Leib und Seele nach René Descartes
René Descartes ist der bekannteste Vertreter des kartesischen Dualismus (auch interaktionistischer Dualismus genannt). Seine berühmte Aussage "Ich denke, also bin ich" basiert auf der Überzeugung, dass jemand, der zweifeln kann, zwangsläufig existieren muss.
Descartes unterscheidet klar zwischen Leib und Seele:
Der Leib (res extensa):
- Funktioniert wie eine Maschine
- Gilt als minderwertig und nachgeordnet
- Gehört zur Welt des Körperlichen
- Besteht aus kleinsten Teilchen mit definierter Ausdehnung
- Kann nicht denken, sondern nur reagieren
- Das Gehirn ist lediglich ein mechanisches Gerät
- Dient als austauschbarer "Wirt" für den Geist
Die Seele (res cogitans):
- Verkörpert das Geistige als das eigentlich Sichere und Menschliche
- Ist das Primäre und macht das Wesen des Menschen aus
- Ist zuständig für geistige und charakterliche Eigenschaften
- Kann auch ohne Körper existieren
- Ist unsterblich und löst sich beim Tod vom Körper
- Enthält nichts Körperliches
Schlüsselkonzept: Der Leib-Seele-Dualismus nach Descartes besagt, dass der Mensch aus zwei grundlegend verschiedenen Substanzen besteht - dem materiellen Körper (res extensa) und der immateriellen Seele (res cogitans), wobei nur Menschen eine Seele besitzen, während Tiere als seelenlose "Maschinen" betrachtet werden.






