Das Menschenbild im Wandel
Das Menschenbild erfuhr während der Renaissance eine drastische Veränderung. Im Mittelalter herrschte eine äußerst negative Sichtweise vor, die den Menschen als nutzlos, sündhaft und für den Tod geschaffen betrachtete. Mit dem Beginn der Frühen Neuzeit wandelte sich diese Perspektive grundlegend. Der Mensch wurde nun als bewundernswert, einzigartig und vernunftbegabt angesehen.
Beispiel: Pico della Mirandola beschrieb 1486 in seiner Schrift "Über den Menschen" ein positives Menschenbild, das den Menschen als Mittelpunkt und überlegenes Wesen darstellte.
Diese Veränderung spiegelte sich auch in der Kunst wider. Der Mensch rückte in den Mittelpunkt künstlerischer Darstellungen, und die Wiederentdeckung der Zentralperspektive revolutionierte Kunst und Architektur. Wissenschaftliche Fortschritte, wie das Sezieren von Leichen zur Erforschung der menschlichen Anatomie, trugen ebenfalls zu diesem neuen Verständnis bei.
Definition: Die Renaissance-Merkmale in der Kunst umfassten die Zentralperspektive, realistische Darstellungen des menschlichen Körpers und die Wiederbelebung antiker Motive.





