Die Doppelnatur des Menschen nach Kant und Freud
Der Mensch besitzt nach Menschenbild Kant eine fundamentale Doppelnatur, die sich in der Spannung zwischen Naturwesen und Vernunftwesen manifestiert. Als Naturwesen ist der Mensch den Gesetzen der Kausalität unterworfen und verfügt über Sinneswahrnehmungen wie Sehen, Hören und Fühlen. Die tierische Freiheit beschränkt sich dabei auf eine durch Sinne bestimmte Willkür.
Definition: Die Doppelnatur des Menschen Kant bezeichnet das Spannungsverhältnis zwischen der empirischen und der intelligiblen Natur des Menschen.
Als Vernunftwesen hingegen besitzt der Mensch nach Kant die Fähigkeit zur praktischen Freiheit. Diese ermöglicht es ihm, sich über sinnliche Antriebe hinwegzusetzen und sein Handeln durch Vernunft zu bestimmen. Der kategorische Imperativ fungiert dabei als objektives Gesetz der Freiheit.
Die philosophische Anthropologie entwickelte sich erst im 20. Jahrhundert systematisch, wobei verschiedene Perspektiven auf den Menschen entstanden. Während Aristoteles den Menschen als zoon logikon und zoon politikon definierte, betonte Kant die Vernunftfähigkeit (animal rationabile) und die Notwendigkeit von Bildung zur Entwicklung zum vernünftigen Wesen (animal rationale).











