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Woyzeck Szenenanalyse - Szene 3

Woyzeck Szenenanalyse - Szene 3

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Woyzeck Szenenanalyse - Szene 3

 Woyzeck - Szenenanalyse der Szene 3
Georg Büchners Dramenfragment „Woyzeck“ ist eine Tragödie und ein offenes Drama, welches 1836
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Woyzeck - Szenenanalyse der Szene 3 Georg Büchners Dramenfragment „Woyzeck“ ist eine Tragödie und ein offenes Drama, welches 1836 geschrieben wurde und 1879 veröffentlicht. Das Drama thematisiert die sozialen Missstände der literarischen Epoche des Vormärz. Woyzeck ist ein offenes Drama, weil es die für ein geschlossenes Drama vorgeschriebene Einheit Von Ort Zeit und Handlung nicht einhält, denn in Woyzeck gibt es unterschiedliche Schauplätze, keinen kontinuierlichen Zeitverlauf und mehrere Parallelhandlungen bzw. Einzelgeschehnisse nebeneinander. Außerdem kann man die Szenen von Woyzeck fast unabhängig von einander lesen, weil man typisch für ein offenes Drama, auch bei Woyzeck alle Szenen durchlesen musst, um daraus sich ein Puzzle zusammenzusetzen und sich ein großes eigenes Bild vom Drama zu machen. Aufgrund der eigenen Zusammensetzung der Geschichte bleiben auch bei Woyzeck ganz viele Fragen offen. Zudem weist Woyzeck die Wirkung, Jammer sowie Schauder auf, was dann die Katharsis bewirkt, also die Reinigung der Seele. Büchner legte in seinem Drama Woyzeck mehrere zeitgenössische Mordfälle zu Grunde. Hauptsächlich diente ihm der Fall von Johann Christian Woyzeck als Vorlage, da er seine geliebte Witwe Johanna Christiane Woost 1821 aus Eifersucht erstochen hatte. Das Stück selbst handelt von dem Soldaten Franz Woyzeck, der zum Mörder wird, nachdem seine Vorgesetzten ausnutzen und die Freundin ihn betrügt. Woyzeck ist ein einfacher Soldat, der versucht seine Freundin Marie und sein unehrliches...

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Kind zu unterstützten. zeigt geschichtlich lässt sich das Dramenfragment am ehesten dem Vormärz zu ordnen, welcher mit politischen Ideen ob die Restauration reagiert und eine liberale Bewegung in der Literatur darstellt. Die Literatur wird im Vormärz in den Dienst politische Ziele gestellt, was zum Teil auch auf ,,Woyzeck" zutrifft, da Büchner hier Gesellschaftskritik übt. Er kritisiert die Oberschicht, welche die Unterschicht dermaßen unterdrückt, dass ein normales Leben gar nicht mehr möglich ist und veranschaulicht besonders den Fatalismus, dem die Menschen nicht entkommen können, da ihr Leben vorbestimmt ist. Dies wird auch in der Szene 3 deutlich, denn Woyzeck und Marie besuchen in den Jahrmarkt. Dort preist ein Ausrufer seine Show an, in der ein Pferd angeblich die Sterne lesen kann, Vögel die Zukunft vorher sagen und ein Affe als Soldat verkleidet ist. Marie möchte sich das zusammen mit Woyzeck ansehen und sie gehen ins Innere der Bude. Dabei fällt Maries Schönheit dem Tambourmajor und dem Unteroffizier auf. Sie loben ihre schwarzen Haare und Augen und folgen ihr in die Bude. Während der Show fragt der Ausrufer nach einer Uhr, damit das Pferd die Uhrzeit nennen kann. Der Unteroffizier gibt ihm seine und Marie möchte das Spektakel von weiter vorne sehen. Deshalb lässt sie sich vom Unteroffizier in die erste Reihe helfen. Zu Beginn der Szene singt ein alter Mann ,,Auf der Welt ist kein Bestand, Wir müssen alle sterben, Das ist uns wohlbekannt!“(Z.2-4), dies veranschaulicht die Vergänglichkeit des Menschen, denn der Mensch würde auf der Welt nicht bestehen, weil er irgendwann sterben wird. Dies deutet auch Maries Tod voraus, der später im Drama folgt. Dass der Mann so etwas trauriges singt und Kinder bzw. Menschen dazu tanzen, zeigt die Inhumanität der Menschen zu dieser Zeit und verdeutlicht, dass Woyzeck als einziger menschlich handelt, da dieser „Arm Mann, alter Mann!"(S.8 Z.20), daraufhin antwortet. Hier wird auch Woyzecks bedingungslose Liebe zu Marie deutlich, denn er lässt ihr sämtliche Entscheidungen offen bzw. lässt sie entscheiden. Auch auf dem Jahrmarkt folgt er ihren Wünschen, lässt sie entscheiden, wohin es zunächst gehen soll und erkundigt sich bei ihr ob sie will, bsp. Als der Aufrufer seine Show vorstellt (vgl. S.9 Z.14). An einer Bude preist ein Ausrufer seine Show an, in der ein Pferd die Sterne deutet, Kanaillien die Zukunft vorher sagen und ein Affe als Soldat verkleidet ist. An diesen drei Tieren sähe man beispielhaft die Fortschritte der Zivilisation, wobei ein Soldat aber die unterste Stufe des Menschen sei. Überträgt man das auf Woyzeck, so ist er als Soldat nicht mehr als aufgestiegener Affe bzw. gerade so ein Mensch. Im Drama wird er genauso von seinem Hauptmann behandelt und für den Doktor ist er lediglich ein Versuchstier. Der Tambourmajor und der Unteroffizier sind beide sexuell an Marie interessiert, denn sie sind begeistert von ihrem äußerlichen Erscheinungsbild, dies wird anhand des Vergleichs „,wie sie den Kopf trägt, man meint, das schwarz Haar müsst sie abwärtsziehen, wie ein Gewicht, und Auge, schwarz..." (S.9 Z.21-23), deutlich. Beide sind beeindruckt von ihrem Äußeren und das zeigt die Oberflächlichkeit der beiden, weil Sie sich allein nur beim anschauen sexuelle Szenarien mit ihr vorstellen. Der Tambourmajor sieht schon als Zuchtstute an. Außerdem symbolisiert die schwarze Farbe eine unschöne Zukunft oder auch Maries Tod voraus. Des weiteren wird in dieser Szene Maries Begeisterung für materielle Dinge und der Wunsch nach einem sozialen Aufstieg deutlich, den als der marktschreier nach einer Uhr fragt, stellt der Unteroffizier ihm seine Uhr zu Verfügung (S.10 Z.19 – 22). Daraufhin lässt sich Marie von dem Unteroffizier in die erste Reihe helfen. Dass der Unteroffizier seine Uhr zur Verfügung gestellt hat zeigt sein Interesse an Marie, denn er versucht offensichtlich sie mit materiellen Dingen zu beeindrucken, was zu funktionieren scheint. Zusammenfassend veranschaulicht die Szene 3 die soziale Rangordnung, die die Menschen nicht beeinflussen können, weil die Menschen in eine Ordnung geboren werden. Zudem wird der Fatalismus deutlich, da die Zukunft der Menschen vorbestimmt ist, hier bsp. Maries Tod, der in dieser Szene voraus gedeutet wird und später tatsächlich kommt. Auch die Hilflosigkeit der Menschen wird deutlich, da Marie sich nach einem sozialen Aufstieg sehnt, weswegen sie von materiellen Dingen schnell beeindruckt ist. Dies verdeutlicht die Hilflosigkeit, da sie als Frau nichts anderes tun kann, als einem Mann zu folgen, der ihr zu einem sozialen Aufstieg verhilft und somit in der damaligen Gesellschaft ein schönes, sorgenloses Leben bietet.

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Vielen Dank, wirklich hilfreich für mich, da wir gerade genau das Thema in der Schule haben 😁

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