Der Deutsche Krieg von 1866 und der Deutsch-Französische Krieg 1870/71
Der Deutsche Krieg 1866, auch als Bruderkrieg bekannt, markierte einen entscheidenden Wendepunkt in der deutschen Geschichte. Die Rivalität zwischen Preußen und Österreich um die Vorherrschaft im Deutschen Bund führte schließlich zu diesem militärischen Konflikt. Otto von Bismarck, der preußische Ministerpräsident, verfolgte das Ziel einer deutschen Einigung unter preußischer Führung. Seine Vision basierte auf einer "Einigung von oben" durch die Zustimmung der Landesfürsten.
Definition: Der Deutsche Krieg war ein Konflikt zwischen Preußen und Österreich um die Vormachtstellung in Deutschland, der mit der Schlacht bei Königgrätz 1866 entschieden wurde.
Die Schlacht bei Königgrätz wurde zum entscheidenden Wendepunkt des Krieges. Preußen ging als klarer Sieger hervor, und im Frieden von Prag musste Österreich die Auflösung des Deutschen Bundes anerkennen. Dies bedeutete den Ausschluss Österreichs aus der deutschen Einigungsbewegung. Die norddeutschen Staaten wurden von Preußen abhängig, während die süddeutschen Staaten durch Militärbündnisse an Preußen gebunden wurden.
Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71 folgte als nächster strategischer Schritt zur deutschen Einigung. Der Konflikt entzündete sich an der spanischen Thronfolge, als ein Hohenzollernprinz als Kandidat vorgeschlagen wurde. Frankreich sah sich dadurch von Hohenzollern-Herrschern eingekreist. Die berühmte "Emser Depesche", von Bismarck geschickt gekürzt und veröffentlicht, provozierte die französische Kriegserklärung.
Highlight: Die Emser Depesche war ein meisterhafter diplomatischer Schachzug Bismarcks, der Frankreich zur Kriegserklärung provozierte und damit den Weg zur deutschen Einigung ebnete.