Die Ausrufung der Republik
Die zweite Seite der Klassenarbeit konzentriert sich auf die Ausrufung der Republik am 9. November 1918, ein Schlüsselereignis in der Entstehung der Weimarer Republik. Es werden zwei Quellen präsentiert: eine Rede von Philipp Scheidemann (SPD) und eine von Karl Liebknecht (Spartakusbund).
Scheidemanns Rede verkündet den Sieg des deutschen Volkes, das Ende des Militarismus und die Abdankung der Hohenzollern. Er ruft die deutsche Republik aus und betont die Notwendigkeit von Ruhe, Ordnung und Sicherheit. Scheidemann repräsentiert hier die gemäßigte sozialdemokratische Position.
Quote: "Das deutsche Volk hat auf der ganzen Linie gesiegt. Das alte Morsche ist zusammengebrochen; der Militarismus ist erledigt! Die Hohenzollern haben abgedankt! Es lebe die deutsche Republik!"
Liebknechts Rede hingegen proklamiert eine "freie sozialistische Republik Deutschland". Er spricht vom Ende der Herrschaft des Kapitalismus und ruft zur Errichtung einer Regierung der Arbeiter und Soldaten auf. Liebknecht vertritt die radikale Position des Spartakusbundes und strebt eine sozialistische Revolution an.
Highlight: Die Reden von Scheidemann und Liebknecht zeigen die unterschiedlichen Visionen für die neue Republik: eine parlamentarische Demokratie versus eine sozialistische Räterepublik.
Die Aufgabenstellung fordert die Schüler auf, beide Texte quellenkritisch einzuleiten, die politischen Einstellungen zu analysieren, die Texte zu vergleichen und zu begründen, warum sich Liebknecht letztendlich nicht durchsetzen konnte.
Example: Ein Vergleich der Reden könnte zeigen, dass beide das Ende der Monarchie begrüßen, aber unterschiedliche Vorstellungen von der zukünftigen Staatsform haben.
Diese Gegenüberstellung verdeutlicht die Spannungen und Konflikte, die die frühe Phase der Weimarer Republik prägten und zu ihrer Instabilität beitrugen.







