Pädagogik /

Die Phasen der Entwicklung nach Jean Piaget

Die Phasen der Entwicklung nach Jean Piaget

E

Emily

20 Followers
 

Pädagogik

 

11

Lernzettel

Die Phasen der Entwicklung nach Jean Piaget

 Fachbegriffe:
Klausur nr. 1 - Piaget
Adaption/Adaptation: Der Anpassungsprozess der kognitiven Strukturen
Assimilation: Verwenden der bekan

Kommentare (1)

Teilen

Speichern

31

Ein Lernzettel zu der Entwicklung - Jean Piaget

Nichts passendes dabei? Erkunde andere Fachbereiche.

Fachbegriffe: Klausur nr. 1 - Piaget Adaption/Adaptation: Der Anpassungsprozess der kognitiven Strukturen Assimilation: Verwenden der bekannten Schemata um neue Informationen zu verstehen Kognition: Denk- und Gedächtnisstrukturen Akkommodation: Veränderung bzw. Erweiterung der kognitiven Strukturen - verschafft Gleichgewicht/Einklang Kognitive Schema/Schemata/Strukturen: Ein strukturiertes Verhaltensmuster, welche man Klassifizieren (einordnen) kann Äquilibration: Wiederherstellen des gesamten Gleichgewichts Disäqilibration: Ungleichgewicht Reversibilität: Aufhebung des Effekts einer Operation durch eine andere (rückgängig machen), ,,beobachtete Handlungen mental rückgängig machen" Objektpermanenz: Kinder begreifen, dass Dinge auch außerhalb ihres Sichtfelds weiterhin existieren (zwischen dem 6. und 8. Lebensmonat) Zentrierung: Das fokussieren auf einzelne, augenfällige Aspekte eines Ereignisses oder einer Handlung Kognitive Balance: Objektpräsentation: Egozentrismus: Unfähigkeit vor der eigenen Perspektive abweichende Perspektiven einer anderen Person einzunehmen Invarianz: Die Erkenntnis, dass sich bestimmte quantitative (die anzahlen) Eigenschaften von Objekten nicht ändern, es sei denn, es wird etwas hinzugefügt oder weggenommen Symbolhandlung: Aktivitäten die eine symbolische Darstellung enthalten z.B. wenn das Kind ,,Schlafen" spielt und dabei am Tag ein Kissen nimmt und für kurze Zeit den Kopf darauf legt. Nachahmungsverhalten: Fähigkeit zu zeitlich verzögerter Nachahmung, Handlung muss korrekt präsentiert werden Strukturalismus: Identitätsregel: für jede Operation (Handlung) gibt es eine andere Operation, das Ergebnis unverändert lässt - nichts hinzuzufügen oder wegzunehmen bewirkt keine Veränderung Progressiv: fortschrittlich, fortschreitend Klassifizierung: durch das Auftreten logischer Denkfähigkeiten, durch die Operationen definiert werden, erwerben Kinder auch neue Fertigkeiten im Umgang mit Klassen, Zahlen und Serien. Diese Fähigkeiten hängen stark von Interaktionen und Manipulationen mit...

Mit uns zu mehr Spaß am Lernen

Hilfe bei den Hausaufgaben

Mit dem Fragen-Feature hast du die Möglichkeit, jederzeit Fragen zu stellen und Antworten von anderen Schüler:innen zu erhalten.

Gemeinsam lernen

Mit Knowunity erhältest du Lerninhalte von anderen Schüler:innen auf eine moderne und gewohnte Art und Weise, um bestmöglich zu lernen. Schüler:innen teilen ihr Wissen, tauschen sich aus und helfen sich gegenseitig.

Sicher und geprüft

Ob Zusammenfassungen, Übungen oder Lernzettel - Knowunity kuratiert alle Inhalte und schafft eine sichere Lernumgebung zu der Ihr Kind jederzeit Zugang hat.

App herunterladen

Alternativer Bildtext:

realen Objekten ab. Klasseninklusion: Das Verständnis der Relation zwischen Ober- und Unterklasse Seriation: Die Fähigkeit, aufgrund von Erfahrungen, mir realen Objekten, diese in Serien anzuordnen und Korrespondenzen (Übereinstimmungen ) zwischen mehreren Serien herzustellen. Operationen: Die Möglichkeit, interne Repräsentationen mental zu manipulieren. Regelbasiertes Denken: Abstrakte Problempräsentation: Kognitiver Konflikt: Modifikation: angeborener Reflex (Anpassung des Organismus an die Umgebung) Klausur nr. 1 - Piaget DIE PHASEN DER ENTWICKLUNG NACH JEAN PIAGET Das sensomotorische Stadium: - 0 bis 2 Jahre - die Erkenntnismöglichkeiten des Babys sind an seine augenblicklichen Interaktionen mit der Umwelt gebunden - einfache Reflexe und elementare Wahrnehmungsfähigkeiten bilden Grundlage für Aufbaue des Denkens - Intelligenz des Säuglings handlungsgebunden, NICHT symbolisch-repräsentational - Intelligenz kommt durch sensorische und motorische Funktionen zum Ausdruck - kognitive Grundlage für organisierte sensorische und motorische Handlungen sind sensomotorische Schemata —> strukturierte Verahltensmuster für spezifische Formen der Interaktion mit der Umwelt Stufe1: - schon im ersten Lebensmonat - erste Anpassungsleistung des Organismus an die Umgebung (Modifikation angeborener Reflexe) Stufe2: - 1 bis 4 Monate - beginnen, elementare Handlungen wie schauen und Kopfdrehen zu größeren Verhaltenseinheiten zu verbinden -> diese in der Regel auf den eigenen Körper bezogen (Dinge in ihrer Hand zum Mund führen) Stufe3: - 4 bis 8 Monate - handeln des Babys zunehmend auf externe Objekte - hören auf nach interessanten Objekten zu greifen, die durch etwas verdeckt werden - Kindern fehle das Konzept des permanenten Objekts -> d.h. Das Wissen darüber, dass Objekte auch außerhalb ihres Wahrnehmungsfelds weiterhin existieren Stufe4: - 8 bis 12 Monate - babys suchen nach verdeckten Objekten - Suche nach verdeckten Objeten ist ein Indikator für die beginnende Bildung von Mittel-Ziel- Verbindungen - instabile Objektrepräsentation aufgrund der unvollständigen Differenzierung von Objekt und eigener Handlung Stufe5: -12 bis 18 Monate - Kinder bedienen sich neuer Mittel um Ziele zu erreichen -> beginnen, Gegenstände als Werkzeuge einzusetzen Stufe6: - 18 bis 24 Monate - Schlussfolgerungen gelingen nun -> die den Übergang zum symbolisch- repräsentationalen Denken markieren - Fähigkeit zur zeitlich verzögerter Nachahmung Klausur nr. 1- Piaget DIE PHASEN DER EntwickluNG NACH JEAN PIAGET Das präoperationale Stadium: - 2 bis 7 Jahre - gekennzeichnet durch die Bildung stabiler mentaler Repräsentationen - Kinder kreieren im Spiel und in der Kommunikation Symbole und erwerben die Sprache - eingeschränkt durch das Fehlen logischer Operationen - Mentale Operationen haben ihre Ausgangsbasis in beobachtbaren, realen Handlungen - sie bilden organisierte Strukturen - folgen einem System von regeln - Grundregel: Reversibilität - Reversibilität: ist die Aufhebung des Effekts einer Operation durch eine andere Negation: (z. B. Subtraktion als Inversion der Addition) Kompensation: (der Effekt einer Operation wird durch eine andere ausgeglichen) - ,,Denkfehler" bei Kindern im Vorschulalter - deutete Piaget auf das Fehlen von Operationen - Kinder fokussieren sich nur auf den äußerlich auffälligen Aspekt - fehlendes Invarianzkonzept - Analoge Fehler machen Kinder im Stadium des präoperationalen Denken bei Aufgaben zur Erhaltung der Masse (z. B. unterschiedlich geformte Tonklumpen gleicher Menge) - Durch das fehlen der Erhaltungsbegriffe ist das Denken des Vorschulkindes eingeschränkt - Egozentrismus: Unfähigkeit von der eigenen Perspektive abweichende Perspektive einer anderen Person einzunehmen - Fordert man Kinder auf, Objekte zu gruppieren (z. B. wie sie ,,zusammengehören"), arrangieren sie sie häufig so, dass ,,ein Bild“ entsteht. Das konkret - operationale Stadium: - Etwa im Alter von 7 Jahren ,,Konstruktion von Wissen" - Kompensation (oder Kombinierbarkeit), die sich aus logischen Konsequenzen der Kombination von mehreren Optionen - Invarianz-Konzept hat eine bedeutsame Errungenschaft für die kognitive Entwicklung - Den Erwerb von Invarianz-Konzepten kann man erst beschleunigen, nach ausführlichen, systematischen und theoriebasierten Übung - Die Fähigkeiten hängen von Interaktion und Manipulationen mit realen Objekten ab - Klassen übergreifendes Denken/Verständnis - Versuche Klassifizierung zu verstehen - Invarianz der Menge 7-8 Jahre - Invarianz des Volumens 11-12 Jahre - Möglichkeit mit Zahlen umzugehen - Fähigkeit reale Objekte in Serie anzuordnen und Korrespondenzen zwischen mehreren Serien herzustellen Klausur nr. 1- Piaget DIE PHASEN DER ENTWICKLUNG NACH JEAN PIAGET Das formal - operationale Stadium: - ab 12 Jahren Kinder bzw. Jugendliche, die das formal - operationale Stadium erreicht haben, sind dazu fähig zu generieren und zu prüfen - Sie stellen systematische Hypothesen auf und führen kontrollierte Experimente durch - Analytisches Vorgehen ist gekoppelt an abstrakte Problempräsentation - das FOS erlaubt die analytische Durchdringung komplexer Problemstellungen - FOS gekennzeichnet durch die sich entwickelnde Fähigkeit, Erkenntnissprozesse selbst zum Gegenstand der Reflexion zu machen - Jugendliche beginnen den Erkenntnissprozess zu problematisieren: konstruieren alternative Welten - verstehen die eigene Erkenntnisperspektive als eine von vielen Möglichkeiten - sie reflektieren über Probleme von Wahrheit, Moral und Gerechtigkeit - FOS ist die strukturelle Grundlage für alle komplexen geistigen Leistungen - FOS ist eine hypothetische bzw. Theoretische Herangehensweise an Problemstellungen Klausur nr. 1- Piaget KRITIK AN PIAGET - einige Annahmen Piagets haben ihre Gültigkeit bis heute nicht verloren, andere dagegen müssen als widerlegt gelten Sodian et al. Wiesen nach, dass Piagets These, dass Kinder erst in der Adoleszenz die Fähigkeit zum wissenschaftlichen, hypothetischen denken besitzen, überholt ist. - mit Verweis auf die LOGIK-Studie konnten sie zeigen, dass Kinder schon im Vor- und Grundschulalter ein Grundverständnis der Logik der Hypothesenprüfung und Evidenzevaluation besitzen. die Autorinnen weisen daraufhin, dass es Kindern zwar schwer fällt, spontan eine Lösungsstrategie zu entwickeln, die wissenschaftliches Denken erfordert, dass sie aber prinzipiell in der Lage seien, die Notwendigkeit der Variablenkontrolle ,,mit etwas Unterstützung" einzusehen. - Kinder sind als durchaus früher als von Piaget angenommen in der Lage, Hypothesen systematisch zu überprüfen, wenn sie etwas Hilfe erhalten. Neubauer/Stern: die Autoren betrachten Piagets Stufenmodell als falsch, da sie nachweisen konnten, dass Kinder sowohl während kognitiver Übergangsstadien als auch bereits vorher verschiedene Denkweisen kennen und nutzen. - sie kritisieren Piagets Methode, da ihre Unntersuchungen zeigten, dass die Lösungsrate der Kinder bei Piagets-Aufgaben dann Ansteig, wenn die gleiche geistige Operation unter einfacheren - sprachlich kindgerechteren, weniger irritierenden - Rahmenbedingungen durchgeführt werden würde. - sie gehen davon aus, dass sich die kognitive Entwicklung nicht in Stufen vollzieht, sondern als ein Prozess, bei dem zu früheren Zeitpunkten Denkweisem vorherrschen, die im Laufe der Entwicklung zurückgehen und andere in den Vordergrund treten. Piagets Ansicht: - die Reihenfolge der Phasen ist logisch und nicht veränderbar. Die Zuweisung der Phasen auf Lebenszeiten ist empirisch und von daher veränderbar bzw. variierbar, allerdings gibt es aufgrund biologischer Reifungsprozesse für die Variabilität Grenzen. - es gibt auch innerhalb der Phasen eine stufenweise Entwicklung, da die Fähigkeiten ausdifferenziert und bis an ihre Grenzen hin erweitert werden (vgl. z.B. sensomotorische Phase) - insofern gibt es ein Übergangsfeld zwischen den verschiedenen Phasen, auch wenn sich die Phasen diskret unterscheiden. Die Aussage, dass es sich beim Kind um die Entwicklung eines Denkprozesses handelt (Neubauer/Stern), steht insofern nicht in einem unauflösbaren Widerspruch zum Phasenmodell. wenn man eine neue Phase erreicht hat, kann man dennoch auf die Leistungen der anderen Phasen zurückgreifen, in diesen kann man sich ,,prinzipiell" bewegen -> man muss aber nicht. - andererseits ist es wichtig, sich häufig auf dem Level der erreichten Phase zu bewegen, da man diese Leistungen weiter ausdifferenzieren und erweitern will, um so in die nächste Phase zu gelangen.

Pädagogik /

Die Phasen der Entwicklung nach Jean Piaget

Die Phasen der Entwicklung nach Jean Piaget

E

Emily

20 Followers
 

Pädagogik

 

11

Lernzettel

Die Phasen der Entwicklung nach Jean Piaget

Dieser Inhalt ist nur in der Knowunity App verfügbar.

 Fachbegriffe:
Klausur nr. 1 - Piaget
Adaption/Adaptation: Der Anpassungsprozess der kognitiven Strukturen
Assimilation: Verwenden der bekan

App öffnen

Teilen

Speichern

31

Kommentare (1)

G

So ein schöner Lernzettel 😍😍 super nützlich und hilfreich!

Ein Lernzettel zu der Entwicklung - Jean Piaget

Ähnliche Knows

56

KOMPLETTEN Pädagogik LK Lernzettel

Know KOMPLETTEN Pädagogik LK Lernzettel  thumbnail

612

 

12

Piaget kognitive Entwicklung

Know Piaget kognitive Entwicklung  thumbnail

229

 

11/12

2

Jean Piaget

Know Jean Piaget  thumbnail

78

 

12/13

Grundbegriffe kognitiver Entwicklung Jean Piaget

Know Grundbegriffe kognitiver Entwicklung Jean Piaget thumbnail

539

 

11/12/13

Mehr

Fachbegriffe: Klausur nr. 1 - Piaget Adaption/Adaptation: Der Anpassungsprozess der kognitiven Strukturen Assimilation: Verwenden der bekannten Schemata um neue Informationen zu verstehen Kognition: Denk- und Gedächtnisstrukturen Akkommodation: Veränderung bzw. Erweiterung der kognitiven Strukturen - verschafft Gleichgewicht/Einklang Kognitive Schema/Schemata/Strukturen: Ein strukturiertes Verhaltensmuster, welche man Klassifizieren (einordnen) kann Äquilibration: Wiederherstellen des gesamten Gleichgewichts Disäqilibration: Ungleichgewicht Reversibilität: Aufhebung des Effekts einer Operation durch eine andere (rückgängig machen), ,,beobachtete Handlungen mental rückgängig machen" Objektpermanenz: Kinder begreifen, dass Dinge auch außerhalb ihres Sichtfelds weiterhin existieren (zwischen dem 6. und 8. Lebensmonat) Zentrierung: Das fokussieren auf einzelne, augenfällige Aspekte eines Ereignisses oder einer Handlung Kognitive Balance: Objektpräsentation: Egozentrismus: Unfähigkeit vor der eigenen Perspektive abweichende Perspektiven einer anderen Person einzunehmen Invarianz: Die Erkenntnis, dass sich bestimmte quantitative (die anzahlen) Eigenschaften von Objekten nicht ändern, es sei denn, es wird etwas hinzugefügt oder weggenommen Symbolhandlung: Aktivitäten die eine symbolische Darstellung enthalten z.B. wenn das Kind ,,Schlafen" spielt und dabei am Tag ein Kissen nimmt und für kurze Zeit den Kopf darauf legt. Nachahmungsverhalten: Fähigkeit zu zeitlich verzögerter Nachahmung, Handlung muss korrekt präsentiert werden Strukturalismus: Identitätsregel: für jede Operation (Handlung) gibt es eine andere Operation, das Ergebnis unverändert lässt - nichts hinzuzufügen oder wegzunehmen bewirkt keine Veränderung Progressiv: fortschrittlich, fortschreitend Klassifizierung: durch das Auftreten logischer Denkfähigkeiten, durch die Operationen definiert werden, erwerben Kinder auch neue Fertigkeiten im Umgang mit Klassen, Zahlen und Serien. Diese Fähigkeiten hängen stark von Interaktionen und Manipulationen mit...

Nichts passendes dabei? Erkunde andere Fachbereiche.

Mit uns zu mehr Spaß am Lernen

Hilfe bei den Hausaufgaben

Mit dem Fragen-Feature hast du die Möglichkeit, jederzeit Fragen zu stellen und Antworten von anderen Schüler:innen zu erhalten.

Gemeinsam lernen

Mit Knowunity erhältest du Lerninhalte von anderen Schüler:innen auf eine moderne und gewohnte Art und Weise, um bestmöglich zu lernen. Schüler:innen teilen ihr Wissen, tauschen sich aus und helfen sich gegenseitig.

Sicher und geprüft

Ob Zusammenfassungen, Übungen oder Lernzettel - Knowunity kuratiert alle Inhalte und schafft eine sichere Lernumgebung zu der Ihr Kind jederzeit Zugang hat.

App herunterladen

Knowunity

Schule. Endlich Einfach.

App öffnen

Alternativer Bildtext:

realen Objekten ab. Klasseninklusion: Das Verständnis der Relation zwischen Ober- und Unterklasse Seriation: Die Fähigkeit, aufgrund von Erfahrungen, mir realen Objekten, diese in Serien anzuordnen und Korrespondenzen (Übereinstimmungen ) zwischen mehreren Serien herzustellen. Operationen: Die Möglichkeit, interne Repräsentationen mental zu manipulieren. Regelbasiertes Denken: Abstrakte Problempräsentation: Kognitiver Konflikt: Modifikation: angeborener Reflex (Anpassung des Organismus an die Umgebung) Klausur nr. 1 - Piaget DIE PHASEN DER ENTWICKLUNG NACH JEAN PIAGET Das sensomotorische Stadium: - 0 bis 2 Jahre - die Erkenntnismöglichkeiten des Babys sind an seine augenblicklichen Interaktionen mit der Umwelt gebunden - einfache Reflexe und elementare Wahrnehmungsfähigkeiten bilden Grundlage für Aufbaue des Denkens - Intelligenz des Säuglings handlungsgebunden, NICHT symbolisch-repräsentational - Intelligenz kommt durch sensorische und motorische Funktionen zum Ausdruck - kognitive Grundlage für organisierte sensorische und motorische Handlungen sind sensomotorische Schemata —> strukturierte Verahltensmuster für spezifische Formen der Interaktion mit der Umwelt Stufe1: - schon im ersten Lebensmonat - erste Anpassungsleistung des Organismus an die Umgebung (Modifikation angeborener Reflexe) Stufe2: - 1 bis 4 Monate - beginnen, elementare Handlungen wie schauen und Kopfdrehen zu größeren Verhaltenseinheiten zu verbinden -> diese in der Regel auf den eigenen Körper bezogen (Dinge in ihrer Hand zum Mund führen) Stufe3: - 4 bis 8 Monate - handeln des Babys zunehmend auf externe Objekte - hören auf nach interessanten Objekten zu greifen, die durch etwas verdeckt werden - Kindern fehle das Konzept des permanenten Objekts -> d.h. Das Wissen darüber, dass Objekte auch außerhalb ihres Wahrnehmungsfelds weiterhin existieren Stufe4: - 8 bis 12 Monate - babys suchen nach verdeckten Objekten - Suche nach verdeckten Objeten ist ein Indikator für die beginnende Bildung von Mittel-Ziel- Verbindungen - instabile Objektrepräsentation aufgrund der unvollständigen Differenzierung von Objekt und eigener Handlung Stufe5: -12 bis 18 Monate - Kinder bedienen sich neuer Mittel um Ziele zu erreichen -> beginnen, Gegenstände als Werkzeuge einzusetzen Stufe6: - 18 bis 24 Monate - Schlussfolgerungen gelingen nun -> die den Übergang zum symbolisch- repräsentationalen Denken markieren - Fähigkeit zur zeitlich verzögerter Nachahmung Klausur nr. 1- Piaget DIE PHASEN DER EntwickluNG NACH JEAN PIAGET Das präoperationale Stadium: - 2 bis 7 Jahre - gekennzeichnet durch die Bildung stabiler mentaler Repräsentationen - Kinder kreieren im Spiel und in der Kommunikation Symbole und erwerben die Sprache - eingeschränkt durch das Fehlen logischer Operationen - Mentale Operationen haben ihre Ausgangsbasis in beobachtbaren, realen Handlungen - sie bilden organisierte Strukturen - folgen einem System von regeln - Grundregel: Reversibilität - Reversibilität: ist die Aufhebung des Effekts einer Operation durch eine andere Negation: (z. B. Subtraktion als Inversion der Addition) Kompensation: (der Effekt einer Operation wird durch eine andere ausgeglichen) - ,,Denkfehler" bei Kindern im Vorschulalter - deutete Piaget auf das Fehlen von Operationen - Kinder fokussieren sich nur auf den äußerlich auffälligen Aspekt - fehlendes Invarianzkonzept - Analoge Fehler machen Kinder im Stadium des präoperationalen Denken bei Aufgaben zur Erhaltung der Masse (z. B. unterschiedlich geformte Tonklumpen gleicher Menge) - Durch das fehlen der Erhaltungsbegriffe ist das Denken des Vorschulkindes eingeschränkt - Egozentrismus: Unfähigkeit von der eigenen Perspektive abweichende Perspektive einer anderen Person einzunehmen - Fordert man Kinder auf, Objekte zu gruppieren (z. B. wie sie ,,zusammengehören"), arrangieren sie sie häufig so, dass ,,ein Bild“ entsteht. Das konkret - operationale Stadium: - Etwa im Alter von 7 Jahren ,,Konstruktion von Wissen" - Kompensation (oder Kombinierbarkeit), die sich aus logischen Konsequenzen der Kombination von mehreren Optionen - Invarianz-Konzept hat eine bedeutsame Errungenschaft für die kognitive Entwicklung - Den Erwerb von Invarianz-Konzepten kann man erst beschleunigen, nach ausführlichen, systematischen und theoriebasierten Übung - Die Fähigkeiten hängen von Interaktion und Manipulationen mit realen Objekten ab - Klassen übergreifendes Denken/Verständnis - Versuche Klassifizierung zu verstehen - Invarianz der Menge 7-8 Jahre - Invarianz des Volumens 11-12 Jahre - Möglichkeit mit Zahlen umzugehen - Fähigkeit reale Objekte in Serie anzuordnen und Korrespondenzen zwischen mehreren Serien herzustellen Klausur nr. 1- Piaget DIE PHASEN DER ENTWICKLUNG NACH JEAN PIAGET Das formal - operationale Stadium: - ab 12 Jahren Kinder bzw. Jugendliche, die das formal - operationale Stadium erreicht haben, sind dazu fähig zu generieren und zu prüfen - Sie stellen systematische Hypothesen auf und führen kontrollierte Experimente durch - Analytisches Vorgehen ist gekoppelt an abstrakte Problempräsentation - das FOS erlaubt die analytische Durchdringung komplexer Problemstellungen - FOS gekennzeichnet durch die sich entwickelnde Fähigkeit, Erkenntnissprozesse selbst zum Gegenstand der Reflexion zu machen - Jugendliche beginnen den Erkenntnissprozess zu problematisieren: konstruieren alternative Welten - verstehen die eigene Erkenntnisperspektive als eine von vielen Möglichkeiten - sie reflektieren über Probleme von Wahrheit, Moral und Gerechtigkeit - FOS ist die strukturelle Grundlage für alle komplexen geistigen Leistungen - FOS ist eine hypothetische bzw. Theoretische Herangehensweise an Problemstellungen Klausur nr. 1- Piaget KRITIK AN PIAGET - einige Annahmen Piagets haben ihre Gültigkeit bis heute nicht verloren, andere dagegen müssen als widerlegt gelten Sodian et al. Wiesen nach, dass Piagets These, dass Kinder erst in der Adoleszenz die Fähigkeit zum wissenschaftlichen, hypothetischen denken besitzen, überholt ist. - mit Verweis auf die LOGIK-Studie konnten sie zeigen, dass Kinder schon im Vor- und Grundschulalter ein Grundverständnis der Logik der Hypothesenprüfung und Evidenzevaluation besitzen. die Autorinnen weisen daraufhin, dass es Kindern zwar schwer fällt, spontan eine Lösungsstrategie zu entwickeln, die wissenschaftliches Denken erfordert, dass sie aber prinzipiell in der Lage seien, die Notwendigkeit der Variablenkontrolle ,,mit etwas Unterstützung" einzusehen. - Kinder sind als durchaus früher als von Piaget angenommen in der Lage, Hypothesen systematisch zu überprüfen, wenn sie etwas Hilfe erhalten. Neubauer/Stern: die Autoren betrachten Piagets Stufenmodell als falsch, da sie nachweisen konnten, dass Kinder sowohl während kognitiver Übergangsstadien als auch bereits vorher verschiedene Denkweisen kennen und nutzen. - sie kritisieren Piagets Methode, da ihre Unntersuchungen zeigten, dass die Lösungsrate der Kinder bei Piagets-Aufgaben dann Ansteig, wenn die gleiche geistige Operation unter einfacheren - sprachlich kindgerechteren, weniger irritierenden - Rahmenbedingungen durchgeführt werden würde. - sie gehen davon aus, dass sich die kognitive Entwicklung nicht in Stufen vollzieht, sondern als ein Prozess, bei dem zu früheren Zeitpunkten Denkweisem vorherrschen, die im Laufe der Entwicklung zurückgehen und andere in den Vordergrund treten. Piagets Ansicht: - die Reihenfolge der Phasen ist logisch und nicht veränderbar. Die Zuweisung der Phasen auf Lebenszeiten ist empirisch und von daher veränderbar bzw. variierbar, allerdings gibt es aufgrund biologischer Reifungsprozesse für die Variabilität Grenzen. - es gibt auch innerhalb der Phasen eine stufenweise Entwicklung, da die Fähigkeiten ausdifferenziert und bis an ihre Grenzen hin erweitert werden (vgl. z.B. sensomotorische Phase) - insofern gibt es ein Übergangsfeld zwischen den verschiedenen Phasen, auch wenn sich die Phasen diskret unterscheiden. Die Aussage, dass es sich beim Kind um die Entwicklung eines Denkprozesses handelt (Neubauer/Stern), steht insofern nicht in einem unauflösbaren Widerspruch zum Phasenmodell. wenn man eine neue Phase erreicht hat, kann man dennoch auf die Leistungen der anderen Phasen zurückgreifen, in diesen kann man sich ,,prinzipiell" bewegen -> man muss aber nicht. - andererseits ist es wichtig, sich häufig auf dem Level der erreichten Phase zu bewegen, da man diese Leistungen weiter ausdifferenzieren und erweitern will, um so in die nächste Phase zu gelangen.