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Raumanalyse eines Altindustriegebiets

Raumanalyse eines Altindustriegebiets

 Geo-Q1b
Barne Koep
Raum- und Strukturwandel eines Altindustriegebiets
Nr.1 - Assoziationen zum Ruhrgebiet
Wenn ich an das Ruhrgebiet denke

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Geo-Q1b Barne Koep Raum- und Strukturwandel eines Altindustriegebiets Nr.1 - Assoziationen zum Ruhrgebiet Wenn ich an das Ruhrgebiet denke kommen mir meistens Begriffe, wie zum Beispiel Kohle oder Stahlverarbeitung, in den Sinn. Obwohl dieser Zweig der Industrie das Ruhrgebiet heutzutage gar nicht mehr so groß prägt wie früher, hat sich der Begriff in meine und viele anderen Gedanken eingeprägt. Ebenso stark wie die Verschmutzung, der Lärm und die hohen Co2 Emissionen die daraus resultieren. Trotzdem denke ich auch an die vielen netten Menschen in den Gebieten dort, da man ja öfter hört, dass die Menschen aus dem „Pott“ sehr freundlich und zuvorkommend, aber auch direkt und lustig sind. Vergleicht man meine Assoziationen mit denen die in M1 genannt sind, gibt es viele Gemeinsamkeiten. Insbesondere die Kohle und die Großindustrie sind Begriffe, die sich auch in vielen anderen Köpfen abspielen, wenn man an das Ruhrgebiet denkt. Trotzdem gibt es auch viele Assoziationen, an die ich nicht direkt gedacht habe. Vor allem der Fußball und die vielen Kultureinrichtungen, wie zum Beispiel der Starlight Express oder auch die vielen Musicals, prägen das Stadtbild und das Gebiet. Viele Menschen denken, wenn sie den Begriff „Ruhrgebiet" hören, nicht an das Ruhrgebiet als eine Kulturhauptstadt oder Gebiet, sondern als eine ,,Industriestadt". Dieses Bild ändert sich jedoch stetig, da immer mehr Kultureinrichtungen entstehen. Nr.2 A- Wirtschaftsentwicklung...

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Ruhrgebiet Das Ruhrgebiet ist einer der größten Ballungsräume in Deutschland und Europa. Es liegt im Westen Deutschlands und an dem namensgebenden Fluss Ruhr. Trotz seiner wirtschaftlichen Bedeutung hat das Ruhrgebiet eine große wirtschaftliche und strukturelle Entwicklung hinter sich, die ich im Folgenden darstellen werde. Die Region ist und war bekannt für ihre großen Steinkohlevorkommen. Das ist auch der Grund, warum viele Menschen die Region mit der Kohleindustrie verbinden. Der eigentliche große Erfolg mit diesen Kohlevorkommen liegt jedoch schon in der Vergangenheit. Zum einen die Industrialisierung, aber auch der Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg führte dazu, dass die Kohle- und Stahlindustrie einen regelrechten Boom verzeichnete. Dieser Boom hielt jedoch nicht ewig, da die Öffnung der Kohle Märkte dazu führte, dass die Unternehmen und Betriebe Absatzschwierigkeiten hatten und so die Kohle nicht mehr verkaufen konnten. Statt dem eigentlichen Boom befand sich die Kohleindustrie in einer großen Krise. Ebenso die Stahlindustrie litt an einer immer größer werdenden Substitution von Stahl und einer größer werdenden Konkurrenz im Ausland, die letztendlich auch in einer Krise endete. Die Folgen beider Krisen waren zunächst fatal für Wirtschaft und Gesellschaft. Viele Betriebe mussten schließen und immer mehr Menschen wurden arbeitslos. Diese enormen Krisen führten zu einer gänzlichen Umstrukturierung und Reindustrialisierung des Ruhrgebiets. Die Krise hatte fatale Folgen und zeigte eine regelrechte Unterstrukturierung des Ruhrgebiets. Die Industrie war monoton auf eine spezifische Herstellung spezialisiert und der risikobereite und flexible Nachwuchs fehlte, da Bildungs- und Forschungseinrichtungen nur im geringen Maß vorhanden waren. Auch der Standort war, aufgrund von diesen Faktoren eher unattraktiv und führte über eine lange Zeit zu einer geringen wirtschaftlichen Entwicklung. Erst eine grundlegende Umstrukturierung in den 80er Jahren führte zu einem erneuten Anstieg der wirtschaftlichen Entwicklung. Forschungseinrichtungen und erste Hightech Cluster sicherten den flexiblen Nachwuchs und steigerten die Attraktivität der Region, weswegen sich wieder erste mittelständische Unternehmen dort ansiedelten. Nr.3 – Umstrukturierung des Ruhrgebiets Wie bereits in Nummer 2 genannt, wurde das Ruhrgebiet durch die vielen Krisen, aber auch von der folgenden Umstrukturierung und Deindustrialisierung geprägt und verändert. Wie es dazu kam und wie das Ruhrgebiet in Zukunft damit umgehen kann, werde ich im Folgenden erläutern. Wie man in (M4) erkennt, ist die Steinkohleförderung im Ruhrgebiet zwischen 1800 und 2010 abgebildet. An der Abbildung erkennt man die guten Jahre der Wirtschaftsentwicklung im Ruhrgebiet, aber auch die Krisen. Zwischen 1850 und 1910 erkennt man den ersten Anstieg des Wirtschaftszweiges der Steinkohle im Ruhrgebiet. Von ungefähr 10.000 Beschäftigten im Jahr 1850 stieg die Zahl auf 320.000 im Jahr 1912. Ebenso stark stieg auch die Steinkohleförderung. Diese steig zwischen den genannten Jahren von 5 Millionen Tonnen Steinkohle auf bis zu 100 Millionen Tonnen. Dieser Anstiegt zeigt, dass insbesondere die Industrialisierung zu einer großen wirtschaftlichen Entwicklung des Ruhrgebiets führte. Trotz einiger Rückfälle in den Weltkriegen entwickelte sich die Steinkohleförderung bis zu dem Wirtschaftswunder 1955 gut. In diesen erreichte sie mit einer Förderung von 120 Millionen Tonnen fast ihren Höchststand. Auch die Beschäftigten waren mit 480 Tausend fast so hoch wie nie(M4) Die kommenden Jahre nahm die Steinkohleförderung durch die Kohle- und Stahlkrise enorm ab. Sie entwickelte sich von ihrem Höchststand 1955 stetig nach unten, bis ins Jahr 2010. Dort erreichte sie ihre kleinste Förderung mit nicht einmal 20 Millionen Tonnen und eine Anzahl an Beschäftigten von 10.000. Dieser Verlauf zeigt, wie groß die Folgen der Krisen waren. Ursachen für die starke Deindustrialisierung waren nicht nur die beiden Krisen. Ebenso die Monostruktur und die Mängel in der Infrastruktur hatten eine große Umstrukturierung zur Folge, da die Region des Ruhrgebiets sich nur auf die Kohle- und Stahlindustrie spezialisiert hatte und so nicht attraktiv genug war, um andere Unternehmen anzuziehen (M5). Auch der geringe technische Fortschritt, der durch den Mangel an Forschungseinrichtungen und der Monostruktur verstärkt wurde, führte zu weitreichenden Veränderungen rund ums Ruhrgebiet. Ebenso der ökologische Aspekt, in Form von starker Lärm-, Boden- und Luftverschmutzung, führte letztendlich zu einem Umdenken in der Politik in den 80er Jahren. Wie man in M6 erkennt hatten die Maßnahmen in Form von Umstrukturierung und Reindustrialisierung starke Wirkung. Hier erkennt man die Beschäftigten nach Wirtschaftssektoren im Ruhrgebiet zwischen 1970 und 2012. Im Jahr 1970 erkennt man, dass der sekundäre Sektor bei 60% der Beschäftigten liegt, wohingegen der tertiäre Sektor bei 40%. Der primäre Sektor ist hierbei außer Acht zu lassen, da er nicht einmal 2% der Beschäftigten ausmacht. Die Umstrukturierung des Ruhrgebiets erfolgt in den 1980er Jahren und wirkt sich auch auf diese Abbildung aus. Ab 1970 sinkt der sekundäre Sektor stetig und der tertiäre Sektor nimmt zu. Im Jahr 1980 hat der sekundäre Sektor noch 50% der Beschäftigten, wohingegen er 20 Jahre später im Jahr 2000 nur noch weniger als 45% der Beschäftigten hat. Der tertiäre Sektor nimmt jedoch zwischen 1980 und 2000 stark zu. Im Jahr 1980 arbeiten rund 47% im tertiären Sektor, wohingegen 20 Jahre später im Jahr 2000 knapp unter 70% im tertiären Sektor arbeiten. Die neue Politik mit einer Reindustrialisierung des Ruhrgebiets zeigt Wirkung. Neue Forschungseinrichtungen und eine verbesserte Infrastruktur sorgen jetzt für immer mehr hochqualifizierten Nachwuchs, der größtenteils im tertiären Sektor zuständig ist. Strukturell schafft diese Tertiärisierung und Aufwertung des Raumes Ruhrgebiet eine größere wirtschaftliche Vielfalt und eine Maßnahme gegen den anhaltenden Strukturwandel der Industriestruktur im Ruhrgebiet. Nr.4 - Diversifizierung Die angesprochene Tertiärisierung und Diversifizierung der Betriebs- und Branchenstruktur ist eine wichtige Basis für den immer noch anhaltenden Strukturwandel des Ballungsraumes Ruhrgebiet. Durch jahrelangen Boom des spezialisierten Kohlewirtschaftszweig, ist der Strukturwandel deutlich erschwert. Trotzdem schafft die Diversifizierung eine gute Basis für den weiter anstehenden Wandel. Durch eine Neuansiedlung von anderen und unterschiedlichen Industriezweigen wird der monostrukturellen Kohleindustrie entgegengewirkt. Nicht nur bewirkt sie die Ansiedlung von vielen unterschiedlichen Unternehmen und Dienstleistungsbetrieben, sondern auch von neuen Entwicklungseinrichtungen, die die Infrastruktur rund um das Ruhrgebiet weiter ausbauen und verbessern. Durch eine diversifizierte Branchenstruktur wird die Wirtschaftsentwicklung des Raumes deutlich verstärkt, da neue Freizeitmöglichkeiten entstehen, die die Zufriedenheit und Lebensqualität deutlich erhöhen. Diese neue Lebensqualität sorgt nicht nur für eine größere Attraktivität des Ruhrgebietes, sondern auch für ein besseres Image im Allgemeinen. Auch die angesprochene ökologische Aufwertung mit Grünzügen und Parks verbessert das Image und die Attraktivität des Raumes enorm, was eine gute Basis für den folgenden Strukturwandel darstellt. Die Basis dieser Diversifizierung zeigt sich auch in den Beschäftigten Montanbereich(M7). Diese sind zwischen 1960 und 2010 nämlich enorm gesunken, wohingegen die Arbeitslosigkeit gestiegen ist. Im Jahr 1960 gibt es um die 400.000 Beschäftigte im Bergbau und 250.000 Beschäftigte in der Stahlindustrie. Fünfzig Jahre später, im Jahr 2010, hat sich die Zahl auf ein Minimum reduziert. Bergbau und Stahlindustrie haben jetzt nur noch knapp 30.000 Beschäftigte, wohingegen die Arbeitslosigkeit von 10.000 im Jahr 1970 bis auf 300.000 im Jahr 2000 gestiegen ist. Diese Zahl verdeutlicht nochmal den enormen Strukturwandeln, den die Region durchlaufen muss. Trotzdem bietet die Tertiärisierung eine grundlegende Basis für den andauernden Strukturwandeln, wie sich auch schon in der Abbildung zeigt. Zwischen den Jahren 2000 und 2010 ist die Arbeitslosigkeit von 300.000 auf fast 260.000 gesunken, was die Wirkung dieser Maßnahmen nochmal verdeutlicht. Alles in allem kann man sagen, dass die Diversifizierung eine gute und grundlegende Basis für den weiteren Strukturwandel darstellt. Nicht nur wird das Image der Stadt enorm verbessert, sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung mit neuen Branchen und Betreiben. Auch die Natur und der Tourismus profitieren von dieser Diversifizierung. Zwar gibt es immer noch viele Arbeitslose, jedoch eröffnet vor allem der Tourismus neue Zweige, wie man auch nochmal in M9 erkennt. Durch die Aufwertung des Stadtbildes mit einer Umgestaltung der alten Industrieanlagen wird nicht nur das Stadtbild verschönert, sondern auch der Tourismus verstärkt. Die große Veränderung, die diese Diversifizierung schon erreicht hat, erkennt man ebenfalls an den anfangs formulierten Assoziationen. Zwar wird das Ruhrgebiet immer noch mit Kohle und Industrie verbunden, jedoch ändert sich dies rasant, was insbesondere den vielen Maßnahmen zur Aufwertung des Ruhrgebiets geschuldet ist. Barne Koep, 13. Januar 2021

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Ruhrgebiet Das Ruhrgebiet ist einer der größten Ballungsräume in Deutschland und Europa. Es liegt im Westen Deutschlands und an dem namensgebenden Fluss Ruhr. Trotz seiner wirtschaftlichen Bedeutung hat das Ruhrgebiet eine große wirtschaftliche und strukturelle Entwicklung hinter sich, die ich im Folgenden darstellen werde. Die Region ist und war bekannt für ihre großen Steinkohlevorkommen. Das ist auch der Grund, warum viele Menschen die Region mit der Kohleindustrie verbinden. Der eigentliche große Erfolg mit diesen Kohlevorkommen liegt jedoch schon in der Vergangenheit. Zum einen die Industrialisierung, aber auch der Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg führte dazu, dass die Kohle- und Stahlindustrie einen regelrechten Boom verzeichnete. Dieser Boom hielt jedoch nicht ewig, da die Öffnung der Kohle Märkte dazu führte, dass die Unternehmen und Betriebe Absatzschwierigkeiten hatten und so die Kohle nicht mehr verkaufen konnten. Statt dem eigentlichen Boom befand sich die Kohleindustrie in einer großen Krise. Ebenso die Stahlindustrie litt an einer immer größer werdenden Substitution von Stahl und einer größer werdenden Konkurrenz im Ausland, die letztendlich auch in einer Krise endete. Die Folgen beider Krisen waren zunächst fatal für Wirtschaft und Gesellschaft. Viele Betriebe mussten schließen und immer mehr Menschen wurden arbeitslos. Diese enormen Krisen führten zu einer gänzlichen Umstrukturierung und Reindustrialisierung des Ruhrgebiets. Die Krise hatte fatale Folgen und zeigte eine regelrechte Unterstrukturierung des Ruhrgebiets. Die Industrie war monoton auf eine spezifische Herstellung spezialisiert und der risikobereite und flexible Nachwuchs fehlte, da Bildungs- und Forschungseinrichtungen nur im geringen Maß vorhanden waren. Auch der Standort war, aufgrund von diesen Faktoren eher unattraktiv und führte über eine lange Zeit zu einer geringen wirtschaftlichen Entwicklung. Erst eine grundlegende Umstrukturierung in den 80er Jahren führte zu einem erneuten Anstieg der wirtschaftlichen Entwicklung. Forschungseinrichtungen und erste Hightech Cluster sicherten den flexiblen Nachwuchs und steigerten die Attraktivität der Region, weswegen sich wieder erste mittelständische Unternehmen dort ansiedelten. Nr.3 – Umstrukturierung des Ruhrgebiets Wie bereits in Nummer 2 genannt, wurde das Ruhrgebiet durch die vielen Krisen, aber auch von der folgenden Umstrukturierung und Deindustrialisierung geprägt und verändert. Wie es dazu kam und wie das Ruhrgebiet in Zukunft damit umgehen kann, werde ich im Folgenden erläutern. Wie man in (M4) erkennt, ist die Steinkohleförderung im Ruhrgebiet zwischen 1800 und 2010 abgebildet. An der Abbildung erkennt man die guten Jahre der Wirtschaftsentwicklung im Ruhrgebiet, aber auch die Krisen. Zwischen 1850 und 1910 erkennt man den ersten Anstieg des Wirtschaftszweiges der Steinkohle im Ruhrgebiet. 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Im Jahr 1970 erkennt man, dass der sekundäre Sektor bei 60% der Beschäftigten liegt, wohingegen der tertiäre Sektor bei 40%. Der primäre Sektor ist hierbei außer Acht zu lassen, da er nicht einmal 2% der Beschäftigten ausmacht. Die Umstrukturierung des Ruhrgebiets erfolgt in den 1980er Jahren und wirkt sich auch auf diese Abbildung aus. Ab 1970 sinkt der sekundäre Sektor stetig und der tertiäre Sektor nimmt zu. Im Jahr 1980 hat der sekundäre Sektor noch 50% der Beschäftigten, wohingegen er 20 Jahre später im Jahr 2000 nur noch weniger als 45% der Beschäftigten hat. Der tertiäre Sektor nimmt jedoch zwischen 1980 und 2000 stark zu. Im Jahr 1980 arbeiten rund 47% im tertiären Sektor, wohingegen 20 Jahre später im Jahr 2000 knapp unter 70% im tertiären Sektor arbeiten. Die neue Politik mit einer Reindustrialisierung des Ruhrgebiets zeigt Wirkung. 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Nicht nur bewirkt sie die Ansiedlung von vielen unterschiedlichen Unternehmen und Dienstleistungsbetrieben, sondern auch von neuen Entwicklungseinrichtungen, die die Infrastruktur rund um das Ruhrgebiet weiter ausbauen und verbessern. Durch eine diversifizierte Branchenstruktur wird die Wirtschaftsentwicklung des Raumes deutlich verstärkt, da neue Freizeitmöglichkeiten entstehen, die die Zufriedenheit und Lebensqualität deutlich erhöhen. Diese neue Lebensqualität sorgt nicht nur für eine größere Attraktivität des Ruhrgebietes, sondern auch für ein besseres Image im Allgemeinen. Auch die angesprochene ökologische Aufwertung mit Grünzügen und Parks verbessert das Image und die Attraktivität des Raumes enorm, was eine gute Basis für den folgenden Strukturwandel darstellt. Die Basis dieser Diversifizierung zeigt sich auch in den Beschäftigten Montanbereich(M7). Diese sind zwischen 1960 und 2010 nämlich enorm gesunken, wohingegen die Arbeitslosigkeit gestiegen ist. Im Jahr 1960 gibt es um die 400.000 Beschäftigte im Bergbau und 250.000 Beschäftigte in der Stahlindustrie. Fünfzig Jahre später, im Jahr 2010, hat sich die Zahl auf ein Minimum reduziert. Bergbau und Stahlindustrie haben jetzt nur noch knapp 30.000 Beschäftigte, wohingegen die Arbeitslosigkeit von 10.000 im Jahr 1970 bis auf 300.000 im Jahr 2000 gestiegen ist. Diese Zahl verdeutlicht nochmal den enormen Strukturwandeln, den die Region durchlaufen muss. Trotzdem bietet die Tertiärisierung eine grundlegende Basis für den andauernden Strukturwandeln, wie sich auch schon in der Abbildung zeigt. Zwischen den Jahren 2000 und 2010 ist die Arbeitslosigkeit von 300.000 auf fast 260.000 gesunken, was die Wirkung dieser Maßnahmen nochmal verdeutlicht. Alles in allem kann man sagen, dass die Diversifizierung eine gute und grundlegende Basis für den weiteren Strukturwandel darstellt. 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