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Völkerwanderung

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 Schulbuchtext von 1975
Bedeutung der Völkerwanderung für die europäische Geschichte
Ende des weström. Reiches durch „germ.“ Wanderungsbeweg

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Mischa Meier, Ostgoten in Italien Ethnogenese der Ostgoten und wieso diese scheiterte, das Merowingerreich unter Chlodwig und ein Ausblick auf die Zeit der Karolinger

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Schulbuchtext von 1975 Bedeutung der Völkerwanderung für die europäische Geschichte Ende des weström. Reiches durch „germ.“ Wanderungsbewegungen in Richtung Süden Europa entstand auf den „Trümmern" Westroms Relevanz für Schüler/-innen Unsere Ahnen" ● Umgang mit Quellenlage ● Röm. Quellen werden weitgehend als verlässlich angesehen Leichte Kritik an Tacitus („einseitige Übertreibung") Keine konkreten Quellenangaben ● "} ● ● -> Geschichte der vermeintlichen Vorfahren der Europäer/Deutschen Formen des Kontakts/ Aufeinandertreffen (Kulturkontakt und Anpassung) ● Friedliche Nachbarschaft -> Handlungsbeziehungen (LIMES) Völkerwanderung Obwohl Einseitigkeit und „übertreibende" Darstellung der ,,Germanen" in den röm. Quellen erwähnt wird, werden dieselben Quellen als weitgehend zuverlässig angesehen Eintritt junger ,,Germanen“ in röm. Militär –> Kennenlernen römischer Baukunst Übernahme lateinischer Lehnwörter durch ,,Germanen" -> langer Prozess der Transformation der ,,germanischen“ Sprache Beginn der ,,Völkerwanderung" in kriegerische Auseinandersetzungen, da ,,Germanen" Grenze überschreiten, Auftakt zu einem langen Transformationsprozess in Bezug auf Beziehungen, räumliche Verhältnisse, Machtverhältnisse Darstellung der Wanderungsbewegungen und Vorstellung von „germanischen Stämmen" Im Text: O Start: Nordeuropa (Skandinavien, Norddeutschland) „ursprüngliche Heimat" O Wanderung zu Grenzen des Römischen Reichs (Richtung Süden/Südwesten) Harte Kämpfe, Bildung von „germanischen" Verbänden O Flucht vor Hunnen löste zweite Wanderungswelle aus ■ ■ ■ Richtung Spanien (Westgoten) Über Spanien nach Nordafrika (Wandalen) Oberes Rhônetal (Burgunder) Über Balkan nach Italien (Ostgoten) Ende des Weströmischen Reich 476 n. Chr. Fazit zum Schulbuchtext von 1975 Text spricht von zahlreichen „germanischen Sippen und Stämmen" Deren kulturelle Unterschiede, Unterschiedliche Lebensweisen, ihre Gründe für Verbindungen, Sowie eigentliche Verbände werden gar nicht bzw. nur sehr allgemein und kurz benannt. Text spricht von...

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der Zerstörung des Römischen Reichs durch das gewaltsame „germanische" Massenein- und -durchwanderung -> Zerstörungs- und Katastrophenteorie ,,Völkerwanderung" als parallelen Aufbruch mehrerer geeinter „germanischen Stämme" in anderen Regionen in Europa ist eine falsche Annahme Abspaltungen sowie neue Verbindungen wurden ignoriert Rückkehr und Verbleib und kulturelle und politische Veränderungen innerhalb der „Verbände" wurden ebenfalls ignoriert Die Darstellung ist stark verallgemeinert sowie vereinfacht und entspricht nicht dem aktuellen Forschungsstand. 1 SWEBEN Braga WANDELEN ASDINGEN Toledo WESTROTEN WESTGOTEN 410 Toulalise 426 ● SACHSEN TEM WANDALEN (SILINGEN) Cartagena Balearen 429 Völkerwanderung um 450 ur 1507 um 450 Worms BURGUNDER 412 FRANKEN FRANKEN um 258 JUTENT SACHSEN LANGOBARDEN BURGUNDER um 400 um 400 ANGELN BURGUNDER 407 ALAMANNEN Hippo Regius 475 X Veza Pollenza X Züge und Siedlungsgebiete der Germanen im 4. und 5. Jh. Kritik an der Kartendarstellung 475 WANDATEN SWEBEN 489 Ravenna Rom 410 Karthago GOTEN bis 150 Cosenza 410 WANDALEN bis 400 TANGOBARDEN 400-500 OSTGOTEN 397-401 Syrakus GOTEN 150-200 WESTGOTEN 200-375 WESTGOTEN Adrianopel romisches Reich Grenze zwischen ostrom schem und westromischem Reich soit 395 Ansiedlungsgebiete der Germanen als Fodereten out römischem Beden OSTGOTEN 200-375 Konstantinopel Die ,,Germanen" werden als 10 große ,,Stämme"/Verbände dargestellt, die sich nur in einem Fall aufspalten (West- und Ostgoten). Die vielen kleineren Einheiten, denen sie entstanden sind bzw. die sich HUNNEN zusammengeschlossen haben, werden nicht dargestellt. Verlusten oder Abspaltungen? Die Darstellung ist linear und fortschreitend ablaufender Wanderungsbewegungen von Großverbänden widerspricht den aktuellen Kenntnissen der Bewegungen. Misch Meyer - ,,Völkerwanderung"(Begriff) wurde erst im 19. Jh. im Zuge der Nationsbildung konstruiert Warum kann man die Begriffe ,,Völker" und „Stämme" im Zusammenhang mit der Entwicklung der Spätantike nicht verwenden? ,,Völk" sind keine homogen und unveränderlichen Entitäten (Einheiten) ● sondern heterogen, veränderlich, sozial instabil Gebilde, die sich in einem permanenten Transformationsprozess Röm. Kaiserreich = Vielvölkerstaat, Zusammenhalt basierte auf politischen (Bürgerrecht, Verwaltung, Kaiserherrschaft) und kulturellen (Sprache, Romanisierung) Aspekten romantische Völkerbegriff entspricht nicht der Gruppe des Barbaricum (waren keine pol. Einheit und hatten kein Gemeinschaftsgefühl) Gruppe des Barbaricum entspricht auch nicht dem Stammesbegriff, da die wissenschaftlichen Kriterien der Ethnologie nicht darauf passen Welche Rolle spielten die Wanderungsbewegungen tatsächlich für die Entwicklung der Spätantike? ● Neue Forschungen zeigen, dass Migration (Bewegung und Mobilität) damals wie heute ein allgegenwärtiges Phänomen ist -> Neuartigkeit lag in der Wucht und Stärke des Migrationsdruck, die sich mit den inneren Problemen des röm. Reich mischten (konnten Migrationsstrom der Goten, die vor den Hunnen flohen, nicht kontrollieren) Herkunft der Neuankömmlinge und Untergang des römischen Reichs ● Migration allein kein Anhaltspunkt, um Völkerwanderungsgeschehen zu erfassen Jeweilige Rolle von Migration müsste erfasst werden (welche Ausprägung, welche Konsequenzen?) 2 Völkerwanderung ● Komplexe, gesellschaftliche Veränderungen und Ausdifferenzierungsprozesse, die seit dem 1. Jahrhundert zur Ausformung (Ethnogenese) größerer, schlagkräftiger Verbände geführt habe (z. B. Alemannen) Entwicklung/ Identitätsbildung kontinuierlich, kam nie zum Stillstand -> ließen sich durch Römer nicht mehr so leicht kontrollieren ● ● - Manche mit Geschenken und Ehrungen ans Reich gebunden, mache demonstrativ bestraft Neue soziale Strukturen bei ,,Germanen" -> Spannungen/Stress -> Migration "}, Äußere Impulse wie die Hunnen Frage nach Identität der „Germanen" ● Heterogen zusammengesetzte Personenverbände/-gruppen bzw. Interessengemeinschaften Ethnische Abstammung eher unwichtig -> unterschiedliche Motive für Wanderbewegungen -> Zusammenhalt durch gem. Ziele/ bei Unzufriedenheiten wurde ursprünglicher ,,Stamm" verlassen -> gesellschaftsbildende und kulturelle Aspekte ausschlaggebend => Entstehung kollektiver Identitäten bei Gruppen (Ethnogenese) ,,Germanen" römische Erfindung für politische und propagandistische Ziele ● Das Ostgotenreich in Italien - Strategien der Machtsicherung Theoderichs „des Großen" Innenpolitisch => Erkenntnis: Gewalt kann Herrschaft nicht dauerhaft sichern - Konsolidierungspolitik -> Strategie ,,der Umarmung" -> Ziel: Kooperation mit und Akzeptanz durch römische Elite - Versorgung der ca. 20.000 Ostgoten OHNE Römer zu enteignen und OHNE römische Bevölkerung finaziell mehr zu belasten -> Vergaben von Land aus Staatsland oder aus dem Besitz Odoakers und seiner Gefolgsleute -> Beteiligung an den Steuerreinnahmen - Verwaltung bleibt weitgehend in römischen Händen (nur dort wo viele Ostgoten angesiedelt werden, blieben lokal ostgotische Verwaltungsstrukturen neben den römischen erhalten) - Senat in Rom behält Machtbefugnisse (aber es gab auch „Rat der Ostgoten") Hofämter bleiben in römischer Hand - religiöse Toleranz -> gute Beziehung auch zu kirchlichen Würdenträgern wahren - Übernahme des Lateins als offizielle Amtssprache => Errichtung eines „Doppelstaats" „Völkerwanderungsgeschehen" RÖMER -> Zivilverwaltung OSTGOTEN -> Militärverwaltung Außenpolitisch - Strategie ,,der selbstbewussen Unterwerfung“ gegenüber Oströmischem Reich -> Ziel: Machtkonflikt und militärische Auseinandersetzung mit Ostrom vermeiden -> offizielle Unterstellung unter den jeweilis herrschenden oströmischen Kaiser - Theoderich trägt nie weströmische Reichsinsignien (z.B. Kaiserkrone) - lässte keine Münzen mit seinem Konterfei prägen - erlässt nur Verordnungen, keine Gesetze (den das darf nur der Kaiser) nennt sich nur ,,rex“ (nicht ,,imperator“ oder „caesar") -> möglicherweise auch innenpolitisch positiv wahrgenommen, da wieder Anschluss an einen römischen Kaiser nach Herrschaft Odoakers - gezielte Heiratspolitik zwecks familiärer Verknüpfungen mit Herrscherhäusern anderen ,,Germanenreiche" · militärisch zurüchhaltend -> nur wenige Interventionen 3 Die Ethnogenese der Ostgoten Wolfram (2013) Völkerwanderung - erläutert, dass der Name ,,Ostgoten" ein Beispiel für eine Gruppenbezeichnung, die sich über einen sehr langen Zeitraum hielt -> stellt klar, dass es sich tatsächlich jedoch um Gruppen handelte, deren Zusammensetzung und Selbstverständnis sich immer wieder stark veränderte Wiemer (2018) - verwendet für Gruppen wie den Ostgoten den Begriff der gentes -> bezeichnet sie ebenfalls als ,,heterogene und instabile Gebilde" - verweist auf die immer noch populäre Vorstellung, die ,,Germanen" (und damit auch die Ostgoten) seien die Vorfahren der Deutschen -> Glaube an einen quasi ,,vererbten" ,,Volkschararakter" bzw. eine „Volksseele" -> entstanden im 1ß. Jahrhundert im Zuge der dt. Nationsbildung - beziehen sich beide auf das Erklärungmodell von R. Wenskus (1961) -> Wenskus spricht von einem „Traditionskern“ buw. Trägern der Tradition = Könige/-innen, ihre Familien, Adel - Auftraggeber für die Entscheidung von entscheidene Träger bei den Ostgoten: Geschlechter der Amalen und Baltehn Herkunftsgeschichten (Stammbäume) - Gote = wer sich einer Adelsfamilie anschloss und sich selbst als gotisch ansah -> Beispiel: ,,genealogie Ostrogotharum" (Stammbaum/ Entstehungsgeschichte der Ostgoten verfasst im Auftrag Theoderichs) = - Grundlage für Zusammenschluss größerer politischer Einheiten => Faktor ,,Abstammung“ -> kein Kriterium, mit dessen Hilfe die Frage „Wer wren die Goten?“ oder „Wie entstanden die Goten?" beantwortet werden kann ABER: erst der Glaube an eine gemeinsame Abstammung konsoldierte die gemeinsame Identität (Wenskus spricht hier von „Stammesbildung") Gründe für das Scheitern einer neuen Ethogenese der Ostgoten im Ostgotenreich Patrick J. Geary (2002) Teoderich wollte heterogene, mobile barbarische Armee zu einem gefestigten ,,Volk" machen, das in Koexistenz mit deen Römern leben konnte - Sepertation -> funktionierte nicht - immer mehr Goten wurden Landbesitzer -> „Kriegskunst" war nicht mehr (ausschließlich) Interesse => Interessierten sich für landwirtschaftliche und wirtschaftliche Belange und regionale Themen - Entfremdung nachfolgender Generationen vom ostgotischen Kriegerskult - Aufstieg einiger Römer innerhalb des Militärs -> feindseelige Gegenreaktion von ostgotischem Militär gegen zunehmende Romanisierung des Heeres der Ostgoten insgesamt 4 Völkerwanderung Das Merowingerreich unter Chlodwig - König Chlodwig I. (482 – 511) als Begründer des Frankenreichs (aus dem Merowingergeschlecht)- seit zweiten Hälfte des 3. Jh. Gewaltsame Übefälle der Franken in römische Gebiete - 358 Franken wurden im röm. Gebietb Belgica angesiedelt und zut foederaten ernannt -> mussten Soldaten für röm. Heer stellen - 486 besetzung ganz Galliens durch neuen König Chlodwig - Übernahm fränkisches Königtum von Tournai - Eroberte Machtbereich des Burgunderkönig und der Alemannen, da viele Bewohner Galliens sich Stabilität wünschten und die Herrschaft des Stärkeren annahmen Gallien im Jahr 481 Angeln Sachsen Jüten Briten Quimper -> Stammesfüher konnte in Armee und Verwaltung Karriere machen Ärmelkanal Rennes Vannes Atlantischer Ozean Bayeux Coutances 1 Poitiers Rouen Angoulème Bazas Auch ¡ Le Mans Orleans t Angers rs burs Périgueux Oloron Reich der Alemannen Reich der Burgunder Reich der Franken Reich des Syagrius Thérouanne Limoges Nord- see Friesen Westgotenreich in Spanien Albi Tarbes Toulouse # Paris Burnai Cambrail + Couserans Soissons Bordeaux Aquitanien Cahors Rodez Bourges # Sens Clermont Reims Autun Javols sap en Metz Troyes Toul Straßburg Westgotenreich Aremorica Langres Dijon Lyon # Köln # Trier Vienne Valence Arles Besançon Sachsen Marseille Mainz # Basel Averiches Rätien t Genf Sion Mittelmeer Worms Speyer Gap 1 Digne Prověnce Nizza # Bischofssitz # Metropolitan-Bischofssitz Thüringer Königreich des Odoaker Gallien: - Strukturen des Römischen Reichs bestehen nicht mehr -> Taufe = ,,Eintrittskarte" in die vorherrschenden Das Frankenreich der frühen Merowinger -Reich Chlodwigs um 486 *** Erwerbungen Chlodwigs bis 511 Merowinger-Residenzen Legitimationsstrukturen - neue Strukturen basieren auf kirchlichen Strukturen -> Bischöfe als Träger der Macht -> Vermischung von Staat und Kirche -> gemeinsame Religionsausübung BRETAGNE Salische Franken Licence Colle Loire Orléans. Westgoten AQUITANIEN Friesen Tournai Soissons. Paris. Reims Rheinische Franken Metz ● Sachsen Burgunder Rhein Bedeutung des Christentums für die Beziehung von Franken (Merowinger) und Galloromanen B. Jussen zur Bedeutung der Religion für Herrschaftskonsoldierung - in der Praxis spürbarer Unterschied zwischen Arianismus und Katholizismus Alamannen Thüringer Ausweitung unter Chlodwigs Söhnen Bayern Ravenna WEST- RÖMISCHES REICH/ REICH DER OSTGOTEN Italien: - alte Strukturen aus dem Römischen Reich bestehen noch (Galloromanen werden die Bewohner der römischen Provinz Gallien in der Spätantike) Lango- barden - keine Vermischung von Staat und Kirche - Religion = nur ein Unterschied von vielen, dabei aber wichtig wegen grundsätzlicher Trennungspolitik (Goten-Römer) - getrennte Religionsausübung Fazit: Chlodwigs Beispiel ist nicht automatisch als „Erfolgsrezept“ übertragbar auf andere ,,Germanenreiche", die sich nicht langfristig etablieren konnten -> speziellen Strukturen in Gallien, für welche die Taufe den Eintritt Chlodwigs darstellte -> in Gallien legitimierte sich die Herrschaft über die kirchl. Strukturen und nicht über röm. Strukturen 5 U

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der Zerstörung des Römischen Reichs durch das gewaltsame „germanische" Massenein- und -durchwanderung -> Zerstörungs- und Katastrophenteorie ,,Völkerwanderung" als parallelen Aufbruch mehrerer geeinter „germanischen Stämme" in anderen Regionen in Europa ist eine falsche Annahme Abspaltungen sowie neue Verbindungen wurden ignoriert Rückkehr und Verbleib und kulturelle und politische Veränderungen innerhalb der „Verbände" wurden ebenfalls ignoriert Die Darstellung ist stark verallgemeinert sowie vereinfacht und entspricht nicht dem aktuellen Forschungsstand. 1 SWEBEN Braga WANDELEN ASDINGEN Toledo WESTROTEN WESTGOTEN 410 Toulalise 426 ● SACHSEN TEM WANDALEN (SILINGEN) Cartagena Balearen 429 Völkerwanderung um 450 ur 1507 um 450 Worms BURGUNDER 412 FRANKEN FRANKEN um 258 JUTENT SACHSEN LANGOBARDEN BURGUNDER um 400 um 400 ANGELN BURGUNDER 407 ALAMANNEN Hippo Regius 475 X Veza Pollenza X Züge und Siedlungsgebiete der Germanen im 4. und 5. Jh. Kritik an der Kartendarstellung 475 WANDATEN SWEBEN 489 Ravenna Rom 410 Karthago GOTEN bis 150 Cosenza 410 WANDALEN bis 400 TANGOBARDEN 400-500 OSTGOTEN 397-401 Syrakus GOTEN 150-200 WESTGOTEN 200-375 WESTGOTEN Adrianopel romisches Reich Grenze zwischen ostrom schem und westromischem Reich soit 395 Ansiedlungsgebiete der Germanen als Fodereten out römischem Beden OSTGOTEN 200-375 Konstantinopel Die ,,Germanen" werden als 10 große ,,Stämme"/Verbände dargestellt, die sich nur in einem Fall aufspalten (West- und Ostgoten). Die vielen kleineren Einheiten, denen sie entstanden sind bzw. die sich HUNNEN zusammengeschlossen haben, werden nicht dargestellt. Verlusten oder Abspaltungen? Die Darstellung ist linear und fortschreitend ablaufender Wanderungsbewegungen von Großverbänden widerspricht den aktuellen Kenntnissen der Bewegungen. Misch Meyer - ,,Völkerwanderung"(Begriff) wurde erst im 19. Jh. im Zuge der Nationsbildung konstruiert Warum kann man die Begriffe ,,Völker" und „Stämme" im Zusammenhang mit der Entwicklung der Spätantike nicht verwenden? ,,Völk" sind keine homogen und unveränderlichen Entitäten (Einheiten) ● sondern heterogen, veränderlich, sozial instabil Gebilde, die sich in einem permanenten Transformationsprozess Röm. Kaiserreich = Vielvölkerstaat, Zusammenhalt basierte auf politischen (Bürgerrecht, Verwaltung, Kaiserherrschaft) und kulturellen (Sprache, Romanisierung) Aspekten romantische Völkerbegriff entspricht nicht der Gruppe des Barbaricum (waren keine pol. Einheit und hatten kein Gemeinschaftsgefühl) Gruppe des Barbaricum entspricht auch nicht dem Stammesbegriff, da die wissenschaftlichen Kriterien der Ethnologie nicht darauf passen Welche Rolle spielten die Wanderungsbewegungen tatsächlich für die Entwicklung der Spätantike? ● Neue Forschungen zeigen, dass Migration (Bewegung und Mobilität) damals wie heute ein allgegenwärtiges Phänomen ist -> Neuartigkeit lag in der Wucht und Stärke des Migrationsdruck, die sich mit den inneren Problemen des röm. Reich mischten (konnten Migrationsstrom der Goten, die vor den Hunnen flohen, nicht kontrollieren) Herkunft der Neuankömmlinge und Untergang des römischen Reichs ● Migration allein kein Anhaltspunkt, um Völkerwanderungsgeschehen zu erfassen Jeweilige Rolle von Migration müsste erfasst werden (welche Ausprägung, welche Konsequenzen?) 2 Völkerwanderung ● Komplexe, gesellschaftliche Veränderungen und Ausdifferenzierungsprozesse, die seit dem 1. Jahrhundert zur Ausformung (Ethnogenese) größerer, schlagkräftiger Verbände geführt habe (z. B. Alemannen) Entwicklung/ Identitätsbildung kontinuierlich, kam nie zum Stillstand -> ließen sich durch Römer nicht mehr so leicht kontrollieren ● ● - Manche mit Geschenken und Ehrungen ans Reich gebunden, mache demonstrativ bestraft Neue soziale Strukturen bei ,,Germanen" -> Spannungen/Stress -> Migration "}, Äußere Impulse wie die Hunnen Frage nach Identität der „Germanen" ● Heterogen zusammengesetzte Personenverbände/-gruppen bzw. Interessengemeinschaften Ethnische Abstammung eher unwichtig -> unterschiedliche Motive für Wanderbewegungen -> Zusammenhalt durch gem. Ziele/ bei Unzufriedenheiten wurde ursprünglicher ,,Stamm" verlassen -> gesellschaftsbildende und kulturelle Aspekte ausschlaggebend => Entstehung kollektiver Identitäten bei Gruppen (Ethnogenese) ,,Germanen" römische Erfindung für politische und propagandistische Ziele ● Das Ostgotenreich in Italien - Strategien der Machtsicherung Theoderichs „des Großen" Innenpolitisch => Erkenntnis: Gewalt kann Herrschaft nicht dauerhaft sichern - Konsolidierungspolitik -> Strategie ,,der Umarmung" -> Ziel: Kooperation mit und Akzeptanz durch römische Elite - Versorgung der ca. 20.000 Ostgoten OHNE Römer zu enteignen und OHNE römische Bevölkerung finaziell mehr zu belasten -> Vergaben von Land aus Staatsland oder aus dem Besitz Odoakers und seiner Gefolgsleute -> Beteiligung an den Steuerreinnahmen - Verwaltung bleibt weitgehend in römischen Händen (nur dort wo viele Ostgoten angesiedelt werden, blieben lokal ostgotische Verwaltungsstrukturen neben den römischen erhalten) - Senat in Rom behält Machtbefugnisse (aber es gab auch „Rat der Ostgoten") Hofämter bleiben in römischer Hand - religiöse Toleranz -> gute Beziehung auch zu kirchlichen Würdenträgern wahren - Übernahme des Lateins als offizielle Amtssprache => Errichtung eines „Doppelstaats" „Völkerwanderungsgeschehen" RÖMER -> Zivilverwaltung OSTGOTEN -> Militärverwaltung Außenpolitisch - Strategie ,,der selbstbewussen Unterwerfung“ gegenüber Oströmischem Reich -> Ziel: Machtkonflikt und militärische Auseinandersetzung mit Ostrom vermeiden -> offizielle Unterstellung unter den jeweilis herrschenden oströmischen Kaiser - Theoderich trägt nie weströmische Reichsinsignien (z.B. Kaiserkrone) - lässte keine Münzen mit seinem Konterfei prägen - erlässt nur Verordnungen, keine Gesetze (den das darf nur der Kaiser) nennt sich nur ,,rex“ (nicht ,,imperator“ oder „caesar") -> möglicherweise auch innenpolitisch positiv wahrgenommen, da wieder Anschluss an einen römischen Kaiser nach Herrschaft Odoakers - gezielte Heiratspolitik zwecks familiärer Verknüpfungen mit Herrscherhäusern anderen ,,Germanenreiche" · militärisch zurüchhaltend -> nur wenige Interventionen 3 Die Ethnogenese der Ostgoten Wolfram (2013) Völkerwanderung - erläutert, dass der Name ,,Ostgoten" ein Beispiel für eine Gruppenbezeichnung, die sich über einen sehr langen Zeitraum hielt -> stellt klar, dass es sich tatsächlich jedoch um Gruppen handelte, deren Zusammensetzung und Selbstverständnis sich immer wieder stark veränderte Wiemer (2018) - verwendet für Gruppen wie den Ostgoten den Begriff der gentes -> bezeichnet sie ebenfalls als ,,heterogene und instabile Gebilde" - verweist auf die immer noch populäre Vorstellung, die ,,Germanen" (und damit auch die Ostgoten) seien die Vorfahren der Deutschen -> Glaube an einen quasi ,,vererbten" ,,Volkschararakter" bzw. eine „Volksseele" -> entstanden im 1ß. Jahrhundert im Zuge der dt. Nationsbildung - beziehen sich beide auf das Erklärungmodell von R. Wenskus (1961) -> Wenskus spricht von einem „Traditionskern“ buw. Trägern der Tradition = Könige/-innen, ihre Familien, Adel - Auftraggeber für die Entscheidung von entscheidene Träger bei den Ostgoten: Geschlechter der Amalen und Baltehn Herkunftsgeschichten (Stammbäume) - Gote = wer sich einer Adelsfamilie anschloss und sich selbst als gotisch ansah -> Beispiel: ,,genealogie Ostrogotharum" (Stammbaum/ Entstehungsgeschichte der Ostgoten verfasst im Auftrag Theoderichs) = - Grundlage für Zusammenschluss größerer politischer Einheiten => Faktor ,,Abstammung“ -> kein Kriterium, mit dessen Hilfe die Frage „Wer wren die Goten?“ oder „Wie entstanden die Goten?" beantwortet werden kann ABER: erst der Glaube an eine gemeinsame Abstammung konsoldierte die gemeinsame Identität (Wenskus spricht hier von „Stammesbildung") Gründe für das Scheitern einer neuen Ethogenese der Ostgoten im Ostgotenreich Patrick J. Geary (2002) Teoderich wollte heterogene, mobile barbarische Armee zu einem gefestigten ,,Volk" machen, das in Koexistenz mit deen Römern leben konnte - Sepertation -> funktionierte nicht - immer mehr Goten wurden Landbesitzer -> „Kriegskunst" war nicht mehr (ausschließlich) Interesse => Interessierten sich für landwirtschaftliche und wirtschaftliche Belange und regionale Themen - Entfremdung nachfolgender Generationen vom ostgotischen Kriegerskult - Aufstieg einiger Römer innerhalb des Militärs -> feindseelige Gegenreaktion von ostgotischem Militär gegen zunehmende Romanisierung des Heeres der Ostgoten insgesamt 4 Völkerwanderung Das Merowingerreich unter Chlodwig - König Chlodwig I. (482 – 511) als Begründer des Frankenreichs (aus dem Merowingergeschlecht)- seit zweiten Hälfte des 3. Jh. Gewaltsame Übefälle der Franken in römische Gebiete - 358 Franken wurden im röm. Gebietb Belgica angesiedelt und zut foederaten ernannt -> mussten Soldaten für röm. Heer stellen - 486 besetzung ganz Galliens durch neuen König Chlodwig - Übernahm fränkisches Königtum von Tournai - Eroberte Machtbereich des Burgunderkönig und der Alemannen, da viele Bewohner Galliens sich Stabilität wünschten und die Herrschaft des Stärkeren annahmen Gallien im Jahr 481 Angeln Sachsen Jüten Briten Quimper -> Stammesfüher konnte in Armee und Verwaltung Karriere machen Ärmelkanal Rennes Vannes Atlantischer Ozean Bayeux Coutances 1 Poitiers Rouen Angoulème Bazas Auch ¡ Le Mans Orleans t Angers rs burs Périgueux Oloron Reich der Alemannen Reich der Burgunder Reich der Franken Reich des Syagrius Thérouanne Limoges Nord- see Friesen Westgotenreich in Spanien Albi Tarbes Toulouse # Paris Burnai Cambrail + Couserans Soissons Bordeaux Aquitanien Cahors Rodez Bourges # Sens Clermont Reims Autun Javols sap en Metz Troyes Toul Straßburg Westgotenreich Aremorica Langres Dijon Lyon # Köln # Trier Vienne Valence Arles Besançon Sachsen Marseille Mainz # Basel Averiches Rätien t Genf Sion Mittelmeer Worms Speyer Gap 1 Digne Prověnce Nizza # Bischofssitz # Metropolitan-Bischofssitz Thüringer Königreich des Odoaker Gallien: - Strukturen des Römischen Reichs bestehen nicht mehr -> Taufe = ,,Eintrittskarte" in die vorherrschenden Das Frankenreich der frühen Merowinger -Reich Chlodwigs um 486 *** Erwerbungen Chlodwigs bis 511 Merowinger-Residenzen Legitimationsstrukturen - neue Strukturen basieren auf kirchlichen Strukturen -> Bischöfe als Träger der Macht -> Vermischung von Staat und Kirche -> gemeinsame Religionsausübung BRETAGNE Salische Franken Licence Colle Loire Orléans. Westgoten AQUITANIEN Friesen Tournai Soissons. Paris. Reims Rheinische Franken Metz ● Sachsen Burgunder Rhein Bedeutung des Christentums für die Beziehung von Franken (Merowinger) und Galloromanen B. Jussen zur Bedeutung der Religion für Herrschaftskonsoldierung - in der Praxis spürbarer Unterschied zwischen Arianismus und Katholizismus Alamannen Thüringer Ausweitung unter Chlodwigs Söhnen Bayern Ravenna WEST- RÖMISCHES REICH/ REICH DER OSTGOTEN Italien: - alte Strukturen aus dem Römischen Reich bestehen noch (Galloromanen werden die Bewohner der römischen Provinz Gallien in der Spätantike) Lango- barden - keine Vermischung von Staat und Kirche - Religion = nur ein Unterschied von vielen, dabei aber wichtig wegen grundsätzlicher Trennungspolitik (Goten-Römer) - getrennte Religionsausübung Fazit: Chlodwigs Beispiel ist nicht automatisch als „Erfolgsrezept“ übertragbar auf andere ,,Germanenreiche", die sich nicht langfristig etablieren konnten -> speziellen Strukturen in Gallien, für welche die Taufe den Eintritt Chlodwigs darstellte -> in Gallien legitimierte sich die Herrschaft über die kirchl. Strukturen und nicht über röm. Strukturen 5 U