Piagets Stufenmodell der kognitiven Entwicklung
Piaget unterteilt die kognitive Entwicklung in vier Hauptstadien. Jedes Stadium baut auf dem vorherigen auf und ist durch spezifische kognitive Fähigkeiten gekennzeichnet.
1. Sensomotorisches Stadium (0-2 Jahre)
In dieser Phase verstehen Kinder die Welt hauptsächlich durch ihre Sinneswahrnehmungen und motorischen Handlungen.
Example: Ein Baby, das nach einem Gegenstand greift, um ihn zu erkunden, demonstriert sensomotorisches Lernen.
Ein wichtiger Meilenstein in diesem Stadium ist die Entwicklung der Objektpermanenz:
Definition: Objektpermanenz ist das Verständnis, dass Objekte weiterhin existieren, auch wenn sie nicht sichtbar sind. Diese Fähigkeit entwickelt sich typischerweise ab dem achten Lebensmonat.
Am Ende dieses Stadiums können Kinder zwischen sich selbst und ihrer Umwelt unterscheiden, was einen wichtigen Schritt in ihrer kognitiven Entwicklung darstellt.
2. Präoperationale Phase (ca. 2-7 Jahre)
Diese Phase ist durch die Fähigkeit zur geistigen Repräsentation von Gegenständen und Ereignissen gekennzeichnet. Kinder entwickeln die Fähigkeit, Symbole zu verwenden und mit ihnen zu denken.
Charakteristische Merkmale dieser Phase sind:
- Magisches Denken:
Example: Ein Kind könnte glauben, dass der Wind weht, weil ein Zauberer ihn herbeiruft.
- Egozentrismus:
Definition: Egozentrismus beschreibt die Unfähigkeit, die Perspektive anderer einzunehmen. Kinder in dieser Phase gehen davon aus, dass alle die Welt so wahrnehmen wie sie selbst.
- Zentriertes Denken (Invarianzproblem):
Example: Bei der Umschüttaufgabe konzentriert sich ein Kind nur auf die Höhe des Wassers in verschiedenen Gefäßen und ignoriert andere relevante Dimensionen wie die Breite des Gefäßes.
Diese Phase ist entscheidend für die Entwicklung des symbolischen Denkens, obwohl das Denken noch stark von der unmittelbaren Wahrnehmung beeinflusst wird.



































