtens vor Gericht Untersuchungen in Heidelberg: Abnahme der Fußabdrücke, Untersuchung der Körperbaus Mittagspause in der Kantine: Monolog des Leichenwagenfahrers u.a. über Krematorien Prof. Dr. Freiherr von Liebstedt: Erfassen der Kopfmerkmale; Berichte des Erzählers über die schmerzhafte Untersuchung werden von den Eltern ignoriert Spaziergang der Familie durch Heidelberg: Ich-Erzähler lenkt sich von eigener Traurigkeit ab und sehnt sich nach Aufmerksamkeit und Mitleid ■ Ergebnis der Fußuntersuchung: Verwandtschaft mit Findelkind 2307 nicht auszuschließen, aber auch nicht eindeutig abzuleiten Tobsuchtsanfall des Vaters auf Heimfahrt aufgrund der „Zeit- und Geldverschwendung"; erhält die Mitteilung, dass in Kühlhaus eingebrochen wurde und die Ware verdorben sei → Zusammenbruch des Vaters Geständnis des Vaters, dass das Kühlhaus aus Sparsamkeit noch nicht versichert worden sei → Einlieferung des Vaters ins Krankenhaus; der Polizist Herr Rudolph kümmert sich um den Ich-Erzähler Mitteilung, dass der Vater in Wahrheit zwei Herzinfarkte erlitten habe: Besuch des Ich- Erzählers beim Vater; dieser stirbt wenige Stunden später 4. Abschnitt (S. 138-175) Mutter hat als neue Chefin des Fleischwaren-Großhandels keine Aufmerksamkeit für den pubertierenden Ich-Erzähler; Unterstützung der Familie durch Herrn Rudolph Ergebnis Untersuchungen werden nachgereicht: Findelkind 2307 sei ,unwahrscheinlich das Kind der Antragsteller“ → ein biomathematisches Zusatzgutachten fehle allerdings noch Ergebnis des Zusatzgutachten: Antragsteller zu 99,73 % nicht Eltern des Findelkindes 2307 Vorhaben der Mutter, (das fast volljährige) Findelkind 2307 zu adoptieren, allerdings ist es bereits adoptiert → Mutter will Findelkind wenigstens einmal sehen und bekommt von Herrn Rudolph die Informationen, dass das Findelkind Heinrich heißt und in einer Metzgerei nahe Porta Westfalica arbeitet Autofahrt zur Metzgerei: Trigeminusneuralgie (= Gesichtsschmerzen) beim Ich-Erzähler; Bericht der Mutter, dass sie einen Heiratsantrag von Herrn Rudolph abgelehnt habe; Anhalten des Wagens vor der Fleischerei Ich-Erzähler erblickt Heinrich durch ein Schaufester und erkennt seine verblüffende Ähnlichkeit mit ihm → Übelkeit des Ich-Erzählers; keine Reaktion von der Mutter; Erblassen Heinrichs bei Anblick des Ich-Erzählers → Befehl der Mutter, nach Hause zu fahren LEKTÜREHILFE ■ ■ ■ ■ ■ Historisch 1945: Flucht, Vertreibung & Umsiedlungen Sprachlosigkeit & Orientierungslosigkeit in der Nachkriegszeit BRD-Wirtschaftswunder INTERPRETATION Fehlende Auseinandersetzung mit NS-Zeit Psychologisch Umgang mit Schuld und Scham Traumatisierung der Mutter instabile Identität des Ich-Erzählers, der keine Empathie und Liebe erfährt Unsicherheit der eigenen Gefühle ■ 1) Fingerabdrücke & Blutanalyse 2) Gesichts- und Schädelvergleich anhand von Fotos ELTERN Art der Untersuchung 3) Anthropologisch-erbbiologisches Gutachten: - Fußabdrücke - Körperbaumerkmale - Kopf-und Gesichtsmessungen - Biomathematisches Zusatzgutachten DER VERLORENE UNTERSUCHUNGEN ■ Biografisch verschwundener Bruder des Autors Günter autobiografisch inspiriert (Eltern aus Rakowiec, Suche mit Rotem Kreuz etc.) Fiktionalisieren dieser Geschichte Wissenschaftskritik unsichere Wahrscheinlichkeitswerte Rückgriff auf NS-Methoden (Vermessungen etc.) unverständliche Fachsprache evtl. Messungenauigkeiten, da Ähnlichkeit → Der Ich-Erzähler bzw. sein Körper wird dabei mehr und mehr zum Vergleichsgegenstand, seine Persönlichkeit mit all einen Bedürfnissen und Ängsten wird von seiner Umgebung aber immer weniger wahrgenommen. Ergebnis: Verwandschaft ist... „,wenig wahrscheinlich" (S. 60) ,,möglich, aber nicht positiv wahrscheinlich" (S. 62) ,in hohem Maße unwahrscheinlich" (S. 73) „keinesfalls auszuschließen“ (S. 125) „mäßig unwahrscheinlich" (S. 150) ,,leidlich zur Frau und leidlich schlecht zum Mann, aber erstaunlich gut zum ehelichen Sohn" passend (S. 151) zu ,,99,73% [...] nicht die Eltern des Findelkindes" (S. 156) SCHULD & SCHAM Schuld: Vater: Rakowiec verlassen´ | Mutter: voreilig Sohn Arnold weggeben → eigene Handlungen als Ursache für die Schuld (= Individualisierung der Schuld) Umgang mit der Schuld: > Weitergabe der Schuld- & Schamgefühle an den Ich-Erzähler keine Liebe, Aufmerksamkeit, keine Gespräche > Vorwürfe an den jüngeren Sohn, über den Verlust von Arnold hinweggekommen zu sein LEKTÜREHILFE ICH-ERZÄHLER ■ ■ Trauma ■ Komik Schuld wird von den Eltern auf ihn und seine Existenz übertragen Umgang mit der Schuld: DER VERLORENE ◇ Gefühl, den Eltern nicht zu genügen und Arnold nicht ersetzen zu können ◇ weiß nicht, warum er sich schuldig fühlt und schämt; schämt sich für banale Dinge ■ Aufmerksamkeit ich-Erzähler wird selten beachtet und sehnt sich nach Aufmerksamkeit & Interesse an ihm Verhaltensauffälligkeiten werden bestraft oder gänzlich ignoriert wird von Eltern nicht wahrgenommen und oftmals übersehen Mutter schafft es nicht den Sohn als Individuum anzusehen und wahrzunehmen THEMEN & MOTIVE Vergewaltigung der Mutter und damit einhergehender Verlust des Sohnes im Verlauf treten zahlreiche Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung auf durch die Traumata ist die Beziehung zum Sohn völlig gestört Lustigmachen über Dinge, die nicht unbedingt lustig sind Situationskomik, Übertreibung, Sprachwitz, Ironie, Satire Fotografie Mittel zum Vergleich des eigenen Ichs des Erzählers mit seinem Bruder Arnold Interpretation des eigenen Werts gegenüber dem Bruder Deindividualisierung durch Hinterkopfaufnahmen des Erzählers, statt Portraits wie Arnold Rahmenstellung für die Handlung, die mit einem Foto beginnt und einem Vergleich der beiden in der Realität endet FORM keine Einteilung in Kapitel, keine Überschriften, nur vier unterschiedlich lange Absätze → grobe Gliederung in 4 Textabschnitte möglich durch absatzloses Schreiben: kontinuierlicher Gedanken- und Erinnerungsstrom des Erzählers → Zeichen seiner emotionalen Involvierung in die Geschehnisse → Gefühl des Ausgeliefert-Seins an den Sog der Ereignisse ◇ 1. Absatz: von der Beschreibung des Babyfotos von Arnold bis zur Nachricht, dass Arnold auf Flucht verhungert sei → Exposition der Problematik ◇ 2. Absatz: von der Mitteilung, dass Arnold nicht tot, sondern verloren gegangen ist, bis zu negativen Ergebnissen der ersten Untersuchungen bzgl. einer Verwandtschaft mit Findelkind 2307 → Komplikation der Handlung ◇ 3. Absatz: von den Reaktionen auf das negative Ergebnis zu den Heidelberger Untersuchungen bis zum Tod des Vaters →vorläufig negativer Höhepunkt