Differenzierte Integration als EU der zwei Geschwindigkeiten
Das Modell der differenzierten Integration als "Europa der zwei Geschwindigkeiten" folgt dem Leitbild des Neofunktionalismus, wonach sich Staaten angleichen sollten. In diesem Modell unterliegen Gruppen von EU-Staaten nicht denselben Unionsregeln. Es gibt verbindliche Ziele, aber die Zeitvorgaben für deren Erreichung variieren.
Example: Ein Beispiel für differenzierte Integration ist die Eurozone, in der nicht alle EU-Mitgliedstaaten den Euro als Währung eingeführt haben.
Der Vorteil dieses Ansatzes liegt in der höheren Umsetzbarkeit von Integrationsschritten. Kritikpunkte sind die fehlende Gleichheit in der EU, eine sinkende Transparenz aufgrund komplexer Strukturen und die mögliche Unvereinbarkeit mit den Kopenhagener Kriterien.
Differenzierte Integration als EU der variablen Geometrie
Das Modell der "variablen Geometrie" ist eine weitere Form der differenzierten Integration. Es basiert ebenfalls auf dem neofunktionalistischen Ansatz. In diesem Modell schließen sich unterschiedliche EU-Staaten in einzelnen Bereichen oder Sachgebieten enger zusammen, während ein gemeinsamer Kernbestand an Integration für alle Mitglieder besteht.
Highlight: Dieses Modell ermöglicht eine flexible Zusammenarbeit in spezifischen Politikbereichen, stößt jedoch auf wenig Zustimmung.
Ein wesentlicher Kritikpunkt an diesem Modell ist, dass die demokratische Legitimität und Solidarität auf europäischer Ebene nicht gewährleistet sind. Dies könnte zu einer Fragmentierung der EU-Politik führen und die Einheit der Union gefährden.



