Hobbes' Menschenbild und Staatstheorie
Hobbes' Vertragstheorie basiert auf einem spezifischen Menschenbild und einer positivistischen Weltsicht. Diese Grundannahmen prägen seine Vorstellung vom Staat und der Notwendigkeit einer starken Autorität.
Definition: Positivismus ist eine philosophische Strömung, die nur empirisch messbare oder sinnlich wahrnehmbare Phänomene als existent anerkennt.
Hobbes geht von einer grundsätzlichen Gleichheit der Menschen im Naturzustand aus. Trotz individueller Unterschiede in körperlichen und geistigen Fähigkeiten sind alle Menschen durch ihre Vernunft verbunden.
Highlight: Die Gleichheit der Menschen im Naturzustand führt paradoxerweise zu Konflikt, da jeder gleichermaßen Anspruch auf alles erheben kann.
Zentrale Aspekte von Hobbes' Menschenbild:
- Menschen begegnen sich feindselig und misstrauisch
- Präventiver Krieg gegen andere ist die Norm
- Ohne Gesetze gibt es keine Gerechtigkeit oder Moral
Hobbes' positivistische Weltsicht leugnet die Existenz abstrakter Konzepte wie Gerechtigkeit, Mitgefühl oder Würde außerhalb staatlicher Ordnung.
Example: Im Naturzustand gibt es nach Hobbes kein "richtig" oder "falsch", da diese Kategorien erst durch Gesetze entstehen.
Der Leviathan als vernunftbegabter Herrscher kann laut Hobbes kein Unrecht ausüben, da sein höchstes Ziel das Zusammenleben der Gemeinschaft ist. Er muss keine Rechenschaft gegenüber den Untertanen ablegen und genießt Immunität.
Vocabulary: Lex naturalis (Naturgesetz) bezeichnet bei Hobbes die vernunftbasierten Regeln, die zum Gesellschaftsvertrag führen.
Hobbes' Theorie rechtfertigt einen starken Staat, lässt aber auch Raum für Widerstandsrecht: Wenn der Herrscher unrechtmäßig agiert, wird er zum Feind und kann bekämpft werden.




