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Tugendhaftes Leben nach Aristoteles + kritische Stellungnahme

Tugendhaftes Leben nach Aristoteles + kritische Stellungnahme

 Wie sollte man laut Aristoteles Leben, um ein tugendhaftes Leben zu führen?
Für Aristoteles bildet ein tugendhaftes Leben ein Glückseliges

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Wie sollte man laut Aristoteles leben, um ein tugendhaftes Leben zu führen?

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Wie sollte man laut Aristoteles Leben, um ein tugendhaftes Leben zu führen? Für Aristoteles bildet ein tugendhaftes Leben ein Glückseliges Leben. Tugenden sind für Aristoteles Haltungen, zu denen jeder Mensch die Anlage besitzt, die sich jedoch im Laufe des Lebens erst ausbilden müssen. Doch von der Haltung zu wissen, reicht laut Aristoteles nicht aus. Es gibt nämlich verschiedene Arten und Weisen eine gewisse Haltung auszuleben und zu interpretieren. Deshalb müssen Moral und Tugend auch erzieherisch gefördert werden, damit die Entscheidungsfähigkeit das Richtige zu tun ins Fleisch und Blut der Person übergegangen ist. Desweiteren werden (insbesondere sittliche) Tugenden durch Gewöhnung ausgeprägt. Man gewöhnt sich an eine Tugend, aber man kann sich nicht angewöhnen Tugendhaft zu sein, wenn man es nicht ist. Aristoteles betont, dass wir Menschen lediglich mit der Fähigkeit geboren werden Tugenden aufzunehmen, aber nicht mit Tugenden als die solchen geboren werden. So muss man des Weiteren auch eine gewisse Freude am tugendhaften Leben erfahren und wissentlich und mit Vorsatz handeln. Tugenden sind laut Aristoteles etwas (eher) objektiv bestimmbares und gleichzeitig etwas sehr individuelles. Laut der Mesotes-Lehre gilt es, zwischen den Extremen abwägen zu können. Das heißt aber nicht, dass die arithmetische Mitte gleich die richtige Mitte bzw. die richtige oder passende Tugend darstellt. Man muss persönlich entscheiden können, welche Tugend angebracht ist und welche individuell...

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zu einem passt. Die Mitte ist aber auch nicht rein subjektiv wählbar, sondern eher Objektiv. So handeln zwei personen beispielsweise unterschiedlich, da sie andere Voraussetzungen haben. Es gilt also, die objektiv passende Mitte für jede Situation und jede Person zu finden. Für Aristoteles stellt jede Handlung, Lehre und jede Kunst einen Weg zu einem höheren Gut, nämlich dem Guten oder der Glückseligkeit dar. Er unterscheidet dabei drei verschiedene Arten von Handlungen. Als aller Erstes gibt es Handlungen, welche auf ein Ziel aus sind. Sie werden also nur zum Erreichen oder Erhalten dieses Ziels ausgeführt. Zweitens gibt es Handlungen, deren Ausführung bereit das Ziel darstellen. Das Ziel ihrer Verrichtung ist die Tätigkeit selbst. Und dann gibt es noch Handlungen, die eine Kombination der beiden vorherigen Sachen darstellen. Es sind Handlungen, die um ihrer Selbst, als auch um eines höheren Zieles willen verrichtet werden. Er unterscheidet die Handlungen, da sich nun erkennen lässt, dass es auch Handlungen gibt, die um ihrer selbst willen ausgeführt werden. Dies zeugt davon, dass die Glückseligkeit das höchste Gut ist, denn sonst würde der Mensch eine Handlung für eine Andere verrichten und immer so weiter. Es würde ins Unendliche gehen und schließlich sinnlos sein. Ein Tugendhaftes Leben stellt also ein Glückseliges Leben dar. Doch wie erreicht man dieses? Das Glück ist für Aristoteles kein Zustand, sondern muss erarbeitet werden und die Tugendhaftigkeit ist eine Sache der Gewöhnung und nicht nur der Natur. Die Tugend ist also eine Disposition, die sich in Vorsätzen äußert, wobei sie in einer Mitte liegt, und zwar der Mitte in Bezug auf uns, die bestimmt wird durch die Überlegung, das heißt so, wie der Kluge sie bestimmen würde. Sie ist die Mitte zwischen zwei Lastern, von denen das eine auf Übermaß, das andere auf Mangel beruht. Daher ist die Tugend ihrem Wesen nach eine Mitte; im Hinblick darauf aber, was das Beste und das gute Handeln ist, ist sie ein Extrem. Ein tugendhaftes Leben ist also durch das Finden dieser Mitte bzw. dieser Mitten geprägt. Um selbst tugendhaft zu werden, sollte man sich an Tugendhaftem orientieren und einen harmonischen Zustand zwischen Lust und Unlust leben. Kritische Stellungnahme zu Aristoteles Empfehlungen: Zunächst einmal stimme ich absolut der Annahme eines höheren Gutes, der Glückseligkeit zu. Aristoteles Überprüfungen dieser These anhand der Handlungsunterscheidungen finde ich sehr überzeugend. Die Frage, wie man dieses Erreicht ist schon deutlich komplizierter. Der Annahme, dass ein tugendhaftes Leben Glückseligkeit bringt, kann ich zunächst nichts beisetzen. Allerdings finde ich seine Interpretation der tugendhaften Sitten und wie man diese findet oder lernt, kritisch zu betrachten. So lässt er den angeblich objektiv bestimmbaren Tugenden einen relativ großen Interpretationsfreiraum. Es stellt sich für mich die Frage, woran man denn nun die wirklichen Tugenden erkennt. Wenn man sich beispielsweise an der tugendhaftigkeit Anderer orientiert, so weiß man längst noch nicht, ob diese denn auch wahrhaftig tugendhaft handeln und durch die Imitation fällt die Anpassung an die eigene Mitte doch eher schwer. Wie man also eine Tugend erkennt lässt Aristoteles eher offen. Letztendlich sagt Aristoteles einfach nur, dass es eben keine objektiven Kriterien für eine Tugend gibt. Das ist mir persönlich viel zu unpräzise und klärt das Erreichen eines tugendhaften Lebens nur teilweise. Des Weiteren erstaunt es mich, dass tugendhaftigkeit eine Charaktereigenschaft sein soll und den eigenen Bemühungen gar keine Aufmerksamkeit geschenkt wird. Schließlich gehört auch der bewusste Entschluss für das Gute zur Tugendhaftigkeit. Und auch die These, dass die Glückseligkeit nur die Entwicklung der im Menschen vorhandenen Anlagen sein soll unterstütze ich nur mäßig. Es gibt für die meisten schließlich auch noch andere Ziele, die ein gelungenes und umfangreiches Leben bedeuten. Das könnte zum Beispiel die Fürsorge für Mitmenschen oder der Schutz der Natur sein. Als letzte Kritik möchte ich anbringen, dass die festgestellte Tatsache, dass alle Menschen nach Glück streben noch lange nicht aussagt, dass diesem Streben auch nachgegangen werden soll. Es folgt daraus also noch lange nicht, dass dies eine ethische Zielvorstellung sein sollte. In der Mesotes Lehre sehe ich also abgesehen von der individuellen Mitte und der damit schwer zu definierenden Tugend kein Problem, denn ansich stellt sich die Vorgehensweise zur Näherung der Mitte zwischen zwei Extremen als eher praktisch und realitätsnah heraus. Mir fällt auch aktuell nur die Tugend der Gerechtigkeit ein, bei der es zu einem Problem mit dieser Vorgehensweise käme. Denn jede Abweichung von der Gerechtigkeit wäre nunmal keine Gerechtigkeit mehr und ich finde es fragwürdig, die Gerechtigkeit individuell nach Situation und Akteuren bestimmen zu wollen. Ansonsten scheint mir diese Herangehensweise realistisch und Epochen unabhängig.

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Wie sollte man laut Aristoteles Leben, um ein tugendhaftes Leben zu führen? Für Aristoteles bildet ein tugendhaftes Leben ein Glückseliges Leben. Tugenden sind für Aristoteles Haltungen, zu denen jeder Mensch die Anlage besitzt, die sich jedoch im Laufe des Lebens erst ausbilden müssen. Doch von der Haltung zu wissen, reicht laut Aristoteles nicht aus. Es gibt nämlich verschiedene Arten und Weisen eine gewisse Haltung auszuleben und zu interpretieren. Deshalb müssen Moral und Tugend auch erzieherisch gefördert werden, damit die Entscheidungsfähigkeit das Richtige zu tun ins Fleisch und Blut der Person übergegangen ist. Desweiteren werden (insbesondere sittliche) Tugenden durch Gewöhnung ausgeprägt. Man gewöhnt sich an eine Tugend, aber man kann sich nicht angewöhnen Tugendhaft zu sein, wenn man es nicht ist. Aristoteles betont, dass wir Menschen lediglich mit der Fähigkeit geboren werden Tugenden aufzunehmen, aber nicht mit Tugenden als die solchen geboren werden. So muss man des Weiteren auch eine gewisse Freude am tugendhaften Leben erfahren und wissentlich und mit Vorsatz handeln. Tugenden sind laut Aristoteles etwas (eher) objektiv bestimmbares und gleichzeitig etwas sehr individuelles. Laut der Mesotes-Lehre gilt es, zwischen den Extremen abwägen zu können. Das heißt aber nicht, dass die arithmetische Mitte gleich die richtige Mitte bzw. die richtige oder passende Tugend darstellt. Man muss persönlich entscheiden können, welche Tugend angebracht ist und welche individuell...

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