Die präoperatorische Phase (18 Monate - 7 Jahre)
Die präoperatorische Phase nach Piaget ist eine Zeit bedeutender kognitiver Fortschritte, in der Kinder beginnen, Symbole zu verwenden und ihre Vorstellungskraft zu entwickeln. Diese Phase wird in zwei Unterphasen unterteilt: die vorbegriffliche Phase (2-4 Jahre) und die anschaulich-intuitive Phase (4-7 Jahre).
In der vorbegrifflichen Phase entwickeln Kinder gewisse Vorstellungen von Gegenständen, Raum und Zeit, die jedoch noch nicht vollständig den Begriffen von Erwachsenen entsprechen. Die Symbolfunktion verbessert sich deutlich, was sich in der zunehmenden Fähigkeit zeigt, Menschen, Gegenstände und Vorgänge symbolisch darzustellen, insbesondere durch Sprache und Phantasiespiele.
Example: Ein Kind, das mit einem Bauklotz "telefoniert", demonstriert die Entwicklung der Symbolfunktion.
Die anschaulich-intuitive Phase zeichnet sich durch fortgeschrittenere kognitive Fähigkeiten aus. Kinder können nun einfache "Operationen" ausführen und Gegenstände nach Klassen ordnen. Allerdings ist ihr Denken noch stark von der unmittelbaren Wahrnehmung beeinflusst.
Highlight: Ein charakteristisches Merkmal dieser Phase ist der Egozentrismus - die Schwierigkeit, die Perspektive anderer einzunehmen.
Kinder in dieser Phase haben noch Schwierigkeiten mit dem Konzept der Invarianz und dem reversiblen Denken. Sie können oft nicht verstehen, dass die Menge einer Substanz gleich bleibt, auch wenn ihre Form verändert wird.
Definition: Invarianz bezieht sich auf das Verständnis, dass bestimmte Eigenschaften eines Objekts oder einer Menge unverändert bleiben, auch wenn sich ihre äußere Erscheinung ändert.
Die Informationsverarbeitung ist in dieser Phase noch nicht so weit entwickelt, dass Kinder alle Aspekte einer Situation gleichzeitig berücksichtigen können. Ihr Denken ist oft irreversibel, was bedeutet, dass sie Schwierigkeiten haben, eine Abfolge von Ereignissen gedanklich rückwärts zu verfolgen.







