Entwicklungstheorien und Unterentwicklung
In der Entwicklungspolitik gibt es verschiedene Theorien, die versuchen, die Ursachen von Unterentwicklung zu erklären. Zwei wichtige Entwicklungstheorien sind die Modernisierungstheorie und die Dependenztheorie.
Die Modernisierungstheorie geht davon aus, dass die Ursachen der Unterentwicklung in den Entwicklungsländern selbst liegen. Sie sieht insbesondere traditionsverhaftete, statische Wirtschafts- und Gesellschaftsformen als Hindernis für die Entwicklung.
Definition: Die sogenannte "Rückständigkeit" wird in der Modernisierungstheorie als eine Entwicklungsphase betrachtet, die der industriellen Revolution in den Industrieländern ähnelt.
Highlight: Die Modernisierungstheorie impliziert, dass Entwicklungsländer "selbst schuld" an ihrer Situation sind.
Im Gegensatz dazu steht die Dependenztheorie. Diese Theorie argumentiert, dass Unterentwicklung eine von außen fehlgeleitete Folge des Kolonialismus bzw. Neokolonialismus ist.
Vocabulary: Dependenz bedeutet in diesem Zusammenhang die Abhängigkeit von Industrieländern hinsichtlich Wirtschaft, Politik und Kultur.
Highlight: Die Dependenztheorie betont, dass Entwicklungsländer nicht von Anfang an unterentwickelt waren, sondern durch koloniale Ausbeutung und Herrschaft in diese Lage gebracht wurden.
Kritik: Ein Kritikpunkt an der Dependenztheorie ist, dass sie die inneren Umstände in den Entwicklungsländern nicht ausreichend berücksichtigt.

































