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Erörterung zu Wir Tugendterroristen

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Erörterung zu Wir Tugendterroristen

 Variante Erörterung: Wir Tugendterroristen
Sonntagmorgen, 10 Uhr, am Frühstückstisch. Auf einmal vibriert das Handy. Ein kurzer Blick
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Ein Beispiel zur Erörterung in der 12ten Klasse :)

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Variante Erörterung: Wir Tugendterroristen Sonntagmorgen, 10 Uhr, am Frühstückstisch. Auf einmal vibriert das Handy. Ein kurzer Blick verrät was los ist. SKANDAL! Ein Deutscher Z-Promi hat im Thailand Urlaub einen Tiger gestreichelt der für das Bild ganz eindeutig Beruhigungsmittel gespritzt bekommen hat. Wie kann er nur? Nun beginnt der Shitstorm, von der einen Seite Tierrechtsorganisationen, auf der anderen Seite Follower die empört sind, und dazu kommen etliche Promiportale die natürlich sofort über den Skandal berichten müssen. Nach 2 Tagen ist das ganze wieder vergessen, spätestens wenn der nächste Promi eine Banane isst, die nicht aus Bioanbau stammt. Bernhard Pörksen beschreibt dieses Phänomen in seinem 2012 in der „ZEIT“ erschienen Artikel ,,Wir Tugendterroristen" als ,,Die Epoche der Aufregung". Er beschäftigt sich mit der Mediendemokratie und der dazugehörenden dauerhaften Empörung. Zu Beginn wird unsere Gegenwart als „Epoche der Daueraufregung“, als die Zeit des ,,permanenten Skandals“ beschrieben, jeden Tag gäbe es einen neuen Grund zur Aufregung. Der Autor stellt die Frage, ob das Netz an diesem Phänomen schuld sei (Z.1-9). Dies verneint er daraufhin, denn nach der Schuld zu fragen sei falsch. Manchmal werde das Netz für Skandale und Shitstorms benutzt, doch es biete auch Aufklärung und Transparenz. Die ,,Skandalsucht" sei vielmehr Symptom eines umfassenden Wandels der Kultur und der Medien als Schuld der neuen Medien (Z. 10-20). Aus einer massenmedial...

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geprägten Mediendemokratie sei die Empörungsdemokratie entstanden. Ein einziger Link, ein Foto oder eine kurze Twitter Meldung reiche in dieser Empörungsdemokratie aus, um in wenigen Sekunden alle Aufmerksamkeit zu bekommen (Z.21-31). Ein klarer Wandel sei vor allem in den räumlichen, zeitlichen und kulturellen Grenzen zu erkennen. Gab es früher noch einige Großmächte, so könne heute jeder der Internetempfang und einen Laptop besitzt rasend schnell Dokumente verbreiten ohne großen Aufwand betreiben zu müssen. Das Medienpublikum werde dadurch immer mehr selbst zum Akteur (Z. 32-49). Zusätzlich habe dieser Wandel auch ökonomische Gründe. Erfolgreiche Aufreger seien profitabel und sicheren bei immer mehr Konkurrenz auf dem Medienmarkt für Aufreger. Dies führe zu einer Neigung zum „Tugendterror“; Denn Empörung liefere eine Möglichkeit sich selbst über den anderen zu stellen und Gemeinschaft zu finden und bediene außerdem das menschliche Bedürfnis nach Einfachheit, der Orientierung am Konkreten und dem Sofort-Urteil (Z.49-65). Abschließend betont der Autor, dass all die genannten Elemente in der Summe eine „Skandalierungsspirale“ in Gang setzen die immer neue Opfer suche. Er stellt die Frage was passieren würde, wenn sich alle zu einem klügeren Umgang entschließen würden und genauer überlegen bei welchem Thema die Wut überhaupt lohnend wäre. Diese Idee beschreibt er abschließend allerdings selbst als ,,unrealistisch“ (Z. 66-78). Der Text wirkt weder vorwurfsvoll, noch sarkastisch oder abwertend. Der Autor gibt seine Meinung sachlich wieder und präsentiert letztendlich einen Lösungsansatz, den er allerdings selbst für icht realistisch hält. Trotzdem lehnt er die neuen Medien nicht ab und betont auch die Vorurteile, er sucht den Kompromiss. Schon zu Anfang erläutert Bernhard Pörksen dass das Internet für absurde Spektakel und „Shitstorm(s) ohne Sinn und Verstand“ (Z.13) verwendet werde. Dies ist nicht zu leugnen, doch sind es wirklich nur Shitstorms? Untertreibt der Autor hier nicht? Mobbing ist ein großes, ernstzunehmendes Problem welches mit keinem Wort erwähnt wird. Shitstorms und Skandale verschwinden so schnell wie sie kommen, doch Cybermobbing kann sich über Monate und Jahre ziehen und vor allem junge Menschen für ihr ganzes Leben prägen. Ob es ,,nur" fiese Kommentare sind, oder Bilder die verbreitet werden-Das Internet vergisst nicht. Wurde ein Bild einmal gepostet wird es für immer zu sehen sein und kann einer Person ein Leben lang Angst oder Scham bereiten. Die Zahlen von Selbstmorden unter Kinder und Jugendlichen steigen immer weiter an. Selbsttötung ist in Deutschland nach Verkehrsunfällen die zweithäufigste Todesursache junger Menschen zwischen 15 und 20 Jahren, jedem achten Todesfall unter Jugendlichen in Deutschland liegt ein Suizid zugrunde. Die schweren Folgen von Mobbing werden meist erst erkennbar, wenn es zu spät ist. Schuldige können nicht gefunden werden da die im Internet gegebene Anonymität die Person versteckt. Der Autor sieht hier einen validen Punkt, geht dann allerdings sofort zum nächsten über, doch die Folgen von Cybermobbing sind schwerwiegend und müssen daher unbedingt genauer erläutert werden. Bernhard Pörksen erläutert daraufhin, dass das Internet nicht nur für Shitstorms sorge, sondern auch wichtige Aufklärungsarbeit leiste und Transparenz biete. Doch wer leistet die Aufklärung? Jeder kann Wikipedia Artikel verfassen, ein YouTube Video hochladen oder Twitter Kommentare posten ohne Hintergrundwissen vorweisen zu müssen. Wenn Ich behaupte Angela Merkel komme aus Frankreich und das junge Mädchen das nach Merkels Herkunft googelt weiß es nicht besser, so wird sie mir glauben. Ist das unser Ziel? Qualitätseinbußen für ein breiteres Wissensspektrum? Das Internet kann zwar Aufklärungsarbeit leisten, doch auch Falschinformationen verbreiten, die gefährlich werden können. Nicht umsonst sind viele Ärzte skeptisch bei Patienten, die sich vor dem Praxisbesuch im Internet informiert haben. 82 Prozent der Deutschen googeln ihre Krankheitssymptome, bevor sie einen Arzt aufsuchen. Der häufigste Grund für die Internetrecherche ist, anhand der Ergebnisse entscheiden zu wollen, ob ein Arztbesuch nötig ist oder nicht. Diagnostiziert „Dr. Google" nun bei Kopfschmerzen einen Gehirntumor sind die Menschen unnötig besorgt und Ärzte werden zusätzlich belastet, weil einfache Beschwerden auf einmal zu einer schlimmen Krankheit werden. Diese beiden Punkte sind klare Nachteile des Internets, doch die ,,Netzverteufelung", wie Pörksen sie nennt, ist schlichtweg falsch. Der Autor beschreibt es als Wandel in den räumlichen, zeitlichen und kulturellen Grenzen. Während früher einige große Kanäle über Trends und wichtige Ereignisse bestimmten, kann heute jeder innerhalb weniger Sekunden seine Meinung teilen, Inspiration geben und mitbestimmen. Den etablierten Kanälen stehen nun leicht zugängliche Plattformen gegenüber, die für jeden erreichbar sind. Dies bietet tausende neuer Möglichkeiten. Innerhalb weniger Sekunden kann man sich inspirieren lassen, Wissen aneignen oder sich mit anderen austauschen. Um die Präzision geht es hierbei überhaupt nicht, nicht alles muss stimmen und perfekt sein. Im Mittelpunkt stehen die Kreativität, das Erfinden und Neuentdecken. Vor allem für junge Menschen bieten diese Plattformen Chancen ihre Umwelt aktiv mitzugestalten und sich einzusetzen für wichtige Projekte. Auch erwähnenswert und eng mit dem vorherigen Punkt verbunden ist das aufklärende Potential. Will man etwas wissen muss man nicht mehr in die nächste Bücherei und dort im passenden Lexikon nachschlagen, sondern man fragt Google. Ob all die Informationen wahr sind ist natürlich zu bezweifeln, doch hierfür gibt es Verifizierungen und offizielle Seiten. So hat zum Beispiel die Tagesschau ihren eigenen Instagram Kanal auf welchem sie täglich, vor allem jüngere Menschen, über die wichtigsten Ereignisse des Tages informiert. Die schnelle Verfügbarkeit macht die Recherchen zwar anfälliger für Falschinformationen, doch offizielle, vertrauenswürdige Seiten sind gekennzeichnet und daher erkennbar. Falls es doch zu einem Missverständnis kommt, was passiert dann? Gehen wir auf das Beispiel von „Dr. Google zurück: Ich habe nun meine Symptome gegoogelt und eine ernsthafte Krankheit diagnostiziert bekommen. Also gehe ich zum Arzt, welcher mir nach einer kurzen Untersuchung versichert dass ich die Beschwerden nach einer Woche mit den verschriebenen Tabletten wieder los bin. Hätte ich nicht gegoogelt wäre Ich allerdings auch zum Art gegangen. Man sollte die Hilfe des Internets eher als Chance ansehen. Inzwischen gibt es von Ärzten entwickelte Apps, die nach den Symptomen fragen und mir dann genau erklären können ob sich ein Arztbesuch lohnt. So werden Ärzte entlastet und vor allem in Zeiten des Corona Virus wird die Lage entschleunigt. Das Internet bietet also nicht nur Inspiration, sondern kann sogar fachmännische Hilfe geben. Trotz all den positiven Effekten sieht der Autor auch die Gefahr des Internets. Er wägt positiv und negativ ab. Gerade wegen der schnellen Verfügbarkeit von Information kommt es zu Wetteifern. Wer berichtet als erstes über den neusten Skandal? Wer sieht als erstes das neugeborene Kind der Royals? Skandale sind schlichtweg profitabel. Bei immer größerer Konkurrenz versprechen sie Schlagzeilen und damit Profit. Dies führt laut Pörksens zu einer Spirale. Immer werden neue Opfer gesucht um berichten zu können, jeden Tag muss einen neue Schlagzeile her. Schlagzeilen versprechen nicht nur Profit, sie geben auch einen Anhaltspunkt für die Menschen. Der Mensch sehnt sich nach der Orientierung am Konkreten und Einfachem. Zusätzlich verschaffen Shitstorms ein Gefühl von Gemeinschaft, denn alle stehen auf der selben Seite. Es werden also auch die negativen Punkte erwähnt. Die Sorge die viele Menschen bei der immer weiter ansteigenden Macht der neuen Medien haben ist vermutlich vor allem der Verlust von Individualität, doch das Gegenteil ist der Fall, in den sozialen Medien entstehen tausende neue Ideen und Inspirationen. Trotz allem gibt es ein festes Leitbild und wer von diesem abweicht ist anders und zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Dies kann positiv sein, aber genauso gut nach hinten losgehen. Durch einen kurzen Klick, die falsche Interpretation des Veröffentlichten oder eine falsche Aktion kann man sofort als ,,problematisch“ abgestempelt werden und zum nächsten Skandal werden. Die Idee des Autors jeden dazu aufzurufen sich mehr Gedanken im Umgang mit den Medien zu machen und klüger und sorgfältiger zu handeln ist eine gute Lösung für das Problem, allerdings wie er selbst sagt: ,,unrealistisch".

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Vielen Dank, wirklich hilfreich für mich, da wir gerade genau das Thema in der Schule haben 😁

Ein Beispiel zur Erörterung in der 12ten Klasse :)

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Dies führe zu einer Neigung zum „Tugendterror“; Denn Empörung liefere eine Möglichkeit sich selbst über den anderen zu stellen und Gemeinschaft zu finden und bediene außerdem das menschliche Bedürfnis nach Einfachheit, der Orientierung am Konkreten und dem Sofort-Urteil (Z.49-65). Abschließend betont der Autor, dass all die genannten Elemente in der Summe eine „Skandalierungsspirale“ in Gang setzen die immer neue Opfer suche. Er stellt die Frage was passieren würde, wenn sich alle zu einem klügeren Umgang entschließen würden und genauer überlegen bei welchem Thema die Wut überhaupt lohnend wäre. Diese Idee beschreibt er abschließend allerdings selbst als ,,unrealistisch“ (Z. 66-78). Der Text wirkt weder vorwurfsvoll, noch sarkastisch oder abwertend. Der Autor gibt seine Meinung sachlich wieder und präsentiert letztendlich einen Lösungsansatz, den er allerdings selbst für icht realistisch hält. Trotzdem lehnt er die neuen Medien nicht ab und betont auch die Vorurteile, er sucht den Kompromiss. Schon zu Anfang erläutert Bernhard Pörksen dass das Internet für absurde Spektakel und „Shitstorm(s) ohne Sinn und Verstand“ (Z.13) verwendet werde. Dies ist nicht zu leugnen, doch sind es wirklich nur Shitstorms? Untertreibt der Autor hier nicht? Mobbing ist ein großes, ernstzunehmendes Problem welches mit keinem Wort erwähnt wird. Shitstorms und Skandale verschwinden so schnell wie sie kommen, doch Cybermobbing kann sich über Monate und Jahre ziehen und vor allem junge Menschen für ihr ganzes Leben prägen. Ob es ,,nur" fiese Kommentare sind, oder Bilder die verbreitet werden-Das Internet vergisst nicht. Wurde ein Bild einmal gepostet wird es für immer zu sehen sein und kann einer Person ein Leben lang Angst oder Scham bereiten. Die Zahlen von Selbstmorden unter Kinder und Jugendlichen steigen immer weiter an. 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Wenn Ich behaupte Angela Merkel komme aus Frankreich und das junge Mädchen das nach Merkels Herkunft googelt weiß es nicht besser, so wird sie mir glauben. Ist das unser Ziel? Qualitätseinbußen für ein breiteres Wissensspektrum? Das Internet kann zwar Aufklärungsarbeit leisten, doch auch Falschinformationen verbreiten, die gefährlich werden können. Nicht umsonst sind viele Ärzte skeptisch bei Patienten, die sich vor dem Praxisbesuch im Internet informiert haben. 82 Prozent der Deutschen googeln ihre Krankheitssymptome, bevor sie einen Arzt aufsuchen. Der häufigste Grund für die Internetrecherche ist, anhand der Ergebnisse entscheiden zu wollen, ob ein Arztbesuch nötig ist oder nicht. Diagnostiziert „Dr. Google" nun bei Kopfschmerzen einen Gehirntumor sind die Menschen unnötig besorgt und Ärzte werden zusätzlich belastet, weil einfache Beschwerden auf einmal zu einer schlimmen Krankheit werden. Diese beiden Punkte sind klare Nachteile des Internets, doch die ,,Netzverteufelung", wie Pörksen sie nennt, ist schlichtweg falsch. Der Autor beschreibt es als Wandel in den räumlichen, zeitlichen und kulturellen Grenzen. Während früher einige große Kanäle über Trends und wichtige Ereignisse bestimmten, kann heute jeder innerhalb weniger Sekunden seine Meinung teilen, Inspiration geben und mitbestimmen. Den etablierten Kanälen stehen nun leicht zugängliche Plattformen gegenüber, die für jeden erreichbar sind. Dies bietet tausende neuer Möglichkeiten. Innerhalb weniger Sekunden kann man sich inspirieren lassen, Wissen aneignen oder sich mit anderen austauschen. Um die Präzision geht es hierbei überhaupt nicht, nicht alles muss stimmen und perfekt sein. Im Mittelpunkt stehen die Kreativität, das Erfinden und Neuentdecken. Vor allem für junge Menschen bieten diese Plattformen Chancen ihre Umwelt aktiv mitzugestalten und sich einzusetzen für wichtige Projekte. Auch erwähnenswert und eng mit dem vorherigen Punkt verbunden ist das aufklärende Potential. Will man etwas wissen muss man nicht mehr in die nächste Bücherei und dort im passenden Lexikon nachschlagen, sondern man fragt Google. Ob all die Informationen wahr sind ist natürlich zu bezweifeln, doch hierfür gibt es Verifizierungen und offizielle Seiten. So hat zum Beispiel die Tagesschau ihren eigenen Instagram Kanal auf welchem sie täglich, vor allem jüngere Menschen, über die wichtigsten Ereignisse des Tages informiert. Die schnelle Verfügbarkeit macht die Recherchen zwar anfälliger für Falschinformationen, doch offizielle, vertrauenswürdige Seiten sind gekennzeichnet und daher erkennbar. Falls es doch zu einem Missverständnis kommt, was passiert dann? Gehen wir auf das Beispiel von „Dr. Google zurück: Ich habe nun meine Symptome gegoogelt und eine ernsthafte Krankheit diagnostiziert bekommen. Also gehe ich zum Arzt, welcher mir nach einer kurzen Untersuchung versichert dass ich die Beschwerden nach einer Woche mit den verschriebenen Tabletten wieder los bin. Hätte ich nicht gegoogelt wäre Ich allerdings auch zum Art gegangen. Man sollte die Hilfe des Internets eher als Chance ansehen. Inzwischen gibt es von Ärzten entwickelte Apps, die nach den Symptomen fragen und mir dann genau erklären können ob sich ein Arztbesuch lohnt. So werden Ärzte entlastet und vor allem in Zeiten des Corona Virus wird die Lage entschleunigt. Das Internet bietet also nicht nur Inspiration, sondern kann sogar fachmännische Hilfe geben. Trotz all den positiven Effekten sieht der Autor auch die Gefahr des Internets. Er wägt positiv und negativ ab. Gerade wegen der schnellen Verfügbarkeit von Information kommt es zu Wetteifern. Wer berichtet als erstes über den neusten Skandal? Wer sieht als erstes das neugeborene Kind der Royals? Skandale sind schlichtweg profitabel. Bei immer größerer Konkurrenz versprechen sie Schlagzeilen und damit Profit. Dies führt laut Pörksens zu einer Spirale. Immer werden neue Opfer gesucht um berichten zu können, jeden Tag muss einen neue Schlagzeile her. Schlagzeilen versprechen nicht nur Profit, sie geben auch einen Anhaltspunkt für die Menschen. Der Mensch sehnt sich nach der Orientierung am Konkreten und Einfachem. Zusätzlich verschaffen Shitstorms ein Gefühl von Gemeinschaft, denn alle stehen auf der selben Seite. Es werden also auch die negativen Punkte erwähnt. Die Sorge die viele Menschen bei der immer weiter ansteigenden Macht der neuen Medien haben ist vermutlich vor allem der Verlust von Individualität, doch das Gegenteil ist der Fall, in den sozialen Medien entstehen tausende neue Ideen und Inspirationen. Trotz allem gibt es ein festes Leitbild und wer von diesem abweicht ist anders und zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Dies kann positiv sein, aber genauso gut nach hinten losgehen. Durch einen kurzen Klick, die falsche Interpretation des Veröffentlichten oder eine falsche Aktion kann man sofort als ,,problematisch“ abgestempelt werden und zum nächsten Skandal werden. Die Idee des Autors jeden dazu aufzurufen sich mehr Gedanken im Umgang mit den Medien zu machen und klüger und sorgfältiger zu handeln ist eine gute Lösung für das Problem, allerdings wie er selbst sagt: ,,unrealistisch".