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Schuldfrage 1.Weltkrieg

Schuldfrage 1.Weltkrieg

 Im Folgenden werden die verschiedenen Theorien zur Schuldfrage im ersten Weltkrieg erläutert
und gegeneinander abgewogen, um schlussendlich

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Hanna

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Ausarbeitung

Ich habe die Kriegsschuldfrage von verschiedenen Seiten beleuchtet und am Ende noch meine eigene Meinung formuliert :)

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Im Folgenden werden die verschiedenen Theorien zur Schuldfrage im ersten Weltkrieg erläutert und gegeneinander abgewogen, um schlussendlich eine persönliche Meinung zur Fragestellung zu formulieren. Es gibt einige Argumente, die dafür sprechen, dass Deutschland die Hauptschuld am Ausbruch des ersten Weltkrieges trägt. Zum einen die Präventivkriegsthese, die beispielsweise vom Historiker Heinrich August Winkler vertreten wird. Laut dieser Theorie begann Deutschland den Krieg aus Angst, zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr militärisch mit den anderen Großmächten mithalten zu können. Mit dem Beginn des europaweiten Wettrüstens sah Deutschland seine Chancen in einem möglicherweise anstehenden Krieg immer geringer werden. Es galt das Prinzip "Jetzt oder nie" und das deutsche Militär, was laut vielen zu diesem Zeitpunkt eine viel zu große Macht im Staat hatte, wollte mit dem Präventivkrieg den anderen Ländern zuvorkommen und seine Chancen auf einen Sieg steigern. Eine weitere Theorie zur deutschen Schuld am Krieg ist die so genannte Weltmachtthese, die von Fritz Fischer formuliert wurde und die bekannte Fischer-Kontroverse auslöste. Die Weltmachtthese besagt, dass Deutschland den Krieg lange geplant habe, um am Ende die Hegemonie über Europa erreichen zu können. Dies lässt sich auch an den Kriegszielen der Deutschen belegen, denn diese waren unter anderem Frankreich nachhaltig so stark zu schwächen, dass es nie wieder eine Großmacht werden könne und Russland zurückzudrängen, um zwischen Deutschland und Russland...

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ein neues Mitteleuropa zu errichten. Auch die Eroberung vieler Gebiete und die Abhängigkeit Belgiens gehörten dazu. Diese radikalen Kriegsziele widersprechen der Behauptung Wilhelms II, dass Deutschland sich nur gegen die anderen Länder verteidigt habe und zeigt, dass Deutschland den Krieg wollte, um daraus zu profitieren. Der Historiker Herfried Münkler beschäftigt sich in seiner Theorie zur Kriegsschuld vor allem mit dem Schlieffenplan und ist der Meinung, dass auch dieser einen großen Beitrag zum Kriegsausbruch beigetragen habe. Der Plan besagte, zuerst gegen Frankreich vorzugehen, da man damit rechnete, dass Russland lange brauchen würde, um alle Truppen zu mobilisieren. Nach einem schnellen Sieg in Frankreich wolle man dann an der Ostfront gegen Russland kämpfen. Deutschland hätte hierbei definitiv eine weniger risikoreiche Politik einsetzen müssen, da bei diesem Plan die schwerwiegenden Folgen schon von Anfang an absehbar gewesen sind. Laut diesen Argumenten trägt also Deutschland die Schuld am Weltkrieg, doch es gibt auch einige Argumente, die dafür sprechen, dass Deutschland nur eine Teilschuld trägt und auch alle anderen Großmächte zum Kriegsausbruch beigetragen haben. Eine entscheidende Theorie ist hierbei die sogenannte Schlafwandlerthese von Christopher Clark: Laut ihm hätte kein Land den Krieg wirklich gewollt, doch alle wären ohne es wirklich zu realisieren dort hineingeraten, was vor allem an den bestehenden Bündnissen und Strukturen und der Unterschätzung der gravierenden Folgen gelegen habe. Außerdem hat jedes Land einen Teil zur Situation beigetragen: In der Kritik steht vor allem Russland, das durch die Mobilmachung seiner Truppen, die anderen Länder zum reagieren gezwungen hat. Doch auch alle anderen Länder machten Fehler: Österreich-Ungarn hat die Krise mit Serbien zu sehr zugespitzt, Frankreich hat Russland Deckung gegeben, England hat sich aus innenpolitischen Gründen nicht um den Erhalt des Friedens gekümmert, Serbien ist im Konflikt mit Österreich-Ungarn zu weit gegangen und Deutschland hat den Krieg billigend in Kauf genommen. Die Kombination der vielen Probleme aller Länder hätte somit zum Krieg geführt. Auch der Sozialdarwinismus könnte den Ausbruch des Krieges gefördert haben. Denn laut ihm ist Krieg etwas natürliches und wie bei Tieren müssten auch hier die Stärkeren um ihr Überleben kämpfen. Die Gefahr des Krieges wurde also von Seiten aller Länder nicht erkannt und das mögliche Risiko bewusst in Kauf genommen. Kein Land tat etwas für den Erhalt des Friedens. Ein weiteres Argument, welches dafür spricht, dass die Kriegsschuld nicht allein bei Deutschland liegt, ist, dass alle Länder zu dieser Zeit außenpolitische Erfolge erreichen wollten, um von ihren innenpolitischen Problemen abzulenken. Sie nahmen also den Krieg in Kauf, um mit möglichen Siegen die Bevölkerung für sich zu gewinnen. Außerdem betrieben alle Großmächte, vor allem aber Großbritannien und Frankreich, Kolonialismus in Afrika, der dazu geführt hat, dass sich die Konflikte zwischen den Großmächten von Afrika auf Europa übertragen haben. Wiegt man die genannten Argumente gegeneinander ab, so lässt sich meiner Meinung nach keinem Land die alleinige Kriegsschuld zuteilen. Ich finde, dass man vor allem daran denken sollte, dass kein Land versucht hat den Krieg zu verhindern und von allen Seiten Dinge passiert sind, die in der Gesamtheit zur Eskalation der Lage geführt haben. Deutschland trägt durch den Präventivkrieg und den Schlieffenplan sowie die radikalen Kriegsziele sicherlich mehr Schuld als andere Länder, doch Deutschland die alleinige Schuld zu zu schreiben finde ich persönlich nicht richtig. Die anderen Staaten hätten ebenfalls reagieren müssen und den Krieg nicht billigend in Kauf nehmen dürfen.

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 Im Folgenden werden die verschiedenen Theorien zur Schuldfrage im ersten Weltkrieg erläutert
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Ich habe die Kriegsschuldfrage von verschiedenen Seiten beleuchtet und am Ende noch meine eigene Meinung formuliert :)

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Im Folgenden werden die verschiedenen Theorien zur Schuldfrage im ersten Weltkrieg erläutert und gegeneinander abgewogen, um schlussendlich eine persönliche Meinung zur Fragestellung zu formulieren. Es gibt einige Argumente, die dafür sprechen, dass Deutschland die Hauptschuld am Ausbruch des ersten Weltkrieges trägt. Zum einen die Präventivkriegsthese, die beispielsweise vom Historiker Heinrich August Winkler vertreten wird. Laut dieser Theorie begann Deutschland den Krieg aus Angst, zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr militärisch mit den anderen Großmächten mithalten zu können. Mit dem Beginn des europaweiten Wettrüstens sah Deutschland seine Chancen in einem möglicherweise anstehenden Krieg immer geringer werden. Es galt das Prinzip "Jetzt oder nie" und das deutsche Militär, was laut vielen zu diesem Zeitpunkt eine viel zu große Macht im Staat hatte, wollte mit dem Präventivkrieg den anderen Ländern zuvorkommen und seine Chancen auf einen Sieg steigern. Eine weitere Theorie zur deutschen Schuld am Krieg ist die so genannte Weltmachtthese, die von Fritz Fischer formuliert wurde und die bekannte Fischer-Kontroverse auslöste. Die Weltmachtthese besagt, dass Deutschland den Krieg lange geplant habe, um am Ende die Hegemonie über Europa erreichen zu können. Dies lässt sich auch an den Kriegszielen der Deutschen belegen, denn diese waren unter anderem Frankreich nachhaltig so stark zu schwächen, dass es nie wieder eine Großmacht werden könne und Russland zurückzudrängen, um zwischen Deutschland und Russland...

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