Das politische Plakat als Propagandamittel
Die Entstehung und Entwicklung des politischen Plakats ist eng mit der Geschichte der Weimarer Republik verbunden. Nach der Novemberrevolution 1918 erlebte das politische Wahlplakat seine Blütezeit.
Charakteristisch für diese Plakate waren:
- Rasche Lesbarkeit
- Dynamisch-diagonale Kompositionen
- Farbliche Abstimmung
- Expressive Linienführungen
- Verwendung von Stereotypen
- Prägnante Parolen
Example: Ein typisches Wahlplakat der Weimarer Zeit könnte eine dynamische Darstellung eines Arbeiters mit einer kurzen, einprägsamen Parole wie "Wählt SPD!" zeigen.
Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten änderte sich die Funktion und Gestaltung der Plakate grundlegend. Im Einparteienstaat verschwanden Wahlplakate, stattdessen dienten Plakate nun ausschließlich der Repräsentation der NS-Ideologie und dem Personenkult um Hitler.
Highlight: Die Politischen Plakate der Weimarer Republik zeichneten sich durch Vielfalt und künstlerische Freiheit aus, während die NS-Propaganda eine systemkonforme Ästhetik durchsetzte.
Joseph Goebbels, der Propagandaminister des NS-Regimes, formulierte klare Richtlinien für die Gestaltung von NSDAP-Plakaten:
- Plakate sollten als Verbindung zwischen Idee und breiter Masse dienen.
- Größe und Aufmachung sollten sich nach der Zielgruppe richten.
- Auch mit wenigen Worten sollte eine ganze Weltanschauung vermittelt werden.
- Bildplakate sollten idealerweise ohne Text auskommen.
- Die Farbe Rot wurde als "Farbe der Revolution" bevorzugt.
- Riesenplakate sollten für maximale Wirkung sorgen.
Quote: "Die ganze Stadt muss eines morgens unter dem Masseneindruck der Riesenplakate stehen." - Joseph Goebbels
Für die Analyse von politischen Plakaten empfiehlt sich folgendes Vorgehen:
- Den ersten Eindruck festhalten: Was fällt sofort auf? Wie wirkt das Plakat?
- Eine genaue Beschreibung anfertigen: Welche Personen, Gegenstände, Orte und Situationen sind abgebildet?
Vocabulary: Wahlplakat Analyse bezeichnet die systematische Untersuchung von politischen Plakaten hinsichtlich ihrer Gestaltung, Botschaft und Wirkung.





