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Interpretation- Romanauszug Ruhm

 Pia Koch, 11e
Interpretation eines Romanauszugs
Daniel Kehlmann-Ruhm
In dem 1. Kapitel „Stimmen“ des Romans „Ruhm ein Roman in neun Geschic

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Interpretation des 1. Kapitels aus dem Roman „Ruhm“ von Daniel Kehlmann - Charakterisierung Ebling - Analyse der Sprache

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Pia Koch, 11e Interpretation eines Romanauszugs Daniel Kehlmann-Ruhm In dem 1. Kapitel „Stimmen“ des Romans „Ruhm ein Roman in neun Geschichten“, welcher 2009 von Daniel Kehlmann verfasst wurde, erzählt dieser die Geschichte eines Technikers namens Ebling, der sich nach langem Zögern dazu entschließt, ein Handy zu kaufen und seitdem unbekannte Anrufe und Nachrichten erhält. Von da an nimmt er die Identität eines Ralfs ein. Der mir vorliegende Romanauszug handelt von Eblings negativen Empfindungen in seinem sozialen Umfeld, insbesondere auf seine Mitmenschen. Seine technikbezogene Arbeit wird diesen antithetisch gegenübergestellt und verdeutlicht die große Bedeutung dieser für ihn im Leben. Das 1. Kapitel lässt sich in sechs Abschnitte gliedern. Im ersten Abschnitt (Z. 1-12) erfolgt die Vorstellung des Hauptcharakters Ebling, der sich auf Grund von Unerreichbarkeit und ständiger Beschwerde dazu entschließt, ein Handy zu kaufen. Thema des zweiten Abschnittes sind die ersten unbekannten Anrufer, die einen Ralf zu sprechen erwarten (Z. 13-31). Im dritten Abschnitt (Z. 32-45) erfolgt eine Nachfrage Eblings beim Kundendienst, um herauszufinden, weshalb er fremde Anrufe erhält. Thematisierend im fünften Abschnitt sind Eblings Eindrücke und Empfindungen gegenüber seinem sozialen Umfeld, die er als besonders nervend und störend wahrnimmt (Z. 32-52). Der sechste Abschnitt berichtet über Eblings Arbeit an defekten Computern, welche ihm im Gegensatz dazu im Leben Freude bereitet und erfüllt (Z. 53-73). In der ersten Geschichte des Romanes ,,Ruhm“...

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verkörpert der technikbegeisterte Ebling die Hauptfigur. Er ist Techniker und trotzdem ist er dieser skeptisch gegenübergestellt. Ebling geht eher als Einzelgänger durchs Leben. Auf der Arbeit wird er geschätzt für seine Leistung (Vgl. Z.), jedoch begrenzt sich sein Bekanntenkreis auf ein paar Arbeitskollegen. Versteh das jetzt bitte nicht falsch. Aber wer sollte dich schon anrufen?“ (Z.444f.) Er verweigert die Anschaffung eines Handys, da er sich nicht der aggressiven Strahlung aussetzen wollte (Vgl. Z. 2f.). Auf Grund von mehreren Beschwerden, gab er nun nach und kaufte sich eines (Vgl. Z. 8f.). Seine negative Einstellung zu Handys verschwindet jedoch und er bewundert die Form und das elegante Aussehen (Vgl. Z. 10f.). Dies zeigt, dass Ebling ein Mensch ist, der vielen Dingen von Grund auf mit Zweifeln begegnet. Ebenfalls nimmt er zu Beginn das Problem mit den fremden Anrufern eher passiv hin ohne sich groß darüber aufzuregen. Als beim Anruf im Kundendienst ihm erläutert wird, dass dies nicht passieren könnte, zeigt er keinerlei Widerstand, da er nicht begabt darin sei, sehr erregt zu reagieren, um die Frau eines besseren zu belehren (Vgl. Z. 42f.). Ebling ist verheiratet, jedoch ist er mit seiner Ehe unzufrieden. Die Beziehung ist eher distanziert und harmonielos. ,,Diese Nacht fasste er zum ersten Mal seit langem wieder seine Frau an." (Z.213f.). Offenbar schenkt er seiner Frau wenig Liebe und Zuneigung. Die Beziehung wirkt fremd, da seine Frau auf seine Nähe verblüfft und verwirrt reagiert (Vgl. Z.221f.). Er nimmt sein soziales Umfeld als durchaus negativ und störend war. Ebling führt ein sehr tristes Sozialleben. So beschreibt er seine Frau als ,,geistesabwesend" (Z.59) und beschwert sich über ihre Kochfähigkeiten sowie über die Bücher, die sie las (Vgl. Z. 59f.). Des Weiteren berichtet er auch weniger stolz über seine beiden Kinder. An seinem Sohn stört ihn seine nicht intelligente Art und seine Tochter bezeichnet er als fremd (Vgl. Z. 61f.). Ferner beschwert er sich über die überfüllten Pia Koch, 11e öffentlichen Verkehrsmittel (Vgl. Z.54) sowie die dünnen Wände, durch die er seine Nachbarn schnarchen hört (Vgl. Z.62f.). Daraus kann man schließen, dass Ebling ein sehr mürrischer, pessimistischer Mensch ist, der sich an wenig Dingen im Leben erfreuen kann und seinen Besitz sowie seine Beziehungen wenig wertschätzt. Die Bezeichnung Eblings von seiner Frau, die ihn mit einer Betonmischmaschine vergleicht, verdeutlicht, dass er eine sehr primitive, kalte sowie unruhige Person ist (Vgl. Z.83-87). Seine Arbeit als Computertechniker hingegen ist er voll gewidmet und diese macht ihm Spaß. Er beschäftigt sich lieber mit seinen Computergeräten und versucht diese zu reparieren anstatt seine Beziehungen zu pflegen und wieder aufzubauen. Die Gedanken an die Technik und die menschliche Abhängigkeit dieser, lösen bei ihm Herzklopfen aus und scheinen mit das Einzige zu sein, mit jenem er sich beschäftigt und auseinandersetzt (Vgl. Z.67-83). Nach und nach flüchtet Ebling jedoch in die Welt der fremden Anrufe und nimmt die Identität des Ralfs ein. Er findet Gefallen daran, das Leben des Unbekannten Ralfs zu steuern. Sogar seine Arbeit vernachlässigt er dadurch (Vgl. Z.120f.). Dies illustriert sich daran, dass er sogar ohne einen Gedanken daran zu verlieren, vergessen hatte, auf der Arbeit zu erscheinen (Vgl. Z.379-382.). Sein Leben wird durch das Leben von Ralf bestimmt. Das zuvor verweigerte Handy nimmt nun eine immer größere Bedeutung in seinem Leben ein. „So fühlte es sich also an, wenn man etwas hatte, auf das man sich freute"(Z.176f.). Durch seine neue Identität verspürt Ebling ständig das Bedürfnis, sich dem Leben von Ralf mehr zu widmen. Er hat nun die Macht im Namen von Ralf Dinge zu entscheiden und seinen Lebensweg zu beeinflussen. Ebling beginnt nun immer mehr mit den Anrufern zu agieren und sich mit diesen und Ralfs Beziehungen auseinanderzusetzen. Vermutlich ist sein Interesse weiter geweckt worden, aus seinem eintönigen, tristen Alltag auszubrechen, mit diesem er sowieso nicht im Einklang stand. Ebling konzentriert sich nur noch auf das, es wirkt schon wie eine Art Abhängigkeit. Dies zeigt sich daran, dass Ebling immer ungeduldiger auf neue Anrufe wartet und sogar selbst den Drang verspürt, eine der Nummern anzurufen ,,Er wartete und horchte, aber es wollte nicht läuten (Z.406f.) Sein eigenes Leben rückt immer mehr in den Hintergrund. Vom anfänglichen mürrischen Menschen, der Handys verweigerte und seinen eigenen Problemen gleichgültig gegenübertritt, entwickelt sich Ebling zu einer neuen Persönlichkeit, der zwar nicht seinem eigenen Leben Aufmerksamkeit schenkt, jedoch sich immer abhängiger und interessierter an Ralfs Leben zeigt. Wendet man sich der Sprachgestaltung des Roman-Auszuges zu, wird deutlich, dass die Wortwahl durch die negativen Einflüsse in Eblings Leben, der Standardsprache oder auch Umgangssprache entspricht. ,,Von der einen Seite preßte sich eine fette Frau an ihn“ (Z.55f.). Durch die durchweg beleidigenden und nichtbeschönigenden Adjektive, wird Eblings Stimmung und Einstellung zu seinem sozialen Umfeld verdeutlicht. Die vielen Adjektive und der vorliegende Verbalstil lassen den Text dynamischer wirken und bringen seine Übellaunigkeit noch mehr zum Vorschein. ,,Von der anderen starrte ein schnurrbärtiger Mann ihm an, wie einen verschworenen Feind“ (Z.56f.). Auch hier wird wieder gezeigt, wie sehr er seine Mitmenschen als nervend und belästigend empfindet und gibt dabei von seiner Persönlichkeit zu erkennen, dass er menschenfeindlich ist. Seine unbehagliche negative Stimmung äußert sich auch durch seine ungepflegten Beziehungen zu seiner Frau und zu seinen beiden Kindern. Seine Frau ist ,,geistesabwesend“, er besitzt „keinen intelligenten" Sohn und seine Tochter wirkt auf ihn „fremd“ (Vgl. Z. 58-62). Dies lässt darauf schließen, dass Ebling durch seine verdrossene, passive Persönlichkeit, die Fehler nur bei anderen Menschen in seinem sozialen Umfeld wahrnimmt und stark kritisiert, jedoch sich nicht selbst hinterfragt. Seine Arbeit hingegen, die dem sozialen Umfeld gegenübergestellter wird, ist Pia Koch, 11e geprägt von Verniedlichungen der Adjektive, die demonstrieren, wie sehr Ebling seine Arbeit wertschätzt und wie viel Spaß ihm diese macht. So bezeichnet er die einzelnen Computerteile als „fragil“ „kleine denkenden Scheibchen" sowie als „kompliziert“ und „rätselhaft" (Vgl. Z. 70f.). Die vielen verwendeten Verben schließen darauf zurück, wie sehr sich Ebling mit seiner Arbeit auseinandersetzt und alles versucht, um die technischen Geräte wieder in Arbeit zu versetzen (Vgl. Z.68-76). Betrachtend auf den Satzbau ist dieser beginnend durch Aussagesätze gekennzeichnet, die seine Empfindungen zu seinen Mitmenschen erläutern (Vgl. Z.58-66). Der Text wird durch den hypotaktischen Stil geprägt. ,,Es störte ihn, daß er durch die zu dünnen Wände immer seine Nachbarn schnarchen hörte" (Z.62f.). Durch diese Hypotaxen werden seine Wahrnehmungen mehr unterstrichen und erklären seinen Zustand, warum er sie als so störend empfindet. Ab Zeile 70 stehen die Sätze im parataktischen Stil. „Niemand durchschaute sie ganz; niemand konnte wirklich sagen, warum sie mit einemmal ausfielen oder sonderbare Dinge taten"(Z.72-74). Seine Aussagesätze stehen in Form von einer Aufzählung (Vgl. Z. 58f.). Ebenso erfolgt eine Aufzählung technischer Begriffe, die Ebling nachts durch beunruhigende Gedanken nicht schlafen lassen. „All die Flugzeuge, die elektronisch gesteuerten Waffen, die Rechner in den Banken“ (Z.81f.). Dies erklärt, dass die Technik Ebling im Leben mehr beschäftigt, als sein soziales Umfeld und er sich mit den Problemen, die die fortschreitende Technik mit sich bringt, mehr auseinandersetzt. Rhetorische und stilistische Mittel, die der Autor verwendet, sind zum Einen die Hyperbel. Durch diese, soll der Eindruck Eblings auf übertriebene Weise stärker zum Ausdruck gebracht werden und seinen Standpunkt zu seinem Leben demonstriert werden (Vgl. Z.54-66) ,,Besonders aber störten ihn die vollen Bahnen zur Stoßzeit“ (Z.64f.). Hier wird als rhetorisches Mittel die Klimax verwendet, um Eblings Aussageintensität zu seinen negativen Empfindungen noch mehr zu verstärken. Von den Dingen die ihn im Leben stören, folgt eine antithetische Gegenüberstellung zu seiner Arbeit, über die er nur positives berichtet. „Seine Arbeit aber mochte er“ (Z.67). Ebenso wird verstärkt die Anapher eingesetzt, die durch die wiederholenden Satzanfänge „Es störte ihn" (Z.58-64) gekennzeichnet ist und dem Leser klar zu erkennen geben, wie belästigend er sein Leben wahrnimmt und sich daran stört. Dadurch wird ebenfalls eine negative und beunruhigende Stimmung erzeugt. In Zeile 56f. findet ein Vergleich statt. Der schnurrbärtige Mann wird verglichen mit einem verschworenen Feind. Auch hier soll wieder illustriert werden, dass Ebling die Menschen so wahrnimmt, als würden sie sich alle gegen ihn stellen, weshalb er von Grund auf immer alles negative und feindliche in Menschen interpretiert. Ein bildhafter Vergleich prägt den Text in Zeile 84f... „Dann fragt Elke ihn ärgerlich, warum er nicht ruhig liege, da könne man sein Bett ja ebensogut mit einer Betonmischmaschine teilen" (Z.83f-85). Diese Metapher wird eingesetzt, um Eblings Unruhe zu demonstrieren, aber auch um seine primitive, kalte und langweilige Persönlichkeit zu zeigen. Insgesamt will der Autor durch die Vielzahl der sprachlichen Mittel Eblings Persönlichkeit der Leserschaft näher bringen, sie aber dadurch vermutlich auch zum Nachdenken anregen, das soziales Umfeld mehr zu schätzen zu lernen, anstatt mit Vorurteilen und Feindlichkeit durch das Leben zu gehen.

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So ein schöner Lernzettel 😍😍 super nützlich und hilfreich!

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Pia Koch, 11e Interpretation eines Romanauszugs Daniel Kehlmann-Ruhm In dem 1. Kapitel „Stimmen“ des Romans „Ruhm ein Roman in neun Geschichten“, welcher 2009 von Daniel Kehlmann verfasst wurde, erzählt dieser die Geschichte eines Technikers namens Ebling, der sich nach langem Zögern dazu entschließt, ein Handy zu kaufen und seitdem unbekannte Anrufe und Nachrichten erhält. Von da an nimmt er die Identität eines Ralfs ein. Der mir vorliegende Romanauszug handelt von Eblings negativen Empfindungen in seinem sozialen Umfeld, insbesondere auf seine Mitmenschen. Seine technikbezogene Arbeit wird diesen antithetisch gegenübergestellt und verdeutlicht die große Bedeutung dieser für ihn im Leben. Das 1. Kapitel lässt sich in sechs Abschnitte gliedern. Im ersten Abschnitt (Z. 1-12) erfolgt die Vorstellung des Hauptcharakters Ebling, der sich auf Grund von Unerreichbarkeit und ständiger Beschwerde dazu entschließt, ein Handy zu kaufen. Thema des zweiten Abschnittes sind die ersten unbekannten Anrufer, die einen Ralf zu sprechen erwarten (Z. 13-31). Im dritten Abschnitt (Z. 32-45) erfolgt eine Nachfrage Eblings beim Kundendienst, um herauszufinden, weshalb er fremde Anrufe erhält. Thematisierend im fünften Abschnitt sind Eblings Eindrücke und Empfindungen gegenüber seinem sozialen Umfeld, die er als besonders nervend und störend wahrnimmt (Z. 32-52). Der sechste Abschnitt berichtet über Eblings Arbeit an defekten Computern, welche ihm im Gegensatz dazu im Leben Freude bereitet und erfüllt (Z. 53-73). In der ersten Geschichte des Romanes ,,Ruhm“...

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Als beim Anruf im Kundendienst ihm erläutert wird, dass dies nicht passieren könnte, zeigt er keinerlei Widerstand, da er nicht begabt darin sei, sehr erregt zu reagieren, um die Frau eines besseren zu belehren (Vgl. Z. 42f.). Ebling ist verheiratet, jedoch ist er mit seiner Ehe unzufrieden. Die Beziehung ist eher distanziert und harmonielos. ,,Diese Nacht fasste er zum ersten Mal seit langem wieder seine Frau an." (Z.213f.). Offenbar schenkt er seiner Frau wenig Liebe und Zuneigung. Die Beziehung wirkt fremd, da seine Frau auf seine Nähe verblüfft und verwirrt reagiert (Vgl. Z.221f.). Er nimmt sein soziales Umfeld als durchaus negativ und störend war. Ebling führt ein sehr tristes Sozialleben. So beschreibt er seine Frau als ,,geistesabwesend" (Z.59) und beschwert sich über ihre Kochfähigkeiten sowie über die Bücher, die sie las (Vgl. Z. 59f.). Des Weiteren berichtet er auch weniger stolz über seine beiden Kinder. An seinem Sohn stört ihn seine nicht intelligente Art und seine Tochter bezeichnet er als fremd (Vgl. Z. 61f.). Ferner beschwert er sich über die überfüllten Pia Koch, 11e öffentlichen Verkehrsmittel (Vgl. Z.54) sowie die dünnen Wände, durch die er seine Nachbarn schnarchen hört (Vgl. Z.62f.). Daraus kann man schließen, dass Ebling ein sehr mürrischer, pessimistischer Mensch ist, der sich an wenig Dingen im Leben erfreuen kann und seinen Besitz sowie seine Beziehungen wenig wertschätzt. Die Bezeichnung Eblings von seiner Frau, die ihn mit einer Betonmischmaschine vergleicht, verdeutlicht, dass er eine sehr primitive, kalte sowie unruhige Person ist (Vgl. Z.83-87). Seine Arbeit als Computertechniker hingegen ist er voll gewidmet und diese macht ihm Spaß. Er beschäftigt sich lieber mit seinen Computergeräten und versucht diese zu reparieren anstatt seine Beziehungen zu pflegen und wieder aufzubauen. Die Gedanken an die Technik und die menschliche Abhängigkeit dieser, lösen bei ihm Herzklopfen aus und scheinen mit das Einzige zu sein, mit jenem er sich beschäftigt und auseinandersetzt (Vgl. Z.67-83). Nach und nach flüchtet Ebling jedoch in die Welt der fremden Anrufe und nimmt die Identität des Ralfs ein. Er findet Gefallen daran, das Leben des Unbekannten Ralfs zu steuern. Sogar seine Arbeit vernachlässigt er dadurch (Vgl. Z.120f.). Dies illustriert sich daran, dass er sogar ohne einen Gedanken daran zu verlieren, vergessen hatte, auf der Arbeit zu erscheinen (Vgl. Z.379-382.). Sein Leben wird durch das Leben von Ralf bestimmt. Das zuvor verweigerte Handy nimmt nun eine immer größere Bedeutung in seinem Leben ein. „So fühlte es sich also an, wenn man etwas hatte, auf das man sich freute"(Z.176f.). Durch seine neue Identität verspürt Ebling ständig das Bedürfnis, sich dem Leben von Ralf mehr zu widmen. Er hat nun die Macht im Namen von Ralf Dinge zu entscheiden und seinen Lebensweg zu beeinflussen. Ebling beginnt nun immer mehr mit den Anrufern zu agieren und sich mit diesen und Ralfs Beziehungen auseinanderzusetzen. Vermutlich ist sein Interesse weiter geweckt worden, aus seinem eintönigen, tristen Alltag auszubrechen, mit diesem er sowieso nicht im Einklang stand. Ebling konzentriert sich nur noch auf das, es wirkt schon wie eine Art Abhängigkeit. Dies zeigt sich daran, dass Ebling immer ungeduldiger auf neue Anrufe wartet und sogar selbst den Drang verspürt, eine der Nummern anzurufen ,,Er wartete und horchte, aber es wollte nicht läuten (Z.406f.) Sein eigenes Leben rückt immer mehr in den Hintergrund. Vom anfänglichen mürrischen Menschen, der Handys verweigerte und seinen eigenen Problemen gleichgültig gegenübertritt, entwickelt sich Ebling zu einer neuen Persönlichkeit, der zwar nicht seinem eigenen Leben Aufmerksamkeit schenkt, jedoch sich immer abhängiger und interessierter an Ralfs Leben zeigt. Wendet man sich der Sprachgestaltung des Roman-Auszuges zu, wird deutlich, dass die Wortwahl durch die negativen Einflüsse in Eblings Leben, der Standardsprache oder auch Umgangssprache entspricht. ,,Von der einen Seite preßte sich eine fette Frau an ihn“ (Z.55f.). Durch die durchweg beleidigenden und nichtbeschönigenden Adjektive, wird Eblings Stimmung und Einstellung zu seinem sozialen Umfeld verdeutlicht. Die vielen Adjektive und der vorliegende Verbalstil lassen den Text dynamischer wirken und bringen seine Übellaunigkeit noch mehr zum Vorschein. ,,Von der anderen starrte ein schnurrbärtiger Mann ihm an, wie einen verschworenen Feind“ (Z.56f.). Auch hier wird wieder gezeigt, wie sehr er seine Mitmenschen als nervend und belästigend empfindet und gibt dabei von seiner Persönlichkeit zu erkennen, dass er menschenfeindlich ist. Seine unbehagliche negative Stimmung äußert sich auch durch seine ungepflegten Beziehungen zu seiner Frau und zu seinen beiden Kindern. Seine Frau ist ,,geistesabwesend“, er besitzt „keinen intelligenten" Sohn und seine Tochter wirkt auf ihn „fremd“ (Vgl. Z. 58-62). Dies lässt darauf schließen, dass Ebling durch seine verdrossene, passive Persönlichkeit, die Fehler nur bei anderen Menschen in seinem sozialen Umfeld wahrnimmt und stark kritisiert, jedoch sich nicht selbst hinterfragt. Seine Arbeit hingegen, die dem sozialen Umfeld gegenübergestellter wird, ist Pia Koch, 11e geprägt von Verniedlichungen der Adjektive, die demonstrieren, wie sehr Ebling seine Arbeit wertschätzt und wie viel Spaß ihm diese macht. So bezeichnet er die einzelnen Computerteile als „fragil“ „kleine denkenden Scheibchen" sowie als „kompliziert“ und „rätselhaft" (Vgl. Z. 70f.). Die vielen verwendeten Verben schließen darauf zurück, wie sehr sich Ebling mit seiner Arbeit auseinandersetzt und alles versucht, um die technischen Geräte wieder in Arbeit zu versetzen (Vgl. Z.68-76). Betrachtend auf den Satzbau ist dieser beginnend durch Aussagesätze gekennzeichnet, die seine Empfindungen zu seinen Mitmenschen erläutern (Vgl. Z.58-66). Der Text wird durch den hypotaktischen Stil geprägt. ,,Es störte ihn, daß er durch die zu dünnen Wände immer seine Nachbarn schnarchen hörte" (Z.62f.). Durch diese Hypotaxen werden seine Wahrnehmungen mehr unterstrichen und erklären seinen Zustand, warum er sie als so störend empfindet. Ab Zeile 70 stehen die Sätze im parataktischen Stil. „Niemand durchschaute sie ganz; niemand konnte wirklich sagen, warum sie mit einemmal ausfielen oder sonderbare Dinge taten"(Z.72-74). Seine Aussagesätze stehen in Form von einer Aufzählung (Vgl. Z. 58f.). Ebenso erfolgt eine Aufzählung technischer Begriffe, die Ebling nachts durch beunruhigende Gedanken nicht schlafen lassen. „All die Flugzeuge, die elektronisch gesteuerten Waffen, die Rechner in den Banken“ (Z.81f.). Dies erklärt, dass die Technik Ebling im Leben mehr beschäftigt, als sein soziales Umfeld und er sich mit den Problemen, die die fortschreitende Technik mit sich bringt, mehr auseinandersetzt. Rhetorische und stilistische Mittel, die der Autor verwendet, sind zum Einen die Hyperbel. Durch diese, soll der Eindruck Eblings auf übertriebene Weise stärker zum Ausdruck gebracht werden und seinen Standpunkt zu seinem Leben demonstriert werden (Vgl. Z.54-66) ,,Besonders aber störten ihn die vollen Bahnen zur Stoßzeit“ (Z.64f.). Hier wird als rhetorisches Mittel die Klimax verwendet, um Eblings Aussageintensität zu seinen negativen Empfindungen noch mehr zu verstärken. Von den Dingen die ihn im Leben stören, folgt eine antithetische Gegenüberstellung zu seiner Arbeit, über die er nur positives berichtet. „Seine Arbeit aber mochte er“ (Z.67). Ebenso wird verstärkt die Anapher eingesetzt, die durch die wiederholenden Satzanfänge „Es störte ihn" (Z.58-64) gekennzeichnet ist und dem Leser klar zu erkennen geben, wie belästigend er sein Leben wahrnimmt und sich daran stört. Dadurch wird ebenfalls eine negative und beunruhigende Stimmung erzeugt. In Zeile 56f. findet ein Vergleich statt. Der schnurrbärtige Mann wird verglichen mit einem verschworenen Feind. Auch hier soll wieder illustriert werden, dass Ebling die Menschen so wahrnimmt, als würden sie sich alle gegen ihn stellen, weshalb er von Grund auf immer alles negative und feindliche in Menschen interpretiert. Ein bildhafter Vergleich prägt den Text in Zeile 84f... „Dann fragt Elke ihn ärgerlich, warum er nicht ruhig liege, da könne man sein Bett ja ebensogut mit einer Betonmischmaschine teilen" (Z.83f-85). Diese Metapher wird eingesetzt, um Eblings Unruhe zu demonstrieren, aber auch um seine primitive, kalte und langweilige Persönlichkeit zu zeigen. Insgesamt will der Autor durch die Vielzahl der sprachlichen Mittel Eblings Persönlichkeit der Leserschaft näher bringen, sie aber dadurch vermutlich auch zum Nachdenken anregen, das soziales Umfeld mehr zu schätzen zu lernen, anstatt mit Vorurteilen und Feindlichkeit durch das Leben zu gehen.