Materialgestütztes Schreiben - Kommunikation durch digitale Medien

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2 Materialgestütztes Verfassen eines
informierenden erklärenden Textes (Aufgabenart IV)
Aufgabenbeispiel
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Im Rahmen der Projekttage des
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14 2 Materialgestütztes Verfassen eines informierenden erklärenden Textes (Aufgabenart IV) Aufgabenbeispiel 1 Im Rahmen der Projekttage des Deutschunterrichts ,,Kommunikation im Netz" haben Sie sich mit Ihrer Gruppe mit dem Thema Liebeskommunikation im digitalen Zeitalter beschäftigt. Am Ende der Projekttage soll Ihre Gruppe den Mitschülerinnen und Mitschülern einen schriftlichen Text präsentieren, der über die Arbeitsergebnisse informiert. Der Text soll später auf einer speziell für die Projekttage erstellten Webseite veröffentlicht werden. M1 Verfassen Sie zu diesem Thema auf Grundlage der Materialien 1 bis 6 und Ihrer Kenntnisse aus dem Unter- richt einen Artikel für die Webseite der Schule, in dem Sie die Geschichte der Liebeskommunikation beschreiben, anhand verschiedener Beispiele die Probleme und Chancen der digitalen Liebeskommunikation erläutern, - abschließend das Projekt zur Erforschung der Liebeskommunikation vorstellen und einen Vorschlag für eine Teilnahme am Projekt begründen. Eva Dignös: Warum der Handychat der Liebe nicht guttut „Ich liebe dich", und dann noch zwei Herzchen - dank Smartphone war es noch nie so leicht, rund um die Uhr mit der oder dem Allerliebsten in Kon- takt zu sein. [...] Alles kein Problem mit Messengern wie WhatsApp. „Früher hat man einen Zettel an den Spiegel geklebt oder eine Nachricht in 5 die Butterbrotdose gelegt, heute schickt man sich solche Nachrichten mit dem Handy", sagt Jörg Wesner, Diplom-Psychologe und Paartherapeut aus Hamburg. ,,Das ist zunächst ganz einfach eine gute Möglichkeit, seine...

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Zu- neigung zum Ausdruck zu bringen." Durch den lieben Gruß weiß der Part- ner: Ich denke an Dich. Und das fühlt sich gut an. 10 Trotzdem sorgen die kurzen Nachrichten in vielen Beziehungen für Stress. Wer schreibt, hofft auf schnelle Antwort und ist enttäuscht, wenn der oder die Liebste nicht reagiert. Und der Empfänger ist womöglich genervt, weil gerade die zehnte Herzchen-Botschaft binnen einer Stunde auf dem Sperr- bildschirm aufblinkt. „Viele erwarten, dass der Partner permanent für sie 15 verfügbar ist", hat Paartherapeutin Andrea Bräu aus München beobachtet. Dass beide bei der Online-Kommunikation auf gleicher Wellenlänge fun- ken, sei eher selten: ,,Die meisten Männer fassen sich kürzer und schreiben weniger Botschaften als Frauen." [...] Wenn einer der Partner immer das Gefühl hat, dass seine Botschaften ins Leere laufen oder nicht richtig ge- 20 würdigt werden, dann stellt er die Beziehung schneller in Frage. Denn oft kommt auch Eifersucht ins Spiel. Der Partner antwortet nicht, obwohl die Statusmeldung verrät, dass er online ist. Womöglich kommen- tiert er stattdessen gerade die neuesten Bilder seiner Ex-Freundin auf Face- book. Wenn ich eifersüchtig sein will, bekomme ich über die sozialen 25 Netzwerke viel mehr Verdachtsgelegenheiten", sagt Paartherapeut Wesner. [...] Psychologin Manuela Sirrenberg stellte bei der Auswertung ihrer Befra- gungen fest: „Menschen mit hohen Eifersuchtswerten lesen Nachrichten anders." Sie reagierten misstrauisch auch auf ganz neutral formulierte Bot- schaften. ,,Das gilt vor allem für Menschen, die sich in ihrer Beziehung 30 unsicher fühlen." Paartherapeutin Andrea Bräu kann das aus ihrer Beratungsarbeit bestäti- gen. ,,Eifersucht hat viel mit Selbstbewusstsein zu tun", sagt sie. Wer eher unsicher sei, den treibe die Sorge um, dass dem Partner andere Menschen wichtiger sind. Zugleich sehne er sich nach möglichst viel Bestätigung. 35 Smartphone-Kommunikation kann dann gleich doppelt misslingen: Die Liebesbotschaft via Smartphone bleibt unbeantwortet, und der Partner hat gleichzeitig womöglich Kontakt mit vermeintlichen Konkurrenten. ,,Media- le Kommunikation ist vor allem in unsicheren Beziehungen ein Stressfak- tor", resümiert Psychologin Sirrenberg. 40 ,,Dem schnellen Chat fehlen wichtige Elemente des Gesprächs von Ange- sicht zu Angesicht: ,,Ich kann nicht erkennen, ob der Partner aufmerksam zuhört, ob er etwas nicht verstanden hat oder ob er sich langweilt", sagt Andrea Bräu. [...] Streiten sollten Paare per Textnachricht auf gar keinen Fall, sagt Jörg Wes- 45 ner: „Das kann nur schiefgehen, weil der Partner nicht erkennt, in welcher Stimmung der andere seine Kritik äußert." Will er nur anmerken, dass er abends gern in ein anderes Restaurant gehen würde? Oder kocht er vor Wut? Ist die Bemerkung humorvoll-ironisch gemeint - oder bitterernst? Je kürzer die Botschaft, umso mehr Raum bleibe für Missverständnisse, sagt 50 Wesner. [...] M2 SMS Statistik zur Übermittlung von Liebesbotschaften In welcher Form haben Sie Ihre letzte Liebeserklärung vermittelt? in % 19,6 Whats- App Brief E-Mail 3,3 Nichts davon 4,3 2,5 Video- botschaft 4,2 3,0 2,2 8,5 8,5 12.8 13,5 11,9 11,0 10,6 10,7 (14.0 13,4 16,1 14,3 17,6 10 21,2 19,8 23,2 22,0 20,9 24,6 29,6 20 29,9 33,5 33,3 36,3 Total ☐männlich weiblich 18-30 Jahre 31-45 Jahre 46+ Jahre -> weibliche Personen 51,3 54,1 (56,4 56,1 61.9 bevorzugen textbasierte Kommunikation 0 30 40 50 60 70 80 Das Marktforschungsinstitut mafo.de hat 1.052 Männer und Frauen zu diesem Thema befragt (2016) Britta Gürke: Liebeskommunikation im Wandel der Zeit → männliche Person befordugen ehr suelle Kommunikation. M3 „Mein Süßtönender, mein Schoßkindchen, mein Schmeichelkätzchen, mein Herzensnärrchen, mein Hyazinthenbeet": Diese Worte fand Henriet- te Vogel, als sie im Jahr 1811 dem Schriftsteller Heinrich von Kleist einen Liebesbrief schrieb. 200 Jahre später ist SMS-Tipper Markus nicht weniger 5 kreativ, schickt ein aus Punkten und Strichen zusammengesetztes Herz per Kurznachricht und schreibt noch ein ,,HDGDL - Hab dich ganz doll lieb" an seine Lisa darunter. AUFGABENBEISPIEL Liebesbotschaften sind so alt wie die romantische Liebe selbst. Über die Jahrhunderte fielen Verliebten allerdings immer wieder neue Möglichkei- 10 ten ein, ihre Botschaft an Mann oder Frau zu bringen. ,,Fast jedes Medium, das neu erfunden wurde, wurde ziemlich schnell für die Übermittlung von Liebesgrüßen genutzt", sagt Vera Losse vom Muse- um für Post und Kommunikation in Nürnberg. Dort thematisiert eine Aus- stellung unter dem Titel „liebe.komm" die Geschichte des Liebesbriefes 15 und seiner vielen Verwandten. [...] Haben sich zwei Menschen erst einmal gefunden, ist das Bedürfnis nach Austausch groß. Zunächst waren Briefwechsel nur den gehobenen Gesell- schaftsmitgliedern möglich, die schreiben und sich das Papier leisten 15 16 2 MATERIALGESTÜTZTES VERFASSEN EINES INFORMIERENDEN ERKLÄRENDEN TEXTES (AUFGABENART IV) konnten. ,,Mit der Ausbreitung der Eisenbahn und der Erfindung der Tele- 20 grafie wurde es immer einfacher, Nachrichten auszutauschen", sagt Vera Losse. Eine besondere Rolle spielten Liebesbriefe auch während des Ersten und Zweiten Weltkrieges. Anrührende Botschaften, aber auch ganz alltägliche Schriften berichten scheinbar Banales, etwa was der Absender am jeweili- 25 gen Tag gegessen hat. Die Dokumente geben aber noch heute Zeugnis von der besonderen Bedeutung der Kommunikation zwischen zwangsweise ge- trennten Paaren. [...] Fächersprache und Tischtelegrafen, ein Astloch im Baum für Kontaktanzei- gen, Rohrpost-Cafés oder Internetchats: Wenn es um Möglichkeiten ging, 30 den passenden Partner zu finden, haben sich Menschen zu allen Zeiten kreative Kommunikations-Methoden ausgedacht. Feine Damen traten schon im 18. Jahrhundert bei gesellschaftlichen Ereig- nissen über ihre Fächer dezent mit den Herren ihrer Wahl in Kontakt. Wer des Fächer-Alphabetes mächtig war, interpretierte ein Gleiten des Acces- 35 soires über die Wange richtig als ,,Ich liebe Dich", ein Flattern mit der rech- ten Hand als „Ich liebe einen Anderen". [...] In den „Goldenen Zwanzigerjahren" wurde die Kommunikation dann et- was direkter. In Berlin eröffnete ein Café, an dessen Tischen jeweils ein Telefon und eine Rohrpost-Station angebracht waren. Interessierten sich 40 die Besucher füreinander, scheuten aber den Weg durch den Raum, konn- ten sie einfach am jeweiligen Nachbartisch anrufen oder kleine Geschenke per Rohrpost verschicken. [...] Dauerbrenner ist bis heute die Kontaktanzeige. Die erste Annonce erschien in Deutschland bereits 1738 in den „Franckfurter Frag- und Anzeigsnach- 45 richten". [...] Anders als vielfach angenommen, ist der Liebesbrief auch in Zeiten von Handys und Telefonen nicht aus der Mode gekommen. ,,Die vielen tausend E-Mails, die täglich geschrieben werden, zeigen, dass der Liebesbrief kei- neswegs ausstirbt. Im Gegenteil: Der Liebesbrief erlebt gerade eine neue 50 Blüte", sagt Losse. [...] „Wir haben festgestellt, dass die Leute das Bedürfnis haben, die Nachrichten aufzuheben. Sie kommunizieren zwar über SMS, ein Medium, das nicht für das Aufbewahren geeignet ist. Anschließend schreiben sie die SMS aber ab", sagt Losse. Wie die Geschichte des Liebesbriefes weitergehen wird, kann auch Losse 55 nicht vorhersagen. Der Wissenschaftler Alexander Roesler allerdings hat bereits eine Vorstellung von der Liebes-Mail der Zukunft. [...] Aussterben werde die Liebesnachricht nie. Sie werde höchstens ihre Form verändern, meint Roesler. ,,Die Liebe wird sich neue Wege der Kommunikation su- chen. Und finden." Internet-Anzeige einer Online-Partnervermittlung M4 Parship Starten Sie jetzt Ihre Partnersuche Ich suche Ich bin eine Frau O ein Mann Deutschlands beliebteste O eine Frau Kostenlos anmelden Partnervermittlung Kundening Apr einen Mann 9 von 10 Paaren bleiben zusammen DEUTSCHES INSTITUT FUR SERVICE-QUALITAT 1. PLATZ Testsieger Partner- vermittlungen TEST Aug www.ding.de Alle 11 Minuten verliebt sich ein Single über Parship things N M5 Stephan Porombka: Liebe erfordert heute Medienkompetenz Die Liebe stirbt im Internet? Das ist ziemlich unwahrscheinlich. Es spricht sogar alles dagegen. Sie boomt. Sie verwandelt sich. [...] Ein immer größe- rer Teil von dem, was Liebesbeziehungen ausmacht, wird über Mails, SMS, Snaps, Directmessages und Skype geregelt. Manche Paare beschränken 5 sich auf WhatsApp. Andere experimentieren. Sie schreiben sich Kurznach- richten, schicken sich Audios, posten und kommentieren sich bei Facebook und teilen abends noch Bilder bei Instagram, wenn sie nebeneinander auf dem Sofa sitzen. [...] Wer dem Liebesbrief nachtrauert, kann sich von einer Vielfalt kleiner For- 10 men überraschen lassen, die sich erst in den letzten Jahren entwickelt ha- ben und immer weiter ausdifferenzieren. Kulturwissenschaftler, die sich mit der Geschichte des Lesens und Schreibens beschäftigen, stellen dabei keine Verflachung fest. Im Gegenteil. Das Zeichenspiel der Liebe wird schneller, komplexer, flirrender. Es sind Ströme von Bildern, die zwischen 15 Liebenden laufen. Es sind Filmclips, Stimmen, Geräusche, Musikdateien, experimentelle Texte und Texturen. Sie werden durch Bearbeitungen in Be- wegung gehalten. Zugleich werden sie in virtuellen Kartons gesammelt: auf Festplatten, in Dropboxen, in den Speichern der sozialen Medien. [...] Die Smartphone-Love ist so neu und so vorbildlos, dass sogar ziemlich viel 20 danebengeht. [...] Beziehungsfähigkeit zu lernen, heißt deshalb mittlerwei- le: Medienkompetenzen zu entwickeln. Die Liebeskunst ist unter den Be- dingungen der Gegenwart immer auch die Kunst, produktiv und kreativ mit dem Smartphone umzugehen. Und das heißt: Man muss die neuen Liebesbeziehungen auf ganz romantische Weise als Kunstwerk gestalten, 25 in dem die Zeichen zirkulieren und jede Sendung als kleines Werkstück zu verstehen ist, das etwas Gelingendes zum Ganzen beiträgt. [...] Die moderne Liebe ist Kommunikation. Deshalb schafft die Kommunikati- onsrevolution die Liebe nicht ab. Sie macht es nur noch notwendiger, dass wir über unsere Liebe kommunizieren, um zu verstehen, was uns mitein- 30 ander guttut. [...] Aufruf eines Forschungsprojekts M6 AUFGABENBEISPIEL FORSCHUNGSPROJEKT: LIEBESKOMMUNIKATION IM WANDEL Aufruf zur Einsendung von Liebesbriefen und Chatverläufen Der Liebesbrief zeigt auf eindrückliche Weise, wie sich private Schriftlichkeit im Lauf der Zeit verändert. Sprachforscherinnen der Universitäten Darmstadt, Mainz und Koblenz haben sich zusammengetan und sammeln nun Liebesbriefe aus dem ganzen deutschsprachigen Raum, um ein umfassendes Korpus zu erstellen, das als Grundlage für die Erforschung des privaten, intimen Liebesbriefs von jedermann und jederfrau taugen soll. Es wird untersucht, ob sich die Art, Gefühle auszudrücken, im Laufe der Zeit gewandelt hat. Neben den Originalbriefen können diese Liebesbotschaften auch in digitalisierter Form eingereicht werden. Aber auch E-Mail- und WhatsApp-Nachrichten werden ins Archiv aufgenommen. Wie können Sie uns die Briefe/Mails und Chatverläufe überlassen? Ihren Brief oder Ihre Briefe und Korrespondenzen können Sie uns sowohl im Original oder auch als Kopie einsenden. Bei der Kopie ist es wichtig, darauf zu achten, dass der gesamte Brief kopiert wird und dass die Kopie gut lesbar ist. Digitale Nachrichten können per USB-Stick versendet werden. Wir freuen uns auch, wenn Sie uns nähere Angaben zu den Briefschreibern (Alter, Beruf, Beziehungsstand etc.) oder zu den Empfängern ergänzen. Abschließend möchten wir Ihnen versichern, dass wir Ihnen vollumfängliche Diskretion und die Respektierung von Datenschutz und Persönlichkeitsrechten garantieren können. Prof. Dr. Antje Dammel (Johannes Gutenberg-Universität Mainz) Prof. Dr. Andrea Rapp (Technische Universität Darmstadt) Prof. Dr. Eva L. Wyss (Universität Koblenz-Landau) Einsendungen bitte an folgende Adresse: Prof. Dr. Eva L. Wyss Universität Koblenz-Landau, Standort Koblenz, Liebesbriefarchiv Universitätsstr. 1, 56070 Koblenz 17 Dienstag, 4. Mai 2021 Materialgestütztes verfassen eines informierenden erklärenden Textes Was WhatsApp, Instagram und Co mit unserm Erfolg in der Liebesbeziehungen zutuen haben? Ob eine Liebesbeziehung funktioniert hängt im wesentlichen von den beteiligten Personen und deren Anziehung zueinander ab, aber auch unsere Kommunikationsweise mit den sozialen Medien beeinflusst in nicht geringem Maße den Erfolg. Mit diesen Phänomen haben sich viele Forscher/innen befasst und sind auf einige interessante Verhaltensmuster gestoßen. Zuletzt kannst du auch selber noch ein Teil zur Forschung beitragen, mehr dazu findest du später im Text. Geschichte der Liebesbriefe: Ein Blick in die Geschichte hilft uns schon einmal zu verstehen, wie Liebesbotschaften sich im Laufe der Zeit verwandelt haben. So sagt Vera Losse vom Museum für Post und Kommunikation in Nürnberg, dass fast jedes Kommunikationsmittel nach kurzer Zeit auch für die Versendung von Liebesbotschaften genutzt worden wäre. Im ersten Weltkrieg, wo Paare meist hunderte Kilometer voneinander getrennt waren, spielte die Post für die Liebeskommunikation zwischen den Partnern eine zentrale Rolle. So wurden nicht nur Liebesbekundungen, sondern auch ganz alltägliche Schriften nach dem Motto, was man gegessen habe, wie das Wetter sei und so weiter verschickt. Im 18. Jahrhundert hingegen kommunizierten die feinen Damen auf Festen oder dergleichen mit ihren Fächern um mit den Männern ihrer Wahl diskret in Kontakt zu treten. Ein seit 1738 und bis heute weit verbreitete Methode seine Liebe zu bekunden, ist die Kontaktanzeige in der Zeitung. Dahingehend in den goldenen Zwanzigern wandelte sich die Kommunikation zu einer direkteren Form, so eröffneten mit der Zeit Rohrpost-Cafés, die es per Rohrpost oder Telefon ermöglichten mit einem anderen Tisch in Kontakt zur treten. Ein Dauerbrenner, wie die Kontaktanzeige, ist natürlich auch heute noch der klassische Liebesbrief, der durch Sitzbänke oder per Post verschickt wird. Eine aktuellere Methode, die bestimmt jeden bekannt ist, stellt natürlich die Versendung von SMS, Nachrichten oder Sprachnachrichten dar. Sie erlauben eine sofortige Übermittlung egal an welchen Ort. Es zeigt sich also deutlich, dass wir Menschen eine kreative Ader für die Vermittlung von Liebesbotschaften besitzen und diese sich geschichtlich die Kommunikationsmethoden der Zeit zunutze machen, aber auch eigene Geheimsprachen wurden entwickelt, um die Liebe sicher zu transportieren. Erinnert euch an eure letzte Liebesbotschaft zurück, welches Medium habt ihr oder wurde genutzt, um die Botschaft zu übermitteln? Fehler bei der digitalen Liebeskommunikation: Kurze Nachrichten, mit „ich liebe dich" oder Herzchen, sind auf dem ersten Blick gut gemeinte Liebesbekundungen, aber nach Eva Dignös kann gerade das zu Stress zwischen den Partner führen. Wer Nachrichten schreibt, der erwartet in den meisten Fällen auch eine Antwort, aber wenn diese Reaktion ausbleibt, dann ist die entsprechende Person enttäuscht. Dieses Phänomenen kenn wir auch von den besten Freunden/innen. Einmal oder zweimal kann man es noch ganz gut wegstecken, aber wenn dauerhaft die schnellen Antworten ausbleiben, macht sich Enttäuschung breit und die Beziehung wird angezweifelt. Aber auch in Bezug auf Eifersuchtsfaktoren bieten die sozialen Medien ein großes Potenzial. Zum Beispiel wirken unbeantwortete Nachrichten, trotz eines „Online" Schriftzuges für Personen, die sich unsicher in der Beziehung füllen, so als ob der Partner lieber mit der Ex schreiben würde, behauptet Eva Dignös. Ebenso können die fehlenden Reize einer Face-to-Face Kommunikation, wie Mimik, Körperhaltung oder Klang der Stimme zu Kommunikationsstörungen und damit zu Missverständnissen führen. Auf Dauer können auch diese Unsicherheiten über die Person gegenüber zu einem zerbrechen der Beziehung führen. Gewisse Kompetenzen in Bezug auf Medien und die damit verbundene Kommunikation lohnen sich also durchaus. Des Weiteren sollte 1 von 2 Materialgestütztes Schreiben Dienstag, 4. Mai 2021 man mit dem Partner gewisse „Nutzungskonzepte“ ausmachen. Es spricht nichts gegen eine aufmunternde Nachricht vor einem Bewerbungsgespräch, aber sobald sich ein Partner durch die Nachrichten unter Druck gesetzte fühlt, entwickelt es sich nicht nachhaltig auf die Beziehung. Kommunikation ist Liebe: Stephen Porombka deutet dahingegen an, dass die „Liebe im Internet" (Z.1) sogar wachsen würde, denn viele verschiedenste Dienste, wie Mail, SMS, Snaps, Directmasseges oder Videoanrufe würden genutzt werden, um sich gegenseitig die Liebe zu bekunden. Sie bieten nach ihm eine große Vielfalt an Kommunikationswegen als der klassische Brief und jedes Paar kann sich sein eigenes Medium oder mehrerer suchen. Es würde mehr Vielfalt entstehen und sich gleicht keinem Liebesaustausch davor. Für ihn bedeutet eine erfolgreiche moderne Beziehung auch die Kompetenz zur erfolgreichen Nutzung von Medien. Im Gegensatz zu anderen Behauptungen würde er nicht sagen, dass die Medien die Liebe ausrotten, sondern Kommunikation ist mit Liebe gleichzusetzen und damit unerlässlich. Dies zeigt sich auch darin, dass etwa 54% alle Befragten aus der Befragung zur Medienauswahl zur Übermittlung von Liebesbotschaften des Marktforschungsinstitutes mafo.de WhatsApp als wesentliches Medium nutzen. Messenger haben die klassischen Briefe in gleichwertiger Form ersetzt, denn sie bringen viele Vorteile mit sich. Forschungsprojekt: Liebeskommunikation im Wandel: Die Ergebnisse rund um die Auswirkungen der digitalen Medien auf unsere Liebeskommunikation haben gezeigt, dass daraus durchaus wichtige Punkte für unsere alltägliche Kommunikation gezogen werden können. Es ermöglicht uns aber auch dieses Phänomen zu verstehen und damit nachhaltig zu beeinflussen. Wenn dich diese Themenfeld interessiert und du bei der Erforschung des Liebesbriefes einen Beitrag leisten möchtest, solltest du deine Liebesbriefe, Nachrichten oder sonstige zur Universität Koblenz-Landau ins Liebesarchiv schicken. Es wird jede Art von Nachricht benötigt um zu Erforschen, ob sich die Art die Gefühle auszudrücken im Laufe der Zeit gewandelt hat. Natürlich werden deine Daten alle diskret und unter Wahrung von Datenschutz und Privatsphäre behandelt. Haben wir dein Interesse geweckt? Dann schau für nähere Details auf der Internet Seite der Universität Koblenz-Landau unter dem Stichwort ,,Liebeskommunikation im Wandel" vorbei. Was du auf jeden Fall mitnehmen solltest: Die Liebeskommunikation ist und war schon immer kein einfaches Handwerk. So mussten wir früher das Fächer-ABC beherrschen, um die Nachrichten der Dame zu verstehen, heutzutage benötigt es eine gewisse Medienkompetenz, um sich in sozialen Medien ausdrücken zu können und das richtige Medium für die Liebe zu finden. Um es zusammenzufassen benötigt es ein gewisses Fingerspitzengefühl um die Liebeskommunikation erfolgreich zu meistern. Dies wird sich in naher Zukunft auch nicht ändern, denn es kommen immer neu Medien hinzu und andere versanden wieder. Wir müssen also auch hier uns immer weiter anpassen und immer weiter lernen, um auf dem neusten Stand der Liebeskommunikation zu sein. Es lohnt sich also durchaus Medienkompetenzen zu erwerben und zu vertiefen. Aber auch zwischen schon bestehende Liebesbeziehung kann die Abwechslung die Beziehung in Schwung halten. Materialgestütztes Schreiben 2 von 2

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Vielen Dank, wirklich hilfreich für mich, da wir gerade genau das Thema in der Schule haben 😁

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14 2 Materialgestütztes Verfassen eines informierenden erklärenden Textes (Aufgabenart IV) Aufgabenbeispiel 1 Im Rahmen der Projekttage des Deutschunterrichts ,,Kommunikation im Netz" haben Sie sich mit Ihrer Gruppe mit dem Thema Liebeskommunikation im digitalen Zeitalter beschäftigt. Am Ende der Projekttage soll Ihre Gruppe den Mitschülerinnen und Mitschülern einen schriftlichen Text präsentieren, der über die Arbeitsergebnisse informiert. Der Text soll später auf einer speziell für die Projekttage erstellten Webseite veröffentlicht werden. M1 Verfassen Sie zu diesem Thema auf Grundlage der Materialien 1 bis 6 und Ihrer Kenntnisse aus dem Unter- richt einen Artikel für die Webseite der Schule, in dem Sie die Geschichte der Liebeskommunikation beschreiben, anhand verschiedener Beispiele die Probleme und Chancen der digitalen Liebeskommunikation erläutern, - abschließend das Projekt zur Erforschung der Liebeskommunikation vorstellen und einen Vorschlag für eine Teilnahme am Projekt begründen. Eva Dignös: Warum der Handychat der Liebe nicht guttut „Ich liebe dich", und dann noch zwei Herzchen - dank Smartphone war es noch nie so leicht, rund um die Uhr mit der oder dem Allerliebsten in Kon- takt zu sein. [...] Alles kein Problem mit Messengern wie WhatsApp. „Früher hat man einen Zettel an den Spiegel geklebt oder eine Nachricht in 5 die Butterbrotdose gelegt, heute schickt man sich solche Nachrichten mit dem Handy", sagt Jörg Wesner, Diplom-Psychologe und Paartherapeut aus Hamburg. ,,Das ist zunächst ganz einfach eine gute Möglichkeit, seine...

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Zugleich sehne er sich nach möglichst viel Bestätigung. 35 Smartphone-Kommunikation kann dann gleich doppelt misslingen: Die Liebesbotschaft via Smartphone bleibt unbeantwortet, und der Partner hat gleichzeitig womöglich Kontakt mit vermeintlichen Konkurrenten. ,,Media- le Kommunikation ist vor allem in unsicheren Beziehungen ein Stressfak- tor", resümiert Psychologin Sirrenberg. 40 ,,Dem schnellen Chat fehlen wichtige Elemente des Gesprächs von Ange- sicht zu Angesicht: ,,Ich kann nicht erkennen, ob der Partner aufmerksam zuhört, ob er etwas nicht verstanden hat oder ob er sich langweilt", sagt Andrea Bräu. [...] Streiten sollten Paare per Textnachricht auf gar keinen Fall, sagt Jörg Wes- 45 ner: „Das kann nur schiefgehen, weil der Partner nicht erkennt, in welcher Stimmung der andere seine Kritik äußert." Will er nur anmerken, dass er abends gern in ein anderes Restaurant gehen würde? Oder kocht er vor Wut? Ist die Bemerkung humorvoll-ironisch gemeint - oder bitterernst? Je kürzer die Botschaft, umso mehr Raum bleibe für Missverständnisse, sagt 50 Wesner. [...] M2 SMS Statistik zur Übermittlung von Liebesbotschaften In welcher Form haben Sie Ihre letzte Liebeserklärung vermittelt? in % 19,6 Whats- App Brief E-Mail 3,3 Nichts davon 4,3 2,5 Video- botschaft 4,2 3,0 2,2 8,5 8,5 12.8 13,5 11,9 11,0 10,6 10,7 (14.0 13,4 16,1 14,3 17,6 10 21,2 19,8 23,2 22,0 20,9 24,6 29,6 20 29,9 33,5 33,3 36,3 Total ☐männlich weiblich 18-30 Jahre 31-45 Jahre 46+ Jahre -> weibliche Personen 51,3 54,1 (56,4 56,1 61.9 bevorzugen textbasierte Kommunikation 0 30 40 50 60 70 80 Das Marktforschungsinstitut mafo.de hat 1.052 Männer und Frauen zu diesem Thema befragt (2016) Britta Gürke: Liebeskommunikation im Wandel der Zeit → männliche Person befordugen ehr suelle Kommunikation. M3 „Mein Süßtönender, mein Schoßkindchen, mein Schmeichelkätzchen, mein Herzensnärrchen, mein Hyazinthenbeet": Diese Worte fand Henriet- te Vogel, als sie im Jahr 1811 dem Schriftsteller Heinrich von Kleist einen Liebesbrief schrieb. 200 Jahre später ist SMS-Tipper Markus nicht weniger 5 kreativ, schickt ein aus Punkten und Strichen zusammengesetztes Herz per Kurznachricht und schreibt noch ein ,,HDGDL - Hab dich ganz doll lieb" an seine Lisa darunter. AUFGABENBEISPIEL Liebesbotschaften sind so alt wie die romantische Liebe selbst. Über die Jahrhunderte fielen Verliebten allerdings immer wieder neue Möglichkei- 10 ten ein, ihre Botschaft an Mann oder Frau zu bringen. ,,Fast jedes Medium, das neu erfunden wurde, wurde ziemlich schnell für die Übermittlung von Liebesgrüßen genutzt", sagt Vera Losse vom Muse- um für Post und Kommunikation in Nürnberg. Dort thematisiert eine Aus- stellung unter dem Titel „liebe.komm" die Geschichte des Liebesbriefes 15 und seiner vielen Verwandten. [...] Haben sich zwei Menschen erst einmal gefunden, ist das Bedürfnis nach Austausch groß. Zunächst waren Briefwechsel nur den gehobenen Gesell- schaftsmitgliedern möglich, die schreiben und sich das Papier leisten 15 16 2 MATERIALGESTÜTZTES VERFASSEN EINES INFORMIERENDEN ERKLÄRENDEN TEXTES (AUFGABENART IV) konnten. ,,Mit der Ausbreitung der Eisenbahn und der Erfindung der Tele- 20 grafie wurde es immer einfacher, Nachrichten auszutauschen", sagt Vera Losse. Eine besondere Rolle spielten Liebesbriefe auch während des Ersten und Zweiten Weltkrieges. Anrührende Botschaften, aber auch ganz alltägliche Schriften berichten scheinbar Banales, etwa was der Absender am jeweili- 25 gen Tag gegessen hat. Die Dokumente geben aber noch heute Zeugnis von der besonderen Bedeutung der Kommunikation zwischen zwangsweise ge- trennten Paaren. [...] Fächersprache und Tischtelegrafen, ein Astloch im Baum für Kontaktanzei- gen, Rohrpost-Cafés oder Internetchats: Wenn es um Möglichkeiten ging, 30 den passenden Partner zu finden, haben sich Menschen zu allen Zeiten kreative Kommunikations-Methoden ausgedacht. Feine Damen traten schon im 18. Jahrhundert bei gesellschaftlichen Ereig- nissen über ihre Fächer dezent mit den Herren ihrer Wahl in Kontakt. Wer des Fächer-Alphabetes mächtig war, interpretierte ein Gleiten des Acces- 35 soires über die Wange richtig als ,,Ich liebe Dich", ein Flattern mit der rech- ten Hand als „Ich liebe einen Anderen". [...] In den „Goldenen Zwanzigerjahren" wurde die Kommunikation dann et- was direkter. In Berlin eröffnete ein Café, an dessen Tischen jeweils ein Telefon und eine Rohrpost-Station angebracht waren. Interessierten sich 40 die Besucher füreinander, scheuten aber den Weg durch den Raum, konn- ten sie einfach am jeweiligen Nachbartisch anrufen oder kleine Geschenke per Rohrpost verschicken. [...] Dauerbrenner ist bis heute die Kontaktanzeige. Die erste Annonce erschien in Deutschland bereits 1738 in den „Franckfurter Frag- und Anzeigsnach- 45 richten". [...] Anders als vielfach angenommen, ist der Liebesbrief auch in Zeiten von Handys und Telefonen nicht aus der Mode gekommen. ,,Die vielen tausend E-Mails, die täglich geschrieben werden, zeigen, dass der Liebesbrief kei- neswegs ausstirbt. Im Gegenteil: Der Liebesbrief erlebt gerade eine neue 50 Blüte", sagt Losse. [...] „Wir haben festgestellt, dass die Leute das Bedürfnis haben, die Nachrichten aufzuheben. Sie kommunizieren zwar über SMS, ein Medium, das nicht für das Aufbewahren geeignet ist. Anschließend schreiben sie die SMS aber ab", sagt Losse. Wie die Geschichte des Liebesbriefes weitergehen wird, kann auch Losse 55 nicht vorhersagen. Der Wissenschaftler Alexander Roesler allerdings hat bereits eine Vorstellung von der Liebes-Mail der Zukunft. [...] Aussterben werde die Liebesnachricht nie. Sie werde höchstens ihre Form verändern, meint Roesler. ,,Die Liebe wird sich neue Wege der Kommunikation su- chen. Und finden." Internet-Anzeige einer Online-Partnervermittlung M4 Parship Starten Sie jetzt Ihre Partnersuche Ich suche Ich bin eine Frau O ein Mann Deutschlands beliebteste O eine Frau Kostenlos anmelden Partnervermittlung Kundening Apr einen Mann 9 von 10 Paaren bleiben zusammen DEUTSCHES INSTITUT FUR SERVICE-QUALITAT 1. PLATZ Testsieger Partner- vermittlungen TEST Aug www.ding.de Alle 11 Minuten verliebt sich ein Single über Parship things N M5 Stephan Porombka: Liebe erfordert heute Medienkompetenz Die Liebe stirbt im Internet? Das ist ziemlich unwahrscheinlich. Es spricht sogar alles dagegen. Sie boomt. Sie verwandelt sich. [...] Ein immer größe- rer Teil von dem, was Liebesbeziehungen ausmacht, wird über Mails, SMS, Snaps, Directmessages und Skype geregelt. Manche Paare beschränken 5 sich auf WhatsApp. Andere experimentieren. Sie schreiben sich Kurznach- richten, schicken sich Audios, posten und kommentieren sich bei Facebook und teilen abends noch Bilder bei Instagram, wenn sie nebeneinander auf dem Sofa sitzen. [...] Wer dem Liebesbrief nachtrauert, kann sich von einer Vielfalt kleiner For- 10 men überraschen lassen, die sich erst in den letzten Jahren entwickelt ha- ben und immer weiter ausdifferenzieren. Kulturwissenschaftler, die sich mit der Geschichte des Lesens und Schreibens beschäftigen, stellen dabei keine Verflachung fest. Im Gegenteil. Das Zeichenspiel der Liebe wird schneller, komplexer, flirrender. Es sind Ströme von Bildern, die zwischen 15 Liebenden laufen. Es sind Filmclips, Stimmen, Geräusche, Musikdateien, experimentelle Texte und Texturen. Sie werden durch Bearbeitungen in Be- wegung gehalten. Zugleich werden sie in virtuellen Kartons gesammelt: auf Festplatten, in Dropboxen, in den Speichern der sozialen Medien. [...] Die Smartphone-Love ist so neu und so vorbildlos, dass sogar ziemlich viel 20 danebengeht. [...] Beziehungsfähigkeit zu lernen, heißt deshalb mittlerwei- le: Medienkompetenzen zu entwickeln. Die Liebeskunst ist unter den Be- dingungen der Gegenwart immer auch die Kunst, produktiv und kreativ mit dem Smartphone umzugehen. Und das heißt: Man muss die neuen Liebesbeziehungen auf ganz romantische Weise als Kunstwerk gestalten, 25 in dem die Zeichen zirkulieren und jede Sendung als kleines Werkstück zu verstehen ist, das etwas Gelingendes zum Ganzen beiträgt. [...] Die moderne Liebe ist Kommunikation. Deshalb schafft die Kommunikati- onsrevolution die Liebe nicht ab. Sie macht es nur noch notwendiger, dass wir über unsere Liebe kommunizieren, um zu verstehen, was uns mitein- 30 ander guttut. [...] Aufruf eines Forschungsprojekts M6 AUFGABENBEISPIEL FORSCHUNGSPROJEKT: LIEBESKOMMUNIKATION IM WANDEL Aufruf zur Einsendung von Liebesbriefen und Chatverläufen Der Liebesbrief zeigt auf eindrückliche Weise, wie sich private Schriftlichkeit im Lauf der Zeit verändert. Sprachforscherinnen der Universitäten Darmstadt, Mainz und Koblenz haben sich zusammengetan und sammeln nun Liebesbriefe aus dem ganzen deutschsprachigen Raum, um ein umfassendes Korpus zu erstellen, das als Grundlage für die Erforschung des privaten, intimen Liebesbriefs von jedermann und jederfrau taugen soll. Es wird untersucht, ob sich die Art, Gefühle auszudrücken, im Laufe der Zeit gewandelt hat. Neben den Originalbriefen können diese Liebesbotschaften auch in digitalisierter Form eingereicht werden. Aber auch E-Mail- und WhatsApp-Nachrichten werden ins Archiv aufgenommen. Wie können Sie uns die Briefe/Mails und Chatverläufe überlassen? Ihren Brief oder Ihre Briefe und Korrespondenzen können Sie uns sowohl im Original oder auch als Kopie einsenden. Bei der Kopie ist es wichtig, darauf zu achten, dass der gesamte Brief kopiert wird und dass die Kopie gut lesbar ist. Digitale Nachrichten können per USB-Stick versendet werden. Wir freuen uns auch, wenn Sie uns nähere Angaben zu den Briefschreibern (Alter, Beruf, Beziehungsstand etc.) oder zu den Empfängern ergänzen. Abschließend möchten wir Ihnen versichern, dass wir Ihnen vollumfängliche Diskretion und die Respektierung von Datenschutz und Persönlichkeitsrechten garantieren können. Prof. Dr. Antje Dammel (Johannes Gutenberg-Universität Mainz) Prof. Dr. Andrea Rapp (Technische Universität Darmstadt) Prof. Dr. Eva L. Wyss (Universität Koblenz-Landau) Einsendungen bitte an folgende Adresse: Prof. Dr. Eva L. Wyss Universität Koblenz-Landau, Standort Koblenz, Liebesbriefarchiv Universitätsstr. 1, 56070 Koblenz 17 Dienstag, 4. Mai 2021 Materialgestütztes verfassen eines informierenden erklärenden Textes Was WhatsApp, Instagram und Co mit unserm Erfolg in der Liebesbeziehungen zutuen haben? Ob eine Liebesbeziehung funktioniert hängt im wesentlichen von den beteiligten Personen und deren Anziehung zueinander ab, aber auch unsere Kommunikationsweise mit den sozialen Medien beeinflusst in nicht geringem Maße den Erfolg. Mit diesen Phänomen haben sich viele Forscher/innen befasst und sind auf einige interessante Verhaltensmuster gestoßen. Zuletzt kannst du auch selber noch ein Teil zur Forschung beitragen, mehr dazu findest du später im Text. Geschichte der Liebesbriefe: Ein Blick in die Geschichte hilft uns schon einmal zu verstehen, wie Liebesbotschaften sich im Laufe der Zeit verwandelt haben. So sagt Vera Losse vom Museum für Post und Kommunikation in Nürnberg, dass fast jedes Kommunikationsmittel nach kurzer Zeit auch für die Versendung von Liebesbotschaften genutzt worden wäre. Im ersten Weltkrieg, wo Paare meist hunderte Kilometer voneinander getrennt waren, spielte die Post für die Liebeskommunikation zwischen den Partnern eine zentrale Rolle. So wurden nicht nur Liebesbekundungen, sondern auch ganz alltägliche Schriften nach dem Motto, was man gegessen habe, wie das Wetter sei und so weiter verschickt. Im 18. Jahrhundert hingegen kommunizierten die feinen Damen auf Festen oder dergleichen mit ihren Fächern um mit den Männern ihrer Wahl diskret in Kontakt zu treten. Ein seit 1738 und bis heute weit verbreitete Methode seine Liebe zu bekunden, ist die Kontaktanzeige in der Zeitung. Dahingehend in den goldenen Zwanzigern wandelte sich die Kommunikation zu einer direkteren Form, so eröffneten mit der Zeit Rohrpost-Cafés, die es per Rohrpost oder Telefon ermöglichten mit einem anderen Tisch in Kontakt zur treten. Ein Dauerbrenner, wie die Kontaktanzeige, ist natürlich auch heute noch der klassische Liebesbrief, der durch Sitzbänke oder per Post verschickt wird. Eine aktuellere Methode, die bestimmt jeden bekannt ist, stellt natürlich die Versendung von SMS, Nachrichten oder Sprachnachrichten dar. Sie erlauben eine sofortige Übermittlung egal an welchen Ort. Es zeigt sich also deutlich, dass wir Menschen eine kreative Ader für die Vermittlung von Liebesbotschaften besitzen und diese sich geschichtlich die Kommunikationsmethoden der Zeit zunutze machen, aber auch eigene Geheimsprachen wurden entwickelt, um die Liebe sicher zu transportieren. Erinnert euch an eure letzte Liebesbotschaft zurück, welches Medium habt ihr oder wurde genutzt, um die Botschaft zu übermitteln? Fehler bei der digitalen Liebeskommunikation: Kurze Nachrichten, mit „ich liebe dich" oder Herzchen, sind auf dem ersten Blick gut gemeinte Liebesbekundungen, aber nach Eva Dignös kann gerade das zu Stress zwischen den Partner führen. Wer Nachrichten schreibt, der erwartet in den meisten Fällen auch eine Antwort, aber wenn diese Reaktion ausbleibt, dann ist die entsprechende Person enttäuscht. Dieses Phänomenen kenn wir auch von den besten Freunden/innen. Einmal oder zweimal kann man es noch ganz gut wegstecken, aber wenn dauerhaft die schnellen Antworten ausbleiben, macht sich Enttäuschung breit und die Beziehung wird angezweifelt. Aber auch in Bezug auf Eifersuchtsfaktoren bieten die sozialen Medien ein großes Potenzial. Zum Beispiel wirken unbeantwortete Nachrichten, trotz eines „Online" Schriftzuges für Personen, die sich unsicher in der Beziehung füllen, so als ob der Partner lieber mit der Ex schreiben würde, behauptet Eva Dignös. Ebenso können die fehlenden Reize einer Face-to-Face Kommunikation, wie Mimik, Körperhaltung oder Klang der Stimme zu Kommunikationsstörungen und damit zu Missverständnissen führen. Auf Dauer können auch diese Unsicherheiten über die Person gegenüber zu einem zerbrechen der Beziehung führen. Gewisse Kompetenzen in Bezug auf Medien und die damit verbundene Kommunikation lohnen sich also durchaus. Des Weiteren sollte 1 von 2 Materialgestütztes Schreiben Dienstag, 4. Mai 2021 man mit dem Partner gewisse „Nutzungskonzepte“ ausmachen. Es spricht nichts gegen eine aufmunternde Nachricht vor einem Bewerbungsgespräch, aber sobald sich ein Partner durch die Nachrichten unter Druck gesetzte fühlt, entwickelt es sich nicht nachhaltig auf die Beziehung. Kommunikation ist Liebe: Stephen Porombka deutet dahingegen an, dass die „Liebe im Internet" (Z.1) sogar wachsen würde, denn viele verschiedenste Dienste, wie Mail, SMS, Snaps, Directmasseges oder Videoanrufe würden genutzt werden, um sich gegenseitig die Liebe zu bekunden. Sie bieten nach ihm eine große Vielfalt an Kommunikationswegen als der klassische Brief und jedes Paar kann sich sein eigenes Medium oder mehrerer suchen. Es würde mehr Vielfalt entstehen und sich gleicht keinem Liebesaustausch davor. Für ihn bedeutet eine erfolgreiche moderne Beziehung auch die Kompetenz zur erfolgreichen Nutzung von Medien. Im Gegensatz zu anderen Behauptungen würde er nicht sagen, dass die Medien die Liebe ausrotten, sondern Kommunikation ist mit Liebe gleichzusetzen und damit unerlässlich. Dies zeigt sich auch darin, dass etwa 54% alle Befragten aus der Befragung zur Medienauswahl zur Übermittlung von Liebesbotschaften des Marktforschungsinstitutes mafo.de WhatsApp als wesentliches Medium nutzen. Messenger haben die klassischen Briefe in gleichwertiger Form ersetzt, denn sie bringen viele Vorteile mit sich. Forschungsprojekt: Liebeskommunikation im Wandel: Die Ergebnisse rund um die Auswirkungen der digitalen Medien auf unsere Liebeskommunikation haben gezeigt, dass daraus durchaus wichtige Punkte für unsere alltägliche Kommunikation gezogen werden können. Es ermöglicht uns aber auch dieses Phänomen zu verstehen und damit nachhaltig zu beeinflussen. Wenn dich diese Themenfeld interessiert und du bei der Erforschung des Liebesbriefes einen Beitrag leisten möchtest, solltest du deine Liebesbriefe, Nachrichten oder sonstige zur Universität Koblenz-Landau ins Liebesarchiv schicken. Es wird jede Art von Nachricht benötigt um zu Erforschen, ob sich die Art die Gefühle auszudrücken im Laufe der Zeit gewandelt hat. Natürlich werden deine Daten alle diskret und unter Wahrung von Datenschutz und Privatsphäre behandelt. Haben wir dein Interesse geweckt? Dann schau für nähere Details auf der Internet Seite der Universität Koblenz-Landau unter dem Stichwort ,,Liebeskommunikation im Wandel" vorbei. Was du auf jeden Fall mitnehmen solltest: Die Liebeskommunikation ist und war schon immer kein einfaches Handwerk. So mussten wir früher das Fächer-ABC beherrschen, um die Nachrichten der Dame zu verstehen, heutzutage benötigt es eine gewisse Medienkompetenz, um sich in sozialen Medien ausdrücken zu können und das richtige Medium für die Liebe zu finden. Um es zusammenzufassen benötigt es ein gewisses Fingerspitzengefühl um die Liebeskommunikation erfolgreich zu meistern. Dies wird sich in naher Zukunft auch nicht ändern, denn es kommen immer neu Medien hinzu und andere versanden wieder. Wir müssen also auch hier uns immer weiter anpassen und immer weiter lernen, um auf dem neusten Stand der Liebeskommunikation zu sein. Es lohnt sich also durchaus Medienkompetenzen zu erwerben und zu vertiefen. Aber auch zwischen schon bestehende Liebesbeziehung kann die Abwechslung die Beziehung in Schwung halten. Materialgestütztes Schreiben 2 von 2