Jean Piaget: Grundlagen der kognitiven Entwicklungstheorie
Jean Piaget war ein Schweizer Biologe und Begründer der genetischen Epistemologie, der als Pionier der kognitiven Entwicklungspsychologie gilt. Seine Theorie basiert auf zwei fundamentalen Tendenzen, mit denen jeder Mensch geboren wird:
- Adaptation: Die Fähigkeit, sich an die Umwelt anzupassen
- Assimilation und Akkommodation: Grundprozesse der Anpassung
Piaget unterscheidet vier Hauptstadien der kognitiven Entwicklung:
- Sensumotorische Intelligenz (0-18/24 Monate)
- Präoperationales Stadium (18/24 Monate-7 Jahre)
- Stufe der konkreten Operationen (7-11/12 Jahre)
- Stufe der formalen Operationen (ab 11/12 Jahren)
Die Grundprozesse der Adaptation
Assimilation
- Anwendung bestehender Schemata auf neue Situationen
- Verarbeitung neuer Informationen mit vorhandenen Denkstrukturen
- Geht vom Subjekt aus
- Beispiel aus dem Alltag: Ein Kind, das gelernt hat, einen Ball zu fangen, wendet diese Fähigkeit auf andere runde Gegenstände an
Akkommodation
- Anpassung oder Neuentstehung eines Schemas
- Veränderung gelernter Verhaltensweisen, um auf neue Situationen reagieren zu können
- Geht vom Objekt aus
- Tritt nur ein, wenn ein Disäquilibrium (Ungleichgewicht) entsteht
Schlüsselkonzept: Adaptation bei Piaget Die Adaptation beschreibt den Prozess, durch den ein Mensch sich an seine Umwelt anpasst und dabei immer mehr dazulernt. Sie besteht aus dem Zusammenspiel von Assimilation (Einordnung neuer Erfahrungen in bestehende Schemata) und Akkommodation (Anpassung der Schemata an neue Erfahrungen).




