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Heinrich Heine: “Deutschland. Ein Wintermärchen”

Heinrich Heine: “Deutschland. Ein Wintermärchen”

 Heinrich Heine: “Deutschland. Ein
Heinrich Heines Leben (1797-1856)
●
●
Wintermärchen"
* Dezember 1797 in Düsseldorf
† Februar 1856 in Pari

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Heinrich Heine: “Deutschland. Ein Wintermärchen”

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Zusammenfassung zu Heinrich Heines Werk “Deutschland. Ein Wintermärchen”: Leben von Heinrich Heine, Heine als politischer Dichter, Analyse des Werks (Titel und Vorwort, Zusammenfassung der Capute)

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Heinrich Heine: “Deutschland. Ein Heinrich Heines Leben (1797-1856) ● ● Wintermärchen" * Dezember 1797 in Düsseldorf † Februar 1856 in Paris Vater war jüdischer Kaufmann ● besucht israelitische Privatschule und später (nach Gesetzänderung durften auch jüdische Kinder christliche Schulen besuchen) städtische christliche Grundschule ● ● 1811 erlebt Napoleons Einzug in Düsseldorf (verehrt ihn für Einführung Code civil) Ausbildung zum Bankkaufmann bei Onkel Salomon in Hamburg (fühlte sich entgegen der Meinung seines Vaters nicht für Beruf des Bankiers geeignet) ● 1818 erhält finanzielle Mittel für eigenes Geschäft, aber ihm fehlen jegliche kaufmännische Fähigkeiten ● Harry: Geburtsname Henry: in Frankreich genannt Heinrich: Dichter ● Pleite 1819 Jurastudium in Bonn, Göttingen und Berlin; neben juristischen Vorlesung nahm er auch an philosophischen und historischen teil (Unterstützung durch Onkel) 1824 Veröffentlichung seines Reiseberichts Harzreise, Begegnung mit Goethe 1825 Studium beendet, erhält Doktortitel Taufe auf Namen Christian Johann Heinrich (befreite sich aus der geistigen und sozialen Isolierung des Judentums damaliger Zeiten, wollte am kulturellen und öffentlichen Leben als gleichberechtigtes Mitglied teilnehmen); fand aber trotzdem nur bedingt Akzeptanz versuchte nach mehrfach, einen bürgerlichen Beruf zu ergreifen bewarb sich als Advokat und Syndikus in Hamburg sowie als Professor in Berlin und München (fand jedoch überall nur Ablehnung aufgrund seiner ausgeprägten liberalen Gesinnung → als merkwürdig und suspekt eingestuft) ● erste Gedichte bereits 1816 unter Pseudonym Sy. Freudhold Riesenharf (Verlagsbeziehungen mit Campe) ● 1827 Erscheinung Lyrikband "Buch der Lieder"; öffnete ihm Türen zu mehreren etablierten...

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Zeitschriften ● regelmäßige Veröffentlichung von Gedichten, Rezensionen und kleinen Prosaartikeln; provozierende Bemerkungen und Äußerungen in Artikeln brachten ihm Ärger mit staatlichen Behörden ein → erstmalig Kritik und Schikane seines Heimatlandes ausgesetzt) sein Plauderton und die desillusionierten Schlussfolgerungen einiger seiner Gedichte gefielen den konservativeren Rezensenten weniger bis gar nicht Reisen nach Italien, Frankreich, England und an Nordsee 1831 nach erneutem vergeblichen Versuch Anstellung zu ergreifen Frankreich um zweite Schaffensperiode zu beginnen → Exil nach ● Arbeit als Redakteur der Augsburger Allgemeinen Zeitung (schrieb über Leben im deutschen Nachbarland) ● musste kurze Zeit später Publikationen beenden (große Teile des Volkes von seinen Ideen angetan, aber waren Obrigkeit Dorn im Auge) 1835 teilweise Verbot und strenge Zensierung seiner Arbeiten vom deutschen Bundestag (er will angeblich die bestehenden sozialen Verhältnisse abwerten) formulierte seine Gedanken neu, aber nicht mehr so direkt wie bisher ● ● ● ● Anfang 1840er: schrieb erneut für Augsburger Allgemeine Zeitung (beurteilte politische Zustän) 1841 Heirat mit Crescence Augustine Mirat (nannte sie Mathilde, sprach kein Deutsch) 1843 Besuch der Mutter, unternimmt letzte Reisen nach D, Dezember Tod Onkel Salomon, Entstehung "Deutschland. Ein Wintermärchen" 1844 "Neue Gedichte" › aggressive Satire auf herrschende Köpfe 1848 Matratzengruft (Zusammenbruch, wird fast vollständig gelähmt ans Bett gefesselt, erblindete fast vollständig) 1854 Veröffentlichung seines Werkes "Vermischte Schriften" Heine als politischer Dichter ● ● Aufruf zur Revolution zieht sich durch seine Werke arbeitet oft mit “Altdeutschland” und “Neudeutschland" ironisch Die schlesischen Weber (1844) ● beschäftigt sich mit Ständegesellschaft → “König der Reichen" ● Weber verfluchen Gott, König und Vaterland für Unterdrückung fordert Weber auf, sich gegen Obrigkeit zu wehren Intention: auf Missstände aufmerksam machen ● durch Wiederholung von "Wir weben, wir weben" - → monotonen Alltag darstellen ● angespannte, wütende Stimmung; monotone Elemente erkennbar Das Elend und der Aufruhr der Weber (1844) 04.-06.06.1844 → Aufstand der Baumwollweber ● demonstrierten gegen katastrophalen Lebens- und Arbeitsbedingungen, bis der Protest am dritten Tag vom preußischen Militär blutig niedergeschlagen wurde ● Schwerpunkt: Ungerechtigkeiten aufzeigen ● klare Fakten- und Autoritätsargumente → will zeigen, dass er gut recherchiert hat zwei Liebende (blass und mager) erfrieren in der Nacht, da sie zu arm sind für Essen/Wolldecken am nächsten Morgen: Doktor stellt Tod fest, empfiehlt ironisch Wolldecken und gesunde Ernährung ● Woyzeck: Arme konnten sich ebenfalls nicht aus Situation befreien, waren gefangen; Büchner stellt alles sehr realistisch dar, Heine eher ironisch und metaphorisch bildlich (möchte Leser durch Zuspitzung schocken) Analyse von "Deutschland. Ein Wintermärchen" Allgemeines über das Werk Versepos, gilt als bedeutendste SAtire des 19. Jhd Entstehung: unmittelbare Verfassung nach ende seiner Deutschlandreise, die Heine 1843 unternahm (Besuch der Mutter) ● Form: Reisebeschreibung, wobei der "fremde" Deutsche aus dem Exil seine Heimat aufsucht Werk ist in 27 Capute unterteilt (Caput = Vortäuschung von Sachlichkeit) Motiv Heines nehmen auch andere Autoren wieder auf (z.B. H. Mann in "Der Untertan") ● ● Analyse des Titels/Vorwort ● Winter Stillstand/Rückzug ins Private; damals eher negativ, da nicht klar ob man Kälte übersteht ● Heines Wortwahl und Formulierungen waren zu Beginn zu scharf musste es mehrfach überarbeiten ● Inhalt der Satire: Kritik am militärischen Preußen, Kaisertum, teutonischen Nationalismus, Kirche, Philistertum poetische Mittel: Verse in vierzeiligen Strophen mit abwechselnd vierhebigen Anversen und dreihebigen Abversen Volksballadenform Unterschied zwischen Satire, Ironie und Parodie Satire literarische Form der Kritik und Verspottung herrschender Verhältnisse; Mittel: Übertreibung, treffender Wortwitz, gewisse Aggressivität; will entlarven, verspotten, eine kritische Haltung hervorrufen (gegenüber gesellschaftlichen Verhältnissen) Ironie Kritik und Verspottung herrschender Verhältnisse; Mittel: Verstellung/Verkehrung, Gesagtes nicht wörtlich nehmen, Gemeintes und Gesagtes im indirekten Verhältnis zueinander Parodie verzerrende, übertreibende oder verspottende Nachahmung eines bekannten Werkes; Form wird beibehalten, Inhalt humoristisch verändert → komischer Effekt besteht aus Spannung zwischen dem bekannten Ideal und der Nachahmung Die einzelnen Capute Caput 1 - An der Grenze ● lyrisches Ich kommt an deutsche Grenze: gemischte Gefühle, darunter Heimweh; bricht in Tränen aus ist gerührt davon, wieder zuhause zu sein kleines Mädchen spielt an Grenze mit Harfe ein Lied (Kirche predigt ihr, sie muss das Diesseits ertragen; im Jenseits erwartet sie besseres Leben/Paradies) lyrisches Ich möchte "neues Lied singen" und Verhältnisse ändern; möchte nicht auf Himmelsreich warten, möchte bereits im Diesseits Paradies errichten (also bereits auf Erden glücklich sein) ● ● ● Parodie: "Den Himmel überlassen wir den Engeln und den Spatzen" gewünschte Veränderungen: Kirche soll Wahrheit predigen; genug Nahrung für alle (Beispiel: Zuckerschoten) Funktion: Rahmenbildung Caput 2-Zollkontrolle und Zollverein sein Gepäck wird nach Schmuck und Büchern untersucht ● lyrisches Ich erwidert: “Ihr könnt zwar mein Gepäck durchsuchen, nicht aber meine Gedanken" ● anderer Reisender lobt Grenzkontrollen Mittel, um wirtschaftliche Einheit D herbeizuführen (für geistige/ideelle Einheit sei Zensur zuständig) ● Heine macht sich ironisch über Gleichmacherei lustig (Zollverein für materielle Gleichheit zuständig "erster Schritt zur deutschen Einheit") Caput 3 - In Aachen ● Aachen → Kaiserpfalz; Carolus Magnus - Karl der Große ● erste Station: Aachen, erscheint ihm äußerst langweilig ● beobachtet auf Straßen reformiertes preußisches Militär (zwar anders gekleidet, aber trotzdem noch “Staat im Staate” → erinnert noch immer ans Mittelalter) ● Soldaten bewegen sich eckig und steif; ebenso wie übriges Volk seien sie nach außen arrogant und im Innern ängstlich und unterwürfig ● Satire: bezeichnet Pickelhaube als Blitzableiter verspottet rückwärtsgewandte Haltung der Deutschen, die sich auch in ihrer romantischen Dichtung widerspiegele Widerspruch zu seiner Kritik: eigene Sehnsucht nach bescheidenem Leben als Autor in Stuttgart (statt im Exil) ● verhöhnt Reichsadler: würde ihn gern (ebenso wie König) zum Abschuss freigeben Caput 4 ● kritisiert Kirche und Klerus (klagt die Kirche ihrer Untaten an, erwähnt Kreuzzüge und "Hexenverfolgungen") sieht im Kölner Dom Feind der Vernunft → erleichtert, dass Dombau seit Luther unvollendet blieb und hofft, dass es trotz Unterstützung aus Volk auch so bleibe → Kritik am Bau und Weiterbau des Doms ● Caput 5 fiktives Gespräch: Erzähler tröstet "Vater Rhein” (Fluss), um den sich Deutsche und Franzosen streiten; erzählt ihm von Veränderungen der Franzosen ● kann Situation gut einschätzen da er viel über gesellschaftliche Zustände in F weiß Caput 6/7 - Der Doppelgänger ● ● ● nächtlicher Traum: Erzähler ist mit seinem Begleiter in Köln unterwegs lobt Betten in D ("dort sind die Deutschen zuhause"; andere Nationen sind auf Erde zuhause, Deutsche im Himmelsreich) markiert im Vorübergehen Häuser mit Blut deren Bewohner müssen sterben in Dreikönigsgruft im Dom sitzen Kaspar, Melchior und Balthasar als lächerliche Skelette auf ihren Sarkophagen Im Traum werden sie vom Begleiter zerschmettert ● Funktion des Doppelgängers: setzt in Fantasie des lyrischen Ichs Taten um ● verspottet Heilige Drei Könige "Kirche predigt immer Wasser und trinkt eigentlich Wein" ● ● ● denkt über Auswirkungen seiner Schriften nach fiktiver Reisebegleiter: Heines Alter Ego/"Ausführer seiner Taten" dunkle und vermummte Gestalt, trägt Beil mit sich Caput 8-10 ● Fortsetzung der Reise führt durch Mülheim; fährt Kutsche ● kühle, feuchte Luft, Kot und Morast auf dem Weg kommen Erzähler heimatlich vor ● trauert Napoleon nach Mülheim trauriger Ort (keine gesellschaftlichen Verhältnisse/Neuerungen) 1831 hatten Menschen hier ihre Hoffnungen auf Freiheit und Freude durch Einzug der Franzosen gesetzt, wurden aber enttäuscht: Stadt gehört noch immer zu Preußen ● schätzt typisch deutsche und schwere Mahlzeiten, die er in Hagen zu sich nimmt (Sauerkraut) Kritik an deutscher Behaglichkeit und Wohlleben ● Einkehr in Gasthaus in Unna weckt Erinnerungen an westfälische Freunde, die er während des Studiums kennen gelernt hat verspottet Westfalen als einfältig und gefühlsbetont letzte beiden Strophen ironisch: Fürbitte wie im Gottesdienst → “Amen” am Ende

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* Dezember 1797 in Düsseldorf
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So ein schöner Lernzettel 😍😍 super nützlich und hilfreich!

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Ein Wintermärchen" 1844 "Neue Gedichte" › aggressive Satire auf herrschende Köpfe 1848 Matratzengruft (Zusammenbruch, wird fast vollständig gelähmt ans Bett gefesselt, erblindete fast vollständig) 1854 Veröffentlichung seines Werkes "Vermischte Schriften" Heine als politischer Dichter ● ● Aufruf zur Revolution zieht sich durch seine Werke arbeitet oft mit “Altdeutschland” und “Neudeutschland" ironisch Die schlesischen Weber (1844) ● beschäftigt sich mit Ständegesellschaft → “König der Reichen" ● Weber verfluchen Gott, König und Vaterland für Unterdrückung fordert Weber auf, sich gegen Obrigkeit zu wehren Intention: auf Missstände aufmerksam machen ● durch Wiederholung von "Wir weben, wir weben" - → monotonen Alltag darstellen ● angespannte, wütende Stimmung; monotone Elemente erkennbar Das Elend und der Aufruhr der Weber (1844) 04.-06.06.1844 → Aufstand der Baumwollweber ● demonstrierten gegen katastrophalen Lebens- und Arbeitsbedingungen, bis der Protest am dritten Tag vom preußischen Militär blutig niedergeschlagen wurde ● Schwerpunkt: Ungerechtigkeiten aufzeigen ● klare Fakten- und Autoritätsargumente → will zeigen, dass er gut recherchiert hat zwei Liebende (blass und mager) erfrieren in der Nacht, da sie zu arm sind für Essen/Wolldecken am nächsten Morgen: Doktor stellt Tod fest, empfiehlt ironisch Wolldecken und gesunde Ernährung ● Woyzeck: Arme konnten sich ebenfalls nicht aus Situation befreien, waren gefangen; Büchner stellt alles sehr realistisch dar, Heine eher ironisch und metaphorisch bildlich (möchte Leser durch Zuspitzung schocken) Analyse von "Deutschland. Ein Wintermärchen" Allgemeines über das Werk Versepos, gilt als bedeutendste SAtire des 19. Jhd Entstehung: unmittelbare Verfassung nach ende seiner Deutschlandreise, die Heine 1843 unternahm (Besuch der Mutter) ● Form: Reisebeschreibung, wobei der "fremde" Deutsche aus dem Exil seine Heimat aufsucht Werk ist in 27 Capute unterteilt (Caput = Vortäuschung von Sachlichkeit) Motiv Heines nehmen auch andere Autoren wieder auf (z.B. H. Mann in "Der Untertan") ● ● Analyse des Titels/Vorwort ● Winter Stillstand/Rückzug ins Private; damals eher negativ, da nicht klar ob man Kälte übersteht ● Heines Wortwahl und Formulierungen waren zu Beginn zu scharf musste es mehrfach überarbeiten ● Inhalt der Satire: Kritik am militärischen Preußen, Kaisertum, teutonischen Nationalismus, Kirche, Philistertum poetische Mittel: Verse in vierzeiligen Strophen mit abwechselnd vierhebigen Anversen und dreihebigen Abversen Volksballadenform Unterschied zwischen Satire, Ironie und Parodie Satire literarische Form der Kritik und Verspottung herrschender Verhältnisse; Mittel: Übertreibung, treffender Wortwitz, gewisse Aggressivität; will entlarven, verspotten, eine kritische Haltung hervorrufen (gegenüber gesellschaftlichen Verhältnissen) Ironie Kritik und Verspottung herrschender Verhältnisse; Mittel: Verstellung/Verkehrung, Gesagtes nicht wörtlich nehmen, Gemeintes und Gesagtes im indirekten Verhältnis zueinander Parodie verzerrende, übertreibende oder verspottende Nachahmung eines bekannten Werkes; Form wird beibehalten, Inhalt humoristisch verändert → komischer Effekt besteht aus Spannung zwischen dem bekannten Ideal und der Nachahmung Die einzelnen Capute Caput 1 - An der Grenze ● lyrisches Ich kommt an deutsche Grenze: gemischte Gefühle, darunter Heimweh; bricht in Tränen aus ist gerührt davon, wieder zuhause zu sein kleines Mädchen spielt an Grenze mit Harfe ein Lied (Kirche predigt ihr, sie muss das Diesseits ertragen; im Jenseits erwartet sie besseres Leben/Paradies) lyrisches Ich möchte "neues Lied singen" und Verhältnisse ändern; möchte nicht auf Himmelsreich warten, möchte bereits im Diesseits Paradies errichten (also bereits auf Erden glücklich sein) ● ● ● Parodie: "Den Himmel überlassen wir den Engeln und den Spatzen" gewünschte Veränderungen: Kirche soll Wahrheit predigen; genug Nahrung für alle (Beispiel: Zuckerschoten) Funktion: Rahmenbildung Caput 2-Zollkontrolle und Zollverein sein Gepäck wird nach Schmuck und Büchern untersucht ● lyrisches Ich erwidert: “Ihr könnt zwar mein Gepäck durchsuchen, nicht aber meine Gedanken" ● anderer Reisender lobt Grenzkontrollen Mittel, um wirtschaftliche Einheit D herbeizuführen (für geistige/ideelle Einheit sei Zensur zuständig) ● Heine macht sich ironisch über Gleichmacherei lustig (Zollverein für materielle Gleichheit zuständig "erster Schritt zur deutschen Einheit") Caput 3 - In Aachen ● Aachen → Kaiserpfalz; Carolus Magnus - Karl der Große ● erste Station: Aachen, erscheint ihm äußerst langweilig ● beobachtet auf Straßen reformiertes preußisches Militär (zwar anders gekleidet, aber trotzdem noch “Staat im Staate” → erinnert noch immer ans Mittelalter) ● Soldaten bewegen sich eckig und steif; ebenso wie übriges Volk seien sie nach außen arrogant und im Innern ängstlich und unterwürfig ● Satire: bezeichnet Pickelhaube als Blitzableiter verspottet rückwärtsgewandte Haltung der Deutschen, die sich auch in ihrer romantischen Dichtung widerspiegele Widerspruch zu seiner Kritik: eigene Sehnsucht nach bescheidenem Leben als Autor in Stuttgart (statt im Exil) ● verhöhnt Reichsadler: würde ihn gern (ebenso wie König) zum Abschuss freigeben Caput 4 ● kritisiert Kirche und Klerus (klagt die Kirche ihrer Untaten an, erwähnt Kreuzzüge und "Hexenverfolgungen") sieht im Kölner Dom Feind der Vernunft → erleichtert, dass Dombau seit Luther unvollendet blieb und hofft, dass es trotz Unterstützung aus Volk auch so bleibe → Kritik am Bau und Weiterbau des Doms ● Caput 5 fiktives Gespräch: Erzähler tröstet "Vater Rhein” (Fluss), um den sich Deutsche und Franzosen streiten; erzählt ihm von Veränderungen der Franzosen ● kann Situation gut einschätzen da er viel über gesellschaftliche Zustände in F weiß Caput 6/7 - Der Doppelgänger ● ● ● nächtlicher Traum: Erzähler ist mit seinem Begleiter in Köln unterwegs lobt Betten in D ("dort sind die Deutschen zuhause"; andere Nationen sind auf Erde zuhause, Deutsche im Himmelsreich) markiert im Vorübergehen Häuser mit Blut deren Bewohner müssen sterben in Dreikönigsgruft im Dom sitzen Kaspar, Melchior und Balthasar als lächerliche Skelette auf ihren Sarkophagen Im Traum werden sie vom Begleiter zerschmettert ● Funktion des Doppelgängers: setzt in Fantasie des lyrischen Ichs Taten um ● verspottet Heilige Drei Könige "Kirche predigt immer Wasser und trinkt eigentlich Wein" ● ● ● denkt über Auswirkungen seiner Schriften nach fiktiver Reisebegleiter: Heines Alter Ego/"Ausführer seiner Taten" dunkle und vermummte Gestalt, trägt Beil mit sich Caput 8-10 ● Fortsetzung der Reise führt durch Mülheim; fährt Kutsche ● kühle, feuchte Luft, Kot und Morast auf dem Weg kommen Erzähler heimatlich vor ● trauert Napoleon nach Mülheim trauriger Ort (keine gesellschaftlichen Verhältnisse/Neuerungen) 1831 hatten Menschen hier ihre Hoffnungen auf Freiheit und Freude durch Einzug der Franzosen gesetzt, wurden aber enttäuscht: Stadt gehört noch immer zu Preußen ● schätzt typisch deutsche und schwere Mahlzeiten, die er in Hagen zu sich nimmt (Sauerkraut) Kritik an deutscher Behaglichkeit und Wohlleben ● Einkehr in Gasthaus in Unna weckt Erinnerungen an westfälische Freunde, die er während des Studiums kennen gelernt hat verspottet Westfalen als einfältig und gefühlsbetont letzte beiden Strophen ironisch: Fürbitte wie im Gottesdienst → “Amen” am Ende