Bismarcks Politik und Ziele
Bismarcks oberstes Ziel war ein geeintes Deutschland unter preußischer Führung. In seiner berühmten "Eisen und Blut"-Rede machte er deutlich, dass er zur Erreichung dieses Ziels auch vor militärischen Mitteln nicht zurückschrecken würde. Seine Politik war stets von Pragmatismus geprägt.
Die drei Einigungskriege (1864, 1866, 1870/71) waren entscheidende Schritte auf dem Weg zur Reichsgründung 1871. Zunächst führte er mit Österreich den Deutsch-Dänischen Krieg gegen Dänemark, dann wandte er sich im zweiten Einigungskrieg gegen seinen ehemaligen Verbündeten Österreich, und schließlich provozierte er den Krieg gegen Frankreich.
Nach der Reichsgründung konzentrierte sich Bismarck auf die Innenpolitik. Der Kulturkampf gegen die katholische Kirche und das Sozialistengesetz gegen die aufkommende Arbeiterbewegung zeigen seine Bemühungen, potenzielle Gegner des neuen Reiches zu schwächen.
💡 Bismarcks Politik wird oft als "Schaukelstuhlpolitik" bezeichnet, weil er geschickt zwischen verschiedenen politischen Lagern hin- und herpendelte, um seine Ziele zu erreichen.