Die ersten drei Phasen des Erikson-Stufenmodells
Phase 1: Urvertrauen vs. Urmisstrauen (0-1,5 Jahre)
In dieser Phase ist die Beziehung zur Mutter und das Stillen von zentraler Bedeutung. Das Kind entwickelt ein Gefühl der inneren Geborgenheit, das als Urvertrauen bezeichnet wird.
Highlight: Die Balance zwischen Urvertrauen und Urmisstrauen ist entscheidend. Das Kind muss beides erfahren, um eine gesunde Entwicklung zu durchlaufen.
Handlungsimpulse für Bezugspersonen in dieser Phase umfassen:
- Anerkennung und offene Reaktion auf individuelle Ausdrucksformen des Säuglings
- Ermöglichung kurzer Phasen des Erlebens von Misstrauen, um Eigenaktivität zu fördern
- Liebevoller Umgang und körperliche Nähe
- Aufbau vertrauensvoller Beziehungen
Phase 2: Autonomie vs. Scham und Zweifel (1,5-3 Jahre)
In dieser Phase spielt die Sauberkeitserziehung eine wichtige Rolle. Das Kind macht die Erfahrung, dass es etwas tun möchte, was verboten ist, was zu inneren Konflikten und Scham führen kann.
Vocabulary: Autonomie bezieht sich hier auf die Fähigkeit des Kindes, eigene Entscheidungen zu treffen und selbstständig zu handeln.
Handlungsimpulse für diese Phase beinhalten:
- Vermeidung einseitig rigider Erziehung oder Bestrafung
- Ermutigung zur Befriedigung eigener Wünsche im Rahmen von Vorgaben
- Förderung von Neugier und Geduld
Phase 3: Initiative vs. Schuldgefühle (3-6 Jahre)
In dieser Phase tritt der Ödipuskomplex in den Vordergrund. Das Kind erlebt den gleichgeschlechtlichen Elternteil als Konkurrenz, was zu Schuldgefühlen führen kann.
Definition: Der Ödipuskomplex beschreibt nach Freud die emotionale Bindung des Kindes an den gegengeschlechtlichen Elternteil und die damit verbundenen Konflikte.
Handlungsimpulse für diese Phase umfassen:
- Ermutigung zu Initiativen
- Unterstützung der kindlichen Gewissensbildung
- Erläuterung von Forderungen, Entscheidungen, Verboten und Sanktionen










