Glaube und Schicksal
Oskar Meyer erweist sich trotz aller Widrigkeiten als tief gläubiger und religiöser Mensch. Sein Glaube bietet ihm Trost und Hoffnung in einer Zeit extremer Verzweiflung.
Quote: "Ich hoffe die Hände der seligen Eltern sind über mir und, dass der Herr unseren Peinigern alle Zähne zerbricht" (S. 418)
Dieses Zitat verdeutlicht Meyers unerschütterlichen Glauben und seinen Wunsch nach göttlicher Gerechtigkeit. Er akzeptiert sein Schicksal, hält aber gleichzeitig an der Hoffnung fest, dass seine Peiniger vor Gott zur Rechenschaft gezogen werden.
Meyer spielt eine wichtige Rolle im Roman als Vertreter der jüdischen Opfer des Krieges. Seine Geschichte zeigt die Naivität vieler Juden angesichts der nationalsozialistischen Bedrohung. Bemerkenswert ist, dass er selbst angesichts offensichtlicher Beweise die Realität der Konzentrationslager nicht wahrhaben will.
Highlight: Meyers Unfähigkeit zu glauben, "dass die Deutschen die Juden in KZs vergasen" (S.254), unterstreicht die Unvorstellbarkeit der nationalsozialistischen Gräueltaten selbst für die Opfer.
Die Figur des Oskar Meyer in "Unter der Drachenwand" dient als eindringliche Darstellung des jüdischen Schicksals während des Holocausts. Durch seine Briefe und seine Entwicklung im Laufe des Romans wird die schrittweise Verschlechterung der Lage der Juden, der Verlust von Hoffnung und Familie, aber auch die Kraft des Glaubens in Zeiten extremer Not veranschaulicht.



