Grundlagen der Geschichts- und Erinnerungskultur
Geschichte existiert nicht objektiv, sondern wird durch bewusste Akte der Historiker konstruiert. Nach Jeismann ist Geschichte immer ein Bewusstseinskonstrukt, das durch Quellen gestützt, aber auch durch gegenwärtiges Selbstverständnis strukturiert wird.
Jörn Rüsen definiert Geschichtskultur als Gesamtbereich der Aktivitäten des Geschichtsbewusstseins. Dazu gehören Museen, Fachwissenschaft, Universitäten, Schulen, Denkmäler sowie moderne Medien. Diese Institutionen erfüllen unterschiedliche Funktionen wie Konservierung, Bildung, Forschung, Unterhaltung und Erinnerung.
Erinnerungskultur ist nach Cornelißen der Oberbegriff für alle bewussten Formen der Erinnerung an historische Ereignisse, Persönlichkeiten und Prozesse. Träger können Individuen, Gruppen oder Staaten sein, wobei das Ziel die Stärkung der Gruppenidentität ist.
💡 Die Geschichte, wie wir sie kennen, ist keine objektive Wahrheit, sondern immer eine Interpretation, die durch gegenwärtige Interessen und Bedürfnisse geprägt wird.
Im Geschichtsunterricht lernen wir zudem zwischen verschiedenen Quellentypen zu unterscheiden: Überreste (unbeabsichtigte Hinterlassenschaften wie Flugblätter oder Tagebücher) und Traditionsquellen (bewusst für die Geschichtsübermittlung geschaffene Quellen wie Denkmäler oder Straßennamen).











