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Klassenarbeiten/Textanalyse (D-Abi/BW) mit Anforderungsprofil plus visualisierter Lösung

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Klaus Schenck

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Ausarbeitung

1. Anforderungsprofil (Erläuterung, Aufbau, Strategie, Zeitplan und eine visualisierte Klassenarbeits-Lösung, 2. Klassenarbeit: "Arbeiten wie ein Kaiser...", 3. Klassenarbeit: "Krisenkind"

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www.KlausSchenck.de / 6-stündige KA / Schenck / Deutsch / KA-Lösung: Textanalyse / ,,Ich bin ein Krisenkind" / Seite 1 von 4 Aufgabenstellung: Deutsch-Abi-Text (Zeilenzählung): Nora Fritzsche: ,,Ich bin ein Krisenkind" Link: http://www.zeit.de/2007/28/krisenkind-28 (Zugriff: 13.01.2018) Fassen Sie die Aussagen des Textes zusammen. Erläutern Sie die Argumentationsstrategie der Autorin, und untersuchen Sie in diesem Zusammenhang den Einsatz sprachlicher Mittel. Nehmen Sie kritisch Stellung zu der Meinung der Autorin. Unentschlossenheit, mangelnde Auseinandersetzung mit dem Thema „berufliche Zukunft“ und dem Streben mit möglichst wenig Aufwand den bestmöglichen Ab- schluss zu erreichen - In diesem Zustand und der Einstellung befinden sich in der heutigen Zeit immer mehr Jugendliche. Nora Fritzsche, eine 18-jährige Schülerin, schildert in ihrem Kommentar „Ich bin ein Krisenkind", der auf der Internetseite http://images.zeit.de/text/2007/28/Streberin-28 am 19.10.2008 erschienen ist, ihre Maßnahmen zur Vorbereitung auf ihr späteres Berufsleben. Anders wie im oben beschriebenen Trend der heutigen Zeit verfolgt sie mit Ehrgeiz und auf zielorientierte Art und Weise, in der Zukunft erfolgreich im Beruf zu sein und bereitet sich darauf ausgiebig vor, umgeht allerdings Niederlagen gleich- gültig. Das Hauptaugenmerk des Kommentars von Nora Fritzsche liegt auf der Schilderung ihrer Vorbereitung auf das Berufsleben und die Notwendigkeit dafür. Zu Beginn schildert sie, womit sie sich in der letzten Zeit befasst habe, nämlichen mit essentiel- len Bestandteilen des alltäglichen Berufs- und Privatlebens eines erwachsenen Men- schen. Zudem nehme sie an einem „Wirtschaftsplanspiel...

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von Boston Consulting" (Z.10/11) mit dem Ziel eines Sieges teil. Der Rückblende auf die Tätigkeiten von Schülerinnen aus früheren Zeit stellt sie ihre analytische Arbeit bei der „Chemiefirma Bayer“ (Z.15) gegenüber. In ihrer Freizeit übe sie noch zusätzlich einen Nebenjob beim Radio aus und sei als Stufensprecherin tätig. Schule habe eine hohe Priorität, aber ein ausgezeichneter Abschluss gebe keine Garantie den Traumberuf zu be- kommen. Nora Fritzsche bekräftigt diese These mit dem Anführen des Beispiels aus ihrem eigenen Leben. Um ein Stipendium zu erlangen, sei ein hoher Notenschnitt notwendig. Die Bereiche Schule, Nebenjob und das Erwerben von „Soft Skills“ defi- niert sie als die Felder, in denen sie erfolgreich sein will. Dafür listet sie Aktivitäten auf, die sie verfolgt, um ihr Ziel zu erreichen. Sie bekunde bei diesen Tätigkeiten zwar Freude, was sie sogleich abschwächt, indem sie beschreibt, dass sie sich dabei gelegentlich langweile. Das zielstrebige und strebsame Verhalten werde von ihren Eltern belächelt. Diese Situation kontrastiert sie mit den Auseinandersetzungen von www.KlausSchenck.de / 6-stündige KA / Schenck / Deutsch / KA-Lösung: Textanalyse / ,,Ich bin ein Krisenkind" / Seite 2 von 4 Schülern und deren Eltern wegen zu geringem Zeitaufwand für das Lernen. Die Un- sicherheit, die sie in der Zukunft erwarte, versuche sie zu kompensieren mit der nicht gegebenen Sicherheit damit Erfolg zu haben. Wirtschaftskrise machten sie zu einem „Krisenkind“ (Z. 94/95). Nora Fritzsche verweist dabei auf zwei Umgangsweisen der Jugendlichen mit Krisen. Während die eine Partei aufgebe und eventuell der Gewalt verfalle, gebe es noch die andere Seite, die sich noch mehr anstrenge. Sie zähle sich zu Letzteren, aber fordere auch den Erfolg als Resultat. Am Ende ihres Kommentars gesteht die Verfasserin das Verlieren des Wirtschaftsplanspiels und zieht daraus die Schlussfolgerung, aus der Niederlage etwas zu lernen, nämlich damit umzugehen. Nora Fritsche bedient sich in ihrer Argumentation einiger Strategien, um ihre Text- aussage zu bekräftigen. So schildert sie zu Beginn ihres Kommentars die Sichtweise von außen auf ihre Verhaltensweise. Die Beurteilung ihrer Eltern, sie sei „überge- schnappt" (Z.1) erscheint durch die darauf folgende Auflistung ihres zukunftsorientier- ten Verhaltens, die Auseinandersetzung mit den „Gewerbesteuern und Krediten" (Z.3) sowie dem Treffen mit der „Deutschen Bank“, als eine absurde Beurteilung. Dies scheint ihr von besonderer Bedeutung, denn erst darauf folgt ihre eigentliche Vorstellung als „Schülerin, [die] 18 Jahre alt“ (Z.8) ist. Die Rückblende auf das eher passive und unwirksame Verhalten der früheren Schü- ler (Tee [trinken], Gitarre [spielen] und […] diskutier[en]“ (Z. 13-15)) setzt sie bewusst ein, um auf ihre analytische Vorgangsweise, indem sie den „Umsatz, [die] Konkur- renz und [...] Zukunftsfähigkeit [bei der Firma] überprüft“ (Z. 17/18), gegenüberstellt, hinzuweisen. Damit betont sie die Wichtigkeit und Bedeutung ihrer Arbeit. Um ihre fortgeschrittene Entwicklung zu verdeutlichen, zitiert sie den Volksmund: „Du musst begreifen, dass der Ernst des Lebens begonnen hat“ (Z. 28/29). Auf sehr überzeugte Art und Weise hängt sie an, dass sie dies bereits längst wisse (Vgl. Z. 29/30). Das Anführen des Beispiels, dass sie in ihrer Freizeit dem Rugbyspielen nachgehe, erscheint ebenso als von ihr bewusst platziert. Denn daran kann sie verdeutlichen, dass sie in allen Dingen, die sie angeht, einen Sinn sieht, der sie persönlich oder vielleicht auch später beruflich weiterbringt. Im angeführten Beispiel Rugby sieht sie so nicht das Erwerben von „Durchsetzungskraft“ (Z.53) als zentral, sondern die sich in diesem Sport ergebenden Herausforderungen zu meistern (Vgl. Z. 54). Mit Hilfe von sprachlich-rhetorischen Mitteln verschärft Nora Fritzsche ihren Kom- mentar „Ich bin ein Krisenkind". Die Parenthese „Ich hatte mich bei einem Wirt- schaftsplanspiel von Boston Consulting, der Unternehmensberatung, angemeldet um zu gewinnen“ (Z.9-12) hebt dabei besonders den Aspekt des Siegens hervor. Mittels der Hervorhebung durch den Bindestrich wird der Teil „um zu gewinnen“ (Z.12) von den restlichen Informationen abgegrenzt und erlangt damit besondere Bedeutung. Das Ziel, erfolgreich zu sein im Hier und Jetzt, sowohl in Schule und Planspiel als auch später im Beruf, zieht sich durch Fritzsches Kommentar wie ein roter Faden. Daher hat die Schule bei ihr eine sehr hohe Priorität. Mittels einer Inver- www.KlausSchenck.de / 6-stündige KA / Schenck / Deutsch / KA-Lösung: Textanalyse / ,,Ich bin ein Krisenkind" / Seite 3 von 4 sion (,,Die Schule nehme ich natürlich auch sehr ernst.“, (Z. 26/27)) wird das Nomen „die Schule“ (Z. 26/27) an erste Stelle des Satzes gerückt. Allein schon der Satzbau lässt damit auf den hohen Stellenwert der Schule schließen. Die Betonung ihrer Reife und Zukunftsorientiertheit untermauert sie mit der Anapher „[i]ch weiß, dass meine guten Noten nicht mehr ausreichen werden [...] Ich weiß, dass mich selbst ein sehr gutes Abitur nicht weit tragen wird" (Z.30-33). Durch ihr Wissen, „dass [...] gute Noten nicht mehr ausreichen werden, damit [sie] einmal ei- nen Job bekomme“ (Z.30-32), lässt sich ihre zukunftsvorbereitende Freizeitgestal- tung erklären. Dass sie einen großen Wert auf den Beruf legt und sich schon fast darüber definiert, zeigt die Parenthese „[m]eine Eltern - mein Vater ist Lehrer, meine Mutter arbeitet in einem Leasing-Unternehmen" (Z.68-69) auf. Eigentlich will sie nur schildern, wie sich ihre Eltern manchmal über ihren Ehrgeiz lustig machen (Vgl. Z. 70). Jedoch baut sie bewusst die Berufe ihrer Erziehungsberechtigten ein, um zu zeigen, dass sie beruf- lich erfolgreich sind. Neben dem beruflichen Aspekt erscheint für sie die Sicherheit in der Zukunft als zent- ral. Jedoch sei „[d]as Einzige, was sicher zu sein scheint, [...] dass [ihre] Zukunft nicht sicher" (Z. 85-87) sei. Um die Wahrscheinlichkeit einer abgesicherten Zukunft zu erhöhen, ist sie bemüht, daran zu arbeiten, mittels des Gut-Seins in den Berei- chen „Schule, [ihren] Nebenjobs und außerdem [...] in den Soft Skills“ (Z. 42-43). Weil sie das Wort „sicher“ (Z. 86, 87) mehrfach wiederholt, kann man ihr eine Sehn- sucht nach Sicherheit zuschreiben. Das Scheitern am Wirtschaftsplanspiel spielt sie mit umgangssprachlicher Knappheit „Was soll’s“ (Z. 140) herunter. Die leichtfertige Umgangsweise mit ihrer Niederlage erscheint als unglaubwürdig, da Nora Fritzsche zu Beginn noch so stark betont am Planspiel teilzunehmen, „um zu gewinnen“ (Z. 12). Typisch für ihre Verhaltensweise, aus allen Tätigkeiten einen Nutzen oder eine Lehre zu ziehen, schlussfolgert sie aus ihrem Versagen zu lernen, „wie es ist zu verlieren“ (Z. 141) und dadurch zu einem sozialeren Wesen“ (Z. 143) zu werden. Mit dem Vergleich, dass sie zu „einem sozia- leren Wesen [werde], als wenn [sie] mit der Gitarre im Park sitzen würde" (Z. 142- 144), bezieht sich nochmals auf das bereits angeführte Beispiel. Das Gitarrenspielen im Park steht dabei für die untätige früherer Generation, der sie voraus ist. Sie ist zwar gescheitert, allerdings hat sie etwas getan, was die damaligen Schüler nicht von sich behaupten können. Deshalb stellt sie sich auch hier wieder über die „Schülerin- nen anderer Genrationen“ (Z. 14). Nora Fritzsches Kommentar weist trotz alledem textimmanent einige Schwächen auf. So zieht sie aus der Tatsache, dass „sich 25 Schüler aus [ihrer] Klassenstufe [zum Wirtschaftsplanspiel] angemeldet" (Z.97-99) haben die Schlussfolgerung, „dass [...] immer mehr" (Z.97) Schüler ehrgeizig werden. Die Beweggründe für die Teilnahme können jedoch auch am Interesse und am Spaßfaktor des Spieles liegen. Nora Fritz- sche schließt hier von ihrer Klasse auf die ganze Jugend, was als nicht sehr glaub- www.KlausSchenck.de / 6-stündige KA / Schenck / Deutsch / KA-Lösung: Textanalyse / ,,Ich bin ein Krisenkind" / Seite 4 von 4 würdig erscheint. Ebenso pauschalisiert sie mit den Worten „immer so“ (Z.65) die Aussage ,man [müsse] sich auch einmal zu etwas überwinden […], um letztlich zu- frieden zu sein“ (Z. 65-67). Sie gibt für ihre These keinerlei Begründung an und lässt die Frage einfach offen stehen. Dabei wird der Gedanke, wie man mit einem Schei- tern nach dem Überwinden umgehen würde, von Bedeutung. Daher erscheint die These von der Verfasserin als sehr vage und nicht stichhaltig. Mit ihrer sehr persönlichen These, wenn sie „mehrere Dinge gleich gut [könne], dann [müsse sie] [...] doch zumindest einmal daran denken, mit welcher Berufswahl sie eher nicht arbeitslos" (Z. 119-122) werde, spricht sie einen wichtigen Faktor an. Zwar stehen bei der Berufswahl die Interessen und Fähigkeiten an erster Stelle, jedoch sollte der späteren Chance auf einen Arbeitsplatz Aufmerksamkeit geschenkt wer- den. Eine berufliche Ausbildung oder ein Studium, bei dem am Ende eine Arbeitslosigkeit winkt, wirkt für den Betroffenen nicht gerade lebenserfüllend und auch finanzielle Probleme ergeben sich daraus. Allerdings sollte bei der Berufswahl nicht nur der As- pekt der späteren Aussicht auf eine Festanstellung sein, denn wenn der Beruf einen nicht erfüllt und keine Freude bereitet, wird der tägliche Weg zum Arbeitsplatz auf Dauer eine Qual. Um letztendlich den Traumberuf zu erreichen, erkennt Nora Fritz- sche richtig, dass „gute Noten nicht mehr ausreichen werden, „damit [sie] einmal ei- nen Job bekomme, den [sie sich] wünsche“ (Z.29-33). Neben dem Abschlusszeugnis zählen heutzutage besonders die „Soft Skills“ wie selbstständiges und zuverlässiges Arbeiten, Teamfähigkeit und Lernbereitschaft. Um dies beurteilen zu können, führen Arbeitgeber sogenannte Assessmentcenter durch, untersuchen den Lebenslauf gründlich und machen sich aus den Freizeitaktivitäten ein Bild vom Bewerber. Hobbies, aber auch Praktika und Auslandsaufenthalte werden vom Arbeitgeber ger- ne gesehen. Das Zeugnis ist somit nur ein Teil des Einstellungskriteriums im Berufs- leben. Jedoch kann das Abitur auch eine Art Türöffner für das weitere Leben darstel- len. Bei der Bewerbung an Universitäten und Fachhochschulen wird meist nur der Notenschnitt des Zeugnisses beachtet, um zu entscheiden, ob der Absolvent zuge- lassen wird. Besonders ausschlaggebend ist die schulische Leistung bei Studien- gängen mit einem NC, was die Bedeutung eines guten Abschlusses wieder intensi- viert. Deshalb trifft die Behauptung „ein sehr gutes Abitur [werde sie] nicht weit tra- gen" (Z.32-34) wiederum nur bedingt zu. Nora Fritsche stellt mit ihrer Schilderung ihres zielstrebigen Verhaltens eine Aus- nahme dar. Der Trend der heutigen Jugend geht eher hin zum „Kiffen oder Chillen" (Überschrift). Da unser wirtschaftlicher Erfolg größtenteils auf Erfolgshunger, Innova- tion und dem Drang nach ständiger Verbesserung basiert, würde dieses System un- ter der heutigen Jugend fast kollabieren, was eine verheerende Auswirkung wäre. www.KlausSchenck.de / Deutsch / 6-stündige KA / Textanalyse / Seite 1 / 5 Thomas Gesterkamp: „Arbeiten wie ein Kaiser" Aufgabenstellung / sechsstündige Klassenarbeit direkt vor dem Deutsch-Abitur Texterörterung / Textanalyse - Schwerpunkt: Textanalyse ,,Arbeiten wie ein Kaiser - Was Väter von den Pinguinen lernen können" (Thomas Gesterkamp) Link: https://www.bange- verlag.de/downloads/dl/file/id/205/product/0/gesterkamp_arbeiten wie ein kais er.pdf Aufgabe: - Fassen Sie die Aussagen des Textes zusammen. - Erläutern Sie die Argumentationsstrategie des Autors, und untersuchen Sie in diesem Zusammenhang den Einsatz sprachlicher Mittel. Nehmen Sie kritisch Stellung zu der im Text dargestellten Problematik. Heutzutage gibt es immer mehr familienfördernde Einrichtungen, darunter Elternzeit und Babypause. Die Elternzeit, die durch weniger Arbeitszeit und Kündigungsschutz innerhalb der ersten drei Lebensjahre des Kindes gekennzeichnet ist, wird allerdings nur von einem sehr geringen prozentualen Anteil der deutschen Männer in Anspruch genommen - basierend auf Vergleichswerten aus skandinavischen Ländern, wo über die Hälfte der Männer das Angebot wahrnehmen. Eben dieses mangelnde Engage- ment deutscher Väter in der Erziehung und dessen Gründe hat sich Thomas Gester- kamp in seiner Glosse „Arbeiten wie ein Kaiser - Was Väter von den Pinguinen ler- nen können“, die unter der Internethomepage „vaeter.de“ unter der Rubrik „Glosse" am 08.03.2007 veröffentlicht wurde, zum Anlass für seinen Gedankengang genom- men. Der Verfasser bezieht Partei für mehr Mut am Arbeitsplatz zugunsten familiärer Interessen im Sinne der Kindeserziehung. Die Glosse „Arbeiten wie ein Kaiser - Was Väter von den Pinguinen lernen können" legt ihr Hauptaugenmerk auf das fehlende Engagement der Väter hinsichtlich der frühkindlichen Erziehung. Zu Beginn verweist Gesterkamp auf die Rituale der antark- tischen Kaiserpinguine, verbunden mit deren Rollenverteilung, wenn es um die Für- Visualisiert, verkürzt und mit Lösungsstrategien zur Textanalyse findet sich diese Klassenarbeit in: Abitur 2018 Baden-Württemberg Deutsch / Bange-Verlag / 12,99€ www.KlausSchenck.de / Deutsch / 6-stündige KA / Textanalyse / Seite 2 / 5 Thomas Gesterkamp: „Arbeiten wie ein Kaiser" sorge des Nachwuchses geht. Anschließend überträgt er seine These aus dem Tier- reich auf menschliche Väter und stellt fest, dass der Unterschied zu männlichen Pin- guinen zunächst einmal in den biologischen Voraussetzungen begründet liege, denn Menschenväter könnten ja „weder brüten noch stillen“ (Z. 32). Frauen hätten an die- sem Punkt vor den Männern einen Vorsprung. Zusätzlich gelte es in der Arbeitswelt und vor allem unter Kollegen als unmännlich, aufgrund privater Familieninteressen seinen Arbeitsplatz vorzeitig zu verlassen. In diesem Zusammenhang bekräftigt Gesterkamp obige These, indem er erläutert, dass ständige Anwesenheit am Arbeits- platz eng verbunden sei mit steigender beruflicher Anerkennung. Der Verfasser kon- trastiert im Folgenden diesen beruflich begründeten Respekt mit der fehlenden ge- sellschaftlichen Anerkennung, die den hausfrau- und mütterlichen Tätigkeiten entge- gengebracht werde. Abschließend fordert Gesterkamp in der Arbeitswelt mehr Zuge- ständnisse im Hinblick auf den Stellenwert der frühkindlichen Erziehung. Die Argumentation zielt darauf ab, den Vätern eine Balance zwischen Kind und Kar- riere näher zu bringen. Gesterkamp bedient sich einiger Argumentationsstrategien, um sein Ziel zu erreichen: Zunächst gelingt es ihm, seine Aussage, dass Arbeitneh- mer viel Zeit am Arbeitsplatz verbringen müssen, um die Karriereleiter nach oben klettern zu können, mit Hilfe eines Zitats von Michael Douglas zu bekräftigen. Dieser sprach in dem Film „Wall Street" eine Mittagspause nämlich nur den Verlierern zu. Gesterkamp differenziert sich von derartigen Männlichkeitsideologien und gewinnt dadurch in hohem Maße an Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft. Um seine An- sicht zu untermauern, unterstellt Gesterkamp den Arbeitnehmern einige Taktiken, die auf der Suche nach einem positiven Image und Prestige sehr hilfreich erscheinen. Diese Methoden hinterfragt er sehr skeptisch und weist ihnen einen vorwandhaften Charakter zu. Vor allem aber existiert für Gesterkamp die so genannte „Vereinbar- keitsproblematik“ (Z.43), welche er als „Krankheit“ (Z.42) negativ konnotiert, über- haupt gar nicht. Der Verfasser präzisiert seine ironisch und spöttisch klingende Kritik an den Vätern gegen Ende des Textes durch eine übertreibend wirkende Strategie. Er spricht von einer „halbe[n] Stunde“ (Z.79), die sich die Väter wenigstens „zwischen Abendessen und Tagesschau“ (Z.75 f) für ihre Kinder Zeit nähmen. Zwar erreicht er damit, dass der Abschnitt sehr leserfreundlich und leicht übertragbar auf individuelle Gewohnheiten erscheint, doch die Zeitangabe von einer „halbe[n] Stunde“ (Z.79) ist wohl maßlos übertrieben, denn diese Zeitspanne wird ja schon allein mit dem Abendessen gefüllt. Unumstritten bleibt aber, dass die Glosse sehr polarisierend wirkt. Gesterkamp fordert gerade dazu auf, Stellung zum Thema zu beziehen, was wiederum eine gute Textkenntnis und eigene Reflexionsarbeit voraussetzt. Von Pola- risierung kann man hier sprechen, vor allem, wenn man sich die unterschiedlichen Leser, nämlich Mütter und Väter, vorstellt. Während die Mütter dem Verfasser wohl überwiegend zustimmen werden, sind die Väter mit den Schuldzuweisungen stark belastet. Des Weiteren bietet Gesterkamp genügend Raum für Polarisierungen, da er Visualisiert, verkürzt und mit Lösungsstrategien zur Textanalyse findet sich diese Klassenarbeit in: Abitur 2018 Baden-Württemberg Deutsch / Bange-Verlag / 12,99€ www.KlausSchenck.de / Deutsch / 6-stündige KA / Textanalyse / Seite 3 / 5 Thomas Gesterkamp: „Arbeiten wie ein Kaiser" nach der Kritik an den Vätern einräumt - wenn auch mit leicht ironischem und spötti- schem Beiklang -, dass es auch den „stolzen Vater mit Vollzeitjob“ (Z.68) gebe. Ab- schließend lässt sich festhalten, dass Gesterkamps Argumentationsstrategie keine Zweifel daran lässt, dass er den Vätern ins Gewissen reden will und seine Auffas- sung strategisch geschickt in Szene setzt. Die sprachlich-rhetorischen Mittel verschärfen zusätzlich die Tendenz des Textes. Schon zu Beginn benutzt der Verfasser einige provokante Ausrufe, die den Leser auf diese Art keineswegs sanft auf die Glosse einstimmen, sondern vielmehr gleich zu Beginn auf die Schuldzuweisungen den Vätern gegenüber anspielen. Hierzu zählt die einleitende These „Moderne Väter gehen in die Babypause!"(Z.1). Des Weiteren ist die häufige Verwendung von Fragestellungen sehr auffallend. So will Gesterkamp vom Leser wissen, ob er die Arbeitsteilung der Geschlechter kenne, wenn Nach- wuchs bei Pinguinen in Sicht sei. Durch die rhetorische Frage wird vermieden, dass der Leser mit den Gedanken abschweift, gleichzeitig wird er durch Fragen wie „woran das liegt?" (Z.5) animiert, selbst Unterschiede zwischen den Pinguinen und Men- schen zu finden, was den Nachwuchs betrifft. Gesterkamp will den Leser für die Problematik sensibilisieren und die vorbildhafte Rollenverteilung der Pinguine beto- nen, welche der Rollenverteilung bei den Menschen kontrastierend gegenüberge- stellt wird. Im Gedächtnis bleibt aber vor allem der Schlussappell: „Aber wie wäre es mit etwas mehr Mut, am Arbeitsplatz eigene private Interessen einzufordern?" (Z.116ff), welcher zugleich auch der Untermauerung der Forderung Gesterkamps dient. Der Verfasser vergleicht die „oberen Etagen“ (Z.82) mit dem „Boden“ (Z.84), wenn er von der unterschiedlichen Anerkennung der Aufgaben der „Bankbosse" (Z.82f) und den gering geschätzten hausfrau- und mütterlichen Tätigkeiten spricht. Für solche als „übelriechende, sich wiederholende“ (Z.85) betrachtete Tätigkeiten nennt er die Akkumulation „Putzen, Aufräumen oder Waschen" (Z.86) als Beispiel. Gesterkamps Argumentation wird zusätzlich durch Metaphern und bildhafte Übertra- gungen gestützt, wie beispielsweise, wenn er behauptet, in der Antarktis „wird wie ein Kaiser gebrütet" (Z.9f). Das ist aber vor allem auch auf den durchgängigen Vergleich zurückzuführen, der die „Arbeitsteilung der Geschlechter“ (Z.7f) beim Menschen der bei den Pinguinen gegenüberstellt, „wenn Nachwuchs in Sicht ist“ (Z.8f). Ferner lässt auch die Überschrift darauf schließen, dass die Pinguine bei dem Vergleich besser abschneiden. Sie sollen als Orientierung, gar als Vorbildfunktion für die menschlichen Väter dienen, sodass diese „von den Pinguinen lernen können“ (Z.0). Gesterkamp richtet seinen Text direkt an den Leser und gestaltet ihn durch die Gliederung in ei- nige Abschnitte sehr übersichtlich. Doch nicht nur die äußere Form erleichtert es dem Leser, die Struktur zu erfassen, sondern vielmehr auch die umgangssprachlichen Wendungen, auf die der Verfasser nicht verzichtet, wodurch die Glosse an Leser- freundlichkeit gewinnt. So dienen Formulierungen wie „Weicheier und Warmduscher" (Z.25f) dazu, das männliche Selbstverständnis zu kritisieren und einen Realitätsbe- zug zu erzeugen, indem es für den ein oder anderen Leser einfacher wird, Geschrie- Visualisiert, verkürzt und mit Lösungsstrategien zur Textanalyse findet sich diese Klassenarbeit in: Abitur 2018 Baden-Württemberg Deutsch / Bange-Verlag / 12,99€ www.KlausSchenck.de / Deutsch / 6-stündige KA / Textanalyse / Seite 4 / 5 Thomas Gesterkamp: „Arbeiten wie ein Kaiser" benes auf das persönliche Leben zu übertragen. Um seine Auffassung an einem Beispiel aus dem Alltag zu konkretisieren, bedient sich Gesterkamp der wörtlichen Rede, indem er ein Frage-Antwort-Schema verwendet, um die auf den erste Blick vielleicht seltsame Situation zu schildern, wenn Väter nicht berufstätig sind, um sich der Erziehung ihres Kindes zu widmen: „Sind sie berufstätig? […...] „Wissen Sie, im Moment will ich noch nicht wieder berufstätig sein, der Kleine ist noch so auf mich fixiert, ich bleibe vorläufig zu Hause.“ (Z. 104ff). Mit viel Sprachwitz lässt Gesterkamp die genannten sprachlichen Mittel in die Glosse mit einfließen, sodass eine harmo- nierende Einheit entsteht, die vor allem für den Leser leicht zugänglich erscheint. Trotz alledem weist die Argumentation textimmanent schon einige Schwächen auf. Der Verfasser verabsolutiert Behauptungen, die bei genauerer Betrachtung nur auf spezielle Situationen zutreffen. So bleibt zwar unumstritten, dass Menschenväter „weder brüten noch stillen“ (Z.32) können, doch dies ist aber auch schon die einzige biologische Gegebenheit, die Männer im Gegensatz zu Frauen hinsichtlich der Erzie- hung nicht vorweisen können. Von einem „biologischen Vorsprung der Menschen- mütter" (Z.34) zu sprechen ist an dieser Stelle eher unangebracht. Denn welcher Vater kann denn bitte nicht die Windeln wechseln, Babynahrung zubereiten oder den Kinderwagen schieben? Gesterkamp kommt in seiner Glosse auch auf die Reaktionen im Alltag zu sprechen, mit denen die Väter sich auseinander setzen müssen, wenn es ihn denn überhaupt gibt, den Vater mit viel Engagement in der Erziehung. Ich denke aber, dass die Ge- sellschaft auf einem guten Weg ist, die Ansichten der konservativen Rollenverteilung zu überwinden und diese von Generation zu Generation zunehmend abzubauen. Allerdings sollte man den Männern wohl auch ein gesundes Maß an Verständnis entgegenbringen, denn im Rahmen der Konkurrenzbedingungen der Globalisierung erscheint eine maximale Präsenz am Arbeitsplatz zweifelsohne vorteilhaft. Heutzu- tage sollte man dafür einstehen, dass es nicht mehr typisch männliche bzw. typisch weibliche Aufgaben gibt, sodass die Gleichberechtigung der Geschlechter nun auch im Bereich der Kindesbetreuung Fuß fassen kann. Solange keine gerechte Vertei- lung der Belastungen in der Familienarbeit stattfindet, wird die Situation für Mütter weiterhin bedauernswert bleiben. Gesterkamp hat durchaus einen guten kritischen Ansatz, was das mangelnde Enga- gement der Väter in der Erziehung betrifft. Vieles bleibt aber trotzdem plakativ und pauschal, so wie auch das Beispiel mit dem Kindergeburtstag eher künstlich und nicht realistisch wirkt. Denn bei Berufen mit gleitenden Arbeitszeiten dürfte selbst ein wenig engagierter Vater wohl kaum vor eine Problematik gestellt werden, wenn der am Tag zuvor länger arbeitet, sodass er „um drei Uhr“ (Z.66) am Tag des Kinderge- burtstags pünktlich zu Hause ist. An dieser Stelle liegt es vor allem an jedem Einzel- nen von uns solche Zugeständnisse als anerkennenswert zu würdigen. Visualisiert, verkürzt und mit Lösungsstrategien zur Textanalyse findet sich diese Klassenarbeit in: Abitur 2018 Baden-Württemberg Deutsch / Bange-Verlag / 12,99€ www.KlausSchenck.de / Deutsch / 6-stündige KA / Textanalyse / Seite 5 / 5 Thomas Gesterkamp: „Arbeiten wie ein Kaiser" Das Engagement in der Erziehung ist ohne Frage abhängig in hohem Maße von dem Willen und der Bereitschaft des Vaters, Zeit in die kindliche Fürsorge zu investieren - Zeit, die man auch am Arbeitsplatz hätte verbringen können, um weitere Anerken- nung zu erwerben. Ein oberflächlicher Blick auf die Realität beweist aber, dass es für immer mehr Väter wichtig ist, Einfluss auf die Kindeserziehung zu nehmen. Anschei- nend ist ihnen das Risiko zu groß, die Psyche des Kindes könnte durch die einseitige mütterliche Zuwendung Schäden davon tragen. Tatsächlich ist es so, dass sich Kin- dern, die sowohl väterlicher als auch mütterlicherseits geprägt werden, natürlich viel mehr Entfaltungsspielräume darbieten. Schlussfolgernd lässt sich demnach feststellen, dass unsere Gesellschaft, speziell die Väter, auf einem guten Weg sind, sich mit mehr Engagement in der Erziehung zu beteiligen. Wie im Leben so üblich, müssen zur Verwirklichung dieses Vorsatzes aber auch Prioritäten gesetzt werden. So verkürzt sich also zwangsläufig die Zeit am Arbeitsplatz, was aber noch lange nicht heißt, dass es keine gesunde Balance zwi- schen Kind und Karriere gibt! ABI 2018 BW 2018 KÖNIGS ABI-TRAINER ABITUR 2018 BADEN-WÜRTTEMBERG DEUTSCH DEUTSCH Die komplette Vorbereitung auf Klausur und Abitur • mit 75 videounterstützten Erklärungen und vielen Links von Schülern der Oberstufe mitentwickelt • für das allgemeine und berufliche Gymnasium 11.-12./13. 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Zunächst kommt ein grober Überblick, dann ein differenzierter und am Schluss wieder ein Zeitplan mit Seitenvorschlägen. So, alles klar? Überblick Bei KA oder Abi auf Schwerpunkt achten (steht oben rechts!)! blau = Analyse rot grün = Gemeinsamkeiten Erörterung Schwerpunkt: Analyse Thema: - Zusammenfassung der Textaussage - Argumentationsstrategie + Funktion sprachl.-stilist. Mittel erläutern - Kritische Stellungnahme zur Meinung des Autors Schwerpunkt: Erörterung Thema: Gesellschaft / Beruf HBUYQxYEWmrrV - Zusammenfassung der Textaussage - Kritische Stellungnahme zur Meinung des Autors + Funktion sprachl.-stilist. Mittel erläutern - Erörtern zentraler Problemstellungen, auch über den Text hinaus Manuskript: Klaus Schenck: „Deutsch-Abitur-Training/Baden-Württemberg“. Bange-Verlag FT-Sendung/YouTube-Kanal (Skip: 3.15): https://www.youtube.com/watch?v=C3Zr1qcWvbg&index=4&list=PLgGlkOSoO sv1496XLU- www.KlausSchenck.de / Deutsch-Abi-Training: Textanalyse / S. 2 ➜ Tipp: Lerne dieses differenzierte Anforderungsprofil auswendig, und zwar für beide Aufsatzarten und bewusst im Vergleich, das hilft dir ungemein! Differenziertes Anforderungsprofil zum Lernen Schwerpunkt: Textanalyse Einleitung: 1-2 hinführende Sätze, Verfasser, Titel, Textsorte (Rede, Glosse), Quelle, Datum, Thematik / Problemkern 1/2 - 1 Seite, 10 Min. 2 Zeilen frei 1. Aufgabe: strukturierte Textwiedergabe: einleitender Satz, Argumentationsstruktur + Inhalt, keine Stilfiguren Argumentationsstruktur: verweist, überträgt er seine These, stellt fest, bekräftigt, erläutert, kontrastiert, fordert Bei Argumentationsstruktur: Gesamttext im Auge haben, alles wie von oben betrachten 1-2 Seiten, 20 Min. 1 Zeile frei Schwerpunkt: Texterörterung HBUYQxYEWmrrV Einleitung: Siehe Textanalyse, aber Textsorte meist Kommentar 1. Aufgabe: siehe Textanalyse Manuskript: Klaus Schenck: „Deutsch-Abitur-Training/Baden-Württemberg“. Bange-Verlag FT-Sendung/YouTube-Kanal (Skip: 3.15): https://www.youtube.com/watch?v=C3Zr1qcWvbg&index=4&list=PLgGlkOSoO sv1496XLU- www.KlausSchenck.de / Deutsch-Abi-Training: Textanalyse / S. 3 2. Aufgabe: 2.1 Argumentationsstrategie Art und Weise, wie Autor seine Thesen darstellt, z.B. Übertreibung, reine Behauptung, Verallgemeinerung, Unterstellung, Schuldzuweisung / Entlastung Neue Zeile beginnen 2.2 Sprachliche Mittel (Stilfiguren) nimmt hier größeren Raum ein, meist liegen auch deutlich mehr Stilmittel vor insgesamt: 3-4 Seiten, 60-70 Minuten 1 Zeile frei 3. Aufgabe: kritische Stellungnahme zur Meinung des Autors 4-5 Argumente, mit denen man nicht übereinstimmt, bei denen man gute Gegenargumente oder kritische Anfragen 2. Aufgabe: 2.1 kritische Stellungnahme zur Meinung des Autors 3-4 Argumente, mit denen man nicht übereinstimmt, bei denen man gute Gegenargumente oder kritische Anfragen hat Auch 1-2 Argumente, denen man voll zustimmt, für die man aber weitere Argumente hat HBUYQxYEWmrrV Neue Zeile beginnen 2.2 Sprachliche Mittel (Stilfiguren) insgesamt: 2-3 Seiten, 50 Min. 1 Zeile frei 3. Aufgabe: Erörtern zentraler Problemstellungen, auch über den Text hinaus Sehr viel Zeit einplanen! Mindmap erstellen! Deutlich über Text hinaus, sonst Wiederholung von 2.1 hat Auch 1-2 Argumente, denen man voll zustimmt, für die man aber weitere Argumente hat Nimmt größeren Raum ein als bei 2.1 der 3-5 Seiten, 40 Min. Texterörterung 2 Zeilen frei Manuskript: Klaus Schenck: „Deutsch-Abitur-Training/Baden-Württemberg“. Bange-Verlag FT-Sendung/YouTube-Kanal (Skip: 3.15): https://www.youtube.com/watch?v=C3Zr1qcWvbg&index=4&list=PLgGlkOSoO sv1496XLU- www.KlausSchenck.de / Deutsch-Abi-Training: Textanalyse / S. 4 2-3 Seiten, 20 Min. 2 Zeilen frei Schluss: Eigenposition Gegenwarts- und Zukunftsaspekte Schluss sich bei Arbeit nebenher überlegen 1/2 - 1 Seite, 10 Min. Durchlesen 10 - 15 Min. Schluss: Ähnlich wie Synthese bei einer dialektischen Erörterung Schluss sich bei Arbeit nebenher überlegen 1/2 - 1 Seite, 10 Min. Durchlesen 10 - 15 Min. Jetzt folgt der Zeit- und Seitenüberblick fürs Abitur (330 Minuten): Zeit- und Seiten-Überblick Aufsatz-Teil Vorbereitung der Textanalyse 1. Einleitung (1-2 einführende Sätze + festgelegte Formen) (2 Zeilen frei) 2. Erste Aufgabe (Strukturierte Inhaltsangabe) (1 Zeile frei) 3. Zweite Aufgabe (Argumentationsstrategie + Stilmittel) (1 Zeile frei) 4. Dritte Aufgabe (Argumentative Position zum Text) (2 Zeilen frei) 5. Schluss (abrundende Eigenposition, oft verbunden mit Gegenwarts- oder Zukunftsaspekt) 6. Durchlesen!!! (Puffer!) Minuten Seiten 80 15 40 90 50 20 30-40 12 - 1 1-2 4-5 3-4 12-1 www.KlausSchenck.de / Deutsch-Abi-Training: Textanalyse / S. 5 Tipp: Also unbedingt sich einen kurzen Zeitplan für die einzelnen Aufgaben plus Schluss mit den ungefähren Uhrzeiten erstellen! Dabei rund 30 - 40 Minuten als Zielvorgabe vor der Abgabe fertig sein. Das sorgfältige Durchlesen braucht ungefähr 20 Minuten, hohe Fehlerzahl kann bis zu drei Notenpunkte kosten! Und dann sollte man immer einen Puffer haben, falls etwas schiefläuft! 1. Vorbemerkung und Anforderungen 1. Die Textanalyse ist vermutlich die lernbarste Aufsatzart, die möglich ist, umge- kehrt ist ein großer Sprachzauber nur begrenzt möglich. 2. Im neuen Abitur in Baden-Württemberg ab 2005 gibt es immer eine Kombina- tion zwischen Texterörterung und Textanalyse. 3. Die rhetorischen Mittel sind unbedingt zu lernen, so dass sie fehlerlos ange- wandt werden können. Wichtig ist, sie nicht nur zu benennen, sondern ihre Funktion für den Text herauszuarbeiten. 2. Aufgabenstellung durchlesen (Zeit: 5 Minuten) Frage im Abitur ab 2005: Steht eine Texterörterung im Zentrum oder eine Textanalyse? (siehe rechts oben im Kasten bei den Abi-Aufgaben in BW) ► Aufgabenstellung durcharbeiten: 3. Textstellen durcharbeiten (Zeit: 40 Minuten) ⇒ Alle Auffälligkeiten, besonders in Blick auf Stilmittel, sich sofort (!) am Rand notieren, auch wenn sie nicht direkt zur Aufgabenstellung passen, ausgewählt wird später! → Konkreter Vorschlag für Farben: Manuskript: Klaus Schenck: „Deutsch-Abitur-Training/Baden-Württemberg“. Bange-Verlag FT-Sendung/YouTube-Kanal (Skip: 3.15): https://www.youtube.com/watch?v=C3Zr1qcWvbg&index=4&list=PLgGlkOSoO sv1496XLU- HBUYQxYEWmrrV

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Klassenarbeiten/Textanalyse (D-Abi/BW) mit Anforderungsprofil plus visualisierter Lösung

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KA-Lösung: Textanalyse / ,,Ich bin ein Krisenkind" / Seite 1 von 4
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1. Anforderungsprofil (Erläuterung, Aufbau, Strategie, Zeitplan und eine visualisierte Klassenarbeits-Lösung, 2. Klassenarbeit: "Arbeiten wie ein Kaiser...", 3. Klassenarbeit: "Krisenkind"

www.KlausSchenck.de / 6-stündige KA / Schenck / Deutsch / KA-Lösung: Textanalyse / ,,Ich bin ein Krisenkind" / Seite 1 von 4 Aufgabenstellung: Deutsch-Abi-Text (Zeilenzählung): Nora Fritzsche: ,,Ich bin ein Krisenkind" Link: http://www.zeit.de/2007/28/krisenkind-28 (Zugriff: 13.01.2018) Fassen Sie die Aussagen des Textes zusammen. Erläutern Sie die Argumentationsstrategie der Autorin, und untersuchen Sie in diesem Zusammenhang den Einsatz sprachlicher Mittel. Nehmen Sie kritisch Stellung zu der Meinung der Autorin. Unentschlossenheit, mangelnde Auseinandersetzung mit dem Thema „berufliche Zukunft“ und dem Streben mit möglichst wenig Aufwand den bestmöglichen Ab- schluss zu erreichen - In diesem Zustand und der Einstellung befinden sich in der heutigen Zeit immer mehr Jugendliche. Nora Fritzsche, eine 18-jährige Schülerin, schildert in ihrem Kommentar „Ich bin ein Krisenkind", der auf der Internetseite http://images.zeit.de/text/2007/28/Streberin-28 am 19.10.2008 erschienen ist, ihre Maßnahmen zur Vorbereitung auf ihr späteres Berufsleben. Anders wie im oben beschriebenen Trend der heutigen Zeit verfolgt sie mit Ehrgeiz und auf zielorientierte Art und Weise, in der Zukunft erfolgreich im Beruf zu sein und bereitet sich darauf ausgiebig vor, umgeht allerdings Niederlagen gleich- gültig. Das Hauptaugenmerk des Kommentars von Nora Fritzsche liegt auf der Schilderung ihrer Vorbereitung auf das Berufsleben und die Notwendigkeit dafür. Zu Beginn schildert sie, womit sie sich in der letzten Zeit befasst habe, nämlichen mit essentiel- len Bestandteilen des alltäglichen Berufs- und Privatlebens eines erwachsenen Men- schen. Zudem nehme sie an einem „Wirtschaftsplanspiel...

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von Boston Consulting" (Z.10/11) mit dem Ziel eines Sieges teil. Der Rückblende auf die Tätigkeiten von Schülerinnen aus früheren Zeit stellt sie ihre analytische Arbeit bei der „Chemiefirma Bayer“ (Z.15) gegenüber. In ihrer Freizeit übe sie noch zusätzlich einen Nebenjob beim Radio aus und sei als Stufensprecherin tätig. Schule habe eine hohe Priorität, aber ein ausgezeichneter Abschluss gebe keine Garantie den Traumberuf zu be- kommen. Nora Fritzsche bekräftigt diese These mit dem Anführen des Beispiels aus ihrem eigenen Leben. Um ein Stipendium zu erlangen, sei ein hoher Notenschnitt notwendig. Die Bereiche Schule, Nebenjob und das Erwerben von „Soft Skills“ defi- niert sie als die Felder, in denen sie erfolgreich sein will. Dafür listet sie Aktivitäten auf, die sie verfolgt, um ihr Ziel zu erreichen. Sie bekunde bei diesen Tätigkeiten zwar Freude, was sie sogleich abschwächt, indem sie beschreibt, dass sie sich dabei gelegentlich langweile. Das zielstrebige und strebsame Verhalten werde von ihren Eltern belächelt. Diese Situation kontrastiert sie mit den Auseinandersetzungen von www.KlausSchenck.de / 6-stündige KA / Schenck / Deutsch / KA-Lösung: Textanalyse / ,,Ich bin ein Krisenkind" / Seite 2 von 4 Schülern und deren Eltern wegen zu geringem Zeitaufwand für das Lernen. Die Un- sicherheit, die sie in der Zukunft erwarte, versuche sie zu kompensieren mit der nicht gegebenen Sicherheit damit Erfolg zu haben. Wirtschaftskrise machten sie zu einem „Krisenkind“ (Z. 94/95). Nora Fritzsche verweist dabei auf zwei Umgangsweisen der Jugendlichen mit Krisen. Während die eine Partei aufgebe und eventuell der Gewalt verfalle, gebe es noch die andere Seite, die sich noch mehr anstrenge. Sie zähle sich zu Letzteren, aber fordere auch den Erfolg als Resultat. Am Ende ihres Kommentars gesteht die Verfasserin das Verlieren des Wirtschaftsplanspiels und zieht daraus die Schlussfolgerung, aus der Niederlage etwas zu lernen, nämlich damit umzugehen. Nora Fritsche bedient sich in ihrer Argumentation einiger Strategien, um ihre Text- aussage zu bekräftigen. So schildert sie zu Beginn ihres Kommentars die Sichtweise von außen auf ihre Verhaltensweise. Die Beurteilung ihrer Eltern, sie sei „überge- schnappt" (Z.1) erscheint durch die darauf folgende Auflistung ihres zukunftsorientier- ten Verhaltens, die Auseinandersetzung mit den „Gewerbesteuern und Krediten" (Z.3) sowie dem Treffen mit der „Deutschen Bank“, als eine absurde Beurteilung. Dies scheint ihr von besonderer Bedeutung, denn erst darauf folgt ihre eigentliche Vorstellung als „Schülerin, [die] 18 Jahre alt“ (Z.8) ist. Die Rückblende auf das eher passive und unwirksame Verhalten der früheren Schü- ler (Tee [trinken], Gitarre [spielen] und […] diskutier[en]“ (Z. 13-15)) setzt sie bewusst ein, um auf ihre analytische Vorgangsweise, indem sie den „Umsatz, [die] Konkur- renz und [...] Zukunftsfähigkeit [bei der Firma] überprüft“ (Z. 17/18), gegenüberstellt, hinzuweisen. Damit betont sie die Wichtigkeit und Bedeutung ihrer Arbeit. Um ihre fortgeschrittene Entwicklung zu verdeutlichen, zitiert sie den Volksmund: „Du musst begreifen, dass der Ernst des Lebens begonnen hat“ (Z. 28/29). Auf sehr überzeugte Art und Weise hängt sie an, dass sie dies bereits längst wisse (Vgl. Z. 29/30). Das Anführen des Beispiels, dass sie in ihrer Freizeit dem Rugbyspielen nachgehe, erscheint ebenso als von ihr bewusst platziert. Denn daran kann sie verdeutlichen, dass sie in allen Dingen, die sie angeht, einen Sinn sieht, der sie persönlich oder vielleicht auch später beruflich weiterbringt. Im angeführten Beispiel Rugby sieht sie so nicht das Erwerben von „Durchsetzungskraft“ (Z.53) als zentral, sondern die sich in diesem Sport ergebenden Herausforderungen zu meistern (Vgl. Z. 54). Mit Hilfe von sprachlich-rhetorischen Mitteln verschärft Nora Fritzsche ihren Kom- mentar „Ich bin ein Krisenkind". Die Parenthese „Ich hatte mich bei einem Wirt- schaftsplanspiel von Boston Consulting, der Unternehmensberatung, angemeldet um zu gewinnen“ (Z.9-12) hebt dabei besonders den Aspekt des Siegens hervor. Mittels der Hervorhebung durch den Bindestrich wird der Teil „um zu gewinnen“ (Z.12) von den restlichen Informationen abgegrenzt und erlangt damit besondere Bedeutung. Das Ziel, erfolgreich zu sein im Hier und Jetzt, sowohl in Schule und Planspiel als auch später im Beruf, zieht sich durch Fritzsches Kommentar wie ein roter Faden. Daher hat die Schule bei ihr eine sehr hohe Priorität. Mittels einer Inver- www.KlausSchenck.de / 6-stündige KA / Schenck / Deutsch / KA-Lösung: Textanalyse / ,,Ich bin ein Krisenkind" / Seite 3 von 4 sion (,,Die Schule nehme ich natürlich auch sehr ernst.“, (Z. 26/27)) wird das Nomen „die Schule“ (Z. 26/27) an erste Stelle des Satzes gerückt. Allein schon der Satzbau lässt damit auf den hohen Stellenwert der Schule schließen. Die Betonung ihrer Reife und Zukunftsorientiertheit untermauert sie mit der Anapher „[i]ch weiß, dass meine guten Noten nicht mehr ausreichen werden [...] Ich weiß, dass mich selbst ein sehr gutes Abitur nicht weit tragen wird" (Z.30-33). Durch ihr Wissen, „dass [...] gute Noten nicht mehr ausreichen werden, damit [sie] einmal ei- nen Job bekomme“ (Z.30-32), lässt sich ihre zukunftsvorbereitende Freizeitgestal- tung erklären. Dass sie einen großen Wert auf den Beruf legt und sich schon fast darüber definiert, zeigt die Parenthese „[m]eine Eltern - mein Vater ist Lehrer, meine Mutter arbeitet in einem Leasing-Unternehmen" (Z.68-69) auf. Eigentlich will sie nur schildern, wie sich ihre Eltern manchmal über ihren Ehrgeiz lustig machen (Vgl. Z. 70). Jedoch baut sie bewusst die Berufe ihrer Erziehungsberechtigten ein, um zu zeigen, dass sie beruf- lich erfolgreich sind. Neben dem beruflichen Aspekt erscheint für sie die Sicherheit in der Zukunft als zent- ral. Jedoch sei „[d]as Einzige, was sicher zu sein scheint, [...] dass [ihre] Zukunft nicht sicher" (Z. 85-87) sei. Um die Wahrscheinlichkeit einer abgesicherten Zukunft zu erhöhen, ist sie bemüht, daran zu arbeiten, mittels des Gut-Seins in den Berei- chen „Schule, [ihren] Nebenjobs und außerdem [...] in den Soft Skills“ (Z. 42-43). Weil sie das Wort „sicher“ (Z. 86, 87) mehrfach wiederholt, kann man ihr eine Sehn- sucht nach Sicherheit zuschreiben. Das Scheitern am Wirtschaftsplanspiel spielt sie mit umgangssprachlicher Knappheit „Was soll’s“ (Z. 140) herunter. Die leichtfertige Umgangsweise mit ihrer Niederlage erscheint als unglaubwürdig, da Nora Fritzsche zu Beginn noch so stark betont am Planspiel teilzunehmen, „um zu gewinnen“ (Z. 12). Typisch für ihre Verhaltensweise, aus allen Tätigkeiten einen Nutzen oder eine Lehre zu ziehen, schlussfolgert sie aus ihrem Versagen zu lernen, „wie es ist zu verlieren“ (Z. 141) und dadurch zu einem sozialeren Wesen“ (Z. 143) zu werden. Mit dem Vergleich, dass sie zu „einem sozia- leren Wesen [werde], als wenn [sie] mit der Gitarre im Park sitzen würde" (Z. 142- 144), bezieht sich nochmals auf das bereits angeführte Beispiel. Das Gitarrenspielen im Park steht dabei für die untätige früherer Generation, der sie voraus ist. Sie ist zwar gescheitert, allerdings hat sie etwas getan, was die damaligen Schüler nicht von sich behaupten können. Deshalb stellt sie sich auch hier wieder über die „Schülerin- nen anderer Genrationen“ (Z. 14). Nora Fritzsches Kommentar weist trotz alledem textimmanent einige Schwächen auf. So zieht sie aus der Tatsache, dass „sich 25 Schüler aus [ihrer] Klassenstufe [zum Wirtschaftsplanspiel] angemeldet" (Z.97-99) haben die Schlussfolgerung, „dass [...] immer mehr" (Z.97) Schüler ehrgeizig werden. Die Beweggründe für die Teilnahme können jedoch auch am Interesse und am Spaßfaktor des Spieles liegen. Nora Fritz- sche schließt hier von ihrer Klasse auf die ganze Jugend, was als nicht sehr glaub- www.KlausSchenck.de / 6-stündige KA / Schenck / Deutsch / KA-Lösung: Textanalyse / ,,Ich bin ein Krisenkind" / Seite 4 von 4 würdig erscheint. Ebenso pauschalisiert sie mit den Worten „immer so“ (Z.65) die Aussage ,man [müsse] sich auch einmal zu etwas überwinden […], um letztlich zu- frieden zu sein“ (Z. 65-67). Sie gibt für ihre These keinerlei Begründung an und lässt die Frage einfach offen stehen. Dabei wird der Gedanke, wie man mit einem Schei- tern nach dem Überwinden umgehen würde, von Bedeutung. Daher erscheint die These von der Verfasserin als sehr vage und nicht stichhaltig. Mit ihrer sehr persönlichen These, wenn sie „mehrere Dinge gleich gut [könne], dann [müsse sie] [...] doch zumindest einmal daran denken, mit welcher Berufswahl sie eher nicht arbeitslos" (Z. 119-122) werde, spricht sie einen wichtigen Faktor an. Zwar stehen bei der Berufswahl die Interessen und Fähigkeiten an erster Stelle, jedoch sollte der späteren Chance auf einen Arbeitsplatz Aufmerksamkeit geschenkt wer- den. Eine berufliche Ausbildung oder ein Studium, bei dem am Ende eine Arbeitslosigkeit winkt, wirkt für den Betroffenen nicht gerade lebenserfüllend und auch finanzielle Probleme ergeben sich daraus. Allerdings sollte bei der Berufswahl nicht nur der As- pekt der späteren Aussicht auf eine Festanstellung sein, denn wenn der Beruf einen nicht erfüllt und keine Freude bereitet, wird der tägliche Weg zum Arbeitsplatz auf Dauer eine Qual. Um letztendlich den Traumberuf zu erreichen, erkennt Nora Fritz- sche richtig, dass „gute Noten nicht mehr ausreichen werden, „damit [sie] einmal ei- nen Job bekomme, den [sie sich] wünsche“ (Z.29-33). Neben dem Abschlusszeugnis zählen heutzutage besonders die „Soft Skills“ wie selbstständiges und zuverlässiges Arbeiten, Teamfähigkeit und Lernbereitschaft. Um dies beurteilen zu können, führen Arbeitgeber sogenannte Assessmentcenter durch, untersuchen den Lebenslauf gründlich und machen sich aus den Freizeitaktivitäten ein Bild vom Bewerber. Hobbies, aber auch Praktika und Auslandsaufenthalte werden vom Arbeitgeber ger- ne gesehen. Das Zeugnis ist somit nur ein Teil des Einstellungskriteriums im Berufs- leben. Jedoch kann das Abitur auch eine Art Türöffner für das weitere Leben darstel- len. Bei der Bewerbung an Universitäten und Fachhochschulen wird meist nur der Notenschnitt des Zeugnisses beachtet, um zu entscheiden, ob der Absolvent zuge- lassen wird. Besonders ausschlaggebend ist die schulische Leistung bei Studien- gängen mit einem NC, was die Bedeutung eines guten Abschlusses wieder intensi- viert. Deshalb trifft die Behauptung „ein sehr gutes Abitur [werde sie] nicht weit tra- gen" (Z.32-34) wiederum nur bedingt zu. Nora Fritsche stellt mit ihrer Schilderung ihres zielstrebigen Verhaltens eine Aus- nahme dar. Der Trend der heutigen Jugend geht eher hin zum „Kiffen oder Chillen" (Überschrift). Da unser wirtschaftlicher Erfolg größtenteils auf Erfolgshunger, Innova- tion und dem Drang nach ständiger Verbesserung basiert, würde dieses System un- ter der heutigen Jugend fast kollabieren, was eine verheerende Auswirkung wäre. www.KlausSchenck.de / Deutsch / 6-stündige KA / Textanalyse / Seite 1 / 5 Thomas Gesterkamp: „Arbeiten wie ein Kaiser" Aufgabenstellung / sechsstündige Klassenarbeit direkt vor dem Deutsch-Abitur Texterörterung / Textanalyse - Schwerpunkt: Textanalyse ,,Arbeiten wie ein Kaiser - Was Väter von den Pinguinen lernen können" (Thomas Gesterkamp) Link: https://www.bange- verlag.de/downloads/dl/file/id/205/product/0/gesterkamp_arbeiten wie ein kais er.pdf Aufgabe: - Fassen Sie die Aussagen des Textes zusammen. - Erläutern Sie die Argumentationsstrategie des Autors, und untersuchen Sie in diesem Zusammenhang den Einsatz sprachlicher Mittel. Nehmen Sie kritisch Stellung zu der im Text dargestellten Problematik. Heutzutage gibt es immer mehr familienfördernde Einrichtungen, darunter Elternzeit und Babypause. Die Elternzeit, die durch weniger Arbeitszeit und Kündigungsschutz innerhalb der ersten drei Lebensjahre des Kindes gekennzeichnet ist, wird allerdings nur von einem sehr geringen prozentualen Anteil der deutschen Männer in Anspruch genommen - basierend auf Vergleichswerten aus skandinavischen Ländern, wo über die Hälfte der Männer das Angebot wahrnehmen. Eben dieses mangelnde Engage- ment deutscher Väter in der Erziehung und dessen Gründe hat sich Thomas Gester- kamp in seiner Glosse „Arbeiten wie ein Kaiser - Was Väter von den Pinguinen ler- nen können“, die unter der Internethomepage „vaeter.de“ unter der Rubrik „Glosse" am 08.03.2007 veröffentlicht wurde, zum Anlass für seinen Gedankengang genom- men. Der Verfasser bezieht Partei für mehr Mut am Arbeitsplatz zugunsten familiärer Interessen im Sinne der Kindeserziehung. Die Glosse „Arbeiten wie ein Kaiser - Was Väter von den Pinguinen lernen können" legt ihr Hauptaugenmerk auf das fehlende Engagement der Väter hinsichtlich der frühkindlichen Erziehung. Zu Beginn verweist Gesterkamp auf die Rituale der antark- tischen Kaiserpinguine, verbunden mit deren Rollenverteilung, wenn es um die Für- Visualisiert, verkürzt und mit Lösungsstrategien zur Textanalyse findet sich diese Klassenarbeit in: Abitur 2018 Baden-Württemberg Deutsch / Bange-Verlag / 12,99€ www.KlausSchenck.de / Deutsch / 6-stündige KA / Textanalyse / Seite 2 / 5 Thomas Gesterkamp: „Arbeiten wie ein Kaiser" sorge des Nachwuchses geht. Anschließend überträgt er seine These aus dem Tier- reich auf menschliche Väter und stellt fest, dass der Unterschied zu männlichen Pin- guinen zunächst einmal in den biologischen Voraussetzungen begründet liege, denn Menschenväter könnten ja „weder brüten noch stillen“ (Z. 32). Frauen hätten an die- sem Punkt vor den Männern einen Vorsprung. Zusätzlich gelte es in der Arbeitswelt und vor allem unter Kollegen als unmännlich, aufgrund privater Familieninteressen seinen Arbeitsplatz vorzeitig zu verlassen. In diesem Zusammenhang bekräftigt Gesterkamp obige These, indem er erläutert, dass ständige Anwesenheit am Arbeits- platz eng verbunden sei mit steigender beruflicher Anerkennung. Der Verfasser kon- trastiert im Folgenden diesen beruflich begründeten Respekt mit der fehlenden ge- sellschaftlichen Anerkennung, die den hausfrau- und mütterlichen Tätigkeiten entge- gengebracht werde. Abschließend fordert Gesterkamp in der Arbeitswelt mehr Zuge- ständnisse im Hinblick auf den Stellenwert der frühkindlichen Erziehung. Die Argumentation zielt darauf ab, den Vätern eine Balance zwischen Kind und Kar- riere näher zu bringen. Gesterkamp bedient sich einiger Argumentationsstrategien, um sein Ziel zu erreichen: Zunächst gelingt es ihm, seine Aussage, dass Arbeitneh- mer viel Zeit am Arbeitsplatz verbringen müssen, um die Karriereleiter nach oben klettern zu können, mit Hilfe eines Zitats von Michael Douglas zu bekräftigen. Dieser sprach in dem Film „Wall Street" eine Mittagspause nämlich nur den Verlierern zu. Gesterkamp differenziert sich von derartigen Männlichkeitsideologien und gewinnt dadurch in hohem Maße an Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft. Um seine An- sicht zu untermauern, unterstellt Gesterkamp den Arbeitnehmern einige Taktiken, die auf der Suche nach einem positiven Image und Prestige sehr hilfreich erscheinen. Diese Methoden hinterfragt er sehr skeptisch und weist ihnen einen vorwandhaften Charakter zu. Vor allem aber existiert für Gesterkamp die so genannte „Vereinbar- keitsproblematik“ (Z.43), welche er als „Krankheit“ (Z.42) negativ konnotiert, über- haupt gar nicht. Der Verfasser präzisiert seine ironisch und spöttisch klingende Kritik an den Vätern gegen Ende des Textes durch eine übertreibend wirkende Strategie. Er spricht von einer „halbe[n] Stunde“ (Z.79), die sich die Väter wenigstens „zwischen Abendessen und Tagesschau“ (Z.75 f) für ihre Kinder Zeit nähmen. Zwar erreicht er damit, dass der Abschnitt sehr leserfreundlich und leicht übertragbar auf individuelle Gewohnheiten erscheint, doch die Zeitangabe von einer „halbe[n] Stunde“ (Z.79) ist wohl maßlos übertrieben, denn diese Zeitspanne wird ja schon allein mit dem Abendessen gefüllt. Unumstritten bleibt aber, dass die Glosse sehr polarisierend wirkt. Gesterkamp fordert gerade dazu auf, Stellung zum Thema zu beziehen, was wiederum eine gute Textkenntnis und eigene Reflexionsarbeit voraussetzt. Von Pola- risierung kann man hier sprechen, vor allem, wenn man sich die unterschiedlichen Leser, nämlich Mütter und Väter, vorstellt. Während die Mütter dem Verfasser wohl überwiegend zustimmen werden, sind die Väter mit den Schuldzuweisungen stark belastet. Des Weiteren bietet Gesterkamp genügend Raum für Polarisierungen, da er Visualisiert, verkürzt und mit Lösungsstrategien zur Textanalyse findet sich diese Klassenarbeit in: Abitur 2018 Baden-Württemberg Deutsch / Bange-Verlag / 12,99€ www.KlausSchenck.de / Deutsch / 6-stündige KA / Textanalyse / Seite 3 / 5 Thomas Gesterkamp: „Arbeiten wie ein Kaiser" nach der Kritik an den Vätern einräumt - wenn auch mit leicht ironischem und spötti- schem Beiklang -, dass es auch den „stolzen Vater mit Vollzeitjob“ (Z.68) gebe. Ab- schließend lässt sich festhalten, dass Gesterkamps Argumentationsstrategie keine Zweifel daran lässt, dass er den Vätern ins Gewissen reden will und seine Auffas- sung strategisch geschickt in Szene setzt. Die sprachlich-rhetorischen Mittel verschärfen zusätzlich die Tendenz des Textes. Schon zu Beginn benutzt der Verfasser einige provokante Ausrufe, die den Leser auf diese Art keineswegs sanft auf die Glosse einstimmen, sondern vielmehr gleich zu Beginn auf die Schuldzuweisungen den Vätern gegenüber anspielen. Hierzu zählt die einleitende These „Moderne Väter gehen in die Babypause!"(Z.1). Des Weiteren ist die häufige Verwendung von Fragestellungen sehr auffallend. So will Gesterkamp vom Leser wissen, ob er die Arbeitsteilung der Geschlechter kenne, wenn Nach- wuchs bei Pinguinen in Sicht sei. Durch die rhetorische Frage wird vermieden, dass der Leser mit den Gedanken abschweift, gleichzeitig wird er durch Fragen wie „woran das liegt?" (Z.5) animiert, selbst Unterschiede zwischen den Pinguinen und Men- schen zu finden, was den Nachwuchs betrifft. Gesterkamp will den Leser für die Problematik sensibilisieren und die vorbildhafte Rollenverteilung der Pinguine beto- nen, welche der Rollenverteilung bei den Menschen kontrastierend gegenüberge- stellt wird. Im Gedächtnis bleibt aber vor allem der Schlussappell: „Aber wie wäre es mit etwas mehr Mut, am Arbeitsplatz eigene private Interessen einzufordern?" (Z.116ff), welcher zugleich auch der Untermauerung der Forderung Gesterkamps dient. Der Verfasser vergleicht die „oberen Etagen“ (Z.82) mit dem „Boden“ (Z.84), wenn er von der unterschiedlichen Anerkennung der Aufgaben der „Bankbosse" (Z.82f) und den gering geschätzten hausfrau- und mütterlichen Tätigkeiten spricht. Für solche als „übelriechende, sich wiederholende“ (Z.85) betrachtete Tätigkeiten nennt er die Akkumulation „Putzen, Aufräumen oder Waschen" (Z.86) als Beispiel. Gesterkamps Argumentation wird zusätzlich durch Metaphern und bildhafte Übertra- gungen gestützt, wie beispielsweise, wenn er behauptet, in der Antarktis „wird wie ein Kaiser gebrütet" (Z.9f). Das ist aber vor allem auch auf den durchgängigen Vergleich zurückzuführen, der die „Arbeitsteilung der Geschlechter“ (Z.7f) beim Menschen der bei den Pinguinen gegenüberstellt, „wenn Nachwuchs in Sicht ist“ (Z.8f). Ferner lässt auch die Überschrift darauf schließen, dass die Pinguine bei dem Vergleich besser abschneiden. Sie sollen als Orientierung, gar als Vorbildfunktion für die menschlichen Väter dienen, sodass diese „von den Pinguinen lernen können“ (Z.0). Gesterkamp richtet seinen Text direkt an den Leser und gestaltet ihn durch die Gliederung in ei- nige Abschnitte sehr übersichtlich. Doch nicht nur die äußere Form erleichtert es dem Leser, die Struktur zu erfassen, sondern vielmehr auch die umgangssprachlichen Wendungen, auf die der Verfasser nicht verzichtet, wodurch die Glosse an Leser- freundlichkeit gewinnt. So dienen Formulierungen wie „Weicheier und Warmduscher" (Z.25f) dazu, das männliche Selbstverständnis zu kritisieren und einen Realitätsbe- zug zu erzeugen, indem es für den ein oder anderen Leser einfacher wird, Geschrie- Visualisiert, verkürzt und mit Lösungsstrategien zur Textanalyse findet sich diese Klassenarbeit in: Abitur 2018 Baden-Württemberg Deutsch / Bange-Verlag / 12,99€ www.KlausSchenck.de / Deutsch / 6-stündige KA / Textanalyse / Seite 4 / 5 Thomas Gesterkamp: „Arbeiten wie ein Kaiser" benes auf das persönliche Leben zu übertragen. Um seine Auffassung an einem Beispiel aus dem Alltag zu konkretisieren, bedient sich Gesterkamp der wörtlichen Rede, indem er ein Frage-Antwort-Schema verwendet, um die auf den erste Blick vielleicht seltsame Situation zu schildern, wenn Väter nicht berufstätig sind, um sich der Erziehung ihres Kindes zu widmen: „Sind sie berufstätig? […...] „Wissen Sie, im Moment will ich noch nicht wieder berufstätig sein, der Kleine ist noch so auf mich fixiert, ich bleibe vorläufig zu Hause.“ (Z. 104ff). Mit viel Sprachwitz lässt Gesterkamp die genannten sprachlichen Mittel in die Glosse mit einfließen, sodass eine harmo- nierende Einheit entsteht, die vor allem für den Leser leicht zugänglich erscheint. Trotz alledem weist die Argumentation textimmanent schon einige Schwächen auf. Der Verfasser verabsolutiert Behauptungen, die bei genauerer Betrachtung nur auf spezielle Situationen zutreffen. So bleibt zwar unumstritten, dass Menschenväter „weder brüten noch stillen“ (Z.32) können, doch dies ist aber auch schon die einzige biologische Gegebenheit, die Männer im Gegensatz zu Frauen hinsichtlich der Erzie- hung nicht vorweisen können. Von einem „biologischen Vorsprung der Menschen- mütter" (Z.34) zu sprechen ist an dieser Stelle eher unangebracht. Denn welcher Vater kann denn bitte nicht die Windeln wechseln, Babynahrung zubereiten oder den Kinderwagen schieben? Gesterkamp kommt in seiner Glosse auch auf die Reaktionen im Alltag zu sprechen, mit denen die Väter sich auseinander setzen müssen, wenn es ihn denn überhaupt gibt, den Vater mit viel Engagement in der Erziehung. Ich denke aber, dass die Ge- sellschaft auf einem guten Weg ist, die Ansichten der konservativen Rollenverteilung zu überwinden und diese von Generation zu Generation zunehmend abzubauen. Allerdings sollte man den Männern wohl auch ein gesundes Maß an Verständnis entgegenbringen, denn im Rahmen der Konkurrenzbedingungen der Globalisierung erscheint eine maximale Präsenz am Arbeitsplatz zweifelsohne vorteilhaft. Heutzu- tage sollte man dafür einstehen, dass es nicht mehr typisch männliche bzw. typisch weibliche Aufgaben gibt, sodass die Gleichberechtigung der Geschlechter nun auch im Bereich der Kindesbetreuung Fuß fassen kann. Solange keine gerechte Vertei- lung der Belastungen in der Familienarbeit stattfindet, wird die Situation für Mütter weiterhin bedauernswert bleiben. Gesterkamp hat durchaus einen guten kritischen Ansatz, was das mangelnde Enga- gement der Väter in der Erziehung betrifft. Vieles bleibt aber trotzdem plakativ und pauschal, so wie auch das Beispiel mit dem Kindergeburtstag eher künstlich und nicht realistisch wirkt. Denn bei Berufen mit gleitenden Arbeitszeiten dürfte selbst ein wenig engagierter Vater wohl kaum vor eine Problematik gestellt werden, wenn der am Tag zuvor länger arbeitet, sodass er „um drei Uhr“ (Z.66) am Tag des Kinderge- burtstags pünktlich zu Hause ist. An dieser Stelle liegt es vor allem an jedem Einzel- nen von uns solche Zugeständnisse als anerkennenswert zu würdigen. Visualisiert, verkürzt und mit Lösungsstrategien zur Textanalyse findet sich diese Klassenarbeit in: Abitur 2018 Baden-Württemberg Deutsch / Bange-Verlag / 12,99€ www.KlausSchenck.de / Deutsch / 6-stündige KA / Textanalyse / Seite 5 / 5 Thomas Gesterkamp: „Arbeiten wie ein Kaiser" Das Engagement in der Erziehung ist ohne Frage abhängig in hohem Maße von dem Willen und der Bereitschaft des Vaters, Zeit in die kindliche Fürsorge zu investieren - Zeit, die man auch am Arbeitsplatz hätte verbringen können, um weitere Anerken- nung zu erwerben. Ein oberflächlicher Blick auf die Realität beweist aber, dass es für immer mehr Väter wichtig ist, Einfluss auf die Kindeserziehung zu nehmen. Anschei- nend ist ihnen das Risiko zu groß, die Psyche des Kindes könnte durch die einseitige mütterliche Zuwendung Schäden davon tragen. Tatsächlich ist es so, dass sich Kin- dern, die sowohl väterlicher als auch mütterlicherseits geprägt werden, natürlich viel mehr Entfaltungsspielräume darbieten. Schlussfolgernd lässt sich demnach feststellen, dass unsere Gesellschaft, speziell die Väter, auf einem guten Weg sind, sich mit mehr Engagement in der Erziehung zu beteiligen. Wie im Leben so üblich, müssen zur Verwirklichung dieses Vorsatzes aber auch Prioritäten gesetzt werden. So verkürzt sich also zwangsläufig die Zeit am Arbeitsplatz, was aber noch lange nicht heißt, dass es keine gesunde Balance zwi- schen Kind und Karriere gibt! ABI 2018 BW 2018 KÖNIGS ABI-TRAINER ABITUR 2018 BADEN-WÜRTTEMBERG DEUTSCH DEUTSCH Die komplette Vorbereitung auf Klausur und Abitur • mit 75 videounterstützten Erklärungen und vielen Links von Schülern der Oberstufe mitentwickelt • für das allgemeine und berufliche Gymnasium 11.-12./13. KLASSE Visualisiert, verkürzt und mit Lösungsstrategien zur Textanalyse findet sich diese Klassenarbeit in: Abitur 2018 Baden-Württemberg Deutsch / Bange-Verlag / 12,99€ www.KlausSchenck.de / Deutsch-Abi-Training: Textanalyse / S. 1 Textanalyse (Aufgabe V) Aus meiner Sicht ist die Textanalyse die einfachste Aufsatzart des Deutsch-Abiturs. Sie setzt zwei Dinge voraus: 1. Absolutes Beherrschen der Stilfiguren, aber auch: Wortarten, Zeiten und Konjunktivbildung 2. Fähigkeit, unbekannte, anspruchsvolle Texte zu verstehen und die gelernten Stilfiguren in ihrer Bedeutung an dem Text zu zeigen. Alles andere ist eher leicht zu lösen! Problem: Beim Deutsch-Abitur in Baden-Württemberg kommt entweder eine Textanalyse dran oder eine Texterörterung! ➜ Tipp: Auf jeden Fall beide Aufsatzformen beherrschen, besonders in Blick auf Stilfiguren, Wortarten, Zeiten und Konjunktivbildung! Ich gehe jetzt für dich so vor, dass du ständig beide Aufsatzarten im Vergleich vor Augen hast. Zunächst kommt ein grober Überblick, dann ein differenzierter und am Schluss wieder ein Zeitplan mit Seitenvorschlägen. So, alles klar? Überblick Bei KA oder Abi auf Schwerpunkt achten (steht oben rechts!)! blau = Analyse rot grün = Gemeinsamkeiten Erörterung Schwerpunkt: Analyse Thema: - Zusammenfassung der Textaussage - Argumentationsstrategie + Funktion sprachl.-stilist. Mittel erläutern - Kritische Stellungnahme zur Meinung des Autors Schwerpunkt: Erörterung Thema: Gesellschaft / Beruf HBUYQxYEWmrrV - Zusammenfassung der Textaussage - Kritische Stellungnahme zur Meinung des Autors + Funktion sprachl.-stilist. Mittel erläutern - Erörtern zentraler Problemstellungen, auch über den Text hinaus Manuskript: Klaus Schenck: „Deutsch-Abitur-Training/Baden-Württemberg“. Bange-Verlag FT-Sendung/YouTube-Kanal (Skip: 3.15): https://www.youtube.com/watch?v=C3Zr1qcWvbg&index=4&list=PLgGlkOSoO sv1496XLU- www.KlausSchenck.de / Deutsch-Abi-Training: Textanalyse / S. 2 ➜ Tipp: Lerne dieses differenzierte Anforderungsprofil auswendig, und zwar für beide Aufsatzarten und bewusst im Vergleich, das hilft dir ungemein! Differenziertes Anforderungsprofil zum Lernen Schwerpunkt: Textanalyse Einleitung: 1-2 hinführende Sätze, Verfasser, Titel, Textsorte (Rede, Glosse), Quelle, Datum, Thematik / Problemkern 1/2 - 1 Seite, 10 Min. 2 Zeilen frei 1. Aufgabe: strukturierte Textwiedergabe: einleitender Satz, Argumentationsstruktur + Inhalt, keine Stilfiguren Argumentationsstruktur: verweist, überträgt er seine These, stellt fest, bekräftigt, erläutert, kontrastiert, fordert Bei Argumentationsstruktur: Gesamttext im Auge haben, alles wie von oben betrachten 1-2 Seiten, 20 Min. 1 Zeile frei Schwerpunkt: Texterörterung HBUYQxYEWmrrV Einleitung: Siehe Textanalyse, aber Textsorte meist Kommentar 1. Aufgabe: siehe Textanalyse Manuskript: Klaus Schenck: „Deutsch-Abitur-Training/Baden-Württemberg“. Bange-Verlag FT-Sendung/YouTube-Kanal (Skip: 3.15): https://www.youtube.com/watch?v=C3Zr1qcWvbg&index=4&list=PLgGlkOSoO sv1496XLU- www.KlausSchenck.de / Deutsch-Abi-Training: Textanalyse / S. 3 2. Aufgabe: 2.1 Argumentationsstrategie Art und Weise, wie Autor seine Thesen darstellt, z.B. Übertreibung, reine Behauptung, Verallgemeinerung, Unterstellung, Schuldzuweisung / Entlastung Neue Zeile beginnen 2.2 Sprachliche Mittel (Stilfiguren) nimmt hier größeren Raum ein, meist liegen auch deutlich mehr Stilmittel vor insgesamt: 3-4 Seiten, 60-70 Minuten 1 Zeile frei 3. Aufgabe: kritische Stellungnahme zur Meinung des Autors 4-5 Argumente, mit denen man nicht übereinstimmt, bei denen man gute Gegenargumente oder kritische Anfragen 2. Aufgabe: 2.1 kritische Stellungnahme zur Meinung des Autors 3-4 Argumente, mit denen man nicht übereinstimmt, bei denen man gute Gegenargumente oder kritische Anfragen hat Auch 1-2 Argumente, denen man voll zustimmt, für die man aber weitere Argumente hat HBUYQxYEWmrrV Neue Zeile beginnen 2.2 Sprachliche Mittel (Stilfiguren) insgesamt: 2-3 Seiten, 50 Min. 1 Zeile frei 3. Aufgabe: Erörtern zentraler Problemstellungen, auch über den Text hinaus Sehr viel Zeit einplanen! Mindmap erstellen! Deutlich über Text hinaus, sonst Wiederholung von 2.1 hat Auch 1-2 Argumente, denen man voll zustimmt, für die man aber weitere Argumente hat Nimmt größeren Raum ein als bei 2.1 der 3-5 Seiten, 40 Min. Texterörterung 2 Zeilen frei Manuskript: Klaus Schenck: „Deutsch-Abitur-Training/Baden-Württemberg“. Bange-Verlag FT-Sendung/YouTube-Kanal (Skip: 3.15): https://www.youtube.com/watch?v=C3Zr1qcWvbg&index=4&list=PLgGlkOSoO sv1496XLU- www.KlausSchenck.de / Deutsch-Abi-Training: Textanalyse / S. 4 2-3 Seiten, 20 Min. 2 Zeilen frei Schluss: Eigenposition Gegenwarts- und Zukunftsaspekte Schluss sich bei Arbeit nebenher überlegen 1/2 - 1 Seite, 10 Min. Durchlesen 10 - 15 Min. Schluss: Ähnlich wie Synthese bei einer dialektischen Erörterung Schluss sich bei Arbeit nebenher überlegen 1/2 - 1 Seite, 10 Min. Durchlesen 10 - 15 Min. Jetzt folgt der Zeit- und Seitenüberblick fürs Abitur (330 Minuten): Zeit- und Seiten-Überblick Aufsatz-Teil Vorbereitung der Textanalyse 1. Einleitung (1-2 einführende Sätze + festgelegte Formen) (2 Zeilen frei) 2. Erste Aufgabe (Strukturierte Inhaltsangabe) (1 Zeile frei) 3. Zweite Aufgabe (Argumentationsstrategie + Stilmittel) (1 Zeile frei) 4. Dritte Aufgabe (Argumentative Position zum Text) (2 Zeilen frei) 5. Schluss (abrundende Eigenposition, oft verbunden mit Gegenwarts- oder Zukunftsaspekt) 6. Durchlesen!!! (Puffer!) Minuten Seiten 80 15 40 90 50 20 30-40 12 - 1 1-2 4-5 3-4 12-1 www.KlausSchenck.de / Deutsch-Abi-Training: Textanalyse / S. 5 Tipp: Also unbedingt sich einen kurzen Zeitplan für die einzelnen Aufgaben plus Schluss mit den ungefähren Uhrzeiten erstellen! Dabei rund 30 - 40 Minuten als Zielvorgabe vor der Abgabe fertig sein. Das sorgfältige Durchlesen braucht ungefähr 20 Minuten, hohe Fehlerzahl kann bis zu drei Notenpunkte kosten! Und dann sollte man immer einen Puffer haben, falls etwas schiefläuft! 1. Vorbemerkung und Anforderungen 1. Die Textanalyse ist vermutlich die lernbarste Aufsatzart, die möglich ist, umge- kehrt ist ein großer Sprachzauber nur begrenzt möglich. 2. Im neuen Abitur in Baden-Württemberg ab 2005 gibt es immer eine Kombina- tion zwischen Texterörterung und Textanalyse. 3. Die rhetorischen Mittel sind unbedingt zu lernen, so dass sie fehlerlos ange- wandt werden können. Wichtig ist, sie nicht nur zu benennen, sondern ihre Funktion für den Text herauszuarbeiten. 2. Aufgabenstellung durchlesen (Zeit: 5 Minuten) Frage im Abitur ab 2005: Steht eine Texterörterung im Zentrum oder eine Textanalyse? (siehe rechts oben im Kasten bei den Abi-Aufgaben in BW) ► Aufgabenstellung durcharbeiten: 3. Textstellen durcharbeiten (Zeit: 40 Minuten) ⇒ Alle Auffälligkeiten, besonders in Blick auf Stilmittel, sich sofort (!) am Rand notieren, auch wenn sie nicht direkt zur Aufgabenstellung passen, ausgewählt wird später! → Konkreter Vorschlag für Farben: Manuskript: Klaus Schenck: „Deutsch-Abitur-Training/Baden-Württemberg“. Bange-Verlag FT-Sendung/YouTube-Kanal (Skip: 3.15): https://www.youtube.com/watch?v=C3Zr1qcWvbg&index=4&list=PLgGlkOSoO sv1496XLU- HBUYQxYEWmrrV