Europäischer Bundesstaat
Der europäische Bundesstaat stellt das weitreichendste Integrationsmodell dar. Nationalstaaten würden dabei erhebliche Teile ihrer Souveränität an die EU abgeben, die dann über quasistaatliche Kompetenzen in zahlreichen Politikfeldern verfügen würde. Besonders in der Außen-, Sicherheits-, Wirtschafts- und Währungspolitik erhielte die Union umfassende Zuständigkeiten.
Grundlage dieses Modells wäre eine gemeinsame europäische Verfassung mit klar definierten Grundwerten. Entscheidungsprozesse würden demokratisch legitimiert und nach dem Mehrheitsprinzip statt durch Konsens getroffen. Dieses Modell wird traditionell von Staaten mit föderalen Systemen und den EU-Gründungsmitgliedern bevorzugt.
Die Vorteile liegen in der Vereinheitlichung von Gesetzen, einem effizienteren gemeinsamen Militär und einer stabileren Währung. Das gemeinsame Auftreten würde das internationale Verhandlungsgewicht Europas deutlich stärken. Auch eine effizientere Entscheidungsfindung und die Beseitigung des Demokratiedefizits sprechen für dieses Modell.
Wichtig zu wissen: Der europäische Bundesstaat entspricht dem Leitbild des Supranationalismus/Föderalismus und steht im Gegensatz zum Intergouvernementalismus, der die Souveränität der Nationalstaaten betont.



































