Kapitel 1: Diederichs Entwicklung zum Untertan
Diederich Heßling wächst in einer autoritären Familie in Netzig auf, wo er regelmäßig Prügel von seinem Vater bezieht. Überraschenderweise verehrt er diese Behandlung und sieht sie als Zeichen der Liebe und Anerkennung. Seine Mutter verachtet er, weil er sich selbst in ihr erkennt.
Für Diederich gibt es drei große Instanzen: Gott, seine Lehrer und seinen Vater. Er entwickelt früh ein Verhaltensmuster, das ihn zum perfekten Untertan macht - er unterwirft sich den Mächtigen und tyrannisiert die Schwächeren. In der Schule verpetzt er Mitschüler und hänselt seinen jüdischen Mitschüler, um Beifall zu bekommen.
Nach dem Gymnasium zieht Diederich zum Chemiestudium nach Berlin, wo er sich trotz anfänglicher Ängstlichkeit den Neutotonian anschließt. Er lernt die Familie Göppel kennen und verliebt sich in deren Tochter Agnes. Nach dem Tod seines Vaters soll Diederich die Fabrik übernehmen, möchte aber zuvor sein Studium beenden und wie Wolfgang Buck ein Jahr dienen.
Merke dir: Diederichs Charakter zeigt sich in einer interessanten Dualität: Er verachtet die Schwachen (wie seine Mutter), während er die Starken (wie seinen Vater) verehrt und nachahmt. Diese wichtige Textstelle in Kapitel 1 zeigt bereits den Grundkonflikt des gesamten Romans.







