Geschichte3.322Aktualisiert 11. Okt. 20262 Seiten

Außenpolitik der Weimarer Republik: Zusammenfassung, Verträge und Stresemann

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Die Außenpolitik der Weimarer Republik unter Gustav Stresemann ab 1923 war geprägt von einer "Schaukelpolitik" zwischen West- und Ostorientierung. Ziele waren die Überwindung der Reparationskonflikte, die Stabilisierung der Wirtschaft und die Wiedererlangung außenpolitischer Handlungsfähigkeit. Wichtige Verträge: Vertrag von Locarno (1925), Berliner Vertrag (1926), Briand-Kellogg-Pakt (1928) Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund 1926 Verbesserung des internationalen Ansehens der Weimarer Republik Friedensnobelpreis für Stresemann und Briand 1926 Ablehnung einer integrativen Europapolitik durch Stresemann
Außenpolitik der Weimarer Republik – Seite 1

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Ergebnisse der Außenpolitik der Weimarer Republik

Die Außenpolitik der Weimarer Republik unter Stresemann führte zu bedeutenden Ergebnissen und Veränderungen:

  1. Locarno-Vertrag: Der Vertrag hatte eine doppelte Wirkung. Einerseits erkannte Deutschland die Westgrenzen an, andererseits nährte er Hoffnungen auf eine Revision der Ostgrenzen. Polen galt als Verlierer von Locarno, da die Ostgrenze nicht festgelegt wurde.

    Example: Die Nicht-Festlegung der Ostgrenze im Locarno-Vertrag führte zu Spannungen mit Polen und zeigte die Komplexität der deutschen Außenpolitik in dieser Zeit.

  2. Verbessertes internationales Ansehen: Die "Ära Stresemann" verbesserte das Ansehen der Weimarer Republik erheblich, was zur Aufnahme in den Völkerbund und zur Rückkehr in den Kreis der Großmächte führte.

  3. Friedensnobelpreis 1926: Stresemann und sein französischer Amtskollege Briand erhielten den Preis für ihre Bemühungen um die deutsch-französische Aussöhnung.

    Quote: Die Verleihung des Friedensnobelpreises an Stresemann und Briand symbolisierte die "Hoffnung auf eine friedliche Zukunft in Europa".

  4. Völkerbundstagung 1929: Briand präsentierte die Vision einer "solidarischen Gemeinschaft" der europäischen Staaten. Stresemann lehnte jedoch eine integrative Europapolitik zugunsten der Souveränität des deutschen Nationalstaates ab.

    Highlight: Stresemanns Ablehnung einer integrativen Europapolitik zeigt die Grenzen der deutschen Annäherungspolitik in dieser Zeit.

  5. Genfer Abrüstungskonferenz 1932: Nach Stresemanns Tod wurde Deutschland auf dieser Konferenz militärisch grundsätzlich wieder gleichberechtigt.

Wichtige politische Veränderungen in dieser Zeit:

  • 1925: Tod des Reichspräsidenten Friedrich Ebert
  • Wahl des Monarchisten Paul von Hindenburg zum Reichspräsidenten, was einen konservativen Wendepunkt markierte

Vocabulary: Der Völkerbund war eine internationale Organisation, die nach dem Ersten Weltkrieg gegründet wurde, um den Weltfrieden zu sichern. Er gilt als Vorläufer der heutigen Vereinten Nationen.

Die Außenpolitik der Weimarer Republik unter Stresemann war geprägt von Bemühungen um internationale Anerkennung und Gleichberechtigung, blieb aber in vielen Aspekten ambivalent und von nationalen Interessen geleitet.

Außenpolitik der Weimarer Republik – Seite 2

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Außenpolitik der Weimarer Republik unter Stresemann ab 1923

Die Außenpolitik der Weimarer Republik unter Gustav Stresemann ab 1923 war von großen Herausforderungen geprägt. Deutschland musste mit dem Konflikt um Reparationsleistungen und der Hyperinflation kämpfen. Stresemann verfolgte eine "Schaukelpolitik" zwischen West- und Ostorientierung, um sich alle Optionen offen zu halten.

Zentrale Aspekte dieser Politik waren:

  • Berücksichtigung des Sicherheitsbedürfnisses Frankreichs und Polens
  • Beachtung britischer Interessen an wirtschaftlicher Erholung und politischer Stabilisierung Deutschlands
  • Streben nach deutsch-französischer Aussöhnung

Highlight: Die "Schaukelpolitik" Stresemanns zielte darauf ab, Deutschlands Position in Europa zu verbessern und gleichzeitig die Beziehungen zu allen Seiten zu pflegen.

Wichtige Verträge und Ereignisse in dieser Zeit waren:

  1. Vertrag von Locarno (1925) mit Belgien und Frankreich
  2. Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund (1926)
  3. Briand-Kellogg-Pakt (1928)
  4. Berliner Vertrag (1926) mit der Sowjetunion

Definition: Der Vertrag von Rapallo (1922) war ein Vorläufer des Berliner Vertrags und markierte eine Annäherung zwischen Deutschland und der Sowjetunion.

Der Berliner Vertrag bestätigte den Rapallo-Vertrag und sicherte gegenseitige Neutralität im Kriegsfall zu. Er sollte die Sowjetunion nach der Hinwendung Deutschlands zu den Westmächten beruhigen.

Vocabulary: Reparationsleistungen waren Zahlungen und Sachleistungen, die Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg an die Siegermächte leisten musste.

Wir dachten schon, du fragst nie...

Gustav Stresemann führte ab 1923 eine sogenannte "Schaukelpolitik", bei der er versuchte, sich alle Optionen offenzuhalten. Seine Außenpolitik der Weimarer Republik war geprägt vom Versuch, sowohl mit westlichen Mächten (Frankreich, Belgien) als auch mit der Sowjetunion gute Beziehungen zu pflegen. Durch die Verträge von Locarno 1925 erkannte Deutschland die westlichen Grenzen an, während er gleichzeitig durch den Berliner Vertrag 1926 die Beziehungen zur Sowjetunion aufrechterhielt.

Der Vertrag von Locarno war auf die Westmächte ausgerichtet und beinhaltete die Anerkennung der deutschen Westgrenzen, was die deutsch-französische Aussöhnung förderte. Der Vertrag von Locarno hatte allerdings eine doppelbödige Natur, da die Ostgrenzen nicht festgelegt wurden, was Polen zum Verlierer machte. Der Berliner Vertrag hingegen war ein Freundschaftsvertrag mit der Sowjetunion, der gegenseitige Neutralität im Kriegsfall zusicherte und den Rapallo-Vertrag bestätigte, um die Sowjets nach der Hinwendung zu den Westmächten zu beruhigen.

Deutschland trat 1926 dem Völkerbund bei, was ein entscheidender Meilenstein für die Weimarer Republik war. Dieser Beitritt symbolisierte die Rückkehr Deutschlands in den Kreis der Großmächte und war ein direktes Ergebnis der verbesserten internationalen Beziehungen während der "Ära Stresemann". Die Außenpolitik Weimarer Republik unter Stresemann hatte das internationale Ansehen Deutschlands so weit verbessert, dass dieser Schritt möglich wurde – ein wichtiger diplomatischer Erfolg nach den Jahren der Isolation nach dem Ersten Weltkrieg.

Zu den größten Erfolgen zählte die deutsch-französische Aussöhnung, für die Stresemann und sein französischer Amtskollege Briand 1926 den Friedensnobelpreis erhielten. Die Außenpolitik Stresemann führte auch zur Aufnahme in den Völkerbund und zur internationalen Anerkennung Deutschlands als gleichberechtigter Partner. Ein weiterer wichtiger Erfolg war die Genfer Abrüstungskonferenz 1932, bei der Deutschland wieder militärisch grundsätzlich gleichberechtigt wurde – allerdings geschah dies bereits nach Stresemanns Tod und kurz vor dem Ende der Weimarer Republik.

Weitere Quellen

  1. Die Weimarer Republik: Demokratie in der Krise von Andreas Wirsching, C.H. Beck 2019, Buch, Sehr verständliches Standardwerk mit gutem Kapitel zu Stresemanns Außenpolitik und den Verträgen von Locarno - Link

  2. Geschichte und Geschehen (Sekundarstufe I), Klett Verlag, Schulbuch, Enthält einen ausführlichen Zeitstrahl zur Außenpolitik der Weimarer Republik und erklärt den Rapallo-Vertrag einfach - Link

  3. Stresemanns Außenpolitik: Zwischen Völkerbund und Großmachtstreben von Eberhard Kolb, Cornelsen 2018, Buch, Leicht verständliche Zusammenfassung der Schaukelpolitik zwischen Ost und West - Link

  4. Von Versailles zum Völkerbund: Deutschland in der Weltpolitik herausgegeben vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg, Materialsammlung, Enthält Karikaturen und Originalquellen zum Vertrag von Locarno und dem Völkerbund - Link

Weiter erforschen

  1. Erstelle eine kreative Infografik zur "Schaukelpolitik" Stresemanns: Zeichne eine Schaukel mit Westmächten auf einer Seite (Locarno, Völkerbund) und Sowjetunion auf der anderen (Rapallo, Berliner Vertrag) – so verstehst du das Balancieren zwischen den Mächten visuell!

  2. Führe ein fiktives Interview mit Gustav Stresemann, in dem du kritische Fragen zur Doppelbödigkeit des Locarno-Vertrags stellst: Warum wurden nur die Westgrenzen anerkannt? Welche Hoffnungen hatte Deutschland bezüglich der Ostgrenzen?

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