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Unterwegs - Das Motiv des Reisens in der Literatur der Romantik

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Gianna Scholz
Was stellen Sie sich unter dem Begriff "Romantik” vor? Vielle
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Unterwegs - Das Motiv des Reisens in der Literatur der Romantik Gianna Scholz Was stellen Sie sich unter dem Begriff "Romantik” vor? Vielleicht ein Date mit Wein bei Kerzenschein oder doch viel ehe das Erforschen neuer Orte, fremder Länder und anderer Kulturen. Im Sommerurlaub im Meer baden, in den Bergen wandern oder neue Städte erkunden. Die Sehnsucht nach der unentdeckten Ferne ist keine Erfindung der Neuzeit. Sie liegt in der Natur der Menschen. Hiermit begrüße ich Sie herzlich zu diesem Abend der Romantik. Mein Name ist Gianna und Einführend in den Abend hören Sie meinen Vortrag “Unterwegs - Das Motiv des Reisens in der Literatur der Romantik", anschließend dazu typische Lieder und Klavierstücke der Romantik sowie Gedichte und Prosatexte unter anderem von Joseph von Eichendorff, Franz Schubert und Robert Schumann. Die ist Romantik eine Epoche der deutschen Literatur und lässt sich in drei Phasen einteilen. Die Frühromantik, von 1797 bis 1804, geprägt durch die Koalitionskriege in Frankreich zur Aufrechterhaltung der Monarchie, die Hochromantik, von 1805 bis 1815, sowie die Spätromantik, auch die romantischste Zeit innerhalb der Romantik genannt, nach 1820. Bekannte Dichter und Denker waren die Brüder Schlegel, Achmin von Arnim, Clemens Brentano sowie Joseph von Eichendorff und Wilhelm Müller. Die Epoche der Romantik ist geprägt durch die Aufklärung, die Industrialisierung sowie der Urbanisierung und zahlreiche gesellschaftliche und politische...

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Probleme. Viele Menschen ziehen in die Stadt und weg von der Natur, leben in kleinen Wohnungen und tuen nichts als zu arbeiten um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Im Kontrast zum Philister, dem sich deformierenden Bürger in der Industrialisierung, steht die Literatur der Romantik. Auch Autoren leben sehr eng und in ständiger Angst um ihre Existenze, weshalb sie ihre Helden auf Reisen schicken, um ihrer innere Sehnsucht nach der Ferne auszuleben. Sie tauschen familiäres, existenziell Sicheres gegen eine unsichere weite Welt, ein vages Reiseziel und unbegrenzte aber ungewisse Möglichkeiten. Besonders "das Marmorbild" von Joseph von Eichendorff, veröffentlicht 1818, weist viele typische Motive der Romantik auf, darunter auch das Motiv des Reisens. Der Hauptcharakter Florio reist nach Lucca, einer Stadt in Italien, um dort sein Glück zu finden. Beim Einreiten in die Stadt erzählt er einem Fremden er habe das Reisen erwählt und fühle sich wie aus einem Gefängnis erlöst. Er beschreibt wie Sehnsüchtig er nach der Ferne ist und man hört sehr deutlich heraus wie eingeengt er sich in seiner Heimat fühlte. Dieses Gefühl lässt sich auch sehr gut auf andere Dichter der Romantik übertragen, angefangen mit Eichendorff selbst, der das Marmorbild eingesperrt in seinem Jura Studium schrieb, um Gedanklich auszubrechen. Eichendorff projiziert seine Sehnsucht nach dem Reisen, nach der Freiheit, ausgelöst durch die enge seines eigenen Leben, auf die Helden seiner Werke. Sie entstehen allein durch sehnsüchtige Träume in der Fantasie des Autors. "Die Romantiker machen daraus (aus der Reise) die Fahrt ohne Ankunft und Ziel, die unendliche Fahrt eben.", so der deutsche Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Rüdiger Safranski. Seiner Meinung nach schreiben die Romantiker von Heimweh, Sehnsucht und Abfahrt aber nie von der Heimat, des erfüllten Augenblicks und des Ankommens. Am Deutlichsten sehen Sie dies am eingeblendeten Bild. „Wanderschaft“ von Ludwig Richter, aus den Jahren 1858 bis 1861, fängt das Gefühl sehr gut ein. Zwei junge Männer, noch etwas grün hinter den Ohren, verlassen ihre Stadt um auf Wanderschaft in der Welt zu gehen. Unter dem Schriftzug erkennt man einen Käfig, der ein friedliches Familienbild zeigt. Ein Käfig, aus dem der Romantiker ausbricht und auf idyllische Wanderschaft geht. Doch die Realität sieht häufig ganz anders aus. “Jener fröhlicher Wanderer (...) ist eine Erfindung der Kunst, der Literatur vor allem. Ihnen (den Wanderern dieser Zeit) ging es nicht um das Unterwegs sein, sondern um das Ankommen." schreibt Christiane Albiez (geb. Krautscheid) in ihrem Text “Und jeder Schritt des Wanderers ist bedenklich". Die Wanderer in der Zeit der Romantiker waren keinesfalls ohne Ziel unterwegs. Sie wollten Ankommen, an einen Ort, der ihnen Arbeit gab und somit das Einkommen für sich selbst und ihre Familien sicherte. Eichendorff benennt die Gefahren der ständigen Sehnsucht seiner Figuren, in der Form von Venus, einer verführerischen Göttin, der sein Hauptcharakter Florio verfällt. So antwortet der Fremde, dem er von seiner Sehnsucht erzählt, : “Habt ihr wohl jemals, sagte er zerstreut aber sehr ernsthaft, von dem wunderbaren Spielmann gehört, der durch seine Töne die Jugend in einen Zauberberg hinein verlockt, aus dem keiner wieder zurückgekehrt ist? Hütet euch!" Der Spielmann ist in diesem Fall die Göttin Venus die Florio verführt und ihren Bann zieht. Die Worte "aus dem keiner wieder zurückgekehrt ist” lassen nur auf den Tod schließen. Ein weiteres Beispiel für die Gefahren sieht man im Gedicht "der Wegweiser" von Wilhelm Müller, veröffentlicht 1823 in der Hochromantik. Die Wegweiser verweisen auf die Städte, wo das normale, sichere Leben stattfindet, doch das lyrische Ich bleibt dem Fern auf der Suche nach der Einsamkeit, vielleicht auch dem Sinn des Lebens. Die Gefahren sind dem lyrischen Ich dabei bekannt, wie man in Vers 7-8 "Welch törichtes Verlangen treibt mich in die Wüstenein?" erkennen kann. Gleichzeitig weiß es nicht warum es nach dieser Einsamkeit strebt. Erst in der letzten Strophe wird dem lyrischen Ich bewusst, welche Straße es entlang gehen muss. "Eine Straße muss ich gehen, die noch keiner ging zurück" deutet eine Reise ohne Wiederkehr an, die Lebensreise, welche im Tod endet. Der Leser wird angeregt sein eigenes Leben zu überdenken, da dem lyrischen Ich die Begrenztheit des menschlichen Wesens bewusst wird. Besonders in der Zeit der Industrialisierung, wo Menschen leben um zu arbeiten und arbeiten um zu leben, ist die Erkenntnis, dass das Leben nicht unendlich ist, eine Entscheidende und eine grundlegend Wichtige. In der Zeit der Romantik ist das dauerhafte Unterwegssein unrealistisch, da die Figuren weder ein festes Einkommen, noch einen festen Wohnort und keine Familie besitzen. Viel mehr benutzen die Autoren die Reise als ein Symbol für ihre Sehnsucht nach mehr als nur der Arbeit, aber auch für die Gefahren der steigenden Industrialisierung, wie man in “Der Wegweiser" erkennt. “Der Romantiker ist immer auf der Suche. (...) Ist er fündig geworden sehnt er sich danach, erneut auszuziehen." Der Romantiker schreibt nicht vom befreiendem Wanderleben oder dem Ausbruch aus der Realität, sondern kritisiert die Gesellschaft, in seiner Zeit, wie auch heute. "Andere Dichtarten sind fertig, und können nun vollständig zergliedert werden. Die romantische Dichtart ist noch im werden, (...) das ist ihr eigentliches Wesen, dass sie ewig nur werden, nie vollendet sein kann." schreibt Friedrich Schlegel in die "Romantische Universalpoesie" und fasst damit alles grundlegende zur Romantik zusammen. Wie man erkennt ist die Literatur der Romantik stark durch die Sehnsucht der Autoren nach der Ferne geprägt, was sich im Motiv des Wanderns und Reisens kristallisiert. Das lyrische Ich in den Gedichten, Novellen und selbst Bildern ist immer sehnsüchtig nach der Außenwelt, doch verliert dabei häufig den Bezug zur Realität. Zudem ist die Romantik eines der gesellschaftskritischsten Epochen, da sie in einer politischen und gesellschaftlichen Bewusstseins- und Systemkrise lebten, auf die sie mit ihrer Kunst antworteten. Abschließend lässt sich sagen, dass der Romantiker kein Ziel hat. Vielmehr flüchtet er sich in die Erinnerung einer guten Zeit und häufig ist diese Erinnerung reine Fantasie. Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit. Ich hoffe ich konnte Ihnen einen Einstieg in das Thema bieten und wünsche Ihnen einen wundervollen Abend, auf das Sie mit neuen, romantischen Ideen nach Hause gehen können. IQB KMK 1 Aufgabe Aufgabenstellung An Ihrer Schule soll ein Abend mit Bildern, Liedern und Lesungen von Texten aus der Epoche der Romantik stattfinden. Ihre Aufgabe ist es, die anwesenden Lehrkräfte, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler in einem einführenden Vortrag über das Motiv des Reisens in der Literatur der Romantik zu informieren. Verfassen Sie diesen Vortragstext mit dem Titel: „Unterwegs - Das Motiv des Reisens in der Literatur der Romantik"! Nutzen Sie zur Gestaltung des Vortrags die Materialien 1-8 und ergänzen Sie diese durch im Unterricht erworbenes Wissen und persönliche Erfahrungen. Bezüge auf die Materialien können ohne Zeilenangabe unter Nennung der Autorin/des Autors und ggf. des Titels erfolgen. Ihr Vortragstext soll etwa 1200 Wörter umfassen. informierender Text GRede Material Material 1: Flyer zur Veranstaltung an Ihrer Schule AUFBRUCH INS UNBEKANNTE Ein Abend zur Romantik 1 Aufgabe Hören Sie: LIEDER, u. a. aus Franz Schuberts Winterreise GEDICHTE UND PROSATEXTE, u. a. von Joseph von Eichendorff KLAVIERSTÜCKE, u. a. von Robert Schumann sowie einführend den VORTRAG ,,Unterwegs - Das Motiv des Reisens in der Literatur der Romantik" Caspar David Friedrich Wanderer über dem Nebelmeer (um 1818) 54 Wörter Verändert nach: Friedrich, C. D. (um 1818). Wanderer über dem Nebelmeer. Zugriff am 08.02.2015 von http://upload.wikimedia.org. 3 1₁ MA: - nach dem Vortrag: Lieder, Gedichte und Prosa texte sowie Klavierstücke M2 Kontrast zu dem durch Gewerbe fleiß, Existenz sichereng Gewinnstreben und Anpassung langsam Bürger" (Philister) > Gegenteil = sehnsüchtiger wanderer auf der Suche nach etwas aber in Ständiger Gefahr der Entfremdung 11. L> Industrialisierung: Autoren dort ev - familares, existenziell sicheres wird gegen (Zielort, Zid (warz weit) Reiseziel, die unsichere Fremde und eine ungewisse (Möglichkeiton) Zukunft einge tausent M3: das Mamor bild (zur Zeit inder Joseph von Eichendorf das Mamor bild schrieb war er eingesperrt" seinem Jurazimmer / weist. typische Motive der Romantik auf, darunter quendas Motiv des Reisens. Der Haupt charakter Florio veist nach Locca finden. Beim Einreiten sein sien leben sen Eng, weshalb sieninue Helden auf begeben die Reise -> Ahnung oder Sehnsüchtiger inver Fantasie Glück wie Traum in sich deformierenden dus in die stad + erzählt er Fortunato sänger, fühle sien einem Gefängniss gllöst. Ev beschreibt wie sehnsüchtiger nach der Ferne war und man hört senr deutlion heraus wie eingeengt in seiner Heimat fühite. Dieser Gefühl lässt sich auch sehr gut der zeit der Romantik übertragen. auf wiele L 1 nicht zu definieren, ein wages nicht deutlich in habe das Reisen erwäh it und einem Christlichen. Dichter in ohne gewissheit, unbeständig, unvorner- senbar, möglich 9 IG M4: die Romantiker machen daraus die Fahrt ohne Ankunft und ziel, die unentliche Fahrt eben L> Romantiker schreiben Abfahrt aber nie blicks und des Ankomens. wissenschaftler von ist von Heimwen 11 der Heimat Kungt, der Literatur vor dieser Zeit) ging es nicht um das - M5 Doch die realität zient ganz anders aus.. froniche wandever (...) ist eine freie Erfindung der 1 so der deutsche Literatur - und Schriftsteller Rüdiger safrans ki sondern krautscheid in invem Text bedenklich". Senn sucht und umidas Ankommen. des erfüllten Augen- L allem. (...) Innen (den wanderern Unterwegs sein, Jener Schreibt Christianz Der Romantiker hat kein Ziel viel die Erinnerung einer guten zeit und häufig ist 11 und jeder Schritt des wanderers mehr flüentet er in diese Evinnerung veine Fantasic. M6: Eichendorff projeziert seine sehnsucht nach dem Reisen, ausgelöst durch die enge seines eigenen Leben, auf die Dichtung seiner werke. Eichendorff benennt jedoch immer die Gefahren der romantischen sennsucnt I familieres, existenziell sicneves gegen sehnsucht = keine Familie, kein fester wonn ort, keinsioneres Einkommen) 2 Material 6: Ludwig Richter: Wanderschaft (1858-1861) Manderschaft. Ludwig Richter (1803-1884) war ein bedeutender Maler und Zeichner der Spätromantik. Richter, L. (1858-1861). Wanderschaft. Zugriff am 14.01.2016 von https://commons.wikimedia.org 5 10 15 IQB KMK Material 8: Wilhelm Müller: Der Wegweiser¹ (1823) Was vermeid ich denn die Wege, Wo die andren Wandrer gehn, Suche mir versteckte Stege Durch verschneite Felsenhöhn? Habe ja doch nichts begangen, Daß ich Menschen sollte scheun Welch ein törichtes Verlangen Treibt mich in die Wüstenein?? Weiser stehen auf den Straßen, Weisen auf die Städte zu, Und ich wandre sonder Maßen³, Ohne Ruh, und suche Ruh. Kritiscum Selbstreflection, die custe auf eine wilde Natur gefährlich? oder dumm weit gefährlich - Leben wegweiser das wo 27 verweisen auf die Stade normale, sichere Leben stattfindet. selbstbefragung →→ keine Fluent Ivrisue ки bieint Einen Weiser seh ich stehen Unverrückt vor meinem Blick;>inneres zeionen auf einziel Eine Straße muß ich gehen, Die noch keiner ging zurück. 1 Aufgabe -Reiseonne wiederkenn Wilhelm Müller (1794-1827) war ein deutscher Dichter der Romantik. dem fern Lebens veise die im ¹ Der Wegweiser: Das Gedicht entstammt Wilhelm Müllers 1823 erschienenem Gedichtzyklus „Die Winterreise" und wurde von Franz Schubert 1827 als Kunstlied für Singstimme mit Klavierbegleitung vertont. 2 Wüstenein: öde, leere Gegenden. 3 sonder Maßen: ohne Maßen, maßlos, grenzenlos. 76 Wörter Müller, W. Der Wegweiser. In ders. Werke. Tagebücher. Briefe. Hrsg. Von Maria-Verena Leistner. Bd. 1: Gedichte 1. Berlin 1994, S. 180. Die Rechtschreibung entspricht der Textquelle. Soche noch der Einsamkeit, Konentration auf das wesentlicher Bewusstsein der Begrenztheit des mensonlichem wesen Tod endet 19

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Cool, mit dem Lernzettel konnte ich mich richtig gut auf meine Klassenarbeit vorbereiten. Danke 👍👍

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Probleme. Viele Menschen ziehen in die Stadt und weg von der Natur, leben in kleinen Wohnungen und tuen nichts als zu arbeiten um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Im Kontrast zum Philister, dem sich deformierenden Bürger in der Industrialisierung, steht die Literatur der Romantik. Auch Autoren leben sehr eng und in ständiger Angst um ihre Existenze, weshalb sie ihre Helden auf Reisen schicken, um ihrer innere Sehnsucht nach der Ferne auszuleben. Sie tauschen familiäres, existenziell Sicheres gegen eine unsichere weite Welt, ein vages Reiseziel und unbegrenzte aber ungewisse Möglichkeiten. Besonders "das Marmorbild" von Joseph von Eichendorff, veröffentlicht 1818, weist viele typische Motive der Romantik auf, darunter auch das Motiv des Reisens. Der Hauptcharakter Florio reist nach Lucca, einer Stadt in Italien, um dort sein Glück zu finden. Beim Einreiten in die Stadt erzählt er einem Fremden er habe das Reisen erwählt und fühle sich wie aus einem Gefängnis erlöst. Er beschreibt wie Sehnsüchtig er nach der Ferne ist und man hört sehr deutlich heraus wie eingeengt er sich in seiner Heimat fühlte. Dieses Gefühl lässt sich auch sehr gut auf andere Dichter der Romantik übertragen, angefangen mit Eichendorff selbst, der das Marmorbild eingesperrt in seinem Jura Studium schrieb, um Gedanklich auszubrechen. Eichendorff projiziert seine Sehnsucht nach dem Reisen, nach der Freiheit, ausgelöst durch die enge seines eigenen Leben, auf die Helden seiner Werke. Sie entstehen allein durch sehnsüchtige Träume in der Fantasie des Autors. "Die Romantiker machen daraus (aus der Reise) die Fahrt ohne Ankunft und Ziel, die unendliche Fahrt eben.", so der deutsche Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Rüdiger Safranski. Seiner Meinung nach schreiben die Romantiker von Heimweh, Sehnsucht und Abfahrt aber nie von der Heimat, des erfüllten Augenblicks und des Ankommens. Am Deutlichsten sehen Sie dies am eingeblendeten Bild. „Wanderschaft“ von Ludwig Richter, aus den Jahren 1858 bis 1861, fängt das Gefühl sehr gut ein. Zwei junge Männer, noch etwas grün hinter den Ohren, verlassen ihre Stadt um auf Wanderschaft in der Welt zu gehen. Unter dem Schriftzug erkennt man einen Käfig, der ein friedliches Familienbild zeigt. Ein Käfig, aus dem der Romantiker ausbricht und auf idyllische Wanderschaft geht. Doch die Realität sieht häufig ganz anders aus. “Jener fröhlicher Wanderer (...) ist eine Erfindung der Kunst, der Literatur vor allem. Ihnen (den Wanderern dieser Zeit) ging es nicht um das Unterwegs sein, sondern um das Ankommen." schreibt Christiane Albiez (geb. Krautscheid) in ihrem Text “Und jeder Schritt des Wanderers ist bedenklich". Die Wanderer in der Zeit der Romantiker waren keinesfalls ohne Ziel unterwegs. Sie wollten Ankommen, an einen Ort, der ihnen Arbeit gab und somit das Einkommen für sich selbst und ihre Familien sicherte. Eichendorff benennt die Gefahren der ständigen Sehnsucht seiner Figuren, in der Form von Venus, einer verführerischen Göttin, der sein Hauptcharakter Florio verfällt. So antwortet der Fremde, dem er von seiner Sehnsucht erzählt, : “Habt ihr wohl jemals, sagte er zerstreut aber sehr ernsthaft, von dem wunderbaren Spielmann gehört, der durch seine Töne die Jugend in einen Zauberberg hinein verlockt, aus dem keiner wieder zurückgekehrt ist? Hütet euch!" Der Spielmann ist in diesem Fall die Göttin Venus die Florio verführt und ihren Bann zieht. Die Worte "aus dem keiner wieder zurückgekehrt ist” lassen nur auf den Tod schließen. Ein weiteres Beispiel für die Gefahren sieht man im Gedicht "der Wegweiser" von Wilhelm Müller, veröffentlicht 1823 in der Hochromantik. Die Wegweiser verweisen auf die Städte, wo das normale, sichere Leben stattfindet, doch das lyrische Ich bleibt dem Fern auf der Suche nach der Einsamkeit, vielleicht auch dem Sinn des Lebens. 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Viel mehr benutzen die Autoren die Reise als ein Symbol für ihre Sehnsucht nach mehr als nur der Arbeit, aber auch für die Gefahren der steigenden Industrialisierung, wie man in “Der Wegweiser" erkennt. “Der Romantiker ist immer auf der Suche. (...) Ist er fündig geworden sehnt er sich danach, erneut auszuziehen." Der Romantiker schreibt nicht vom befreiendem Wanderleben oder dem Ausbruch aus der Realität, sondern kritisiert die Gesellschaft, in seiner Zeit, wie auch heute. "Andere Dichtarten sind fertig, und können nun vollständig zergliedert werden. Die romantische Dichtart ist noch im werden, (...) das ist ihr eigentliches Wesen, dass sie ewig nur werden, nie vollendet sein kann." schreibt Friedrich Schlegel in die "Romantische Universalpoesie" und fasst damit alles grundlegende zur Romantik zusammen. Wie man erkennt ist die Literatur der Romantik stark durch die Sehnsucht der Autoren nach der Ferne geprägt, was sich im Motiv des Wanderns und Reisens kristallisiert. Das lyrische Ich in den Gedichten, Novellen und selbst Bildern ist immer sehnsüchtig nach der Außenwelt, doch verliert dabei häufig den Bezug zur Realität. Zudem ist die Romantik eines der gesellschaftskritischsten Epochen, da sie in einer politischen und gesellschaftlichen Bewusstseins- und Systemkrise lebten, auf die sie mit ihrer Kunst antworteten. Abschließend lässt sich sagen, dass der Romantiker kein Ziel hat. Vielmehr flüchtet er sich in die Erinnerung einer guten Zeit und häufig ist diese Erinnerung reine Fantasie. Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit. Ich hoffe ich konnte Ihnen einen Einstieg in das Thema bieten und wünsche Ihnen einen wundervollen Abend, auf das Sie mit neuen, romantischen Ideen nach Hause gehen können. IQB KMK 1 Aufgabe Aufgabenstellung An Ihrer Schule soll ein Abend mit Bildern, Liedern und Lesungen von Texten aus der Epoche der Romantik stattfinden. Ihre Aufgabe ist es, die anwesenden Lehrkräfte, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler in einem einführenden Vortrag über das Motiv des Reisens in der Literatur der Romantik zu informieren. Verfassen Sie diesen Vortragstext mit dem Titel: „Unterwegs - Das Motiv des Reisens in der Literatur der Romantik"! Nutzen Sie zur Gestaltung des Vortrags die Materialien 1-8 und ergänzen Sie diese durch im Unterricht erworbenes Wissen und persönliche Erfahrungen. Bezüge auf die Materialien können ohne Zeilenangabe unter Nennung der Autorin/des Autors und ggf. des Titels erfolgen. Ihr Vortragstext soll etwa 1200 Wörter umfassen. informierender Text GRede Material Material 1: Flyer zur Veranstaltung an Ihrer Schule AUFBRUCH INS UNBEKANNTE Ein Abend zur Romantik 1 Aufgabe Hören Sie: LIEDER, u. a. aus Franz Schuberts Winterreise GEDICHTE UND PROSATEXTE, u. a. von Joseph von Eichendorff KLAVIERSTÜCKE, u. a. von Robert Schumann sowie einführend den VORTRAG ,,Unterwegs - Das Motiv des Reisens in der Literatur der Romantik" Caspar David Friedrich Wanderer über dem Nebelmeer (um 1818) 54 Wörter Verändert nach: Friedrich, C. D. (um 1818). Wanderer über dem Nebelmeer. Zugriff am 08.02.2015 von http://upload.wikimedia.org. 3 1₁ MA: - nach dem Vortrag: Lieder, Gedichte und Prosa texte sowie Klavierstücke M2 Kontrast zu dem durch Gewerbe fleiß, Existenz sichereng Gewinnstreben und Anpassung langsam Bürger" (Philister) > Gegenteil = sehnsüchtiger wanderer auf der Suche nach etwas aber in Ständiger Gefahr der Entfremdung 11. L> Industrialisierung: Autoren dort ev - familares, existenziell sicheres wird gegen (Zielort, Zid (warz weit) Reiseziel, die unsichere Fremde und eine ungewisse (Möglichkeiton) Zukunft einge tausent M3: das Mamor bild (zur Zeit inder Joseph von Eichendorf das Mamor bild schrieb war er eingesperrt" seinem Jurazimmer / weist. typische Motive der Romantik auf, darunter quendas Motiv des Reisens. Der Haupt charakter Florio veist nach Locca finden. Beim Einreiten sein sien leben sen Eng, weshalb sieninue Helden auf begeben die Reise -> Ahnung oder Sehnsüchtiger inver Fantasie Glück wie Traum in sich deformierenden dus in die stad + erzählt er Fortunato sänger, fühle sien einem Gefängniss gllöst. Ev beschreibt wie sehnsüchtiger nach der Ferne war und man hört senr deutlion heraus wie eingeengt in seiner Heimat fühite. Dieser Gefühl lässt sich auch sehr gut der zeit der Romantik übertragen. auf wiele L 1 nicht zu definieren, ein wages nicht deutlich in habe das Reisen erwäh it und einem Christlichen. Dichter in ohne gewissheit, unbeständig, unvorner- senbar, möglich 9 IG M4: die Romantiker machen daraus die Fahrt ohne Ankunft und ziel, die unentliche Fahrt eben L> Romantiker schreiben Abfahrt aber nie blicks und des Ankomens. wissenschaftler von ist von Heimwen 11 der Heimat Kungt, der Literatur vor dieser Zeit) ging es nicht um das - M5 Doch die realität zient ganz anders aus.. froniche wandever (...) ist eine freie Erfindung der 1 so der deutsche Literatur - und Schriftsteller Rüdiger safrans ki sondern krautscheid in invem Text bedenklich". Senn sucht und umidas Ankommen. des erfüllten Augen- L allem. (...) 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Habe ja doch nichts begangen, Daß ich Menschen sollte scheun Welch ein törichtes Verlangen Treibt mich in die Wüstenein?? Weiser stehen auf den Straßen, Weisen auf die Städte zu, Und ich wandre sonder Maßen³, Ohne Ruh, und suche Ruh. 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Soche noch der Einsamkeit, Konentration auf das wesentlicher Bewusstsein der Begrenztheit des mensonlichem wesen Tod endet 19