Die radikale attische Demokratie
Nach den Perserkriegen entwickelte sich in Athen ab etwa 475 v. Chr. die radikale attische Demokratie. Diese Phase der Griechischen Demokratie einfach erklärt zeichnete sich durch eine noch breitere Beteiligung der Bürger aus.
Die Volksversammlung wurde zum Zentrum der Demokratie. Sie tagte auf der Pnyx, einem halbkreisförmigen Platz, und alle männlichen Bürger ab 18 Jahren durften teilnehmen. Hier wurden wichtige politische Entscheidungen getroffen, insbesondere in Bezug auf auswärtige Politik, Angelegenheiten des Seebundes und der Flotte, sowie Kriegserklärungen und Friedensschlüsse.
Definition: Die Pnyx war der Versammlungsort der athenischen Volksversammlung und somit das Herzstück der Attischen Demokratie.
Der Rat der 500 spielte eine wichtige Rolle in der Vorbereitung der Volksversammlung. Seine Mitglieder wurden durch Los bestimmt und mussten über 30 Jahre alt sein. Ein geschäftsführender Ausschuss, die Prytanen, bereitete die Volksversammlung vor und erstellte vorläufige Beschlüsse.
Highlight: Die Verwendung des Losverfahrens für viele Ämter war ein radikales Element der attischen Demokratie, das jedem Bürger die Chance gab, zur Politik beizutragen.
Das Gerichtswesen in der attischen Demokratie war ebenfalls einzigartig. Es gab keine Berufsrichter oder ausgebildeten Juristen. Stattdessen wurden jährlich 6000 Laienrichter ausgelost, die in Gerichten mit 200 bis 1500 Richtern pro Prozess urteilten.
Example: Ein typischer Gerichtsprozess in der attischen Demokratie konnte Hunderte von Bürgern als Richter involvieren, die aufgrund von Argumenten, zitierten Gesetzen und Zeugenaussagen entschieden.






