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Grundlagen der Staatstheorien

Grundlagen der Staatstheorien

 Grundlagen der Staatstheorien – Naturzustand und Gesellschaftsvertrag
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la) Naturzustand der Menschen bei John Locke
John Locke definiert d

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Naturzustand und Gesellschaftsvertrag John Locke VS Thomas Hobbes

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Grundlagen der Staatstheorien – Naturzustand und Gesellschaftsvertrag - la) Naturzustand der Menschen bei John Locke John Locke definiert den Naturzustand des Menschen als einen friedlichen, wenn auch unischeren Zustand der Gleichheit, vollkommenen Freiheit, jed keine Zustand der Zügellosigkeit. Der Mensch darf frei über sein Besitz, sowie seine Persönlichkeit verfügen, unabhängig vom Willen anderer und ohne jemanden um Erlaubnis zu bitten. Der Mensch besitzt also von Geburt an das Recht auf Selbstbestimmung. Dabei ist dies kein Zustand der Zügellosigkeit, da der Mensch nicht sich selbst oder irgendein in seinem Besitz befindliches Lebewesen zu vernichten, wenn es nicht zur Selbsterhaltung dient. Alle Macht und Rechtsprechungen sind wechselseitig, da niemand mehr besitzt als der andere. Dies begründet er mit dem Werk des unendlich weisen Schöpfers, welcher alle Menschen gleich erschaffen hat und dadurch auch keine Rangordnung unter den Menschen entstehen darf. Jeder Mensch hat das alleinige Recht auf seine Person und das durch seine Arbeit vollbrachte Eigentum, also sein Recht auf Privateigentum. Vergleich mit dem Menschenbild von Thomas Hobbes Hobbes und Locke sind sich einig, dass alle Menschen von Natur aus frei und gleich mit Rechten ausgestattet sind. Jeder einzelne hat das natürliche Recht der Selbsterhaltung und allem was dieser dient. Thomas Hobbes hat ein rationales, nüchternes und zutiefst pessimistisches Menschbild. Er ist der Überzeugung, dass es im Naturzustand kein gut...

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oder böse, sondern nur ein gut oder schlecht für die Selbsterhaltung gibt. Locke ist in diesem Punkt anderer Ansicht. Er findet, dass die vollkommene Freiheit keine Zügellosigkeit bedeutet. Das bedeutet, dass die Erhaltung des Friedens für ihn an erster Stelle steht. Die Freiheit jeden einzelnen, hört da auf wo die Freiheit eines anderen anfängt. Keiner darf einen anderen Schaden zufügen oder ihn sogar vernichten ohne einen triftigen Grund wie der eigenen Selbsterhaltung, da alle Menschen einem Schöpfer entstammen und man seinem Werk mit Respekt entgegnen soll. Hobbes hingegen klammert Gott vollkommen aus und beschreibt die natürliche menschliche Beziehung als „ein Krieg aller gegen alle“, in anderen Worten „der Mensch ist dem (anderen) Menschen ein Wolf". Um jedoch in Sicherheit leben zu können, würden die Menschen ihr natürliches Recht, sich alle nötigen Güter für ihre Selbsterhaltung gewaltsam aneignen zu dürfen, verzichten und diese an einen Souverän übertragen, welcher im Umkehrschluss ihnen Sicherheit gewährt. Dazu schließen die Menschen eine Art Vertrag mit dem Souverän ab und können somit dem Souverän nicht mehr seine Macht absprechen oder einschränken. Einzig das Recht auf Notwehr bleibt den Menschen selbst, da der Verlust des Lebens wichtiger ist als die Garantie der Sicherheit, wodurch die Menschen ebenfalls indirekt geschützt vor dem Souverän sind. Jeder Mensch tauscht also sein natürliches und gleiches Recht auf Machtausübung im Naturzustand gegen die Sicherheit und Ordnung in einem Staat ein. Locke hingegen möchte die individuellen Freiheitsrechte jedes einzelnen durch den Staat schützen und nicht wie bei Hobbes dessen Macht erweitern. Locke findet jedoch auch sich jeder Mensch trotz seiner Freiheiten der Gesellschaft unterwerfen. Das Mehrheitsprinzip entscheidet also, wobei die Gewaltenteilung vor inneren Übergriffen schützt. Die Gesellschaft soll einen politischen Körper darstellen, welcher durch ihre Mehrheit über Gesetze etc. entscheiden und diese auch durchsetzen soll. b) Erläuterung und kritische Auseinandersetzung des Konzepts vom Erwerb des Eigentums bei Locke Locke ist der Überzeugung, dass die Erde und alle niederen Lebewesen allen Menschen gemeinsam gehören. Jeder einzelne hat jedoch das alleinige Recht auf seine Person und sein Privateigentum. Nach Locke ist alles jenes Eigentums, wenn es die Arbeit seines Körpers oder das Werk seiner Hände ist. Diese Definition ist jedoch sehr undifferenziert und zu kurzsichtig. Zunächst wird davon ausgegangen, dass die Erde und alle niederen Lebewesen das Eigentum der gesamten Menschheit ist. Dies ist jedoch viel zu egoistisch und stellt den Mensch als Epizentrum des ganzen Systems auf der Erde da. Der Mensch ist jedoch als einziges abhängig von der Erde und allen anderen mit ihr verbundenen Lebewesen und Gütern. Dadurch das die „niederen Tiere“ dem Menschen untergeordnet werden und ihm als Eigentum zu gesprochen werden. Wird jedes Handeln von einfacher Zucht bis hin zu willkürlicher Tötung legitimiert. Dies ist absolut falsch und moralisch unvertretbar. Außerdem ist das Eigentum bzw. der Weg zum Eigentum zu unklar definiert und zu unbedacht. Lockes höchstes Ziel ist die Erhaltung des Friedens, welcher durch diese Form von Aneignung von Eigentum fast unmöglich wird. Es wäre früher oder später ein Kampf um das Überleben, wie es der Naturzustand von Hobbes beschreibt. Höchstwahrscheinlich würden sich Gruppen bilden, welche ganze Gebiete einnehmen und Einzelpersonen dadurch unterdrücken würden. Der Markt würde komplett gesprengt werden, da jeder alles durch eine kleine Veränderung sein Eigentum nennen könnte. Man wäre auf Nächstenliebe und Solidarität angewiesen, was in unserer heutigen Gesellschaft schon einigen schwer fällt. Einige Produkte wären ohne den Austausch und Handel schlicht weg nicht erwerbbar, da nicht jeder die gleichen Kapazitäten und Möglichkeiten wie andere hat um an bestimmte Güter zu gelangen. Der Markt wäre unfair und es würden nach und nach alle Berufsgruppen außer Selbstversorger wie Bauern aussterben. Die Menschen würden nach immer mehr Fläche und dadurch immer mehr überlebenswichtige Güter gelangen wollen, da der Mensch oft langfristig handeln möchte und schon für seine Zukunft vorsorgt. Beispielhaft am Anfang der Pandemie, als viele Menschen Hamstereinkäufe machten. c) Erklärung der Entstehungsgrunde und Ziele einer politischen Gemeinschaft in Lockes Staatstheorie Locke begründet die Entstehungsgründe einer politischen Gemeinschaft mit dem eines friedlichen Zusammenlebens. Im Naturzustand hat jeder einzelne das Recht auf vollkommene Freiheit, welche durch andere nicht gefährdet werden darf, aber kann. Durch eine politische Gemeinschaft würde er in den Genuss des Schutzes seiner eigenen Person und seines Eigentums kommen. Jeder einzelne würde ganz einfach durch eine politische Gemeinschaft profitieren, da sie allein viel zu schutzlos gegen Übergriffe anderer wären. Der Mensch strebt nach seiner Selbsterhaltung, welche in dieser Gemeinschaft mit aller gemeinsamen Kraft behütet wird. d) Vergleich und Bewertung der Staatstheorien von Locke und Hobbes Hobbes und Locke unterscheiden sich sehr in ihren Staatstheorien. Hobbes ist der Überzeugung, dass es eine weitere schützende Macht, wie den Souverän, gäben sollte. Dieser soll den Schutz und Frieden der Bevölkerung innerhalb des Staates gewährleisten, wobei die Bevölkerung ihre natürlichen Rechte auf Machtausübung im Naturzustand durch einen Gesellschaftsvertrag an den Souverän überträgt. Der Souverän fungiert also mehr als Monarch und ist die einzige alleinige Macht. Es liegt also keine Gewaltenteilung vor, außer dem Souverän selbst. In Lockes Staatstheorie fungiert die Gesellschaft als herrschende Macht, welche zum Schutz jedes einzelnen nach dem Mehrheitsprinzip Gesetze etc. beschließt. Das höchste Ziel ist dabei der Frieden und die Selbsterhaltung jedes einzelnen. Das Ziel des Staates in Lockes Staatstheorie ist es den Schutz des Eigentums, der Freiheit, des Lebens und des Friedens, sowie die Sicherheit aller zu gewährleisten. Ich finde beide Staatstheorien mangelhaft und nicht vollkommen zufrieden stellend. Angefangen mit der Staatstheorie von Hobbes halte ich es nicht für sinnvoll das die Interessen und der Wille des Volkes durch eine zweite Macht repräsentiert werden. Es findet zu wenig bzw. keinerlei Austausch mit der Bevölkerung statt, wodurch es gar nicht zu einer vollkommen für Bevölkerung zufriedenstellenden Herrschaft bzw. Politik kommen kann. Außerdem finde ich das der alleinige Schutz der Bevölkerung nur das mindeste ist was ein „fairer“ Herrscher zutuen hat und sollte nicht wie in Hobbes Staatstheorie so hochgepriesen werden. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung wird sich früher oder später gewaltsam äußern und es wird somit höchstwahrscheinlich zu einem Bürgerkrieg kommen. Die Menschen werden in ihrem Recht, durch die ungünstige Lage der ständigen Furcht vor Übergriffen in ihrem Naturzustand nach Hobbes, ausgebeutet. Ich finde den Grundgedanken Lockes schon sehr gut, da der Wille des Volkes auch direkt durch das Volk selbst durch die Mehrheit durchgesetzt wird. Dabei wird das Ziel der Selbsterhaltung und des Friedens jeden einzelnen angestrebt. Das Problem ist nur das durch das Mehrheitsprinzip Minderheiten massiv benachteiligt werden und es sich hierbei nicht mehr um ein gerechtes Staatssystem handelt. Dieser Grundgedanke könnte jedoch weiter entwickelt zu einer Demokratie werden, in der die Macht auch vom Volk ausgeht, jedoch jeder Mensch durch die Verfassung geschützt wird. Dabei ist es erstmal irrelevant, ob es sich um eine direkte oder repräsentative Demokratie handelt, wobei die Staatstheorie Lockes einer direkten Demokratie mehr ähnelt.

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Um jedoch in Sicherheit leben zu können, würden die Menschen ihr natürliches Recht, sich alle nötigen Güter für ihre Selbsterhaltung gewaltsam aneignen zu dürfen, verzichten und diese an einen Souverän übertragen, welcher im Umkehrschluss ihnen Sicherheit gewährt. Dazu schließen die Menschen eine Art Vertrag mit dem Souverän ab und können somit dem Souverän nicht mehr seine Macht absprechen oder einschränken. Einzig das Recht auf Notwehr bleibt den Menschen selbst, da der Verlust des Lebens wichtiger ist als die Garantie der Sicherheit, wodurch die Menschen ebenfalls indirekt geschützt vor dem Souverän sind. Jeder Mensch tauscht also sein natürliches und gleiches Recht auf Machtausübung im Naturzustand gegen die Sicherheit und Ordnung in einem Staat ein. Locke hingegen möchte die individuellen Freiheitsrechte jedes einzelnen durch den Staat schützen und nicht wie bei Hobbes dessen Macht erweitern. Locke findet jedoch auch sich jeder Mensch trotz seiner Freiheiten der Gesellschaft unterwerfen. Das Mehrheitsprinzip entscheidet also, wobei die Gewaltenteilung vor inneren Übergriffen schützt. Die Gesellschaft soll einen politischen Körper darstellen, welcher durch ihre Mehrheit über Gesetze etc. entscheiden und diese auch durchsetzen soll. b) Erläuterung und kritische Auseinandersetzung des Konzepts vom Erwerb des Eigentums bei Locke Locke ist der Überzeugung, dass die Erde und alle niederen Lebewesen allen Menschen gemeinsam gehören. Jeder einzelne hat jedoch das alleinige Recht auf seine Person und sein Privateigentum. Nach Locke ist alles jenes Eigentums, wenn es die Arbeit seines Körpers oder das Werk seiner Hände ist. Diese Definition ist jedoch sehr undifferenziert und zu kurzsichtig. Zunächst wird davon ausgegangen, dass die Erde und alle niederen Lebewesen das Eigentum der gesamten Menschheit ist. 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Hobbes ist der Überzeugung, dass es eine weitere schützende Macht, wie den Souverän, gäben sollte. Dieser soll den Schutz und Frieden der Bevölkerung innerhalb des Staates gewährleisten, wobei die Bevölkerung ihre natürlichen Rechte auf Machtausübung im Naturzustand durch einen Gesellschaftsvertrag an den Souverän überträgt. Der Souverän fungiert also mehr als Monarch und ist die einzige alleinige Macht. Es liegt also keine Gewaltenteilung vor, außer dem Souverän selbst. In Lockes Staatstheorie fungiert die Gesellschaft als herrschende Macht, welche zum Schutz jedes einzelnen nach dem Mehrheitsprinzip Gesetze etc. beschließt. Das höchste Ziel ist dabei der Frieden und die Selbsterhaltung jedes einzelnen. Das Ziel des Staates in Lockes Staatstheorie ist es den Schutz des Eigentums, der Freiheit, des Lebens und des Friedens, sowie die Sicherheit aller zu gewährleisten. Ich finde beide Staatstheorien mangelhaft und nicht vollkommen zufrieden stellend. Angefangen mit der Staatstheorie von Hobbes halte ich es nicht für sinnvoll das die Interessen und der Wille des Volkes durch eine zweite Macht repräsentiert werden. Es findet zu wenig bzw. keinerlei Austausch mit der Bevölkerung statt, wodurch es gar nicht zu einer vollkommen für Bevölkerung zufriedenstellenden Herrschaft bzw. Politik kommen kann. Außerdem finde ich das der alleinige Schutz der Bevölkerung nur das mindeste ist was ein „fairer“ Herrscher zutuen hat und sollte nicht wie in Hobbes Staatstheorie so hochgepriesen werden. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung wird sich früher oder später gewaltsam äußern und es wird somit höchstwahrscheinlich zu einem Bürgerkrieg kommen. Die Menschen werden in ihrem Recht, durch die ungünstige Lage der ständigen Furcht vor Übergriffen in ihrem Naturzustand nach Hobbes, ausgebeutet. Ich finde den Grundgedanken Lockes schon sehr gut, da der Wille des Volkes auch direkt durch das Volk selbst durch die Mehrheit durchgesetzt wird. Dabei wird das Ziel der Selbsterhaltung und des Friedens jeden einzelnen angestrebt. Das Problem ist nur das durch das Mehrheitsprinzip Minderheiten massiv benachteiligt werden und es sich hierbei nicht mehr um ein gerechtes Staatssystem handelt. Dieser Grundgedanke könnte jedoch weiter entwickelt zu einer Demokratie werden, in der die Macht auch vom Volk ausgeht, jedoch jeder Mensch durch die Verfassung geschützt wird. Dabei ist es erstmal irrelevant, ob es sich um eine direkte oder repräsentative Demokratie handelt, wobei die Staatstheorie Lockes einer direkten Demokratie mehr ähnelt.