Produktive Realitätsverarbeitung nach Hurrelmann
Die produktive Realitätsverarbeitung ist ein Kernkonzept in der Hurrelmann Theorie. Es beschreibt, wie Menschen in der gesamten Lebensspanne eine Verarbeitung der inneren und äußeren Realität vornehmen, die ihren individuellen Eigenschaften und Ressourcen entspricht.
Definition: Produktive Realitätsverarbeitung bezeichnet den Prozess, bei dem Individuen aktiv ihre Umwelt und ihre eigenen Fähigkeiten wahrnehmen, interpretieren und darauf reagieren.
Dieser Prozess ist besonders intensiv während der Jugendphase, die durch heftige körperliche, psychische und soziale Umbrüche gekennzeichnet ist. Junge Menschen haben die Aufgabe, die Veränderungen ihrer körperlichen und psychischen Ausgangsgrößen sensibel aufzunehmen und ihr Handeln darauf abzustellen. Gleichzeitig müssen sie sich mit der sozialen und physischen Umwelt auseinandersetzen.
Highlight: Die Verarbeitung wird als produktiv bezeichnet, weil sie sich aus der individuell besonderen und kreativen Aneignung der inneren und äußeren Bedingungen ergibt.
Jugendliche versuchen dabei, eine Übereinstimmung zwischen ihren persönlichen Bedürfnissen und Kompetenzen einerseits und den gesellschaftlichen Erwartungen andererseits zu finden. Dies ist ein wesentlicher Aspekt der Hurrelmann Theorie Entwicklungsaufgaben.
Beispiel: Ein Jugendlicher, der seine künstlerischen Fähigkeiten entdeckt, muss diese mit den Erwartungen seiner Umwelt (z.B. Eltern, Schule) in Einklang bringen und gleichzeitig seinen eigenen Weg finden.





