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Interpretation „Der Filialleiter“ von Thomas Hürlimann

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 Interpretation ,,Der Filialleiter"- Thomas Hürlimann
Die Kurzgeschichte „Der Filialleiter“ aus dem Jahr 1992, geschrieben von Thomas Hürlim

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Alina T

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11/9/10

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Eine Interpretation von der Kurzgeschichte „Der Filialleiter“ von Thomas Hürlimann

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Interpretation ,,Der Filialleiter"- Thomas Hürlimann Die Kurzgeschichte „Der Filialleiter“ aus dem Jahr 1992, geschrieben von Thomas Hürlimann thematisiert die gestörte Kommunikation eines Ehepaars. Maria-Lisa und ihr Ehemann Willy sitzen auf der Couch, als Maria auf dem Fernsehbildschirm erscheint. In einer Show erklärt sie, dass ihr Mann sie anekle. Daraufhin ist der Filialleiter Willy geschockt, konfrontiert seine Frau jedoch nicht. Maria-Lisa ist ebenfalls nicht dabei, dass Gespräch zu suchen. Der Abend läuft weiterhin wie gewohnt. Meiner Meinung nach ist die Kernaussage des Textes, die bestehende Angst der Konfrontation aufgrund ihrer gestörten Kommunikation, die sich durch ihr Verhalten zueinander zeigt. Das Geschehen wird durch den Er-/Sie-Erzähler an den Leser vermittelt. Dadurch, dass der Erzähler die Gefühle und Gedanken des Filialleiters Willy kennt, ist dieser auch personal (Vgl. Z. 4,16). Die Kurzgeschichte ist hauptsächlich in der Außenperspektive geschrieben. Es gibt aber ebenfalls Momente der Innenperspektive, wo die Gedanken von dem Ehemann geschildert werden. Bei der Darbietungsform handelt es sich vorwiegend um den Erzählerbericht. Man findet aber auch die erlebte Rede im Text vor. Jedoch taucht davon die direkte Rede nur kurz und wenig auf (Vgl. Z. 8, 9, 17, 18, 37), was auf die fehlende Kommunikation des Ehepaares hinweist. Es ist außerdem zu erwähnen, dass größtenteils Zeitdeckung in der Zeitgestaltung der Geschichte existiert. Der Filialeiter Willy wird von dem Erzähler...

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direkt charakterisiert und die Ehefrau Maria-Lisa indirekt. Der erste Abschnitt des Textes beginnt mit einem direkten Einstieg in das Geschehen. Der Filialleiter eines Supermarkts sieht seine Frau, mit der er gerade auf der Couch sitzt (Vgl. Z.10) im Fernsehen und „erschrak zu Tode“ (Z. 4). Hierbei wird eine Hyperbel genutzt, um den Schock des Mannes zu verdeutlichen und die Situation so zu verstärken. Es ist außerdem ein Hinweis, darauf, dass es sich hier um die Innenperspektive handelt, da seine Gefühle dem Leser bekannt sind. Es geht weiter mit einer erlebten Rede, wodurch seine Fassungslosigkeit über seine Maria-Lisa klar wird (Vgl. Z. 4f.). Auf die Frage, was sie für ihren Mann empfinde, die von der Moderatorin der laufenden Sendung gestellt wird, antwortet sie mit einem kurzen „Nichts“ (Z.8). Diese kurze Aussage vermittelt ein Gefühl von Kälte und Herzlosigkeit ihrer Seite. Sie ist entschlossen und ihre Gefühlslage wird so deutlich dargestellt. Mit dem Ausruf ,,Maria-Lisa!" (Z. 9), was eine direkte Rede ist, zeigt Willy sein überrascht Sein auf ihr Verhalten, geht jedoch nicht weiter verbal darauf ein. Seine Körpersprache veranschaulicht allerdings die Aufregung, die er in sich verspürt. „Mit zittriger Hand suchte er den Unterarm seiner Frau." (Z. 9f.) macht dies klar und Willy will sich so versichern, dass das was gerade passiert ist, auch real ist und, dass seine Frau auch wirklich neben ihm sitzt. Die folgenden Zeilen zeigen ihren Ablauf, den das Ehepaar jeden Abend aufs Neue folgen. Willy und Maria- Lisa sitzen nebeneinander, schauen fern und nehmen ein Fußbad (Vgl. Z.10f.). Der Satzbeginn ,,Wie jeden Abend" macht klar, dass es bei den beiden in ihrer Ehe zu einer Routine geworden ist. Obwohl sie nebeneinandersitzen, gibt es einem das Gefühl von fehlender Zuneigung zwischen dem Paar. Bei der Aussage „Das stundenlange stehen im Supermarkt machte ihnen zu schaffen." (Z.12) handelt es sich um eine Zeitraffung, die den Stress und die Müdigkeit der Charaktere ausdrückt. Ihre Ehe scheint eingeschlafen zu sein, aufgrund des sich immer wiederholenden Alltags und ihrem Mangel an Kommunikation. Am Ende des zweiten Abschnitts wird die Frau, als „Bildschirm-Maria-Lisa“ (Z.13) bezeichnet. Dies ist ein Neologismus, der die Zweiseitigkeit Marias beleuchtet. Für Willy ist sie ein komplett anderer Mensch im Fernsehen, dementsprechend verhält sie sich dort auch anders als zuhause. Ihr Fernsehauftritt geht weiter. Sie lächelt in der Show (Vgl.Z.13), was ein wenig paradox zu der Situation ist und provokant wirkt. Willys Frau beschreibt, dass sie schon längst über den Hass hinaus sei (Vgl.Z.13f.), sie hegt also keinerlei Gefühle mehr für ihn. In ihrem Fernsehauftritt wirkt sie somit sehr gefühlskalt, wodurch man als Leser wenig Sympathie für sie parat hat. In dem folgenden Abschnitt wird die Körpersprache Willys aufgezeigt, die demgemäß auch passend zu seiner Situation ist. „Er schnaufte, krallte seine Finger in ihr Fleisch und stierte in den Kasten." (Z. 15f.). Er steht somit noch immer unter Panik. Maria-Lisa zeigt weder eine verbale noch nonverbale Reaktion auf sein Verhalten (Vgl. Z.16). Ihre Kommunikation ist so gestört, dass immer noch keinerlei Konfrontation zwischen den beiden Charakteren herrscht. Der Erzähler gibt uns mit dem Satz ,,Hier, fand er, war sie flacher als im Leben." einen Einblick in Willys Gedanken und einen Vergleich, der veranschaulicht, dass seine Frau deutlich unsensibler im Fernsehen ist. Außerdem wird seine Abneigung zu ihr verdeutlicht. Im nächsten Satz taucht noch ein Neologismus auf. Das „Was-darfs-denn-sein-Gesicht“ (Z.17), dass Maria-Lisa aufsetzte, gibt einem einen Eindruck von Falschheit ihrer Seite. Es scheint so, als ob sie ein anderer Charakter im Fernsehen ist, um vermutlich gut und unschuldig rüber zu kommen. Sie sagt daraufhin, dass ihr Willy sie anekle (Vgl.Z.17f.), was paradox scheint, da sie ihn trotzdem noch als ,,mein Willy" bezeichnet. Sie sieht ihn also noch, als ihren Ehemann. Dies lässt darauf schließend, dass sie nicht die Intention hat, ihn zu verlassen, trotz ihrer Gefühlslage. Die geschockte Reaktion auf ihre Aussage, wird mit dem Ausruf „Und das in Großaufnahme!" (Z.19) ausgedrückt. Willy schaut sich daraufhin in seiner Umgebung um (Vgl. Z.21f.). Dies scheint ein Versuch zu sein, um den Schock seiner Seite zu verarbeiten. In den nächsten Zeilen zählt er die Dinge in dem Raum auf (Vgl. Z.22-24). Es handelt sich um eine Aufzählung des Inventars, wobei er seine Frau als Ding bezeichnet (Vgl. Z.24). Laut ihm ist sie neben dem Gummibaum und der Kuckucksuhr Bestandteil der Gegenstände, somit wird ebenfalls die Ablehnende Haltung des Mannes deutlich. Er nimmt sie nicht richtig als Mensch und als seine Ehefrau war. Die Kuckucksuhr (Vgl. Z.23) kann hierbei auch, als Symbol für die Falschheit der Frau gesehen werden. Diese Raumgestaltung ist ein Stimmungsraum, der den schlechten Gemütszustand der Figuren durch die bedrückte Atmosphäre beschreibt. Das ganze Wohnzimmer repräsentiert ihre Ehe. Alles ist am gleichen Ort und es existieren dort keine Dinge, wie Fotos oder Lieblingsgegenstände, die das liebevolle darstellen könnten. „Kein Spuk-Wirklichkeit!“ (Z.24) ist eine Ellipse in Willys Gedankengang und trägt zur Dramatik der Situation bei. Maria-Lisa zeigt keinerlei Anschein darauf, an einer Konfrontation interessiert zu sein. Sie gießt heißes Wasser in ihre Fußbäder nach (Vgl. Z.26), folgt so ihrer Routine und nicht der Absicht ihre gestörte Kommunikation zu verbessern. Der Ausruf „Ungeheuerlich!" (Z.28) zeigt, dass er die Aktion seiner Frau nicht nachvollziehen kann. Es ist bemerkbar, dass er sich vor dem Konflikt scheut, da er sie nicht direkt anspricht. Die folgende erlebte Rede macht klar, dass Willy sich immer noch fragt, was seine Frau mit dem Auftritt bezwecken wollte (Vgl. Z. 31). ,,Er wusste nur das eine: Vor seinen Augen wurde sein Supermarkt zerstört." (Z.32). Dieser Gedankengang seiner Seite konkretisiert seine schlechte Stellung zu seiner Ehefrau und, dass das einzige was ihn dieser Situation interessiert, sein geliebter Supermarkt ist. Es lässt darauf schließen, dass seine Filiale ihm wichtiger, als seine eigene Frau ist. In der weiterführenden Handlung reicht Maria-Lisa ihm ein Frotteetuch (Vgl. Z. 33), damit er sich abtrocknen kann. Diese Aktion von ihr zeigt das Führsorgliche in ihr und, dass sie sich um ihren Willy kümmert, welches ein Unterschied zum Verhalten der ,,Bildschirm-Maria-Lisa" ist. Doch er stieg noch nicht aus (Vgl. Z.32), sondern ließ sein „totes Paar Füße“ noch im Wasser. Man könnte hier das ,,totes Paar Füße" als Metapher für ihre „tote" Ehe sehen. Dies zeigt, dass ihre Ehe am Ende ist, jedoch scheint es, als ob keiner die Absicht hat sich scheiden zu lassen, aufgrund von wohlmöglich praktischen Gründen, wie ihr Supermarkt. Maria-Lisa macht daraufhin die Aussage, dass das Wasser kalt werde (Vgl. Z. 37). Wenn man diese wörtliche Rede Marias mit dem Kommunikationsquadrat von Schulz von Thun betrachtet, sieht man, dass sie etwas mit dem Gesagten bewirken will. Ihr Appell an Willy ist: „Du sollst aus dem Wasser kommen!“. Die Beziehungsebene könnte man folgendermaßen interpretieren: ,,Sorge dich doch mal um mich und gib dir Mühe mit unserer Ehe!". Ihre Selbstkundgabe würde sein, dass es ihr schlecht in der Ehe gehe und, dass sie nicht mehr glücklich sei. Der Text schließt mit ihrer weiterfolgenden Abendroutine ab. Sie sitzen nebeneinander, er trinkt Bier und sie knabbert Salzstangen, als wäre nichts gewesen (Vgl. Z.39f.). Das Ende bleibt somit offen. Es gab keinerlei Konfrontation. Betrachtet man nun ihre gestörte Kommunikation mithilfe der Kommunikationstheorie von Watzlawick sind einige Dinge erkennbar. Das erste Axiom Watzlawicks besagt, dass man nicht nicht kommunizieren kann. Dieses trifft offensichtlich zu, da die beiden miteinander kommunizieren. Es ist jedoch eine sehr mangelhafte und gestörte verbale und nonverbale Kommunikation zwischen den beiden. Das zweite Axiom heißt, dass jede Kommunikation einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt hat, wobei Letztere den Ersten bestimmt. Aufgrund ihrer gestörten Beziehung zueinander, leidet ihre Kommunikation natürlich auch darunter. Sie reden kaum miteinander und konfrontieren sich nicht mal mehr bei wichtigen Situationen, deshalb trifft dieses Axiom auf die beiden Charaktere zu. Das dritte Axiom, welches beschreibt, dass Kommunikation immer Ursache und Wirkung ist eher nichtzutreffend. Willy und Maria-Lisa sind in einer so kaputten Ehe, dass sie nicht mal mehr aufeinander reagieren und es keine wirklich folgenden Kommunikationen zwischen ihnen gibt. Kommunikation bedient sich analoger und digitaler Modalitäten, ist das vierte Axiom. Nonverbale und verbale Funktion ist bei dem Ehepaar teilweise vertreten, jedoch nicht sehr oft. Man findet hauptsächlich analoge Modalitäten bei dem Ehepaar dieser Kurzgeschichte vor. Im fünften Axiom geht es um Kommunikationsabläufe, die symmetrisch oder komplementär sind. In dem Text „der Filialleiter“ findet man beide Abläufe zwischen dem Ehepaar vor. Sie versuchen sich gegenseitig zu dominieren. Der Mann bezeichnet sie, als Ding (Vgl. Z.24) und seine Frau sagt, dass, er sie anekle (Vgl. Z. 17f.). Beide agieren aber auch mit schlechter Kommunikation symmetrisch zueinander. Rückblickend auf die Deutungshypothese, kann man sagen, dass sie sich bestätigt hat. Es gab keinerlei Konfrontation darauf, dass Maria-Lisa sich im Fernsehen schlecht über ihre Ehe mit Willy äußerte. Die Kommunikation zwischen dem Ehepaar ist schon so gestört, dass sie nicht mal mehr aufeinander regieren. Trotz dessen, dass Willy sich fragt, warum seine Frau so etwas tun würde, spricht er sie nicht darauf an. Die Frau sagt ebenfalls nichts zu ihrem Verhalten. Die zwei Charaktere scheinen kein Interesse an einer Scheidung zu haben und gehen deshalb einfach ihrer abendlichen Routine nach.

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Die Kurzgeschichte „Der Filialleiter“ aus dem Jahr 1992, geschrieben von Thomas Hürlim

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(Z. 9), was eine direkte Rede ist, zeigt Willy sein überrascht Sein auf ihr Verhalten, geht jedoch nicht weiter verbal darauf ein. Seine Körpersprache veranschaulicht allerdings die Aufregung, die er in sich verspürt. „Mit zittriger Hand suchte er den Unterarm seiner Frau." (Z. 9f.) macht dies klar und Willy will sich so versichern, dass das was gerade passiert ist, auch real ist und, dass seine Frau auch wirklich neben ihm sitzt. Die folgenden Zeilen zeigen ihren Ablauf, den das Ehepaar jeden Abend aufs Neue folgen. Willy und Maria- Lisa sitzen nebeneinander, schauen fern und nehmen ein Fußbad (Vgl. Z.10f.). Der Satzbeginn ,,Wie jeden Abend" macht klar, dass es bei den beiden in ihrer Ehe zu einer Routine geworden ist. Obwohl sie nebeneinandersitzen, gibt es einem das Gefühl von fehlender Zuneigung zwischen dem Paar. Bei der Aussage „Das stundenlange stehen im Supermarkt machte ihnen zu schaffen." (Z.12) handelt es sich um eine Zeitraffung, die den Stress und die Müdigkeit der Charaktere ausdrückt. Ihre Ehe scheint eingeschlafen zu sein, aufgrund des sich immer wiederholenden Alltags und ihrem Mangel an Kommunikation. Am Ende des zweiten Abschnitts wird die Frau, als „Bildschirm-Maria-Lisa“ (Z.13) bezeichnet. Dies ist ein Neologismus, der die Zweiseitigkeit Marias beleuchtet. Für Willy ist sie ein komplett anderer Mensch im Fernsehen, dementsprechend verhält sie sich dort auch anders als zuhause. Ihr Fernsehauftritt geht weiter. Sie lächelt in der Show (Vgl.Z.13), was ein wenig paradox zu der Situation ist und provokant wirkt. Willys Frau beschreibt, dass sie schon längst über den Hass hinaus sei (Vgl.Z.13f.), sie hegt also keinerlei Gefühle mehr für ihn. In ihrem Fernsehauftritt wirkt sie somit sehr gefühlskalt, wodurch man als Leser wenig Sympathie für sie parat hat. In dem folgenden Abschnitt wird die Körpersprache Willys aufgezeigt, die demgemäß auch passend zu seiner Situation ist. „Er schnaufte, krallte seine Finger in ihr Fleisch und stierte in den Kasten." (Z. 15f.). Er steht somit noch immer unter Panik. Maria-Lisa zeigt weder eine verbale noch nonverbale Reaktion auf sein Verhalten (Vgl. Z.16). Ihre Kommunikation ist so gestört, dass immer noch keinerlei Konfrontation zwischen den beiden Charakteren herrscht. Der Erzähler gibt uns mit dem Satz ,,Hier, fand er, war sie flacher als im Leben." einen Einblick in Willys Gedanken und einen Vergleich, der veranschaulicht, dass seine Frau deutlich unsensibler im Fernsehen ist. Außerdem wird seine Abneigung zu ihr verdeutlicht. Im nächsten Satz taucht noch ein Neologismus auf. Das „Was-darfs-denn-sein-Gesicht“ (Z.17), dass Maria-Lisa aufsetzte, gibt einem einen Eindruck von Falschheit ihrer Seite. Es scheint so, als ob sie ein anderer Charakter im Fernsehen ist, um vermutlich gut und unschuldig rüber zu kommen. Sie sagt daraufhin, dass ihr Willy sie anekle (Vgl.Z.17f.), was paradox scheint, da sie ihn trotzdem noch als ,,mein Willy" bezeichnet. Sie sieht ihn also noch, als ihren Ehemann. Dies lässt darauf schließend, dass sie nicht die Intention hat, ihn zu verlassen, trotz ihrer Gefühlslage. Die geschockte Reaktion auf ihre Aussage, wird mit dem Ausruf „Und das in Großaufnahme!" (Z.19) ausgedrückt. Willy schaut sich daraufhin in seiner Umgebung um (Vgl. Z.21f.). Dies scheint ein Versuch zu sein, um den Schock seiner Seite zu verarbeiten. In den nächsten Zeilen zählt er die Dinge in dem Raum auf (Vgl. Z.22-24). Es handelt sich um eine Aufzählung des Inventars, wobei er seine Frau als Ding bezeichnet (Vgl. Z.24). Laut ihm ist sie neben dem Gummibaum und der Kuckucksuhr Bestandteil der Gegenstände, somit wird ebenfalls die Ablehnende Haltung des Mannes deutlich. Er nimmt sie nicht richtig als Mensch und als seine Ehefrau war. Die Kuckucksuhr (Vgl. Z.23) kann hierbei auch, als Symbol für die Falschheit der Frau gesehen werden. Diese Raumgestaltung ist ein Stimmungsraum, der den schlechten Gemütszustand der Figuren durch die bedrückte Atmosphäre beschreibt. Das ganze Wohnzimmer repräsentiert ihre Ehe. Alles ist am gleichen Ort und es existieren dort keine Dinge, wie Fotos oder Lieblingsgegenstände, die das liebevolle darstellen könnten. „Kein Spuk-Wirklichkeit!“ (Z.24) ist eine Ellipse in Willys Gedankengang und trägt zur Dramatik der Situation bei. Maria-Lisa zeigt keinerlei Anschein darauf, an einer Konfrontation interessiert zu sein. Sie gießt heißes Wasser in ihre Fußbäder nach (Vgl. Z.26), folgt so ihrer Routine und nicht der Absicht ihre gestörte Kommunikation zu verbessern. Der Ausruf „Ungeheuerlich!" (Z.28) zeigt, dass er die Aktion seiner Frau nicht nachvollziehen kann. Es ist bemerkbar, dass er sich vor dem Konflikt scheut, da er sie nicht direkt anspricht. Die folgende erlebte Rede macht klar, dass Willy sich immer noch fragt, was seine Frau mit dem Auftritt bezwecken wollte (Vgl. Z. 31). ,,Er wusste nur das eine: Vor seinen Augen wurde sein Supermarkt zerstört." (Z.32). Dieser Gedankengang seiner Seite konkretisiert seine schlechte Stellung zu seiner Ehefrau und, dass das einzige was ihn dieser Situation interessiert, sein geliebter Supermarkt ist. Es lässt darauf schließen, dass seine Filiale ihm wichtiger, als seine eigene Frau ist. In der weiterführenden Handlung reicht Maria-Lisa ihm ein Frotteetuch (Vgl. Z. 33), damit er sich abtrocknen kann. Diese Aktion von ihr zeigt das Führsorgliche in ihr und, dass sie sich um ihren Willy kümmert, welches ein Unterschied zum Verhalten der ,,Bildschirm-Maria-Lisa" ist. Doch er stieg noch nicht aus (Vgl. Z.32), sondern ließ sein „totes Paar Füße“ noch im Wasser. Man könnte hier das ,,totes Paar Füße" als Metapher für ihre „tote" Ehe sehen. Dies zeigt, dass ihre Ehe am Ende ist, jedoch scheint es, als ob keiner die Absicht hat sich scheiden zu lassen, aufgrund von wohlmöglich praktischen Gründen, wie ihr Supermarkt. Maria-Lisa macht daraufhin die Aussage, dass das Wasser kalt werde (Vgl. Z. 37). Wenn man diese wörtliche Rede Marias mit dem Kommunikationsquadrat von Schulz von Thun betrachtet, sieht man, dass sie etwas mit dem Gesagten bewirken will. Ihr Appell an Willy ist: „Du sollst aus dem Wasser kommen!“. Die Beziehungsebene könnte man folgendermaßen interpretieren: ,,Sorge dich doch mal um mich und gib dir Mühe mit unserer Ehe!". Ihre Selbstkundgabe würde sein, dass es ihr schlecht in der Ehe gehe und, dass sie nicht mehr glücklich sei. Der Text schließt mit ihrer weiterfolgenden Abendroutine ab. Sie sitzen nebeneinander, er trinkt Bier und sie knabbert Salzstangen, als wäre nichts gewesen (Vgl. Z.39f.). Das Ende bleibt somit offen. 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