1. Aufzug, 1. Auftritt: Nathans Rückkehr und die Rettung Rechas
Nathan kehrt von einer Geschäftsreise zurück und erfährt von seiner christlichen Dienerin Daja eine erschütternde Nachricht: Sein Haus ist fast abgebrannt, und seine Adoptivtochter Recha wäre beinahe gestorben. Diese Nachricht trifft den jüdischen Kaufmann tief ins Herz.
Daja berichtet, dass Recha durch einen Tempelherrn gerettet wurde, der wenige Tage zuvor vom Sultan Saladin begnadigt worden war. Diese zeitliche Fügung bezeichnet Nathan als Wunder. Recha schläft nun die meiste Zeit und wirkt in wachen Momenten verwirrt.
Der Tempelherr verhielt sich nach der Rettung sehr seltsam. Er zeigte kein Interesse an Dajas Dankbarkeit und reagierte sogar abweisend und spöttisch, als sie ihn später am Grab Jesu traf.
💡 Beachte, wie Lessing bereits in dieser ersten Szene die drei großen Religionen einführt: Nathan (Judentum), Daja (Christentum) und Sultan Saladin (Islam). Diese religiöse Vielfalt ist zentral für die Handlung und Botschaft des Dramas.
Am Ende der Szene erscheint Recha selbst, und Nathan bittet Daja, den Tempelherrn zu finden und zu ihm zu bringen, damit er sich bei ihm bedanken kann.











