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Amerikanische Revolution und Theorien

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 Krisen, Umbrüche und Revolutionen
1. Krisen
→ Wird heute als Entwicklung verstanden, in der Störungen, Widersprüche oder
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- Amerikanische Revolution - Theorien zu Krisen und Revolutionen - Geschichte eA 12.1 Niedersachsen

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Krisen, Umbrüche und Revolutionen 1. Krisen → Wird heute als Entwicklung verstanden, in der Störungen, Widersprüche oder Konflikte auftreten, sich verstärken und unweigerlich auf eine Entscheidung zusteuern. Stellt die bisherigen Verhältnisse infrage -> sorgt für Unsicherheit und Bedrohung Die Betroffenen können die Krise entweder bewältigen oder daran scheitern 1.1 Krisen in der Geschichte Als historische Krisen werden Phasen bezeichnet, in denen Menschen tiefgreifende Veränderungen ihrer Lebenswelt wahrnahmen, ohne sie mit herkömmlichen Mitteln bewältigen zu können Für die Geschichtsforschung geht es zum einen darum, wie die Zeitgenossen die Veränderungen wahrgenommen haben und zum anderen darum, wie diese in einen sinnvollen historischen Zusammenhang gebracht werden kann 1.2 Krisen in der Moderne (nach Graf und Jarausch) Internationale Krisen: können zum Krieg führen und wurden bereits von Zeitgenossen wahrgenommen Politische Systemkrisen: Existenz der Regierung ist bedroht, politische Entwicklung, welche das gesamte Staatswesen gefährdet Wirtschaftskrisen: vor der Industrialisierung-> Agrarkrisen, im Industriezeitalter-> Einbrüche des Wirtschaftswachstums Gesellschaftliche Krisen: Zuspitzung von Problemen innerhalb der Gesellschaft „Kulturelle Krisen": Schlagwort in der Auseinandersetzung mit geistig-kulturellen Entwicklungen, werden entweder als „Verfall“ abgelehnt oder als ,,Fortschritt" begrüßt 1.3 Krise als neues Zeitverständnis (Reinhart Koselleck) Könne sich wiederholen, kann aber auch als einmalige, letzte Entscheidung gedeutet werden ➜ Krise als Dauerbegriff für Geschichte → Wird durch die Handlungen und Unterlassungen der Menschen bestimmt Krise als Epochenbegriff -> kritische Übergangszeit 1.4 Wirtschaftskrisen in der Sicht von Marx und Engels Bourgeoisie ist für die Schaffung zahlreicher...

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Produktionskräfte verantwortlich, welche die Naturkräfte unterjochen → Diese können nicht von der Bourgeoisie beherrscht werden Moderne Produktivkräfte gegen moderne Produktionsverhältnisse und die Eigentumsverhältnisse Handelskrisen stellen in ihrer periodischen Wiederkehr eine Gefahr für die Existenz der bürgerlichen Gesellschaft dar ➜ Produkte und Produktivkräfte werden regelmäßig vernichtet ➜ Epidemie der Überproduktion -> Hungersnot Produktivkräfte lehnen sich nach Eintritt der Krise gegen Bourgeoisie auf Bourgeoisie überwindet die Krise durch Vernichtung der Produktionskräfte, Eroberung neuer Märkte und durch die Ausbeutung alter Märkte 1.5 Merkmale historischer Krisen Krisen verlaufen meist ungleichmäßig ➜ Krisen haben einen komplexen Charakter -> werden durch das Zusammentreffen ähnlicher Entscheidungen in mehreren Lebensbereichen bestimmt Krisengefühl und Krisenbewusstsein -> Betroffene fühlen sich unsicher und bedroht Krisen haben einen objektiven Charakter -> strukturelle Veränderungen müssen feststellbar sein Offenheit von Krisen -> Entwicklungen mit alternativen Möglichkeiten 2. Revolutionen 2.1 Was sind Revolutionen? Allgemein akzeptierte Definition existiert nicht Gründe und Abläufe können sehr unterschiedlich sein Lassen sich von Revolten, Rebellionen, Putschen und Reformen abgrenzen 2.2 Charakter von Revolutionen ➜ Ein Teil der Eliten nimmt daran Teil ➜ Änderungen in der Gesellschaft werden gefordert Nicht immer vollständiger Umsturz einer Gesellschaft, manchmal soll auch ein vergangener Zustand wiederhergestellt werden Die Dynamiken sind von den Revolutionären meist nicht kontrollierbar → Sehr hohe Beteiligung des Volkes Manchmal neue Ideologien und Weltanschauungen ➜ Absoluter Geltungsanspruch -> unbegrenzte Gewaltanwendung Veränderungen, die am Ende der Revolution stehen, sind von Dauer Versuch einer Gegenrevolution führte sehr oft zu Gewalt Revolutionen sind nicht immer gewaltsam, obwohl dies oft der Fall ist, sie können auch friedlich ausgehen (z.B. DDR) 2.3 Ursachen von Revolutionen nach Jack A. Goldstone Zunehmender Druck auf die Staatsfinanzen (Inflation) Konflikte zwischen Eliten → Die Unruhen in der Bevölkerung nahmen zu ➜ Die Bedeutung der Ideologien nahm zu 2.4 Charakter von Revolutionen nach Shmuel Noah Eisenstadt Radikaler Wandel in der politischen Herrschaft (manchmal durch Exekution oder auch durch Entthronung) ➜ Normalerweise gewalttätig Ideologische Rechtfertigung der Gewalt → Versuch, das Staatswesen zu erneuern Neues Staatswesen soll auf Gleichheit, Gerechtigkeit, Freiheit und Partizipation der Gesellschaft am politischen Zentrum beruhen Neu ist die Kombination mit modernen Themen wie Fortschritt und die Kombination all dieser Themen mit einer allgemeinen utopischen Version der Erneuerung der Gesellschaft und der politischen Ordnung Starke utopische Versionen der Gesellschaft oder Kulturen 3. Die amerikanische Revolution Verursacht durch die Unabhängigkeitsbewegung der britischen Kolonien in Nordamerika in den 1760-er Jahren und endete mit der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika Gilt als Modernisierungsprozess, da sie mit sozialem Wandel, Politisierung und einer Auflehnung gegen die alte Herrschaftsform und der Bildung eines neuen Nationalstaates mit einherging 3.1 Die Ausgangslage: Bevölkerung und Besiedlung Die Anfänge der Besiedlung Nordamerikas Seit dem 16. Jahrhundert wanderten europäische Siedler nach Amerika ein Spanier-> Florida; Franzosen, Engländer, Holländer, Schweden-> Atlantikküste In Nordamerika gab es zuvor kaum Besiedlung, da kein Gold ➜ Erst 1730 stärkere Besiedlung durch Engländer ➜ Louisiana und Kanada wurden französisch Restliche Ostküste unter britischer Kontrolle Die Puritaner und andere protestantische Gemeinschaften ➜ Im Norden ließen sich mehrere protestantische Sekten und Gruppierungen nieder ➜ Pilgerväter gründeten nach Reise mit Mayflower im Herbst 1620 die Stadt Plymouth Puritaner waren die bekannteste Gemeinschaft: Sie besaßen strenge Glaubensansätze, Vergnügen und Instrumentalmusik in Kirche verboten, hoher Fleiß, gründeten Harvard Universität 1636 bei Boston Ökonomischer Erfolg -> positives Zeichen Gottes Lehnten zentralisierte Kirchenhierarchie ab Nachdem sich weitere protestantische Sekten in den Neuenglandkolonien niederließen, traten christlicher Fundamentalismus und religiöse Intoleranz erneut zum Vorschein -> konnte zu Hinrichtungen und Hexenverfolgung führen Boston entwickelte sich schnell zu einer wichtigen Hafenstadt, die Arbeiter anzog Die Mittelatlantikkolonien Zwei weitere wichtige Zentren entstanden -> New York und Philadelphia Hier ließen sich die protestantischen Quäker nieder ➜ Sekte wurde von William Penn gegründet -> Pennsylvania ➜ Quäker vertraten hohe Toleranz und Pazifismus ➜ Kolonie wurde gut verwaltet -> Philadelphia stieg zur wichtigsten Hafenstadt auf Wohlhabendes und intellektuelles Bürgertum entstand Christliche Sekten spielten wichtige Rolle bei Entstehung der Siedlergemeinschaften: Wichtige Institution bei Integration neuer Einwanderer; Kirchenmitglieder waren an wichtigen Entscheidungen beteiligt, da keine starren Kirchenhierarchien vorherrschten; keine staatlichen Wohlfahreinrichtungen, viele Kirchenmitglieder übernahmen karikative Aufgaben New York galt als lebenslustiges kulturelles Zentrum: wurde von Holländern im 17. Jahrhundert gegründet; attraktiver Anziehungspunkt -> multikulturell + national Britische Sprache dominierte -> Englisches Gewohnheitsrecht Die Kolonien im Süden ➜ Im Süden gute Voraussetzungen für Anbau von Tabak, Reis u. im 19. JH Baumwolle Waren erzielten in Europa hohe Preise Anbau war arbeitsintensiv: Kontaktarbeiter aus Europa wurden angeworben Da die Kontaktarbeiter ihren Lohn vor der Arbeit erhielten, lief das System nur mäßig -> viele liefen fort Keine Städte -> andere Sozialkultur Plantagenbesitzer aus Virginia suchten seit den 1640-er und 1650-er Jahren nach alternativen Arbeitern 1619 verkaufte ein holländisches Piratenschiff zum ersten Mal 20 Afrikaner an die Siedler Diese wurden seit den 1660-ern als Sklaven gehalten, da sie fremd waren und sich mit niemandem solidarisieren konnten ,,slave code" wurde 1705 offiziell im Gesetz verankert ,,Rassensklaverei“ entstand in der neuen Welt Die ,,frontier" Verschob sich dynamisch -> geographisch schwer zu bestimmen Seit Beginn der Kolonialisierung kontinuierliche Wanderung einzelner Personen Richtung Westen Vielfältige Motive: Unabhängigkeit; Jagd nach Pelz; neues Farmland) Hinzu kamen Abenteurer, Flüchtlinge, Kriminelle, Außenseiter, Goldsucher → Es organisierten sich primitive Formen der Selbstverwaltung Weiße mussten sich mit der indigenen Bevölkerung arrangieren -> permanente Ursache für Unruhen Die Rolle der Native Americans ➜ Ließen sich nicht einfach unterwerfen ,,Indianerkriege" in den 1620-er Jahren in Virginia Virginia wurde 1622 fast vollständig vernichtet Die Engländer gewannen allerdings im Laufe des 17. Und 18. Jahrhunderts die Oberhand, da: Sie im Bereich der Feuerwaffen überlegen waren Die Native Americans aus vielen kleinen und größeren Völkern bestanden, die sich gegenseitig bekriegten -> die Unterschiede zwischen ihnen wurden von den Engländern und Franzosen ausgenutzt → Die Natives keine Immunität gegenüber diversen europäischen Krankheiten besaßen 3.2 Was ist ein Amerikaner (nach St. John de Crevecoeur) → Besitzt keine übergeordnete Macht Besitzt keine Manufakturen Selbstversorgung ➜ Keine Zwänge, keine Abhängigkeiten, keine Armut -> Freiheit ➜ Neue Gesetze, neue Lebensweise, neues Gesellschaftssystem ➜ Leute erarbeiten sich ihre Stellung 3.3 Die Ursprünge des Konflikts Die rechtliche Stellung der Kolonien 13 Kolonien 8 Kronkolonien, 3 Eigentümerkolonien, 2 besaßen eine königliche Charta ➜ Kronkolonien besaßen einen vom König ernannten Gouverneur mit Regierungsgewalt ➜ Daneben bestand in jeder Kolonie ein Kolonialparlament → Gouverneur besaß jedoch Vetorecht Parlamente verfügten Befugnisse in der regionalen Finanzpolitik Spannungsverhältnis zwischen Parlamenten und königlichen Instituationen Aufgrund innenpolitischer Krisen Großbritanniens im 17. JH hatte die brit. Regierung den Siedlern anfangs viele Freiheitsrechte eingeräumt Vor dem ,,French and Indian War" mussten die Kolonien ihre Verteidigung selbst organisieren und finanzieren Die Gesellschaft der Kolonien ➜ Nordamerika egalitärer als Großbritannien -> Keine Ständegesellschaft Jedoch trotzdem soziale Unterschiede (reiche Plantagenbesitzer, Kaufleute, Händler) Nördliche Staaten -> breite Mittelschicht und Süden -> viele Sklaven Wanderung Richtung Westen -> Entschärfung von Konflikten

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So ein schöner Lernzettel 😍😍 super nützlich und hilfreich!

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Revolutionen 2.1 Was sind Revolutionen? Allgemein akzeptierte Definition existiert nicht Gründe und Abläufe können sehr unterschiedlich sein Lassen sich von Revolten, Rebellionen, Putschen und Reformen abgrenzen 2.2 Charakter von Revolutionen ➜ Ein Teil der Eliten nimmt daran Teil ➜ Änderungen in der Gesellschaft werden gefordert Nicht immer vollständiger Umsturz einer Gesellschaft, manchmal soll auch ein vergangener Zustand wiederhergestellt werden Die Dynamiken sind von den Revolutionären meist nicht kontrollierbar → Sehr hohe Beteiligung des Volkes Manchmal neue Ideologien und Weltanschauungen ➜ Absoluter Geltungsanspruch -> unbegrenzte Gewaltanwendung Veränderungen, die am Ende der Revolution stehen, sind von Dauer Versuch einer Gegenrevolution führte sehr oft zu Gewalt Revolutionen sind nicht immer gewaltsam, obwohl dies oft der Fall ist, sie können auch friedlich ausgehen (z.B. DDR) 2.3 Ursachen von Revolutionen nach Jack A. Goldstone Zunehmender Druck auf die Staatsfinanzen (Inflation) Konflikte zwischen Eliten → Die Unruhen in der Bevölkerung nahmen zu ➜ Die Bedeutung der Ideologien nahm zu 2.4 Charakter von Revolutionen nach Shmuel Noah Eisenstadt Radikaler Wandel in der politischen Herrschaft (manchmal durch Exekution oder auch durch Entthronung) ➜ Normalerweise gewalttätig Ideologische Rechtfertigung der Gewalt → Versuch, das Staatswesen zu erneuern Neues Staatswesen soll auf Gleichheit, Gerechtigkeit, Freiheit und Partizipation der Gesellschaft am politischen Zentrum beruhen Neu ist die Kombination mit modernen Themen wie Fortschritt und die Kombination all dieser Themen mit einer allgemeinen utopischen Version der Erneuerung der Gesellschaft und der politischen Ordnung Starke utopische Versionen der Gesellschaft oder Kulturen 3. Die amerikanische Revolution Verursacht durch die Unabhängigkeitsbewegung der britischen Kolonien in Nordamerika in den 1760-er Jahren und endete mit der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika Gilt als Modernisierungsprozess, da sie mit sozialem Wandel, Politisierung und einer Auflehnung gegen die alte Herrschaftsform und der Bildung eines neuen Nationalstaates mit einherging 3.1 Die Ausgangslage: Bevölkerung und Besiedlung Die Anfänge der Besiedlung Nordamerikas Seit dem 16. Jahrhundert wanderten europäische Siedler nach Amerika ein Spanier-> Florida; Franzosen, Engländer, Holländer, Schweden-> Atlantikküste In Nordamerika gab es zuvor kaum Besiedlung, da kein Gold ➜ Erst 1730 stärkere Besiedlung durch Engländer ➜ Louisiana und Kanada wurden französisch Restliche Ostküste unter britischer Kontrolle Die Puritaner und andere protestantische Gemeinschaften ➜ Im Norden ließen sich mehrere protestantische Sekten und Gruppierungen nieder ➜ Pilgerväter gründeten nach Reise mit Mayflower im Herbst 1620 die Stadt Plymouth Puritaner waren die bekannteste Gemeinschaft: Sie besaßen strenge Glaubensansätze, Vergnügen und Instrumentalmusik in Kirche verboten, hoher Fleiß, gründeten Harvard Universität 1636 bei Boston Ökonomischer Erfolg -> positives Zeichen Gottes Lehnten zentralisierte Kirchenhierarchie ab Nachdem sich weitere protestantische Sekten in den Neuenglandkolonien niederließen, traten christlicher Fundamentalismus und religiöse Intoleranz erneut zum Vorschein -> konnte zu Hinrichtungen und Hexenverfolgung führen Boston entwickelte sich schnell zu einer wichtigen Hafenstadt, die Arbeiter anzog Die Mittelatlantikkolonien Zwei weitere wichtige Zentren entstanden -> New York und Philadelphia Hier ließen sich die protestantischen Quäker nieder ➜ Sekte wurde von William Penn gegründet -> Pennsylvania ➜ Quäker vertraten hohe Toleranz und Pazifismus ➜ Kolonie wurde gut verwaltet -> Philadelphia stieg zur wichtigsten Hafenstadt auf Wohlhabendes und intellektuelles Bürgertum entstand Christliche Sekten spielten wichtige Rolle bei Entstehung der Siedlergemeinschaften: Wichtige Institution bei Integration neuer Einwanderer; Kirchenmitglieder waren an wichtigen Entscheidungen beteiligt, da keine starren Kirchenhierarchien vorherrschten; keine staatlichen Wohlfahreinrichtungen, viele Kirchenmitglieder übernahmen karikative Aufgaben New York galt als lebenslustiges kulturelles Zentrum: wurde von Holländern im 17. Jahrhundert gegründet; attraktiver Anziehungspunkt -> multikulturell + national Britische Sprache dominierte -> Englisches Gewohnheitsrecht Die Kolonien im Süden ➜ Im Süden gute Voraussetzungen für Anbau von Tabak, Reis u. im 19. JH Baumwolle Waren erzielten in Europa hohe Preise Anbau war arbeitsintensiv: Kontaktarbeiter aus Europa wurden angeworben Da die Kontaktarbeiter ihren Lohn vor der Arbeit erhielten, lief das System nur mäßig -> viele liefen fort Keine Städte -> andere Sozialkultur Plantagenbesitzer aus Virginia suchten seit den 1640-er und 1650-er Jahren nach alternativen Arbeitern 1619 verkaufte ein holländisches Piratenschiff zum ersten Mal 20 Afrikaner an die Siedler Diese wurden seit den 1660-ern als Sklaven gehalten, da sie fremd waren und sich mit niemandem solidarisieren konnten ,,slave code" wurde 1705 offiziell im Gesetz verankert ,,Rassensklaverei“ entstand in der neuen Welt Die ,,frontier" Verschob sich dynamisch -> geographisch schwer zu bestimmen Seit Beginn der Kolonialisierung kontinuierliche Wanderung einzelner Personen Richtung Westen Vielfältige Motive: Unabhängigkeit; Jagd nach Pelz; neues Farmland) Hinzu kamen Abenteurer, Flüchtlinge, Kriminelle, Außenseiter, Goldsucher → Es organisierten sich primitive Formen der Selbstverwaltung Weiße mussten sich mit der indigenen Bevölkerung arrangieren -> permanente Ursache für Unruhen Die Rolle der Native Americans ➜ Ließen sich nicht einfach unterwerfen ,,Indianerkriege" in den 1620-er Jahren in Virginia Virginia wurde 1622 fast vollständig vernichtet Die Engländer gewannen allerdings im Laufe des 17. Und 18. Jahrhunderts die Oberhand, da: Sie im Bereich der Feuerwaffen überlegen waren Die Native Americans aus vielen kleinen und größeren Völkern bestanden, die sich gegenseitig bekriegten -> die Unterschiede zwischen ihnen wurden von den Engländern und Franzosen ausgenutzt → Die Natives keine Immunität gegenüber diversen europäischen Krankheiten besaßen 3.2 Was ist ein Amerikaner (nach St. John de Crevecoeur) → Besitzt keine übergeordnete Macht Besitzt keine Manufakturen Selbstversorgung ➜ Keine Zwänge, keine Abhängigkeiten, keine Armut -> Freiheit ➜ Neue Gesetze, neue Lebensweise, neues Gesellschaftssystem ➜ Leute erarbeiten sich ihre Stellung 3.3 Die Ursprünge des Konflikts Die rechtliche Stellung der Kolonien 13 Kolonien 8 Kronkolonien, 3 Eigentümerkolonien, 2 besaßen eine königliche Charta ➜ Kronkolonien besaßen einen vom König ernannten Gouverneur mit Regierungsgewalt ➜ Daneben bestand in jeder Kolonie ein Kolonialparlament → Gouverneur besaß jedoch Vetorecht Parlamente verfügten Befugnisse in der regionalen Finanzpolitik Spannungsverhältnis zwischen Parlamenten und königlichen Instituationen Aufgrund innenpolitischer Krisen Großbritanniens im 17. JH hatte die brit. Regierung den Siedlern anfangs viele Freiheitsrechte eingeräumt Vor dem ,,French and Indian War" mussten die Kolonien ihre Verteidigung selbst organisieren und finanzieren Die Gesellschaft der Kolonien ➜ Nordamerika egalitärer als Großbritannien -> Keine Ständegesellschaft Jedoch trotzdem soziale Unterschiede (reiche Plantagenbesitzer, Kaufleute, Händler) Nördliche Staaten -> breite Mittelschicht und Süden -> viele Sklaven Wanderung Richtung Westen -> Entschärfung von Konflikten